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TEST: Lactosefreie Produkte: Mehr spaß im Glas


ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2012 vom 19.10.2012

Ob Joghurt, Käse oder Eis: Fast alle Milchprodukte gibt es heute schon als lactosefreie Variante. Schade nur, dass einzelne Marken Probleme mit Weichmachern, Gen-Technik oder dem richtigen Aroma haben. Und wie bei normalen Milchprodukten gilt auch für die lactosefreien: Bio ist die bessere Wahl.


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Foto: Be-Ta-Artworks/Fotolia.com

Menschen , die unter einer Lactose-Intoleranz leiden, können keinen Milchzucker aufspalten. Die Industrie hat sich darauf eingerichtet und bietet lactosefreie Produkte an.

ÖKO-TEST wollte wissen, ob diese auch wirklich lactosefrei sind, ob sie von der Qualität mit anderen ...

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... Milchprodukten mithalten können und ob problematische Inhaltsstoffe enthalten sind.

Das Testergebnis

■ Mit keinem getesteten Produkt wird ein Verbraucher mit Lactoseintoleranz Probleme haben. Alle Produkte enthalten weniger als 0,1 Prozent Lactose.
■ In der Qualität unterscheiden sich die lactosefreien Produkte nicht von herkömmlichen Milchprodukten. Die meisten bekommen gute Noten. Punktabzug gibt es aber für alle Her- steller, die Gen-Futter für die Kühe erlauben oder nicht das Gegenteil beweisen konnten. Und das sind fast alle Produzenten im konventionellen Bereich.
■ In dem Alpro Soya Original mit Calcium hat das von uns beauftragte Labor gentechnisch veränderten Soja nachgewiesen. Zwar unterhalb der Menge, die man mengenmäßig bestimmen kann. Daher handelt es sich offensichtlich um eine Verunreinigung. Aber das Ergebnis zeigt, dass ein Nebeneinander von gentechnikfreiem Soja und Gen-Soja nicht funktioniert.
■ In dem Fruchtjoghurtersatz Sojade Soja Spezialität mit Bifidus, Erdbeere sollte nur Aroma stecken, das auch fast ausschließlich aus der Erdbeere stammt: „Natürliches Erdbeere-Aroma“ steht auf der Packung. Tatsächlich wies das von uns beauftragte Labor aber nach, dass hier auch synthetisches Aroma drin ist. Auch beim Bio Gildo Rachelli Schoko Eis lactosefrei wurde gemogelt: Von der gemahlenen Vanilleschote, die laut Zutatenliste im Eis ist, war im Labor kein bisschen Vanillearoma nachweisbar.
■ Im Hirtenkäse der Marke Minus L hat das von uns beauftragte Labor den Weichmacher DEHP nachgewiesen. Dieser ist als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Woher der Stoff im Käse kommt, können wir nicht sagen. Denkbar ist, dass er nicht aus der Verpackung stammt, sondern aus Tanks oder Schläuchen in der Produktion.
■ Punktabzug gibt es für die Abbildung saftiger Weiden auf der Packung, obwohl die Kühe ganz offenbar vor allem im Stall stehen. Denn was die Kuh zu fressen bekam, ob Kraftfutter oder Gras, das lässt sich im Nachhinein anhand bestimmter Fettsäuren nachweisen. Dreist, wenn die Hersteller dann auch noch saftige Weiden auf die Packung drucken.

so reagierten die Hersteller

Die Molkerei Omira erklärte, man habe sich entschlossen, im Laufe des Jahres die Fütterung mit gentechnikfreiem Futter zu fördern. Dies werde mit einem Zuschlag belohnt.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Auslobung „ohne Gen-Technik“. Es sind jedoch Anteile gentechnisch veränderter Organismen im Produkt nachweisbar. 2) Weiterer Mangel: Auslobung „natürliches Erdbeere-Aroma“, obwohl synthetische Aromen in einer größeren Menge nachweisbar sind. 3) Das Produkt wird mittlerweile in einem 150-g-Becher verkauft. Der empfohlene Verkaufspreis beträgt 0,79 Euro. 4) Das Produkt wird mittlerweile in einem 150-g-Becher verkauft. Der empfohlene Verkaufspreis beträgt 0,89 Euro. 5) Das Produkt wird ab Mai 2012 in einer 150-g-Packung in den Handel gebracht. 6) DEHP. 7) Laut Anbietergutachten sind in einem Produkt der gleichen Charge keine gentechnisch veränderten Organismen nachweisbar. 8) Gentechnisch veränderte Organismen. 9) Aroma zugesetzt. 10) Kein Vanillearoma nachweisbar, obwohl Vanillepulver in der Zutatenliste auftaucht. 11) Synthetisches Aroma nachweisbar. 12) Zu wenige probiotische Keime. 13) Zuckergehalt erhöht. 14) Fettgehalt zu niedrig. 15) Calcium- und/oder Vitaminzusatz. 16) Grünfuttertypische Fettsäuren zu niedrig, aber Abbildung legt Grünfütterung nahe. 17) Grünfuttertypische Fettsäuren zu niedrig. 18) Keine vertragliche Verpflichtung zum Einsatz von gentechnikfreiem Futter.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: Ein DEHP-Gehalt von mehr als 1.500 μg/kg in einem Lebensmittel. Zur Abwertung um zwei Noten führt: Nachweis gentechnisch veränderter Organismen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führt: a) Zusatz von „Aroma“ bzw. „natürlichem Aroma“; b) kein Vanillearoma nachweisbar, obwohl Vanillepulver in der Zutatenliste auftaucht; c) synthetisches Aroma nachweisbar; d) weniger als 1 Mio. KBE Bifidobakterien pro Gramm, wenn auf der Packung die Kultur Bifidus ausgelobt ist; e) bei einem Fruchtjoghurt oder einem vergleichbaren Ersatzprodukt: ein erhöhter Zuckergehalt von mehr als 6,8 g/100 g. Als Vergleich diente eine Zubereitung aus 100 g Joghurt und 50 g Erdbeeren mit einem Gesamtzuckergehalt von 4,5 Prozent; abgewertet wurde ab dem 1,5-Fachen dieses Gehalts; f) bei einem Instantcappuccino: ein erhöhter deklarierter Zuckergehalt von mehr als 3 g pro Portion (15 g Pulver und die vom Hersteller angegebene Menge Wasser). Diese Menge entspricht etwa einem Stück Würfelzucker; g) Bei einem Naturjoghurt: ein zu niedriger Fettgehalt unter Berücksichtigung einer Messtoleranz von 0,05 Prozent; h) Calcium- und/oder Vitaminzusatz.
Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) ein zu niedriger Gehalt an Omega-3-Fettsäuren von weniger als 0,8 g/100 g Fett, wenn Abbildungen auf der Verpackung nahelegen, dass die Milch überwiegend auf Basis von Grünfutter gewonnen wurde; b) das Fehlen einer vertraglichen Verpflichtung zum Einsatz von gentechnikfreiem Futter; c) die Auslobung „natürliches Erdbeere-Aroma“ bei einem Nachweis einer größeren Menge synthetischer Aromen, ohne dass weitere Aromen in der Zutatenliste angegeben sind. Zur Abwertung um jeweils eine Note führt: a) ein zu niedriger Gehalt an Omega-3-Fettsäuren von weniger als 0,8 g/100 g Fett; b) die Auslobung „ohne Gen-Technik“ bei einem positiven Nachweis von Gen-Technik.
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Testmethoden: siehe www.oekotest.de → Suchen → „J1210“ eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 6/2012. Aktualisierung der Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKOTEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

ÖKO-TEST rät

■ Wie bei normalen Milchprodukten sollte man auch bei lactosefreier Ware auf die Deklaration schauen: Wie viel Zucker steckt drin? Ist Aroma zugesetzt? Eine gentechnikfreie Fütterung der Milchkühe ist nur bei Bio-Produkten vorgeschrieben, hier können Sie also sicher sein, dass keine Gen-Technik zum Einsatz kam.
■ Ob man wirklich teurere lactosefreie Produkte braucht, klärt alleine ein Test beim Arzt, zum Beispiel bei einem Internisten oder Gastroenterologen. In aller Regel zahlt das auch die Krankenkasse.
■ Wer beim Familienfest oder bei der Verabredung im Eiscafé auf Produkte mit herkömmlicher Milch nicht verzichten kann: Vor dem Verzehr eine Lactasekapsel schlucken, die es in Apotheken und Drogeriemärkten gibt. Dabei handelt es sich um diätetische Lebensmittel, von denen keine Nebenwirkungen ausgehen.