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TEST LUFTBEFEUCHTER: BAKTERIEN IN DER LUFT


ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 17.10.2019

Trockene Luft mindert das Wohlbefinden und begünstigt Krankheiten. Luftbefeuchter schaffen Abhilfe. Doch manche Geräte blasen Bakterien in den Raum. Oder sie sind wenig effizient. Immerhin: Drei von acht können wir empfehlen.


Herrschen draußen Kälte und Regen, wollen wir uns drinnen besonders wohlfühlen. Was wir dazu brauchen: die richtige Luftfeuchtigkeit. „Circa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit empfinden wir dauerhaft als behaglich“, sagt Dr. Heinz-Jörn Moriske, Hygieneexperte am Fachbereich Umwelt und Gesundheit im Umweltbundesamt.

Liegt die Luftfeuchtigkeit außerhalb dieses Bereichs, kann ...

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Bildquelle: ÖKO-TEST Jahrbuch, Ausgabe 10/2019

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... das auf Dauer unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit beeinträchtigen. Eine Feuchte von weniger als 20 Prozent hingegen begünstigt das Austrocknen unserer Schleimhäute und verbessert Bedingungen für Krankheitserreger. Wir sind dann anfälliger für Infekte.

Gegen zu trockene Luft in Räumen verkauft die Industrie Luftbefeuchter. Aus früheren Tests wissen wir: Einige Geräte schleudern Bakterien in den Raum. Wir wollten wissen, wie es bei aktuellen Modellen aussieht.

Das Ergebnis: Fünf von acht Geräten tragen Bakterien in die Luft ein. Drei Produkte können wir empfehlen.
Zerstäuber versprühen Bakterien. Die acht Luftbefeuchter im Test unterteilen sich in drei verschiedene Funktionsweisen: Verdampfer, Verdunster und Ultraschallzerstäuber. Die Experten des Prüfinstituts analysierten für alle die Keimbelastung in der befeuchteten Luft. Es zeigte sich: Alle fünf Ultraschallzerstäuber bringen auffällig viele Bakterien ein. Die höchsten gemessenen Werte lagen zwischen 400.000 und gut 60 Millionen koloniebildende Einheiten (KBE) pro Stunde. Die normale Bakterienkonzentration in Innenräumen schwankt. Sie liegt bei etwa 100 bis 500 KBE pro Kubikmeter Luft. Die Zerstäuber bringen also jede Menge zusätzliche Bakterien in die Luft.
Risiko minimieren: Ob die von den Ultraschallzerstäubern verbreiteten Bakterien der menschlichen Gesundheit schaden, lässt sich nicht sicher sagen. Die Bakterien stammen aus dem Leitungswasser. Wenn es in den Behältern der Befeuchter länger steht, vermehren sie sich rasch. „Gelangen Makromoleküle von abgestorbenen Bakterien über die Raumluft in die Atemwege, können sie möglicherweise allergisierend wirken“, sagt Professor Andreas Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene der Universitätsmedizin Rostock. Er betont aber gleichzeitig: „Die wissenschaftliche Datenlage zu gesundheitlichen Folgen durch Keimbelastung in privaten Innenräumen ist unzureichend.“ ÖKO-TEST rät, auf Nummer sicher zu gehen, und auf Ultraschallzerstäuber zu verzichten. Eine positive Nachricht brachte die mikrobiologische Prüfung immerhin auch: Wenn Sie die Geräte richtig reinigen, sind Schimmelpilze kein Problem.

Foto: Yury Stroykin/Shutterstock

ÖKO-TEST RÄT

► Ist im Winter die geheizte Raumluft zu trocken, raten wir dazu, geeignete Wasserbehälter an der Heizung anzubringen und diese regelmäßig zu reinigen. Liegt die relative Feuchte länger unter 30 Prozent, können die „sehr guten“ Verdunster oder der „gute“ Verdampfer helfen. Auch diese regelmäßig reinigen und das Wasser mindestens einmal pro Tag wechseln. Von Ultraschallzerstäubern raten wir ab.
► Achtung: Dauerhaft mehr als 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit begünstigt Schimmel.

Drei empfehlenswerte Befeuchter. Der „gute“ Verdampfer Solis Aroma Steamer Typ 7215 kann zwar etwa dreimal so viel Wasser pro Stunde abgeben wie die beiden „sehr guten“ Verdunster Philips Luftbefeuchter Series 2000 HU4811 und Stadler Form Oskar Luftbefeuchter, Black. Allerdings braucht er dafür mehr als 20-mal so viel Leistung – das ist wenig effizient.

Luftfeuchtigkeit kontrollieren. Von den Befeuchtern im Test ist nur in den beiden teuersten – Stadler und Rowenta – ein Hygrostat verbaut, mit dem man auch die gewünschte Feuchte regeln kann. Eingebaute Hygrostate sind sinnvoll, denn insbesondere Zerstäuber und Verdampfer können den Raum zu stark mit Wasser anreichern. Bei Verdunstern ist das aufgrund ihrer Funktionsweise unwahrscheinlich. Deshalb kritisieren wir den fehlenden Hygrostat im Philips-Verdunster nicht. Dennoch raten wir auch bei Verdunstern, die Luftfeuchte regelmäßig zu kontrollieren. Anbieter aller Befeuchtertypen geben zwar maximale Raumgrößen an. Diese bieten aber allenfalls einen groben Anhaltspunkt. Wichtiger ist es, die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer im Blick zu haben. Günstige gibt es schon ab weniger als zehn Euro.
Wasser, wo es nicht hingehört: Während der Tests bemerkten die Prüfer auf dem Boden vor den beiden „mangelhaften“ Produkten einen deutlichen Wasserniederschlag. Das sollte besser nicht auf dem eigenen Parkettboden passieren. Außerdem: Einzig beim Solis Aroma Steamer Typ 7215 stimmte die ausgelobte maximal abgegebene Wassermenge mit dem Ergebnis der Laborprüfung überein. Alle anderen deklarierten auf der Verpackung entweder zu viel, zu wenig oder gar nichts.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen. 2) Funktionsprinzip: Ultraschallzerstäuber. Keine Angabe des Herstellers zur maximal abgegebenen Wassermenge (gemessen: 195,6 g/h); auffällige maximale stündliche Bakterienabgabe in die Raumluft; kein eingebauter Hygrostat. Dem Produkt liegt ein Mentholduft-Pad bei, das ÖKO-TEST nicht getestet hat. 3) Funktionsprinzip: Verdunster. Keine Angabe des Herstellers zur maximal abgegebenen Wassermenge (gemessen: 139,4 g/h); fehlende Hinweise zur Entkalkung. Laut Anbieter ist der Filter alle drei Monate auszuwechseln. Er kostet laut Anbieter-Homepage 9,99 Euro. 4) Funktionsprinzip: Verdunster. Angabe des Herstellers zur maximal abgegebenen Wassermenge (370 g/h) weicht mehr als 15 Prozent von der im Labor gemessenen Menge ab (124,3 g/h); fehlende Hinweise zur Entkalkung. Laut Anbieter sind die beiden Filterkassetten alle zwei bis drei Monate auszuwechseln. Sie kosten laut Anbieter-Homepage im Zweierpack 19,90 Euro, im Viererpack 36,20 Euro. Der „Silber Würfel“ zur Abgabe von Silberionen soll laut Anbieter einmal pro Jahr gewechselt werden. Er kostet laut Anbieter-Homepage 19,90 Euro. Laut Anbieter bezieht sich die Angabe der maximal abgegebenen Wassermenge auf einen Raum mit 25 Prozent relativer Luftfeuchte und 25 Grad Celsius. ÖKO-TEST ließ in einem Raum mit 45 +/–2 Prozent relativer Luftfeuchte und 23 +/– 1 Grad Celsius prüfen, wie es die Norm DIN 44973 vorschreibt. 5) Funktionsprinzip: Verdampfer. Leistungsprüfung wenig effizient; kein eingebauter Hygrostat: deutliche Kalkablagerung. 6) Funktionsprinzip: Ultraschallzerstäuber. Angabe des Herstellers zur maximal abgegebenen Wassermenge (187,5 g/h) weicht mehr als 15 Prozent von der im Labor gemessenen Menge ab (148,8 g/h); auffällige maximale stündliche Bakterienabgabe in die Raumluft; kein eingebauter Hygrostat. 7) Funktionsprinzip: Ultraschallzerstäuber. Keine Angabe des Herstellers zur maximal abgegebenen Wassermenge (gemessen: 362,4 g/h); Leistungsprüfung wenig effizient; auffällige maximale stündliche Bakterienabgabe in die Raumluft. 8) Funktionsprinzip: Ultraschallzerstäuber. Angabe des Herstellers zur maximal abgegebenen Wassermenge (400 g/h) weicht mehr als 15 Prozent von der im Labor gemessenen Menge ab (303,4 g/h); auffällige maximale stündliche Bakterienabgabe in die Raumluft; kein eingebauter Hygrostat; verursachte Wasserniederschlag auf dem Boden. 9) Funktionsprinzip: Ultraschallzerstäuber. Angabe des Herstellers zur maximal abgegebenen Wassermenge (280 g/h) weicht mehr als 15 Prozent von der im Labor gemessenen Menge ab (332,3 g/h); auffällige maximale stündliche Bakterienabgabe in die Raumluft; kein eingebauter Hygrostat; verursachte Wasserniederschlag auf dem Boden.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Das Testergebnis Praxisprüfung ergibt sich aus den Minuspunkten für die jeweils vorhandenen Mängel: Zur Abwertung um sieben Minuspunkte führt: eine auffällige maximale stündliche Bakterienabgabe in die Raumluft (alle abgewerteten Produkte erreichten in mindestens einer von zwei Prüfungen mehr als 400.000 Kolonie-bildende Einheiten pro Stunde [KBE/h]). Zur Abwertung um jeweils drei Minuspunkte führen: a) Leistungsprüfung wenig effizient = Befeuchtungsmenge pro Stunde und Watt beträgt weniger als 50 Prozent des effizientesten Geräts im Test (entspricht weniger als 7,0 g/h pro Watt; b) Gerät verursachte im Testbetrieb Wasserniederschlag auf dem Boden. Zur Abwertung um jeweils einen Minuspunkt führen: a) kein eingebauter Hygrostat, wenn die eingesetzte Technik relativ leicht eine zu hohe Luftfeuchte verursachen kann (bei Verdampfern oder Ultraschallzerstäubern); b) deutliche Kalkablagerungen im Gerät; c) fehlende Hinweise zur Entkalkung; d) die Herstellerangabe zur maximal abgegebenen Wassermenge fehlt auf der Verpackung und in der Bedienungsanleitung oder weicht mehr als 15 Prozent von der im Labor gemessenen Menge ab. Die Minuspunkte werden addiert und wie folgt in Noten umgerechnet: 0–2 Minuspunkte = sehr gut; 3–5 Minuspunkte = gut; 6–8 Minuspunkte = befriedigend; 9–11 Minuspunkte = ausreichend; 12–14 Minuspunkte = mangelhaft.

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen.
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Praxisprüfung. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.
Testmethoden, Glossar und Anbieterverzeichnis finden Sie auf oekotest.de → Hefte → ÖKOTEST Jahrbücher. Wählen Sie das vorliegende Jahrbuch aus und scrollen Sie ans Seitenende. Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen 2019. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.