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TEST Luxuscremes: Nix für ungut


ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2009 vom 01.10.2009

Das tut sicherlich so mancher Frau weh: Die meisten superteuren Luxuscremes in unserem Test sind so schlecht, dass die Hersteller Ihr gutes Geld einfach nicht verdienen. Wenn es schon teuer sein muss, dann investieren Sie zum Beispiel in Naturkosmetik, die hat gut abgeschnitten.


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Foto: Ovidiu Lordachi/Fotolia.com

Von Luxuscremes versprechen sich Verbraucherinnen wie Anbieter mehr: die einen mehr Pflege, die anderen mehr Geld. In Sachen Preis ist dieCrème de la Mer aus dem Haus Estée Lauder in unserem Test klarer Spitzenreiter. 50 Milliliter kosten mehr als 200 Euro. Sie ist so etwas wie die Ursuppe ...

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Von Luxuscremes versprechen sich Verbraucherinnen wie Anbieter mehr: die einen mehr Pflege, die anderen mehr Geld. In Sachen Preis ist dieCrème de la Mer aus dem Haus Estée Lauder in unserem Test klarer Spitzenreiter. 50 Milliliter kosten mehr als 200 Euro. Sie ist so etwas wie die Ursuppe aller Luxuscremes. Nicht nur weil sie als eine der ersten einen dreistelligen Betrag kostete, sondern vor allem, weil sie traditionell aufwendig produziert wird – was sich inzwischen viele Hersteller für ihre Luxusprodukte auf die Fahnen schreiben und dies, neben den als hochwirksam gepriesenen Inhaltsstoffen und der kostspieligen Forschung, als Begründung für hohe Preise angeben. Wir haben 20 Luxuscremes eingekauft und ins Labor geschickt.

Das Testergebnis

■ Mehr als die Hälfte der Marken bekommt ein „ungenügend“. Überzeugen konnten nur die beiden zertifizierten Naturkosmetikcremes sowie das Produkt von Börlind.

■ In acht Cremes hat das Labor sogenannte polyzyklische Moschus- Verbindungen gefunden. Das sind künstliche Duftstoffe, die sich im menschlichen Fettgewebe und sogar in der Muttermilch anreichern. Mit den Stoffströmen gelangen sie ins Abwasser, in die Weltmeere - und letztlich auch in unsere Nahrungskette.

■ Für so teure Cremes sollten die F erstel- ler hochwertige Rohstoffe verwenden. Im Falle der Fette geht der Trend jedoch leider zu Paraffinen/Erdölprodukten/Silikonen. Natürliche Öle und Fette integrieren sich besser in die F aut.

■ In derMulti-Actiue Day Cream Protection Plus von Clarins steckt Triclosan. Dieser Stoff steht in Verdacht, Bakterien resistent gegen Antibiotika zu machen. Daher ist auch das Bundesinstitut für Risikobewertung gegen den Einsatz von Triclosan in Kosmetika: „Triclosan sollte nur in Kliniken und Arztpraxen eingesetzt werden“, so BfR-Präsident Professor F ensel.

■ Eine Rechtsvorschrift, die das Größenverhältnis zwischen Umverpackung und Tiegel klar regelt, gibt es bei Kosmetika nicht. Das Eichgesetz schreibt zwar vor, dass Verpackungen so gestaltet sein müssen, dass sie keine größere Füllmenge vortäuschen, als in ihnen enthalten ist (§ 7, Abs. 2) - aber mit ein paar Tricks können F ersteller diese Regelung leicht umgehen. Das dickste Ding in unserem Test lieferte dieRetinology Total Age Solution Cream von Lancaster: Der Umkarton war um stattliche 25 Mal größer als der Tiegelinhalt.

Unsere Empfehlungen

■ Bei diesen horrenden Preisen darf man sich wirklich überlegen, ob man das viele Geld nicht besser in ein Naturkosmetikpro- dukt investiert.

■ Die meisten teuren Cremes werden mit Kosmetikspatel angeboten. Der soll die Creme vor Mikroben und Bakterien schützen - den Spatel zu verwenden, macht also Sinn.

■ Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung beachten. Falls Konsistenz und Geruch sich verändern, die Creme sicherheitshalber wegwerfen.

Anmerkungen: 1) Umkarton, der kein Glas schützt. 2) PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 3) Paraffine/Erdölprodukte/ Silikone. 4) PEG/PEG-Derivate. 5) Bedenkliche UV-Filter. 6) polyzyklische Moschus-Verbindungen. 7) Parfümfrei. 8) Hydroxycitronellal. 9) Lyral. 10) Andere halogenorganische Verbindungen als Triclosan. 11) Triclosan. 12) Formaldehyd/-abspalter. 13) Laut Anbieter sollen künftig Produkte ohne halogenorganische Verbindungen ausgeliefert werden.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur Abwertung um jeweils vier Noten führen: a) Formaldehyd/-abspalter; b) Triclosan. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) weitere halogenorganische Verbindungen außer Triclosan; b) PEG/PEG-Derivate; c) bedenkliche UV-Filter (Ethylhexyl Methoxycinnamate, Benzophenone-3); d) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschus-Verbindungen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (Hydroxycitronellal, Lyral, Cinnamylalkohol)); b) mehr als ein Prozent Paraffine/paraffinähnliche Erdölprodukte und/oder apolare Silikonverbindungen. Unter Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe in der Verpackung; b) Umkarton, der kein Glas schützt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Ein Testergebnis „Weitere Mängel“, das „befriedigend“ oder schlechter ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Testmethoden: Formaldehyd/-abspalter (falls nicht deklariert): saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol, Bestimmung mittels Fotometrie. Halogenorganische Verbindungen (falls nicht deklariert): a) Wasserdampfdestillation; Binden der organischen Halogene an Aktivkohle. Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom. Microcoulometrische Bestimmung des Halogengehaltes. b) Reinigung der Proben mit Kieselgel. Extraktion mit Essigester. Verbrennung des Extraktes im Sauerstoffstrom. Microcoulometrische Bestimmung des Halogengehaltes. Moschus-Verbindungen/Duftstoffe, die Allergien auslösen können: Extraktion mit TBME, GC-MS. Paraffine/Erdölprodukte/apolare Silikonverbindungen: Laut Deklaration und/oder HPLC/RI. PVC/ PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Erstveröffentlichung: ÖKO-TEST-Magazin 5/2009. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.