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TEST Marke gegen Drogerieartikel: Günstig schlägt teuer


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2014 vom 28.03.2014

Wir lassen Markenprodukte gegen die Eigenmarken der Drogerieketten antreten. Der Test zeigt: Gute Kosmetik gibt es auch für wenig Geld. Doch wie gelingt das den Eigenmarken?


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Foto[M]: lcs813/iStock/Thinkstock; ÖKO-TEST

Die Inhaltsstofflisten fest im Blick: Was steckt drin im Produkt?


Foto: Berc/iStock/©Thinkstock


Blaue Dose mit Geschichte: Nivea ist in Deutschland beliebt


Generationen von Deutschen wurden mit der blauen Dose groß. Schon seit 1911 gibt es die Nivea-Creme, seit 1925 steckt sie in der runden, blauen Verpackung. Beiersdorf nutzt dieses bekannte Bild auch für die anderen Nivea-Produkte und hat die ...

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... Verpackungen Anfang 2013 konsequent mit einem blauen Kreis als Logo versehen, das an die Dose erinnert. Und das Unternehmen zeigt sich mit der Wirkung zufrieden: Die neuen blau-weißen Bodyprodukte würden nun mit rund drei Sekunden Suchzeit im Regal um 20 Prozent schneller gefunden als zuvor. Doch werden sie dann auch schnell gekauft? Darauf hofft das Unternehmen natürlich.

Tatsächlich ist Nivea laut einer Umfrage die beliebteste Marke in Deutschland. Doch die preisgünstigere Konkurrenz Balea landet im Bereich Pflege und Kosmetik – wenngleich mit einigem Abstand – auf Platz zwei. Das ist besonders erstaunlich, da es sich um eine Eigenmarke von Dm handelt, dem Platzhirsch der Drogeriemärkte. Auch bei der Drogeriekette Rossmann schwärmt man: „Jedes dritte verkaufte Produkt ist heute eine Eigenmarke“, so Stephan-Thomas Klose, Pressesprecher von Rossmann.

Das zeigt: Die Eigenmarken sind eine Erfolgsgeschichte und machen großen und kleinen Markenunternehmen zu schaffen. Dm hat nach eigenen Angaben 24 Eigenmarken mit rund 3.000 Produkten, Rossmann 36 mit 4.200 Produkten im Angebot. Der ersichtliche Vorteil für die Kunden im Laden: Sie sparen Geld. Laut Rossmann und Dm sind ihre Eigenmarken 30 Prozent günstiger als die Marken.

Warum ist das so? Das liegt zum einen daran – darauf verweisen die Drogerieketten gerne –, dass bei der Vermarktung von Eigenmarken an Werbekampagnen gespart wird. Die großen Markenunternehmen lassen sich diese so einiges kosten, denn gut gemachte Kampagnen bleiben den Zuschauern in Erinnerung und helfen dem Image einer Marke.

Für L’Oréal halten beispielsweise die Hollywoodpromis Ryan Reynolds, Jennifer Lopez und Eva Longoria ihr Gesicht in die Kamera. Für Werbung in klassischen Medien soll L’Oréal alleine in Deutschland von Januar bis November 2013 339 Millionen Euro ausgegeben haben. So hat es laut Medienberichten Nielsen ermittelt. L’Oréal liegt demnach auf Platz 3 bei den Werbeausgaben. Platz 1 nimmt Procter & Gamble ein.

Die Drogeriemarktketten werben selbst natürlich auch für sich, aber günstiger mit Anzeigen und Beilagen. Rossmann hingegen hat dieses Jahr auch damit angefangen, in der Bild-Zeitung zu inserieren, besonders für die Eigenmarken. Der Handel mache zudem – so sagen Marktteilnehmer – teilweise einen guten Ertrag durch Marken. Das ermögliche bei den Eigenmar ken eine Mischkalkulation, die Drogeriemärkte könnten hier also enger kalkulieren.

Zudem nehmen sie durch ihre vielen Filialen eine große Menge ab. Das verleiht Macht bei den Preisverhandlungen mit den Produzenten der Eigenmarken, den sogenannten Lohnherstellern. Diese nutzen wiederum solche großen Aufträge, um ihre Anlagen auszulasten. Manche Markenhersteller produzieren aus diesem Grund parallel die Eigenmarken für die Drogeriemärkte. Die Großaufträge erlauben es den Lohnherstellern zudem, Rohstoffe in großen Mengen zu kaufen. Wer aber was für wen produziert, das weiß der Kunde bei Dm und Rossmann meist nicht. Hier steht entweder auf der Verpackung „Hergestellt für …“ oder nur der Name der Drogeriemarktkette. Einzig der Drogeriemakrt Müller nennt den Hersteller direkt auf der Packung.

Die Marke zieht Kunden ins Geschäft – doch entscheiden sie sich dann auch für diese? Die Eigenmarken punkten beim Preis.


Foto: Tyler Olson/Shutterstock


Die Eigenmarken sind 30 Prozent günstiger als die Marken


Und sonst gibt es keinen Unterschied? Doch. Ein Argument, dass die Markenhersteller gerne bringen: Sie stecken Geld in neue Produkte, sie forschen und entwickeln. Wenn sich ein Produkt auf dem Markt bewährt hat, folgen die Eigenmarken, dann wird das Produkt „nachgebaut“. „Die Eigenmarken sind in der Regel Reaktionen auf Markenentwicklungen“, erklärt Konstantin Bark vom Unternehmen Unilever, das unter anderem Dove herstellt. Der Konzernriese hat 2013 nach eigenen Angaben weltweit rund eine Milliarde Euro in die Forschung gesteckt, erscheint aber auch in den Top 10 der höchsten Werbeausgaben in Deutschland.

An der Preisschraube weiterdrehen können Hersteller bei den Rohstoffen. „Die Basisformulierung ist im Großen und Ganzen das Gleiche, die Frage aber ist, wie viel gebe ich von den einzelnen Wirkstoffen in das Produkt?“, erklärt Bark. „Ob man einen Rohstoff in hohen oder geringen Mengen einsetzt, das macht einen großen Unterschied beim Preis“, sagt auch Gudrun Leibbrand vom Familienunternehmen Speick. Wie viel drin steckt und in welcher Qualität, das ist für den Kunden oft schwer zu erkennen. Erste Hinweise gibt hier die Liste der Inhaltsstoffe (siehe Kasten Seite 111).

Und wie sieht es bei den Schadstoffen aus? Die Drogeriemärkte machen den Lohnherstellern hier klare Vorgaben „Wir legen tatsächlich die Kriterien von ÖKO-TEST und Stiftung Warentest zu Grunde“, heißt es bei Rossmann. Und Emil-Kiessling, einer der Lohnhersteller beispielsweise für Müller, wirbt auf der Internetseite: Wir entwickeln „ÖKO-TEST- und Stiftung-Warentest-gerechte Rezepturen und sichern Ihnen somit Bestnoten für Ihre Kosmetikprodukte in Verbrauchertests“. Können die Eigenmarken dieses Versprechen halten? Und wer schneidet besser ab? Wir haben Marken- und Drogerieartikel in 20 verschiedenen Produktgruppen-Duellen gegeneinander antreten und insgesamt 77 Produkte untersuchen lassen.

Das Testergebnis

■Eigenmarken besser. Die Eigenmarken der Drogeriemarktketten schneiden glänzend ab. Wir haben nur zwei Ausrutscher: Jeweils ein Produkt von Dm und Müller ist „befriedigend“, alle anderen sind besser. Einige Markenprodukte halten mit. Doch insgesamt acht Marken kassieren ein „ausreichend“ oder schlechter. Für die Statistikliebhaber in Zahlen ausgedrückt: Jedes zweite Produkt bei den Eigenmarken ist „sehr gut“, bei den Marken nur jedes fünfte. Beim Preis haben wir beim Einkauf mit dem Griff zur Eigenmarke im Schnitt mehr als 50 Prozent gespart.
■And the winner is …: die Naturkosmetik. Alle zertifizierten Markenprodukte der Naturkosmetikhersteller sind – genau wie die zertifizierten Drogerieartikel – „sehr gut“.
■Schaumschläger. Häufigster Kritikpunkt bei den konventionellen Kosmetikartikeln: PEG/PEG-Derivate. Die Hersteller setzen sie als Tenside zum Schäumen ein und um die Bestandteile gleichmäßig zu mischen. Das Problem: Sie können die Haut durchlässiger machen für körperfremde Stoffe.
■Das war wohl nichts. Fünf Produkte sind „ungenügend“: Colgate Zahncreme, Tabac Original After Shave Lotion, Gilette Rasierschaum, L’Oréal Styling Gel und Dove Body Lotion. In Aftershave, Haargel und Rasierschaum steckt unter anderem ein künstlicher Moschusduft, diese Verbindungen können sich im Fettgewebe anreichern. Außerdem fand das Labor im Aftershave und im Schaum Diethylphthalat (DEP). Die Kosmetikindustrie vergällt damit Alkohol und stabilisiert Parfüm. Phthalate stehen jedoch im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen.

So reagierten die Hersteller

■Rossmann will in der betroffenen Handcreme und der Bodylotion in Zukunft keine Parabene mehr einsetzen.
■W elico, ein Lohnhersteller von Müller, hat angekündigt, dass man bei Neuauflagen der Produkte auf das Kontaktallergen Methylisothiazolinon verzichtet. Das betrifft in unserem Test das Haargel.

ÖKO-TEST rät

In Sachen schadstofffreie Inhaltsstoffe haben die Eigenmarken die Nase vorn. Der Griff zur Eigenmarke beschert meist ein gutes Produkt.
B ei Kinderprodukten für den empfindlichen Windelbereich sind Artikel ohne Parfüm empfehlenswert.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Unsere Einkäufer haben 20 bekannte Markenprodukte und dazu die Pendants der Drogeriemarken von Dm, Rossmann und Müller eingekauft. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es bei den Drogeriemarken jeweils ein passendes Produkt. Insgesamt sind es 77 Artikel, darunter zwölf zertifizierte Naturkosmetika.

Die Inhaltsstoffe

Ist die Marke wirklich besser als das Drogerieprodukt? Das wollten wir wissen und haben die 77 Produkte umfangreich prüfen lassen. Wer setzt kritische Konservierungsmittel und Tenside ein? Wer verwendet bedenkliche Parabene? Diese stehen unter Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Und duften in der Parfümierung Substanzen, die Allergien auslösen können?

Die Weiteren Mängel

Zusätzlich haben wir die Verpackungen untersuchen lassen. Kommen hier umweltschädliche Materialien wie PVC zum Einsatz? Verpacken die Hersteller das Produkt mit einem überflüssigen Umkarton?

Die Bewertung

Für Schadstoffe gibt es Punktabzug. Ob und wie stark wir abwerten, hängt auch vom Produkt selbst ab. Wir unterscheiden zum Beispiel, ob es abwaschbar ist, wie ein Shampoo, oder ob es auf der Haut bleibt, wie eine Körperlotion. Hier bewerten wir etwa, ob sie Paraffine enthält.

Foto: ÖKO-TEST

Wir sind genau: Bleiben sie auf der Haut oder sind sie zum Abspülen? Das macht teilweise einen Unterschied bei der Bewertung.

Die inneren Werte

Wie viel von einem Rohstoff im Produkt steckt und in welcher Qualität – das ist für den Kunden schwer zu erkennen. Die Inhaltsstoffliste liest sich leider oft wie Fachchinesisch. Auch wenn man wahrscheinlich nicht alle Angaben versteht, erste Hinweise kann die Liste doch geben. Anhand der Reihenfolge, in der die Stoffe genannt werden, lässt sich grob einschätzen, wie viel eines Stoffes enthalten ist: je weiter vorne, desto mehr steckt drin. Im Test haben wir auch vier Hirschtalgcremes ins Duell geschickt. Die Zutat ist namensgebend, für den Kunden somit ein wichtiges Kriterium. Bei der Marke Scholl steht es an dritter Stelle – genau wie bei Balea. Bei Müller und Rossmann ist es erst an achter Stelle gelistet. Bei den getesteten Massageölen steht das namensgebende Arnikaextrakt bei Weleda an vierter Stelle, bei Dm an zehnter. Hersteller können auch an der Qualität der Rohstoffe sparen, indem sie auf Rohstoffe aus kontrolliertem biologischen Anbau verzichten oder indem sie ein günstigeres Öl nehmen, etwa aus der zweiten statt aus der ersten Pressung. Die Wahl des Öls hängt zum einen vom Produkt selbst ab, ob es etwa schnell einziehen soll, es ist aber auch ein Kostenpunkt. Günstiger sind Oliven- und Sojaöl. Besonders teuer sind Argan- oder Rosenöl.

Foto: ÖKO-TEST

Test Marke gegen Drogerieartikel: Allzweckcremes

Zufall, dass die Cremes der Eigenmarken von Dm und Müller ebenfalls in blau-weiß gestaltet sind? Bei den Inhaltstoff en kann die beliebteste Marke Deutschlands nicht mit den Eigenmarken der Drogeriehersteller mithalten. Der Grund: Sie enthält einen hohen Anteil an Paraffi nen sowie zwei Duftstoff e, die Allergien auslösen können.

Shampoos

Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Markenprodukt und der günstigen Konkurrenz: Im Labor schneiden die Shampoos mit Kräuterextrakten ähnlich gut ab. In allen stecken PEG/PEG-Derivate.

Flüssigseifen

Gut 25 Jahre lang erklärte Tante Tilly in der Werbung, dass Palmolive die Hände pfl egt. Auch die Flüssigseife soll pfl egen – kann aber wegen des künstlichen Moschusduftes und des PEG-Derivates nicht punkten. PEG-Derivate stecken auch in den Eigenmarken.

Körperöle

Weleda hat einen eigenen Pfl anzengarten, dessen „Früchte“ stecken auch in den Weleda-Produkten. Im Labor überzeugen alle vier Bio-Öle.

Körperlotionen

„Keine Models, aber straff e Kurven“ – mit echten Frauen in der Werbung statt Magermodels machte Unilever 2004 groß auf sich aufmerksam und verhalf damit seiner Marke Dove zu neuem Glanz. Wenig glanzvoll sind jedoch die Testergebnisse: Die Körperlotion enthält Paraffi ne, bedenkliche Parabene, ein PEG-Derivat und den Duftstoff Lyral, der Allergie auslösen kann. Sehr viel besser schneiden hier die Eigenmarken ab. Nur bei der Körperlotion von Rossmann haben wir ebenfalls bedenkliche Parabene zu kritisieren. Diese stehen im Verdacht wie ein Hormon zu wirken.

Wundschutzcremes

Mit Penaten wachsen Kinder schon seit 100 Jahren auf, inzwischen gehört das Unternehmen zum großen amerikanischen Konzern Johnson & Johnson. Punktabzug gibt es von uns für die enthaltenen Paraffi ne und für das Parfüm, das unserer Meinung nach nichts im Windelbereich der Kinder zu suchen hat. Genauso wenig wie das Kontaktallergen Methylisothiazolinon in der Wundschutzcreme von Müller. Bei Rossmann kritisieren wir ebenfalls das Parfüm.

Duschgele

Zahncremes

Colgate verkaufte als erstes Zahnpasta in der Tube, im Duell mit den Eigenmarken ist die Colgate-Zahncreme jedoch letzter. In ihr steckt das kritische Triclosan, um Bakterien zu bekämpfen. Die halologenorganische Verbindung steht unter Verdacht, die Resistenz von Antibiotika zu fördern. Außerdem enthält die Zahnpasta das agressive Schäumungsmittel Natriumlaurylsulfat. Bei Dontodent sind in der Pasta bedenkliche Parabene als Konservierer eingesetzt.

Lippenpfl egestifte

Labello von Beiersdorf ist, geht man nach dem Absatz, die größte Lippenpfl egemarke Deutschlands – so heißt es auf der Internetseite. Es gibt Labello auch seit mehr als 100 Jahren. Trotz der Erfahrung reicht es nur für ein mittelmäßiges Ergebnis. Der Stift besteht hauptsächlich aus Paraffi nen, die man schon mal von den Lippen abschleckt. Sie können so in den Körper gelangen und sich dort ablagern.

Rasierschaum

„Für das Beste im Mann“ trällert es im Spot, doch anders als in der Werbung zeigt sich der Schaum von Gilette von Procter & Gamble im Test nicht von der besten Seite. Außer den PEG/PEG-Derivaten, die wir auch bei den Eigenmarken kritisieren, stecken im Gilette Rasierschaum noch DEP, ein künstlicher Moschusduft und das agressive Tensid Natriumlaurylsulfat. Das hat für uns in einem Produkt für „empfi ndliche Haut“ nichts zu suchen.

Babybäder

Die Testergebnisse liegen dicht beieinander, ebenso der Preis. Bei Bübchen aus dem Hause Nestlé kritisieren wir, dass das Bad PEG-Derivate enthält, bei der Eigenmarke von Müller das Kontaktallergen Methylisothiazolinon.

Sonnenschutzmittel

70 Jahre Erfahrung beim Sonnenschutz – darauf ist man bei Garnier Ambre Solaire aus dem Hause L’Oréal stolz. Doch das enthaltene PEG-Derivat führt dazu, dass die Eigenmarken vorbeiziehen. Alle Sonnenschutzmittel enthalten einen bedenklichen UV-Filter, der im Verdacht steht, wie ein Hormon zu wirken. Immerhin hat sich Ambre Solaire seit dem vorhergehenden Test verbessert, denn inzwischen verzichtet Garnier unter anderem auf bedenkliche Parabene.

Aftershaves

„Entweder Mann hat Charakter. Oder nicht.“ So bewirbt Mäurer & Wirtz die Tabac-Produkte. Als Werbegesicht hält der ehemalige Formel-1-Fahrer David Coultard her. Wir fi nden das Aftershave aber charakterschwach: Es enthält drei Duftstoff e, die Allergien auslösen können – darunter das besonders allergene Isoeugenol. Zudem DEP, künstlichen Moschusduft sowie ein PEG-Derivat. Stark dagegen ist das Aftershave von Balea – hier gibt’s keine Kritikpunkte.

Nanopartikel in Sonnenmilch

Die vier Sonnenschutzmittel enthalten nicht nur einen chemischen Filter, sondern auch den mineralischen UV-Filter Titaniumdioxid als Nanomaterial. Seit Juli 2013 müssen Kosmetikhersteller kennzeichnen, wenn sie Nanomaterial einsetzen. Darunter fallen laut Verordnung unlösliche Teile in der Größe von 1 bis 100 Nanometern, die absichtlich hergestellt wurden. Über Nanopartikel insgesamt wissen wir noch recht wenig. Über Titaniumdioxid speziell gibt es schon mehr Daten. Demnach können die Partikel über die gesunde Haut nicht in den Körper eindringen. Das wissenschaftliche Beratergremium der EU hat deshalb Titaniumdioxid als UVFilter in einer Konzentration bis 25 Prozent als nicht gefährlich eingestuft, wenn unter anderem die Größe der Partikel zwischen 30 und 100 Nanometern liegt. Diese Einschätzung gilt jedoch nicht für Sprays, denn es gibt Anzeichen für eine krebsauslösende Wirkung, wenn man Titaniumdioxid in Nanogröße einatmet. Richtig beurteilen wird man die Langzeitwirkung erst in einigen Jahren können. Wir beobachten die wissenschaftliche Diskussion genau. Vorerst werten wir Titaniumdioxid in Nanogröße nicht ab, wenn es als UV-Filter in Sonnenmilch eingesetzt wird. Denn es ist wichtig, sich angesichts der Gefahr von Hautkrebs zu schützen. Und die mineralischen Filter sind unserer Einschätzung nach besser als chemische Filter, die unter Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Wichtig ist es, die Milch nicht auf off ene Stellen wie Kratzer zu schmieren.

Foto: ÖKO-TEST

Gesichtscremes

Schöne Aussichten: An den Bio-Tagescremes gibt es in Sachen Inhaltsstoff e rein gar nichts auszusetzen. Im Markenprodukt von Logona, einem der ersten Naturkosmetikhersteller, ist der zweitgrößte Bestandteil nach Wasser Mandelöl. Bei den Eigenmarken steht das günstigere Sojaöl an zweiter Stelle.

Seife

Seifenoper deluxe: Lux von Unilever erreicht als einziges konventionelles Markenprodukt im Test ein „sehr gut“. Ein elegantes Unentschieden zwischen Marke und Eigenmarke.

Haargel

Das französische Unternehmen L’Oréal ist einer der Big-Player in der Kosmetikbranche. Im Test wird es jedoch abgehängt. Denn im Styling-Gel stecken die halogenorganische Verbindung Chlorphenesin, künstlicher Moschusduft und ein PEG-Derivat. Letzteres ist auch im Dm- und Müller-Produkt zu fi nden. Bei Müller wies das Labor außerdem noch das Kontaktallergen Methylisothiazolinon nach. Am besten schneidet Rossmann ab.

Fußpflegecremes

Wanderer schwören auf diese Creme, um die wunden Füße zu pflegen. Dafür kommt – wie es der Name schon sagt – Hirschtalg zum Einsatz. Die Marke Scholl hält im Vergleich fast mit, nur die Paraffine stören. Natürliche Öle und Fette passen einfach besser zur Haut.

Badezusätze

Schon in der Nachkriegszeit wurde das Schaumbad Badedas in Baden entwickelt – nach mehrfachen Verkäufen ist es inzwischen im Hause Unilever angekommen. Die Badezusätze schneiden gleich gut ab, einen Punkt Abzug gibt es bei allen für die enthaltenen PEG/PEG-Derivate.

Medizinische Waschlotionen

Original und Konkurrenten liegen gleich auf, bei allen gibt es Abzug für PEG/PEG-Derivate. Nur Dm bricht nach unten aus: Hier steckt der agressive Schaumschläger Natriumlaurylsulfat drin, obwohl das Produkt für empfi ndliche Haut ausgelobt ist.

Handcremes

Kamill ist laut Verpackung die meistverkaufte Handpfl egemarke. Auf den Händen landen jedoch auch Duftstoff e, die Allergien auslösen können, sowie bedenkliche Parabene. Letztere stecken auch in der Eigenmarke von Rossmann.

Glossar: Erläuterung zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 172. Anmerkungen: 1) ÖKO-TEST kritisiert, dass die Zahncreme keinen Hinweis hat, dass sie für Kinder unter 6 Jahren ungeeignet ist. Kinderzahnpasta hat höchstens einen Fluoridgehalt von 1.000 mg/kg. Colgate enthält wie die anderen Erwachsenenzahncremes im Test auch 1.450 mg/kg. Der Gehalt ist somit für Kinder jünger als 6 Jahre zu hoch. 2) Laut Anbieter wurden die Verpackung und die Rezeptur geändert. Seit Januar werde nur noch das veränderte Produkt ausgeliefert. 3) Laut Anbieter wurde die Rezeptur geändert und die Handcreme seit Anfang 2014 ohne Parabene verkauft. 4) Laut Anbieter wird die Rezeptur geändert und das Produkt im Laufe des Jahres 2014 in veränderter Form verkauft. 5) Laut Anbieter wird das Verpackungsdesign geändert und das Produkt im Laufe des Jahres 2014 in veränderter Form verkauft. 6) Laut Hersteller enthält die Rezeptur inzwischen kein Methylisothiazolinon mehr. 7) Laut Anbieter ist das Produkt voraussichtlich ab Juni 2014 ohne Parabene und mit veränderter Produktbezeichnung im Verkauf. 8) Weiterer Mangel: überflüssiger Umkarton, der kein Glas schützt. Legende: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: die halogenorganische Verbindung Triclosan. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) halogenorganische Verbindungen (hier: Chlorphenesin); b) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschusverbindungen (künstlicher Moschusduft) c) Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Isoeugenol; bei Produkten, die auf der Haut bleiben: mehr als 10 mg/kg; bei Produkten, die abspülbar sind: mehr als 100 mg/kg), d) PEG/PEG-Derivate in Produkten, die auf der Haut bleiben; e) Paraffine in Lippenpflegestiften; f) Natriumlaurylsulfat in Zahncreme. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PEG/PEG-Derivate in Produkten, die abspülbar sind; b) bedenkliche Parabene (hier Propyl-, Butyl und Isobutylparaben); c) der bedenkliche UV-Filter Octrocrylene; d) mehr als 10 mg/kg, aber weniger als 1.000 mg/kg Diethylphthalat (DEP); e) Parfüm in Wundschutzcremes für Kinder; f) Methylisothiazolinon in einer Wundschutzcreme für Kinder; g) mehr als 15 mg/kg Methylisothiazolinon in Produkten, die abzuspülen sind (auch Haargel); h) Natriumlaurylsulfat in Produkten, die für empfi ndliche Haut ausgelobt sind; i) Paraffi ne/apolare Silikonverbindungen/Erdölprodukte in Produkten, die auf der Haut bleiben; j) Duftstoff e, die Allergien auslösen können (hier: Lyral, Hydroxycitronellal, Cinnamyl Alcohol; bei Produkten, die auf der Haut bleiben: mehr als 10 mg/kg; bei Produkten, die abspülbar sind: mehr als 100 mg/kg), wenn nicht schon andere Duftstoff e abgewertet wurden. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: Umkarton, der kein Glas schützt (Ausnahme Seife). Das Gesamturteil beruht auf dem Test der Inhaltsstoff e. Aus rechtlichen Gründen weisen wir daraufhin, dass wir die (vom Hersteller versprochene) Wirkung der Produkte nicht überprüft haben. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Testmethode und Anbieterverzeichnis fi nden Sie unter www.oekotest.de  Suchen  „M1404“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: Dezember 2013 / Januar 2014. Lux von Unilever schon veröffentlicht im November 2013.
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