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TEST Mineralwasser: An der Quelle


ÖKO-TEST Spezial Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 5/2014 vom 02.05.2014

Mineralwässer enthalten immer noch Abbauprodukte von Pestiziden. In einigen Marken steckt zudem zu viel problematisches Uran oder Bor. Die meisten Wässer können wir aber empfehlen.


Artikelbild für den Artikel "TEST Mineralwasser: An der Quelle" aus der Ausgabe 5/2014 von ÖKO-TEST Spezial Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Liv Friis-Larsen/iStock/Thinkstock

Im Sommer 2013 entschied der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg: Das Gebot „ursprüngliche Reinheit“ der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung fordert keine „absolute Abwesenheit von Schadstoffen“. Abbauprodukte von Pestiziden über dem Orientierungswert verletzten das Reinheitsgebot nicht, solange die Gesundheit nicht gefährdet sei.

Damit unterlag das Land Baden-Württemberg, das fünf ...

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... Mineralquellen die Zulassung verweigern wollte, weil da rin sogenannte Pestizidmetaboliten nachgewiesen worden waren. Die belasteten Quellen bleiben nach dem Richterspruch also offen.

In unserem Test von 71 Wässern zeigen wir Ihnen, welche Hersteller Wasser abfüllen, dass Pestizidmetaboliten enthält, und welche den Begriff der ursprünglichen Reinheit unserer Meinung nach wirklich verdienen:

Das Testergebnis

■ Die Mehrheit der Mineralwässer schneidet mit einem „sehr gut“ und „gut“ ab. Allerdings mussten wir auch siebenmal „mangelhafte“ und „ungenügende“ Urteile vergeben. Der wichtigste Abwertungsgrund: Pestizidmetabolite über dem Orien tierungswert. Zu weiteren Abzügen führten unter anderem erhöhte Mengen an Uran, Bor und Barium.
■ In einer Reihe von Wässern stecken Pestizidmetabolite. In drei Produkten überschreiten die Gehalte sogar den Orientierungswert. Die anderen Mengen liegen darunter, deuten aber ebenfalls auf Verunreinigungen hin, die aus unserer Sicht vermieden werden sollten. Eine Gefährdung für den Menschen kann aber aus-geschlossen werden, da die Gehalte weit unter den gesundheitlichen Richtwerten liegen, die das Umweltbundes amt für nichtrelevante Metabolite in Trinkwasser aufgestellt hat.
■ Einige Produkte sind mit Uran belastet. Uran kann Nieren und Leber schädigen, wenn es über einen längeren Zeitraum aufgenommen wird. Da für Mineralwasser kein Grenzwert existiert, orientieren wir uns an dem niedrigen Vorsorgewert für Mineralwasser, das für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist. Am meisten Uran fand das beauftragte Labor im Waldecker Medium.
■ Bor – der Problemstoff ist fortpflanzungsschädlich – fand sich in erhöhten Mengen im Merkur Medium, im Sinziger Medium und im Markgrafen Mineralwasser Medium. Einen Grenzwert für Bor in Mineralwasser gibt es allerdings nicht.
■ In der Nürburg Quelle Medium steckt mehr als die Hälfte der für Mineralwasser zulässigen Höchstmenge an Barium. Bevölkerungsstudien haben gezeigt, dass Wasser mit hohen Bariumgehalten zu Bluthochdruck führen kann.
■ Einweg dominiert in unserem Test, dazu tragen besonders die Discounter und Supermärkte mit den Billigwässern bei. Klassische Mineralbrunnen füllen hingegen vorrangig in Mehrweg- oder PET-Cycle-Flaschen ab. PET-Cycle ist dabei aus ökologischer Sicht nur wenig besser als Einweg – auch wenn ein Teil des Materials durch die Rückgabe im Kasten für neue Flaschen genutzt wird.

Fett gedruckt sind Mängel.
Anbieterverzeichnis: siehe Seite 142.
Glossar: siehe Seite 144.
Anmerkungen: 1) Das Produkt weist laut Laboranalyse einen Nickelgehalt von über 10 bis 20 μg/l auf, was unter Umständen für Menschen mit einer Nickelallergie von Bedeutung sein kann. 2) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 3) Wird auch in Mehrwegflaschen angeboten. 4) Wird auch in PET-Cycle-Flaschen angeboten. 5) Laut Anbieter liegt der Recyclingsanteil aller Saskia-Mineralwasserflaschen bei mindestens 50 Prozent, wodurch das CO2-Äquivalent um ca. 40 Prozent reduziert werden konnte. 6) Wird auch in PET-Einweg-Flaschen angeboten. 7) Laut Anbietergutachten wurde der Metabolit Metolachlor NOA 413173 in Werten unterhalb des Orientierungswerts nachgewiesen, während das von uns beauftragte Labor einen Gehalt über 0,05 μg/l fand. Zu dem zweiten über dem Orientierungswert nachgewiesenen Metaboliten machte der Anbieter keine Angaben. 8) Laut Anbieter wird das Produkt zum überwiegenden Anteil in Glasmehrwegflaschen abgefüllt. 9) Laut Anbietergutachten waren in chargengleichen Produkten keine Pestizidmetabolite nachweisbar. 10) Uran leicht erhöht. 11) Uran erhöht. 12) Pestizidmetabolite nachgewiesen. 13) Pestizidmetabolite über dem Orientierungswert. 14) Uran deutlich erhöht. 15) Bor. 16) Barium. 17) PET-Einweg. 18) PET-Cycle. 19) Deklarationmangel: fragwürdige Auslobung „reich an Silizium“. 20) Deklarationmangel: zu wenig Magnesium für Auslobung „viel Magnesium“. 21) Deklarationmangel: zu wenig Hydrogencarbonat für Auslobung „Hydrogencarbonat-Wasser“. 22) Deklarationmangel: als „nitratfrei“ ausgelobt, aber Nitrat enthalten.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: ein Gehalt an einem oder mehreren Pestizidmetaboliten über dem in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift für die Anerkennung und Nutzungsgenehmigung von natürlichem Mineralwasser geregelten Orientierungswert von 0,05 μg/l. Zur Abwertung um drei Noten führt: ein Urangehalt über 6 bis 8 μg/l („Uran deutlich erhöht“). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) der Nachweis eines oder mehrerer Pestizidmetaboliten unter 0,05 μg/l; b) ein Urangehalt über 4 bis 6 μg/l („Uran erhöht“); c) ein Borgehalt über 500 bis 1.000 μg/l; d) ein Bariumgehalt über 500 bis 1.000 μg/l. Zur Abwertung um eine Note führt: ein Urangehalt über 2 bis 4 μg/l („Uran leicht erhöht“).
Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) die Abfüllung in PET-Einweg- oder PET-Cycle-Flaschen; b) Deklarationsmängel, wenn Auslobungen zu Mineralstoffen nicht mit den Gehalten im Produkt übereinstimmen, bezogen auf Vorgaben der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung sowie auf eine Stellungnahme des Arbeitskreises Lebensmittelchemischer Sachverständiger (ALS) von 2010 zu Angaben wie „magnesiumhaltig“ und „magnesiumreich“; c) die Auslobung „nitratfrei“, wenn Nitrat im Produkt nachweisbar ist; d) die fragwürdige Auslobung des Ultraspurenelements Silizium. Zur Abwertung um eine Note führen: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.
Testmethoden: siehe www.oekotest.de → Suchen → „T1405“ eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 7/2013. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

ÖKO-TEST rät

■ Mineralwasser kann die Aufnahme von Mineralien aus Lebensmitteln bei Bedarf sinnvoll ergänzen. Hinweise auf besonders hohe Gehalte finden Sie auf dem Etikett – entweder in Form von Auslobungen, auf die allerdings nicht immer Verlass ist, oder in der aufgedruckten Analyse. Was bei einem Vergleich auffällt: Die preisgünstigen Wässer enthalten oft nicht allzu viele Mineralien.
■ Ökologisch am verträglichsten sind Mineralwässer in der Mehrwegflasche und von einem regionalen Anbieter. Eine große Auswahl an Mehrweg bieten meist Getränkeabholmärkte.