Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

TEST MITTEL GEGEN FUSSPILZ: LÄUFT BEI DIR?


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 24.05.2018

Juckreiz, gerötete Haut, Schuppen: Fußpilz ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Die Therapie kann dauern. Welche Cremes helfen, zeigt unser Test.


Artikelbild für den Artikel "TEST MITTEL GEGEN FUSSPILZ: LÄUFT BEI DIR?" aus der Ausgabe 6/2018 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Ralu Cohn/Shutterstock

ÖKO-TEST RÄT

Rote Stellen und Juckreiz zwischen den Zehen weisen auf Fußpilz hin. 14 „sehr gut“ getestete Cremes eignen sich für die Behandlung in Eigenregie. Je früher Sie beginnen, desto aussichtsreicher.
► Gehen Sie zum Hautarzt, wenn sich trotz Fußpilzcreme nach zwei Wochen keinerlei Besserung zeigt.
► Tragen Sie in Bädern und Saunen Badeschlappen. Trocknen Sie Füße und Zehenzwischenräume gründlich ab.

Der Sommer bringt ...

Weiterlesen
Artikel 1,00€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 6/2018 von LESERFRAGEN: GEFRAGT, GESAGT, GETAN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LESERFRAGEN: GEFRAGT, GESAGT, GETAN
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von WAS UNSERE TESTS BEWIRKT HABEN: NACHWIRKUNGEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WAS UNSERE TESTS BEWIRKT HABEN: NACHWIRKUNGEN
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von DIE NEUE WOHNUNGSNOT: UND WIE TEUER WOHNST DU?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DIE NEUE WOHNUNGSNOT: UND WIE TEUER WOHNST DU?
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von KURZ UND GUT: ZAHL DES MONATS: 100 Milliarden. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KURZ UND GUT: ZAHL DES MONATS: 100 Milliarden
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von TEST DISCOUNTER VERSUS MARKE: KEINE EINSAME SPITZE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST DISCOUNTER VERSUS MARKE: KEINE EINSAME SPITZE
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von ÖKOLOGIE UND NACHHALTIGKEIT: ALLES ÖKO, ODER WAS?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ÖKOLOGIE UND NACHHALTIGKEIT: ALLES ÖKO, ODER WAS?
Vorheriger Artikel
DIE MENTALITÄT DES SCHNÄPPCHENJÄGERS: SCHÖN B…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel KURZ UND GUT: ZAHL DES MONATS: 1,33 Millionen
aus dieser Ausgabe

... Licht an die Füße. Zur Bade- und Sandalenzeit sollen sie schön und gepflegt sein. Doch leider haben in der hellen Jahreshälfte auch Haut- und Nagelpilze Hochsaison. Allen voran: unappetitlicher Fußpilz.

Die Erkrankung beginnt meist zwischen den Zehen. Je nach Schwere breitet sie sich dann über den ganzen Fuß aus. Fußpilz ist zwar ansteckend und unangenehm, aber meist mit rezeptfreien Cremes in den Griff zu bekommen.


Schätzungen zufolge erkranken bis zu zehn Prozent der Bevölkerung einmal im Leben an Fußpilz.


Die erkrankte Haut ist zunächst gerötet und juckt. Später entwickelt sie schmerzhafte Risse, wird an einigen Stellen weiß, nässt, schuppt und quillt auf. Rötungen und Bläschen weiten sich aus, die Fußsohlen werden trocken und dick. Zusätzlicher Bakterienbefall sorgt für Geruch. Fußpilz zählt laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft hierzulande zu den häufigsten Hautkrankheiten. Nach Schätzungen trifft es jeden Zehnten einmal im Leben; Männer häufiger als Frauen. Typisch ist eine Infektion mit Fadenpilzen. In seltenen Fällen können sich auch Hefe- oder Schimmelpilze auf den Füßen ansiedeln.

Ansteckungsgefahr besteht überall dort, wo Menschen viel barfuß laufen: im Schwimmbad, in der Sauna, in Fitnessstudioumkleiden, auf Hotelteppichböden und natürlich zu Hause. Pilzsporen können auf Hautschuppen sehr lange überleben. In durch Wasser oder Schweiß aufgeweichte Füße dringen sie besonders leicht. Auch gemeinsam genutzte Handtücher und Waschlappen gelten als Übertragungsweg. Fußfehlstellungen, Diabetes und Durchblutungsstörungen begünstigen eine Infektion ebenfalls.

Damit die Füße verschont bleiben, lässt sich neben dem regelmäßigen Waschen einiges tun: Im Schwimmbad schützt nicht nur das Tragen von Badeschlappen, sondern auch das gründliche Abtrocknen der Füße und Zehenzwischenräume. Waschgänge bei 60 Grad Celsius töten Pilzkeime in Handtüchern, Socken, Sport- und Badeklamotten weitgehend ab. Desinfektionsduschen in Bädern gelten hingegen als wirkungslos.

ÖKO-TEST

„Kohlenwasserstoffe aus Erdöl sind häufig Grundstoffe für medizinische Cremes und Salben. Doch viele Hersteller zeigen inzwischen: Es geht auch anders.“

Kai Thomas, ÖKO-TEST-Redakteur, wechselt regelmäßig seine Laufschuhe.


Foto: Anja Wägele

Füße an die Luft: Wer barfuß in der Natur unter wegs ist, stärkt die Füße auch gegen Fußpilz.


Foto: TommL/getty images

Pilze gedeihen im Feuchtwarmen besonders gut. Auch Schuhe, Socken und deren Pflege sind daher entscheidend. Straßenschuhe sollten atmungsaktiv und nicht zu eng sein, um Schweißbildung zu minimieren. Es empfiehlt sich, sie regelmäßig auszulüften und zu trocknen. Schuhspanner mit Holzanteil nehmen gut Feuchtigkeit auf. Socken aus Naturfasern wählen. Häufiges Barfußlaufen beugt freilich ebenso vor – jedoch nur auf sauberen Böden und in der Natur.

Von selbst heilt Fußpilz nicht. Für eine Behandlung in Eigenregie gibt es in der Apotheke rezeptfreie Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffen. Wir haben Wirksamkeit und Inhalt von 19 solcher Cremes und Salben überprüfen lassen.

DAS TESTERGEBNIS

… verspricht Linderung. Mit 14 Cremes und Salben können Sie dem Pilz getrost zu Leibe rücken. Wir empfehlen sie mit „sehr gut“. Vier der Medikamente bewerten wir mit „gut“. Eins kommt immerhin noch mit „befriedigend“ davon.
Rundumschlag: Wirkstoffe aus der Gruppe der Azole besitzen ein breites Wirkspektrum gegen gängige Faden-, Hefe- und Schimmelpilze, die die Haut befallen können. Zu den Azolen zählen Clotrimazol, Bifonazol, Miconazol, Ketoconazol und Sertaconazol. Diese Wirkstoffe finden sich in 14 der getesteten Cremes. Sie gelten dem Forschungsstand zufolge allesamt als sehr effektiv bei Fußpilz: „Wendet man sie als Creme direkt auf betroffenen Hautstellen an, unterscheiden sich Azole kaum in ihrer Heilungsqualität“, erklärt unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz von der Universität Frankfurt. Nebenwirkungen der Stoffe seien sehr selten.
Volle Breitseite: Cremes und Salben mit Terbinafin und Ciclopirox sind ebenfalls sehr gut wirksam gegen ein breites Spektrum an Hautpilzen. Sie helfen zudem gegen bakterielle Erreger: „Terbinafin zeigt sich in Studien gegen bestimmte Fußpilztypen sogar noch etwas effektiver als die Azole, unterliegt ihnen aber bei Hefepilzen“, erläutert Schubert-Zsilavecz. Terbinafin und Ciclopirox besitzen wie die Azole über die Haut angewendet so gut wie keine Nebenwirkungen.
Eingeschränkte Hilfe: Der Wirkstoff Nystatin in der Mykundex Heilsalbe wirkt nur effektiv gegen Hefepilze, nicht aber gegen die fußpilztypischen Fadenpilze. Auch dieser Wirkstoff gilt als ungefährlich und gut verträglich.


Richtig angewendet können Cremes mitAzolen, Terbinafin oder Ciciopirox gegen ein breites Spektrum an Hautpilzen wirken.


Fehlanzeige: Fußpilz kann sehr hartnäckig sein. Heilt er während der Selbstbehandlung nach wenigen Wochen nicht ab, sollten Betroffene einen Arzt aufzusuchen. Er kann klären, ob es sich tatsächlich um eine Pilzerkrankung handelt und eine weitere Ausbreitung verhindern. Im Beipackzettel derMykosert Creme fehlt ein entsprechender Hinweis.
Mineralölrückstände: In acht Fußpilzmitteln stecken laut Deklaration aus Erdöl hergestellte Grundstoffe. In all diesen Produkten hat das beauftragte Labor gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) nachgewiesen, zum Teil mehr als 60 Prozent. Betroffen sind Produkte der Anbieter 1A Pharma, Almirall Hermal, Dr. Pfleger, Engelhard Arzneimittel, Hexal, Infectopharm, KSK-Pharma sowie Riemser Arzneimittel. Gelangen MOSH in den Körper, reichern sie sich im menschlichen Fettgewebe und der Leber an; in Tierversuchen haben sie zu Organschäden geführt.
Noch bedenklicher sind die Nachweise von aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) in drei Cremes. Unter den MOAH können sich Stoffe befinden, die schon in kleinsten Mengen als krebserregend gelten. In derMiconazol KSK Creme und derMykundex Heilsalbe wiesen die Experten erhöhte, in derInfecto Soor Zinksalbe sogar stark erhöhte Mengen nach.
Allergierisiko: Auf der Bifon Creme ist das antibakteriell wirkende Chlorhexidindigluconat deklariert. Diese Verbindung zählt zu den halogenorganischen Substanzen. Chlorhexidinverbindungen sind zwar als antiseptische Wirkstoffe in der Medizin verbreitet oder werden als Konservierungsmittel eingesetzt, können aber Allergien auslösen.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: MOSH = mineral oil saturated hydrocarbons (gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe); MOAH = mineral oil aromatic hydrocarbons (aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe).
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 144.
Anmerkungen: 1) Deklarationsmangel: fehlender Hinweis auf Arztbesuch bei anhaltenden Beschwerden.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel führt zur Abwertung um eine Note: Deklarationsmangel: fehlender Hinweis auf Arztbesuch bei anhaltenden Beschwerden. Unter dem Testergebnis Hilfsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: ein Gehaltan aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) von mehr als 1 Prozent (in der Tabelle: „stark erhöht“). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein Gehalt an aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) von mehr als 0,1 bis 1 Prozent (in derTabelle: „erhöht“); b) die halogenorganische Verbindung Chlorhexidindigluconat. Zur Abwertung um eine Note führt: ein Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH) von mehr als 1 Prozent, wenn nicht bereits wegen stark erhöhter MOAH-Gehalte um vier Noten abgewertet wurde. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel. Ein Testergebnis Hilfsstoffe, das „gut“ ist, führt zu keiner Verschlechterung des

Gesamturteils. Ein Testergebnis Hilfsstoffe, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Hilfsstoffe, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.
Die Preisberechnung basiert auf dem kleinsten Produktangebot.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sieunteroekotest.de → Suchen → „M1806“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: Februar 2018.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronischen Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

SO HABEN WIR GETESTET

Der Einkauf
Wir haben 19 rezeptfreie Cremes und Salben gegen Pilz infektionen der Haut eingekauft. Unter ihnen finden sich auch die derzeit bundesweiten Apothekenbestseller. Die Preise für 20 Gramm reichen von 2,90 bis 15,73 Euro.

Die Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel
Wie gut helfen die verschiedenen Wirkstoffe in den Präparaten gegen Fußpilz? Wie steht es um Risiken und Nebenwirkungen? Diese Fragen hat Professor Manfred Schubert-Zsilavecz mit seinem Team vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt am Main für uns beantwortet. Neben der Forschungslage begutachtete der Arzneimittelexperte auch die Beipackzettel.

Hightech-Spurensuche: Mit Flüssig-Gaschromatografie checkt ein Labor die Cremes auf Mineralölbestandteile.


Foto: Labor

Die Hilfsstoffe
Einige problematische Substanzen lassen sich bereits anhand der Deklaration im Beipackzettel identifizieren, so etwa Verbindungen wie Chlorhexidindigluconat. Aromatische Mineralölrückstände (MOAH) oder Formaldehyd/-abspalter entlarvt aber erst eine chemische Analyse im Labor.

Die Bewertung
Die Wirksamkeit der Cremes und Salben ist maßgeblich für unsere Bewertung. Sie gilt für das Gros der Arzneien im Test als wissenschaftlich belegt. Minuspunkte gibt es im Bereich der Hilfsstoffe für Mineralölbestandteile sowie das halogenorganische Konservierungsmittel Chlorhexidin.