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TEST Multivitaminpräparate für Kinder: Pille Palle


ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern - epaper ⋅ Ausgabe 13/2008 vom 08.12.2008

Für Kinder nur das Beste: Damit die Kleinen gut gedeihen, auch wenn sie nicht nur von Obst und Gemüse leben, liegt die Versuchung nah, mit Vitaminen nachzuhelfen. Doch was können diese Präparate und wo ist Vorsicht angebracht? Wir können nur vier halbwegs empfehlen.


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Foto: Banana Stock

Viele Eltern kennen das: Mit Obst und Gemüse tun sich die lieben Kleinen schwer. Da wird gemault und gemäkelt, wenn Grünzeug auf den Tisch kommt oder zum Nachtisch ein Obstsalat im Angebot ist – ganz nach dem Motto: bloß nichts Frisches essen. Dann schon eher die heiß geliebten Nudeln oder Pommes, zu denen man – wenn man ...

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Viele Eltern kennen das: Mit Obst und Gemüse tun sich die lieben Kleinen schwer. Da wird gemault und gemäkelt, wenn Grünzeug auf den Tisch kommt oder zum Nachtisch ein Obstsalat im Angebot ist – ganz nach dem Motto: bloß nichts Frisches essen. Dann schon eher die heiß geliebten Nudeln oder Pommes, zu denen man – wenn man Glück hat – einen Klecks Ketchup loswird.

Dass Eltern angesichts einer einseitigen Ernährung ihrer Sprösslinge nervös werden, ist verständlich. Abhilfe versprechen Nährstoffpräparate, die speziell für Kinder entwickelt wurden. Laut DONALD-Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung konsumierten in den Jahren 1986 bis 2003 bereits rund 7,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland Vitaminpillen – entweder in Kombination mit Mineralstoffen oder als Solovitaminpräparate. In der Regel sei dies überflüssig, resümieren die Wissenschaftler. Denn die Ernährung würde völlig ausreichen, um den Nährstoffbedarf des Nachwuchses zu decken. Allerdings haben sie hier nicht nur die herkömmlichen Lebensmittel berücksichtigt, die die Kinder im Test aßen, sondern auch deren Verzehr an angereicherten Kinderprodukten wie Joghurt, Kakaogetränken oder Frühstückspopps. Wie oft diese gegessen werden, geht aus der Untersuchung allerdings nicht hervor.

Sinnvoll seien lediglich Vitamin-D-Gaben, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Davon würden alle Altersgruppen profitieren. Andere Nährstoffe – etwa Vitamin A und Folsäure, in einzelnen Altersgruppen auch Vitamin C und E – lagen hingegen über den Empfehlungen.

ÖKO-TEST hat trotz des zweifelhaften Nutzens zwölf Multivitaminpräparate verschiedener Anbieter ins Labor geschickt und begutachten lassen. Dabei haben wir unter anderem geprüft, ob die Zusammensetzung der Mittel den vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlenen Höchstmengen an Vitaminen und – sofern enthalten – Mineralstoffen entsprechen.

Das Testergebnis

• Kein Testprodukt schneidet mit „sehr gut“ ab, vier sind immerhin „gut“. Fast die Hälfte fällt mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch.
• Besonders kritisch sind die fettlöslichen Vitamine wie Vitamin A, da sie sich im Körper anreichern können. Die beidenSanostol- Produkte, dieCentrum von A bis Zink Junior, Capletten und dieDavitamon Junior Kautabletten enthalten jedoch mehr Vitamin A, als das BfR in Nahrungsergänzungsmitteln für Kinder von vier bis zehn Jahren maximal empfiehlt. ImSalusino Multi-Mineral-Multi-Vitamin-Trank für Kinder steckt das in isolierter Form kritische Betacarotin (Provitamin A).
• Bei drei Produkten sind die Vitamine B6 und/oder Niacin überdosiert. Weil diese Vitamine aber wasserlöslich sind und ein Zuviel ausgeschieden wird, gibt es hier nur einen Punkt Abzug.
• Sechs Präparate enthalten entweder Zink, Eisen, Kupfer und/oder Mangan, in denCentrum von A bis Zink Junior, Capletten stecken sogar alle vier Mineralstoffe. Eisen, Kupfer und Mangan sollten laut BfR gar nicht in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sein, Zink nicht in Präparaten für Kinder unter 18 Jahren. Bei zu viel Eisen und Mangan besteht schnell ein gesundheitliches Risiko.
• Drei Produkte enthalten Magnesium, die Hersteller verzichten jedoch auf den vom BfR geforderten Warnhinweis, dass magnesiumhaltige Produkte nicht für Kinder unter vier Jahren geeignet sind.
• Immerhin tragen mittlerweile alle Nahrungsergänzungsmittel den (gesetzlich geforderten) Hinweis, dass diese Mittel nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden sollten. Auf vier Produkten stehen jedoch Hinweise auf Erkältungskrankheiten oder es wird mit einer Stärkung der Abwehrkräfte geworben, was wir mit zwei Minuspunkten quittieren.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: siehe Seite 128.
Anmerkungen: 1) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 2) Ab sechs Jahren. 3) Diätetisches Lebensmittel, jedoch nicht zur Verwendung für besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diät). Wir bewerten es daher wie ein Nahrungsergänzungsmittel. 4) Zitronensäure. 5) Zucker.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Abwertungen Maßgebliche Inhaltsstoffe: Zur Abwertung um jeweils zwei Stufen führen: a) bis zu 2 mg Betacarotin als Vitaminzusatz pro höchste empfohlene Tagesdosis; b) mehr als 200 μg Vitamin A pro höchste empfohlene Tagesdosis (200 μg Vitamin A pro Tagesdosis ist die BfR-Höchstmengenempfehlung für Nahrungsergänzungsmittel für die Altersgruppe 4–10 Jahre); c) Eisen; d) Zink; e) Kupfer; f) Mangan; g) Formulierungen auf der Verpackung oder dem Beipackzettel, die sich auf die Abwehrkräfte, das Immunsystem und/oder Erkältungen beziehen. Zur Abwertung um jeweils eine Stufe führen: a) mehr als 17 mg Niacin pro höchste empfohlene Tagesdosis; b) mehr als 1,15 mg Vitamin B6 pro höchste empfohlene Tagesdosis (1,15 mg Vitamin B6 pro Tagesdosis ist die BfR-Höchstmengenempfehlung für Nahrungsergänzungsmittel für die Altersgruppe 4–6 Jahre); c) weniger als 120 mg Calcium pro höchste empfohlene Tagesdosis (entspricht weniger als 15 Prozent der in der Nährwertkennzeichnungsverordnung genannten empfohlenen Tagesdosis); d) weniger als 45 mg Magnesium pro höchste empfohlene Tagesdosis (entspricht weniger als 15 Prozent der in der Nährwertkennzeichnungsverordnung genannten empfohlenen Tagesdosis); e) ein fehlender Warnhinweis bei magnesiumhaltigen Produkten, dass diese nicht für Kinder unter vier Jahren geeignet sind. Abwertungen Weitere Inhaltsstoffe: Zur Abwertung um jeweils eine Stufe führen: a) Zucker; b) Zitronensäure. Unter Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Stufe: PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. Die Testergebnisse Maßgebliche Inhaltsstoffe, Weitere Inhaltsstoffe und Weitere Mängel werden zunächst getrennt bewertet. Das Gesamturteil beruht auf den Testergebnissen Maßgebliche Inhaltsstoffe und Weitere Inhaltsstoffe. Das Gesamturteil kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe um eine Stufe.
Testmethoden: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Beilsteinprobe.
Erstveröffentlichung: ÖKO-TEST Ratgeber Essen, Trinken & Genießen 8:2008. Aktualisierungen der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Anbieterverzeichnis: siehe Seite 129.

Unsere Empfehlungen

• Kinder brauchen keine Vitaminpräparate. Normale Lebensmittel – und insbesondere Obst und Gemüse – liefern alles, was die Kleinen brauchen. Wenn Ihr Kind absolut kein Gemüse mag: Bieten Sie reichlich Kartoffeln und Obst an. Damit lässt sich der Bedarf an den meisten Vitaminen auch decken, sagt das Forschungsinstitut für Kinderernährung.
• Wenn Sie glauben, dass Ihr Kind unter einem Vitaminmangel leidet, gehen Sie mit ihm zum Kinderarzt. Er wird ein genau dosiertes Präparat verschreiben, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt.
• Bei Säuglingen ist die Gabe von Vitamin D zur Rachitisprophylaxe sinnvoll.