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TEST Nachtcremes: Schön im Schlaf ?


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 17.11.2022

RATGEBER

1 Sieben Nachtcremes haben makellose Rezepturen und verzichten auf überzogene Wirkversprechen. Das finden wir „sehr gut“.

2 Für eine vermeintliche Anti-Aging-Creme höhere Preise zu zahlen, lohnt sich nicht. Die Zeit zurückdrehen kann auch die teuerste Nachtpflege nicht.

3 Reinigen Sie die Gesichtshaut gründlich, bevor Sie die Nachtcreme auftragen. So verstopft nichts die Poren und die Haut kann sich über Nacht regenerieren.

E rholsamerSchlaf sorgt für einen frischen Teint am Morgen – so viel zur einfachen Theorie. Aber wer hat den schon? Der natürlichen Regenerationskraft des Körpers trauen viele spätestens im fortgeschritteneren Alter nicht mehr und suchen Unterstützung in Form von Nachtcremes. 15 der 36 Produkte im Test werben dafür recht bescheiden mit einer reichhaltigen Pflege oder verbesserter Feuchtigkeit. 21 Nachtcremes wiederum sollen mit einer vermeintlichen Anti-Aging-Wirkung ...

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... nicht weniger als die Zeichen der Zeit verschwinden lassen. Was es damit auf sich hat, wollten wir natürlich genau wissen. Darüber hinaus haben wir auch die Inhaltsstoffe und die Verpackungen der Cremes gewohnt kritisch geprüft.

Verursacht Sorgenfalten

Die vier Schlusslichter im Test verursachen mit einem Gesamturteil „ungenügend“ eher Sorgenfalten als einen strahlenden Teint. Am schlechtesten schneidet die Olay Regenerist Retinol 24 Nachtpflege von Procter & Gamble ab, die als einzige Nachtcreme im Test kein Parfüm enthält – und somit keine problematischen Duftstoffe. Das war’s aber auch schon mit den guten Nachrichten.

Darüber hinaus finden sich in der Rezeptur fast alle Problemstoffe, die wir in einem Kosmetikprodukt nicht sehen wollen: etwa das Konservierungsmittel DMDM Hydantoin, das Formaldehyd abspaltet, was die Laboranalyse eindrucksvoll bestätigt hat. Formaldehyd kann schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen, über die Atemluft aufgenommen gilt es sogar als krebserre-gend. Außerdem enthält die Creme die halogenorganische Verbindung Iodopropynyl Butylcarbamat, PEG/PEG-Derivate, Silikone und Butylhydroxytoluol (BHT), das im Verdacht steht, wie ein Umwelthormon zu wirken und in Tierversuchen Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion gezeigt hat. Die zahlreichen Weiteren Mängel runden die schlechte Bewertung ab. Für die knapp 28 Euro, die 50 Milliliter dieser Creme kosten, bekommen Sie sage und schreibe vierzehn Packungen der günstigsten Nachtcremes mit „sehr guten“ Inhaltsstoffen im Test.

„Bis zu 40 Euro für eine Creme ausgeben, die auch nur Feuchtigkeit spendet? Kann man machen, muss man aber nicht. Es gibt deutlich günstigere Alternativen.“

Bianca Puff stellv. Leiterin Testressort

Auch nicht viel besser

Die L’Oreal Revitalift Filler Anti-Age Pflege Nacht und die Neutrogena Hydro Boost Nacht Creme enthalten zwar etwas weniger problematische Inhaltsstoffe als das Olay-Produkt, den Todesstoß geben ihnen aber die vielen Weiteren Mängel. In der Hormocenta Anti-Age Nachtcreme hat das Labor aromatische Mineralölbestandteile (MOAH) nachgewiesen, unter denen krebserregende Verbindungen sein können. Würde der Hersteller auf mineralölbasierte Fette in der Rezeptur verzichten, könnte er das Risiko deutlich minimieren.

Faltenfrei über Nacht?

„Anti-Aging“ und eine angeblich wissenschaftlich bestätigte Wirkung gegen Falten sind beliebte Claims, auf deren Grundlage die Kosmetikhersteller teils horrende Preise für ihre Produkte abrufen. Gerechtfertigt wäre das aus unserer Sicht höchstens, wenn die Cremes tatsächlich einen Mehrwert gegenüber einer herkömmlichen Feuchtigkeitspflege bieten würden.

Das Problem: Zwar haben die Hersteller, die uns produktbezogene Studien zur Verfügung stellten, ihre Cremes prüfen lassen, aber nur im Vergleich zu einem unbehandelten Hautareal. Dass sich dabei ein Effekt erkennen lässt – geschenkt. Doch der lässt sich schon auf die feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften der Creme zurückführen, die eine im Zweifelsfall deutlich günstigere Basispflege ebenfalls mitbringt. Einen Vorteil gegenüber einer solchen konnte uns kein Hersteller überzeugend belegen. Wir honorieren zumindest, wenn uns die Hersteller Einsicht in ihre Studien gewähren. Geben sie uns hingegen keinerlei Möglichkeit, die den Wirkversprechen zugrundeliegenden Daten zu prüfen, ziehen wir für diese Intransparenz den Verbraucherinnen gegenüber vier Noten unter den Weiteren Mängeln ab. Das Produkt kann dann höchstens „befriedigend“ abschneiden.

Wir haben getestet

TIPPS

So strahlt die Haut von innen

Viel Wasser trinken ist das A und O für eine gesunde Haut. Eine gute Flüssigkeitsversorgung des Körpers verbessert die Durchblutung und polstert so ganz natürlich auch die „Problemzonen“ im Gesicht auf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen, eineinhalb Liter Wasser am Tag zu trinken.

Genug schlafen hilft der Haut bei der Regeneration, klar. Eltern kleiner Kinder wird dieser Tipp vermutlich buchstäblich nur ein müdes Lächeln entlocken, doch allen anderen sei gesagt: Für sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht wird Ihnen nicht nur Ihre Haut danken.

Ohne Alkohol und Zigaretten strahlt auch die Haut deutlich mehr. Alkohol entzieht dem Körper Feuchtigkeit, das macht sich schnell auf der Haut bemerkbar. Starken Rauchern wird nicht umsonst eine fahle Haut nachgesagt.

Grimassen schneiden klingt lustig und hat sicher auch einen positiven Effekt auf die Laune. Zudem straffen regelmäßige Gesichtsübungen die Konturen und verbessern die Durchblutung.

So haben wir getestet

Wir haben 36 Nachtcremes eingekauft, bei 16 davon handelt es sich um zertifizierte Naturkosmetik. Im Einkaufskorb landeten Produkte aus Drogerien, (Bio-)Supermärkten, Apotheken oder Discountern. Die Preise für 50 Milliliter der Cremes liegen zwischen 1,95 Euro und knapp 40 Euro. Anhand der Deklaration haben wir überprüft, ob die Cremes umstrittene Inhaltsstoffe wie PEG/PEG-Derivate, bedenkliche UV-Filter oder umweltbelastendes Flüssigplastik enthalten. Darüber hinaus haben wir alle Produkte in verschiedenen Laboren auf weitere Problemstoffe untersuchen lassen: Sind hautreizende oder allergieauslösende Konservierungsmittel oder Duftstoffe enthalten? Stecken in Cremes mit Erdölderivaten problematische Mineralölbestandteile? Zusätzlich prüften wir, ob die Cremes in einem überflüssigen Pappkarton stecken. Darüber hinaus wollten wir von den Anbietern wissen, ob sie für Plastiktuben und -tiegel recycelten Kunststoff verwenden. Für Cremes, die mit Anti-Aging- beziehungsweise Anti-Falten-Wirkung ausgelobt sind oder die versprechen, Falten und Linien zu reduzieren, haben wir Studien angefordert, die diese Aussagen belegen sollen.