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TEST Naturtofu


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ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 13.10.2022
Artikelbild für den Artikel "TEST Naturtofu" aus der Ausgabe 10/2022 von ÖKO-TEST Jahrbuch. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Wenn es Tofu nicht schon seit 2000 Jahren gäbe, müsste man ihn glatt erfinden. Denn der Bohnenquark hat echte Weltretterqualitäten: Er ist pflanzlich, meist bio und entsteht überwiegend aus Sojabohnen, die ökologisch in Europa angebaut werden und anders als Soja für Tierfutter – ohne Brandrodung von Regenwald und Gentechnik. Zudem ist Tofu gesund, liefert viel pflanzliches Eiweiß, ist reich an Eisen, B-Vitaminen und mehrfach gesättigten Fettsäuren. Selbst der Vorwurf fad zu schmecken, lässt sich mit Marinaden und Gewürzen schnell entkräften. Schließlich kämen Fleischesser auch nicht auf die Idee, ihr Schnitzel ungewürzt zu essen.

Vereinzelt Misstöne

Um herauszufinden, ob wir unser Loblied auf den Bohnenquark auch dann noch singen, wenn wir seine inneren Werte kennen, haben wir 22 Naturtofus in verschiedenen Laboren untersuchen lassen. Fazit: Jubelarie mit vereinzelten Misstönen. 17 Produkte holen ...

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... unsere Bestnote „sehr gut“, vier weitere schneiden mit „gut“ ab, nur ein Tofu ist „befriedigend“.

In erster Linie punkten die Naturtofus mit dem, was sie nicht enthalten: Pestizidrückstände, gentechnisch veränderte Organismen, Schimmelpilzgifte, Mineralölbestandteile und – anders als hoch verarbeitete Fleischersatzprodukte – Zusatzstoffe und Aromen.

Tofu als Aluminiumquelle

Allerdings steckt im Mein Veggie Tag Veganer Bio Tofu Natur aus unserer Sicht zu viel Aluminium. Das Metall kommt natürlicherweise in Böden vor. Einige Pflanzen, darunter Soja, nehmen vergleichsweise viel davon auf. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme von einem Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht vor. Diesen Wert hätte eine 60 Kilo schwere Person, die täglich 200 Gramm Tofu isst, mit dem Aldi-Produkt zu mehr als der Hälfte ausgeschöpft. Wir werten das um zwei Noten ab. Zumal Menschen auch über andere Lebensmittel oder Kosmetika Aluminium aufnehmen. Aluminium gilt als neurotoxisch und kann die Entwicklung von Kindern im Mutterleib beeinträchtigen.

ÖKO TEST

RATGEBER

► Tofu ist reich an hochwertigem Eiweiß, Eisen, gesunden Fettsäuren, ist cholesterin- und glutenfrei sowie relativ kalorienarm. Worauf warten? Wir können fast alle Produkte empfehlen.

► Richtig zubereitet wird Tofu zum Aromapaket. Vor dem Marinieren möglichst viel Wasser herauspressen, damit die Gewürze besser einziehen.

► In Wasser gelegt und luftdicht verpackt bleibt angebrochener Tofu im Kühlschrank mehrere Tage frisch. Tofu lässt sich auch problemlos bis zu sechs Monate einfrieren.

Etwas versalzen

Im Bioasia Organic Tofu bemängeln wir einen aus unserer Sicht erhöhten Salzgehalt. Wir orientieren uns dabei am Höchstwert für Tofu, den die britische Salzreduktionsstrategie vorsieht. Da man Naturtofu vor dem Verzehr ohnehin kräftig würzt, kann es leicht zu viel des Guten werden.

Deklarationsmangel

Es ist zwar nur eine Formalie und rechtlich nicht vorgeschrieben, aber wir finden, dass die Hersteller deklarieren sollten, welche Gerinnungsmittel sie zur Herstellung ihres Tofus einsetzen – schon, um Verbraucher umfassend zu informieren. Infrage kommen das Bittersalz Nigari beziehungsweise Magnesiumchlorid, Calciumsulfat oder der Teepilz Kombucha. Sie trennen das Eiweiß der Sojamilch von der Molke, der entstehende Bruch wird anschließend zu Blöcken gepresst. Ihre Dosierung und Konzentration beeinflusst auch die Konsistenz und den Geschmack des Tofus. Drei Anbieter haben die Substanzen nicht deklariert. Anbieter Tofutown begründet das damit, dass die Mittel im Endprodukt keine technologische Wirksamkeit mehr hätten. Dem widerspricht der Arbeitskreis der Lebensmittelchemischen Sachverständigen. Die Experten fordern eine entsprechende Kennzeichnung.

Fett gedruckt sind Mängel.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: eine fehlende Deklaration des Gerinnungsmittels in der Zutatenliste. 2) Laut Anbieter soll das Gerinnungsmittel Kalziumsulfat ab dem vierten Quartal des Jahres 2022 in der Zutatenliste deklariert werden. 3) Laut Anbieter wurde auf der Faltschachtel das Klimaneutral-Logo ergänzt. 4) Laut Anbieter soll das Produkt seit Mitte Juli in einer bedruckten Kartonumverpackung mit einem Sichtfenster im Handel sein.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: Ein gemessener Aluminiumgehalt, der den TWI der EFSA von 1 mg pro kg Körpergewicht um mehr als 50 Prozent ausschöpft. Zur Grundlage der Berechnung wurde ein Erwachsener mit einem Körpergewicht von 60 Kilogramm und eine Portionsgröße von 200 Gramm Tofu herangezogen. Die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge (Tolerable Weekly Intake – TWI) ist die maximale Aufnahmemenge von Stoffen in

Lebensmitteln wie Nährstoffen oder Kontaminanten, die im Laufe eines Lebens wöchentlich verzehrt werden kann, ohne dass daraus eine gesundheitsschädliche Wirkung resultiert (in der Tabelle: „Aluminium erhöht“). Zur Abwertung um eine Note führt: ein deklarierter Salzgehalt von mehr als 0,63 g pro 100 g (in der Tabelle: „Salz erhöht“). Dieser Wert entspricht der festgelegten Obergrenze für Fleischalternativen/Tofu in der Salzreduktionsstrategie des Vereinigten Königreichs. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: die fehlende Deklaration des Gerinnungsmittels in der Zutatenliste. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Testmethoden, Glossar und Anbieterverzeichnis finden Sie unter . Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 08/2022. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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