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TEST Ökostrom-Produkte: Durchblick im Chaos


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ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 05.05.2022

RATGEBER

1 Wer mit einem Ökostrom-Produkt zum zusätzlichen Ausbau der erneuerbaren Energien beitragen möchte, wählt ein „sehr gut“ oder „gut“ bewertetes Produkt.

2 Es gibt noch mehr Möglichkeiten: die Anlage auf dem eigenen Dach, die Beteiligung an einer Genossenschaft oder an Projekten lokaler Energieversorger.

3 Energie sparen, ja bitte -denn der sauberste Strom ist der, der gar nicht erst produziert werden muss.

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Wir bleiben dran – das haben wir am Ende unseres Tests im Jahr 2021 versprochen. Dieses Versprechen halten wir: Wir haben weitere Ökostrom-Produkte unter die Lupe genommen. Doch der Strommarkt im Jahr 2022 ist nicht mehr derselbe. Die Preise sind durch die Decke gegangen, die politische Lage hat sich komplett verändert. Gelinde gesagt: Es herrscht Chaos am Strommarkt und damit auch am speziellen Markt der ÖkostromTarife. Das Chaos beginnt damit, dass man viele Tarife, die jahrelang als ...

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... Topprodukte galten, im Moment gar nicht kaufen kann. Als Datenbasis für diesen Test haben wir eine Tarifübersicht der Get AG vom 02.02.2022 berücksichtigt. Zusätzlich haben wir die populäre Liste EcoTopTen sowie von RobinWood empfohlene Ökostrom-Produkte in unsere Untersuchung aufgenommen. Besser gesagt: Wir wollten sie aufnehmen, konnten es aber nicht bei allen, weil es diese Tarife zum Zeitpunkt unserer Datenerhebung gar nicht mehr oder nicht mehr für Neukunden am Markt gab. Denn etliche Anbieter verkaufen in diesen Zeiten überhaupt keinen Strom an Neukunden. Dazu gehören auch die Pioniere am Ökostrommarkt EWS Schönau und Green Planet Energy (ehemals Greenpeace Energy), ohne die ein Test Ökostrom-Produkte eigentlich kaum denkbar ist. Weil die Preise hoch sind und der Markt Kopf steht, bieten viele Unternehmen zurzeit keine neuen Verträge an. Etliche stellen aus diesem Grund auch keine, oder für diesen Test nicht ausreichende, Informationen auf ihren Webseiten bereit. Damit fehlte für uns die Testgrundlage.

Produkte mit Aufpreis

Zu den empfehlenswerten Produkten, die der Energiewende einen zusätzlichen Schub verleihen, gehören Ökostrom-Produkte mit einem Aufpreis, der – für Kunden auf der Internetseite nachvollziehbar – in den Ausbau Erneuerbarer-Energien-Anlagen gesteckt wird. Die Ökostrom-Produkte von Polarstern, Naturstrom, der Bürgerinitiative Umweltschutz – Ökostrom Pool, der EVH, der WestfalenWIND Strom, der Erlanger Stadtwerke, der Bürgerwerke und der Stadtwerke Münster und Weimar sind jeweils transparente Aufpreislösungen. Beim Produkt der Fair Trade Power Deutschland GmbH kann man sogar die Aufpreishöhe wählen.

Auch nützlich: Post-EEG-Lösungen

Ebenfalls ein Plus für die Energiewende: Wenn Anbieter Post-EEG-Lösungen in ihr Portfolio aufnehmen. Hierbei handelt es sich um Geschäftsmodelle, die Besitzern von Photovoltaik-Anlagen neue Einnahmequellen erschließen, wenn diese nach 20 Jahren aus der Vergütung durch das EEG herausfallen. Dadurch schaffen die Anbieter Möglichkeiten und Anreize, diese Altanlagen weiter in Betrieb zu halten. Von den Anbietern der untersuchten Ökostrom-Produkte konnten einige solche Modelle in unterschiedlicher Ausgestaltung vorweisen. Dies sind Prokon, WestfalenWIND Strom, die Städtischen Werke Kassel und Wemag. Fast alle genannten Anbieter kombinieren dies mit Strom aus Anlagen in der sogenannten „sonstigen Direktvermarktung“, in der auch die Stadtwerke Flensburg tätig sind. Auch sie wird unabhängig von einer Vergütung durch das EEG finanziert. Eine weitere Möglichkeit, den Ausbau der Erneuerbaren zu befördern, bieten PPAs, Stromabnahmeverträge für neu errichtete grüne Kraftwerke. Diese Variante wählen grün.power, LichtBlick und EWE. Das Ökostrom-Produkt Fair der Fair Trade Power Deutschland kombiniert alle genannten Varianten vorbildlich.

„Am Markt herrscht Chaos. Etliche Ökostrom-Pioniere nehmen zurzeit gar keine Neukunden auf.“

Lisa-Marie Karl ÖKO-TEST-Projektmanagerin

DSCHUNGEL INTERNET

Mehr Transparenz, bitte!

Mit Ökostrom Ausbau fördern Anders als zum Beispiel ein gesundes biologisch erzeugtes Lebensmittel ohne Pestizide bietet Ökostrom keinen direkten Produktvorteil für Verbraucher. Wer sich für ein Ökostrom-Produkt entscheidet, möchte damit erneuerbare Energien fördern. Umso wichtiger ist es aus unserer Sicht, dass Anbieter ihren Kunden auf ihren Internetseiten transparent darlegen und belegen, wie der Ausbau mit dem angebotenen Ökostrom-Produkt funktioniert.

Unübersichtlich Viele Internetauftritte sind wenig kundenfreundlich und es fehlt an Transparenz. Teils nennen die Anbieter Zertifizierungen von Stromprodukten, zeigen aber die Zertifikate nicht. Dazu kommen häufig aussagelose Produktbeschreibungen und schwer nachvollziehbare Tarifübersichten.

Label-Dschungel Auch viele neue Label sind aus Verbrauchersicht wenig aussagekräftig. Einige bescheinigen beispielsweise lediglich, dass die bestehenden rechtlichen Regelungen, etwa im Hinblick auf die Entwertung von Herkunftsnachweisen, eingehalten werden. Dass Anbieter Gesetze einhalten ist aus unserer Sicht eine Selbstverständlichkeit.

Das Mittelfeld Lediglich „befriedigend“ vergeben wir für die getesteten Produkte von ProEngeno, Firstcon/Lünestrom, Stadtwerk am See/Bodensee Energie, Hewa und den Stadtwerken Schwentinental. Sie alle besitzen zwar seriöse Zertifikate, diese sind für Verbraucher aber nicht einsehbar. Teilweise sind zudem die Aufpreise auf den Internetseiten intransparent dargestellt. Bei gut einem Dutzend weiterer Tarife finden sich ähnliche Mängel in der Produktpräsentation, aber in gewichtigerem Ausmaß, weswegen wir sie nur noch mit „ausreichend“ benotet haben.

Die Mangelhaften Die Mehrheit der getesteten Ökostrom-Produkte erfüllt nicht die von uns gestellte Anforderung, – für Kunden auf der Webseite nachvollziehbar – dem zusätzlichen Ausbau erneuerbarer Energien zu dienen. Sie bekommen durch Herkunftsnachweise von oft Jahrzehnte alten Anlagen lediglich einen grünen Anstrich.

TEST Wir haben getestet

So haben wir getestet

Für diesen Test haben wir mit dem Institut für ZukunftsEnergie und Stoffstromsysteme (IZES) zusammengearbeitet. Wir haben für unsere Erhebung zum einen Ökostrom-Produkte aus dem Ökostrom Report 2020 von RobinWood und aus der EcoTopTen berücksichtigt. Zudem haben wir ein Datenpaket mit 1.012 Ökostrom-Tarifen von der Get AG bezogen. Wir haben von dieser Liste 66 Produkte mit einbezogen, die in den meisten Gemeinden erhältlich sind. Für unsere Untersuchung blieben dann Produkte unberücksichtigt, die im Erhebungszeitraum nicht an Neukunden vermarktet wurden, bzw. für die es aus diesem Grund keinerlei Infos auf den Webseiten gab. Als die Auswahl stand, haben die Forschenden auf den Internetseiten der Anbieter nach Informationen zu dem Tarif gesucht und die Informationen danach beurteilt, ob das jeweilige Ökostrom-Produkt eine aus den Informationen nachvollziehbare Wirkung auf den Ausbau erneuerbarer Energien über das Erneuerbare-Energien-Gesetz hinaus hat und wodurch diese Wirkung erzielt wird. Sie wollten auch wissen: Sind die Angaben transparent belegt? Durch Label und Zertifizierungen? Lässt sich die Zertifizierung transparent nachvollziehen?

Die Ergebnisse haben wir im Gesamturteil verarbeitet.

Wir haben in der Tabelle auch einen Grundpreis und einen Arbeitspreis angegeben. Für die Preisberechnung auf den jeweiligen Seiten haben wir einen Verbrauch von 3.500 kWh – das entspricht dem Verbrauch eines 3-Personen-Haushalts – zugrunde gelegt. Als Standort für die Preisberechnung auf den jeweiligen Internetseiten haben wir zunächst die Saarbrücker Postleitzahl 66115 eingegeben. War der Tarif hier nicht verfügbar, sind wir auf andere Postleitzahlen ausgewichen.

Der Strommarkt ist derzeit in starker Bewegung. Preise könnten sich deshalb zwischen Erhebungszeitraum der Daten und der Veröffentlichung des Hefts geändert haben. Auch weitere Neukundenstopps und Aussetzen von Tarifen könnten folgen.

Abkürzungen: EEG = Erneuerbare-Energien-Gesetz; EE = erneuerbare Energien; PPA = Power Purchasing Agreement (Stromkauf-bzw. Stromabnahmevereinbarung); Ü20-EEG-Anlagen = Anlagen, die nach 20 Jahren (Ü20) nicht mehr durch das EEG vergütet werden; EEG-Ökostrom = Strom aus EEG-vergüteten EE-Kraftwerken; HKN = Herkunftsnachweise (elektronisches Dokumente, die bescheinigen, wie und wo in Deutschland Strom aus EE produziert wurde); Vor-EEG-Bestandsanlagen = Anlagen, vor allem norwegische Wasserkraftwerke, aber auch Wasserkraftwerke im Alpenraum, die bereits vor dem EEG in Betrieb waren.

Anmerkungen: 1) Das Ökostrom-Produkt wird im westlichen Teil Deutschlands überregional angeboten (Preisberechnung: 54290

Trier). 2) Das Ökostrom-Produkt wird im südlichen Teil Deutschlands überregional angeboten (Preisberechnung: 87629 Füssen). 3) Das Ökostrom-Produkt wird im nördlichen Teil Deutschlands überregional angeboten (Preisberechnung: 23552 Lübeck). 4) Das Ökostrom-Produkt wird im östlichen Teil Deutschlands überregional angeboten (Preisberechnung: 03046 Cottbus. 5) Das Ökostrom-Produkt hat einen variablen Förderbetrag, der in den Ausbau von EE fließt (0,6 Cent/kWh brutto oder 1,79 Cent/kWh brutto). Preisberechnung für einen Förderbeitrag von 0,6 Cent/kWh. Laut Anbieter ist der Preis Anfang März umgestellt worden. (Im Februar seien die Preise hoch gewesen, aber so konnten Kunden aus der Grund-und Ersatzversorgung aufgenommen werden.) 6) Der Anbieter erzielt eine Ausbauwirkung, indem er Strom aus Anlagen der sonstigen Direktvermarktung direkt an Endkunden vermarktet. Die Umsetzung von Ü20-EEG-Tarifen ist in Arbeit. 7) Laut Anbieter wird die Stromzusammensetzung für 2022 auf 45 % Windstrom und 55 % Wasser geändert. Die Kommunikation erfolge bald auf der Webseite und an die Presse. 8) Preisberechnung: 06110 Halle (Saale). 9) Die Kunden können zwischen einer Preisgarantie für ein Jahr oder zwei Jahre wählen. Die Standardeinstellung im Tarifrechner ist zwei Jahre, worauf sich die dargestellten Preise beziehen. 10) Laut Anbieter (Antwort im Zeitraum der Anbieterkommunikation) ist aufgrund der extremen Marktlage das Angebot für Neukunden vorübergehend ausgesetzt worden. 11) Kunden, die den Tarif anfragen, werden zur Webseite von Naturstrom AG weitergeleitet und schließen mit dieser den Vertrag ab. Laut Anbieter wird der Verbrauchspreis zum April auf 42,90 Cent/kWh erhöht. Der Grundpreis bleibe bestehen. 12) Laut Anbieter werde zudem ein ähnliches Ökostrom-Produkt mit dem Namen Herkules Strom angeboten. Dieses sei preislich etwas günstiger, hätte ansonsten die gleichen Eigenschaften. Im Umkreis von 50 km um Kassel werde für einen Aufpreis von 4 Euro monatlich außerdem das Produkt „Kassel Strom plus Regional“ angeboten, welches über regionale Herkunftsnachweise noch grüner sei. 13) Preisberechnung: 99427 Weimar. 14) Laut Anbieter herrscht ein Vertriebsstopp für externe Netzgebiete, daher sei aktuell kein Angebot mehr für die Postleitzahl 23552 möglich. 15) Preisberechnung: 33100 Paderborn. 16) Preisberechnung: 33165 Lichtenau. 17) Leichter Mangel Transparenz: Das Ökostrom-Produkt weist einen Aufpreis auf, aber die Ausbauwirkung (gemäß Kriterium „Neuanlagenförderung") ist intransparent und kann auf der Webseite nicht nachvollzogen werden. Die Verwendung des Aufpreises wurde erst auf Nachfrage erläutert. Zudem ist das TÜV-Nord-Zertifikat und das Ok-Power-Label auf der Webseite nicht verlinkt. Die Preise wurden berechnet für 91052 Erlangen. Laut Anbieter wird das Produkt ab dem 15. März 2022 nur für Bestandskunden gelten. Für Neukunden gäbe es ab diesem Zeitpunkt ein Produkt mit marktnäheren Preisen (aber gleichen Zertifizierungskriterien). Im Anschluss sei eine Erweiterung des PLZ-Bereichs geplant. Der Internetauftritt werde noch optimiert und die Verlinkung der Zertifikate nachgeholt. 18) Leichter Mangel Transparenz: Der Strom stammt u.a. aus Anlagen, die mittels eines PPA neu gebaut wurden. Dies ist auf der Webseite nicht leicht nachvollziehbar für Kunden dargestellt. 19) Leichter Mangel Transparenz: Der Strom stammt aus Anlagen, die mittels eines PPA neu gebaut wurden. Dies ist auf der Webseite nicht leicht nachvollziehbar für Kunden dargestellt. Laut Anbieter wird aktuell der neue Strommix über alle Produkte und Vertriebskanäle umgesetzt. Der Mix bestehe zu 100 % aus Wind-und Solarstrom aus Deutschland – basierend auf PPAs, die entweder ein Anschlussförderung sichern oder förderberechtigte Anlagen jenseits des EEG finanzieren. Die neue Produktkonfiguration werde im April ausgerollt. 20) Leichter Mangel Transparenz: Für das Ökostrom-Produkt liegt ein Grüner-Strom-Label vor, welches einen Aufpreis impliziert. Dessen Verwendung wird jedoch selbst auf Nachfrage nicht erläutert. Zudem ist das Label nicht auf der Webseite verlinkt. 21) Mangel Transparenz: Für das Ökostrom-Produkt liegt ein KlimaInvest-Zertifikat vor, welches eine geringfügige Ausbauwirkung impliziert, welche auf der Webseite nicht nachvollziehbar kommuniziert wird. Die Verwendung des Aufpreises wurde erst auf Nachfrage erläutert. Die Preise gelten für Kunden im Netzgebiet der N-Ergie Netz GmbH. Laut Anbieter werden nur noch Neukunden aufgenommen, die sich im direkten Umfeld von Hersbruck befinden. 22) Mangel Transparenz: Für das Ökostrom-Produkt liegt ein Ok-Power-Label vor, welches Aufpreise beziehungsweise eine Ausbauwirkung impliziert. Nähere Informationen bezüglich der zertifizierten Stromherkunft aus Neuanlagen werden auf der Webseite nicht nachvollziehbar kommuniziert. 23) Mangel Transparenz: Für das Ökostrom-Produkt liegt ein Ok-Power-Zertifikat vor, welches Aufpreise beziehungsweise eine Ausbauwirkung impliziert. Die daraus resultierenden Investitionen in EE werden auf der Webseite nicht nachvollziehbar kommuniziert und auf Nachfrage unzureichend erläutert. 24) Mangel Transparenz: Zum Zeitpunkt der Erhebung war ein abgelaufenes Grüner-Strom-Label auf der Webseite verlinkt und es wurde kein Aufpreis genannt. Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass die Rezertifizierung aktuell laufe. Die Webseite wurde zwischenzeitlich um diese Information ergänzt. Laut Anbieter wird der Strom seit 01.01.2022 nicht mehr aus einem Laufwasserkraftwerk, sondern aus 100 % Windenergie bezogen, die zertifiziert werde vom Grüner-Strom-Label. 25) Preisberechnung: 24222 Schwentinental. 26) Gravierender Mangel Transparenz: Anbieter vermarkt PPA-Anlagen, nicht jedoch für dieses Ökostrom-Produkt. Dies konnte auf der Webseite nicht nachvollzogen werden. 27) Gravierender Mangel Transparenz: Anbieter vermarktet möglicherweise Ü20-EEG-Anlagen. Dies konnte auf der Webseite nicht nachvollzogen werden. 28) Gravierender Mangel Transparenz: Das Ökostrom-Produkt weist in wenig transparenter Form einen Aufpreis auf, dessen Verwendung jedoch selbst auf Nachfrage nicht erläutert wird. Preisberechnung: 63773 Goldbach (Unterfranken). Laut Anbieter handelt es sich nicht um ein reines Ökostrom-Produkt. Alle Tarife könnten mit einem Aufschlag von 0,36 Cent/kWh brutto auf 100 % Ökostrom (GoO.-und TÜV-Zertifikate) umgestellt werden. 29) Gravierender Mangel Transparenz: Für das Ökostrom-Produkt liegt ein TÜV-Nord-Zertifikat vor, welches Aufpreise impliziert. Die daraus resultierenden Investitionen in EE werden auf der Webseite nicht nachvollziehbar kommuniziert. 30) Gravierender Mangel Transparenz: Der Anbieter bietet auf Nachfrage der Kunden an, individuell Strom aus Ü20-Anlagen zu vermarkten. Es gibt keine generelle Ausbauwirkung. 31) Gravierender Mangel Transparenz: Anbieter vermarktet Strom aus Ü20-EEG-Anlagen und aus der sonstigen Direktvermarktung. Dies konnte auf der Webseite nicht nachvollzogen werden. Eine Bestätigung der Lieferung sei bei den Lieferanten beantragt. Dies könne nachgereicht werden. Laut Anbieter werde für Bestandskunden ein anderer Preis für den Ökostromtarif angeboten. (Der Preis beträgt 32,84 Cent/ kWh und 13,69 Euro im Monat.) 32) Gravierender Mangel Transparenz:

Anbieter vermarktet evtl. Strom aus der sonstigen Direktvermarktung. Die Nutzung konnte auf der Webseite nicht nachvollzogen werden.

Die Preise gelten für Privathaushalte im lokalen Stromnetzgebiet mit einem Verbrauch von bis zu 10.000 kWh, Eintarifzähler und Tagstrom. 33) Gravierender Mangel Transparenz: Zum Zeitpunkt der Erhebung war ein abgelaufenes KlimaInvest-Zertifikat („100% klimaneutral") auf der Webseite verlinkt. Die gültige Fassung wurde auf Nachfrage gesendet. 34) Gravierender Mangel Transparenz: Das Ökostrom-Produkt weist einen Aufpreis auf, dessen Verwendung jedoch selbst auf Nachfrage nicht erläutert wird. Preisberechnung: 04860 Torgau. Laut Anbieter ist das Ökostrom-Produkt nur für Neukunden. 35) Gravierender Mangel in der Transparenz: Die Ausbauwirkung ist nicht erkennbar. Das Ok-Power-Label ist auf der Webseite nicht verlinkt und keine Spezifizierung bzgl. der Kriterien enthalten. Der Arbeitspreis entspricht dem Basispreis. Preisberechnung: 40789 Monheim am Rhein. 36) Gravierender Mangel Transparenz: Anbieter teilte uns auf Nachfrage mit, dass erst ab 2023 Strom aus Ü20-EEG-Anlagen vermarktet wird. Dies sowie das TÜV-Nord-Zertifikat sind für die Kunden auf der Webseite nicht einsehbar. Das Zertifikat wurde uns auf Nachfrage gesendet. 37) Preisberechnung: 83246 Unterwössen. 38) Laut Anbieter gibt es aufgrund der aktuellen Energiepreisentwicklung derzeit keine Angebote außerhalb des eigenen Netzgebiets. Es sei nur im eigenen Netzgebiet ein Vertragsabschluss für Neukunden möglich.

Preisberechnung: 74545 Michelfeld. 39) Die angegebenen Preise gelten im Netzgebiet der Versorgungsbetriebe Bordesholm GmbH. Preisberechnung: 24582 Bordesholm. Laut Anbieter (Antwort im Zeitraum der Anbieterkommunikation) werden aufgrund der derzeitigen Entwicklungen der Preise am Strommarkt aktuell keine Neukunden aufgenommen. 40) Preisberechnung: 63897 Miltenberg. 41) Preisberechnung: 08468 beziehungsweise 08499 Reichenbach im Vogtland. 42) Der Arbeitspreis bezieht sich auf die Eintarif-Grundversorgung mit einem Verbrauch ab 469 bis 5.700 kWh. Der Grundpreis entspricht denen der Grundversorgung. 43) Der Verbrauchspreis gilt im Netz der Bayernwerk Netz GmbH. 44) Preisberechnung: 74343 Sachsenheim. 45) Laut Anbieter handle es sich nicht um ein Ökostrom-Produkt. Auf der Anbieterwebseite wird jedoch darauf verwiesen, dass Kunden mit diesem Produkt Strom aus EE erhalten. Das Ökostrom-Produkt im Portfolio sei der KlimaFair-Tarif, der aufgrund der aktuellen Marktsituation momentan nur Bestandskunden angeboten wird. 46) Preisberechnung: 86899 Landsberg am Lech. 47) Die Preise gelten für Kunden in den Netzgebieten der N-Ergie Netz GmbH und der Bayernwerk Netz GmbH. 48) Die Preise gelten für Kunden im Netzgebiet der Bayernwerk Netz GmbH. 49) Preisberechnung: 45721 Haltern. 50) Gravierender Mangel Transparenz: Anbieter vermarktet möglicherweise Ü20-EEG-Anlagen. Das Modell des Ökostrom-Produkts lässt sich jedoch nicht aus den Informationen auf der Webseite nachvollziehen, es gibt kein Zertifikat, und wurde auf Nachfrage nicht erläutert. 51) Preisberechnung: 79761 Waldshut-Tiengen. 52) Preisberechnung: 95444

Bayreuth. Laut Anbieter wird in Kürze ein Regionalstromprodukt angeboten, das Anlagen mit PPA und Ü20-EEG-Anlagen beinhalte. 53) Die Preise gelten für Kunden außerhalb des Netzgebiets des Anbieters. Preisberechnung für den Tarif OPTIMAL Regional Eintarif mit Aufschlag zur Belieferung mit 100 % Wasserkraft (0,18 Cent/kWh brutto). 54) Preisberechnung für 91413 Neustadt an der Aisch. 55) Laut Anbieter werden zudem die Ökostrom-Produkte ÖKO OK STROM 24 (mit Ok-Power-Label) und ÖKO REGIO STROM 24 (mit Strom aus benachbarten Windanlagen) angeboten. 56) Die Preise gelten für Kunden ohne Leistungsmessgerät im Netzgebiet GETEC net GmbH und Netzgebiet GETEC net delta GmbH. 57) Preisberechnung: 82380 Peißenberg. 58) Preisberechnung: 83308 Trostberg. Sie gelten für den Eintarif ohne Schwachlastregelung. 59) Es werden zurzeit nur Tarife für 82110 Germering angeboten. 60) Laut Anbieter wird zudem das Produkt Regional. Strom angeboten. Dieser werde aus EE gewonnen und sei durch Regionalnachweise zertifiziert. Der Strom werde in Troisdorf erzeugt. 61) Mangel Transparenz: Für das Ökostrom-Produkt liegt ein KlimaInvest-Zertifikat vor, welches eine geringfügige Ausbauwirkung impliziert, welche auf der Webseite nicht nachvollziehbar kommuniziert wird.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Die Bewertung erfolgte anhand der Webseiten der Anbieter/des Ökostrom-Produkts. Das Gesamturteil „sehr gut“ vergeben wir für ein Ökostrom-Produkt mit einem transparent ausgewiesenen Aufpreis auf entweder den Kilowattstundenpreis oder den monatlichen Grundpreis und mit einer transparenten Darstellung auf der Webseite, wie die Aufpreise für den Ausbau der erneuerbaren Energien verwendet werden und hiermit der EE-Ausbau nachvollziehbar gefördert wird, und/oder der Anbieter erzielt eine Ausbauwirkung, indem er Strom aus Anlagen, die in der sonstigen Direktvermarktung sind, die mittels Post-EEG-Lösung weiter produzieren können oder die mittels eines PPA in der BRD neu gebaut wurden, direkt an Nutzende vermarktet. Das Gesamturteil „gut“ vergeben wir a) für ein Ökostrom-Produkt mit einem Aufpreis auf entweder den Kilowattstundenpreis oder den monatlichen Grundpreis, bei dem es leichte Mängel bei der Transparenz und Nachvollziehbarkeit für die Kundschaft gibt oder b) für Ökostrom-Produkte deren Anbieter Strom vermarktet aus Anlagen, die in der sonstigen Direktvermarktung sind, die mittels Post- EEG-Lösung weiter produzieren können oder die mittels eines PPA in der BRD neu gebaut wurden, der Anbieter hat diese aber noch nicht in seinem Portfolio oder seine Aktivitäten sind nicht nachvollziehbar für die Interessierten auf der Webseite dargestellt. Das Gesamturteil „befriedigend“ vergeben wir an a) Ökostrom-Produkte mit Zertifikaten, die Aufpreise implizieren bzw. eine Ausbauwirkung angeben, aber nicht explizit erläutern (z. B. Initiierung und Betrieb von Ok-Power-und Ok-Power+-Label / Renewable plus von Bischoff und Ditze und „Wegbereiter der Energiewende“) und zu denen das Publikum nur bedingt Informationen zur Ausbauwirkung auf der Webseite erhält; b) Ökostrom-Produkt mit einem (impliziten) Aufpreis, zu denen das Publikum aber nur unübersichtliche und verwirrende Informationen auf der Webseite erhält. Das Gesamturteil „ausreichend“ vergeben wir an a) Ökostrom-Produkte, deren Anbieter, die eine Ausbauwirkung erzielen, indem sie Strom aus der sonstigen Direktvermarktung, aus Post-EEG-Anlagen oder aus PPA-Anlagen in der BRD direkt an Nutzende vermarkten bzw. an der baldigen Einführung dieser Produkte arbeiten, bei denen die Interessierten auf der Webseite jedoch kaum oder keinerlei Auskunft erhalten; b) Ökostrom-Produkt mit Zertifikaten, die Aufpreise implizieren, aber nicht explizit vorgeben (Initiierung und Betrieb von Ok-Power-und Ok-Power+-Label / Renewable plus von Bischoff und Ditze und „Wegbereiter der Energiewende“), bei denen es aber gravierende Mängel in der Transparenz gibt (hier: Zertifikate nicht aufrufbar, Zertifikate nicht verlinkt etc.); c) Ökostrom-Produkt, die in wenig transparenter Form einen Aufpreis ausweisen, dessen Verwendung jedoch nicht weiter erläutert wird. Das Gesamturteil „mangelhaft“ vergeben wir an a) Ökostrom-Produkte, die nur auf der Basis von Herkunftsnachweisen zustande kommen; b) Produkte, deren Anbieter mit bayerischem/alpinem Strom aus heimischen Wasserkraftwerken werben, zu deren zusätzlicher Ausbauwirkung sich aber keine Informationen finden lassen und keine kausale Beziehung nachweisbar ist; c) Produkte, deren Modell sich aus den Informationen auf der Webseite nicht nachvollziehen lässt (Für a) b) und c) in Tabelle: Ausbauwirkung „nein“).

Das Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/N2205.

Erhebungszeitraum der Daten/Durchsicht der Internetseiten: 11.02.2022 bis 27.02.2022.

Zeitraum der Anbieterkommunikation: 28.02.2022 bis 11.03.2022.

Dieser Test ergänzt den Test Ökostrom-Produkte aus dem ÖKO-TEST Magazin 01/2021 und dessen Wiederveröffentlichung im Ratgeber Bauen und Wohnen 2021. Sofern Produkte aus diesen Tests in der aktuellen Grundgesamtheit vorkamen und im aktuellen Erhebungszeitraum für Neukunden am Markt erhältlich waren, haben wir diese erneut überprüft.

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 4/ 2022.

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