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TEST Online-Lieferdienste für Lebensmittel: Nicht so der Bringer


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2016 vom 28.07.2016

Den Lebensmitteleinkauf bequem vom Sofa aus erledigen und wunschgemäß nach Feierabend in Empfang nehmen? Noch ist dies mehr Vision als Realität. Dennoch können wir zwei von sechs getesteten Lieferdiensten die Note „gut“ bescheinigen.


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Foto: ÖKO-TEST/Nina Flauaus

Was in anderen Ländern wie den USA, England oder China längst zum Alltag gehört, steckt bei uns noch in den Kinderschuhen: der Onlinekauf von Lebensmitteln, Wein und Feinkost, sprich von allem, was irgendwann auf dem Esstisch landen soll. Zahlen des Instituts für Handelsforschung (IFH) verdeutlichen die Skepsis der deutschen Verbraucher. Demnach ...

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... betrug der Anteil für Essbares aus dem Netz im Jahr 2015 gerade einmal 0,8 Prozent, während der Onlineanteil über alle Branchen hinweg bei 9,9 Prozent lag.

Doch der Markt ist in Bewegung, seit Amazon den Start seiner Sparte Fresh für Herbst dieses Jahres angekündigt hat. Dann sollen Konsumenten über den Onlineriesen erstmals auch frische Lebensmittel beziehen können. Was für die Kunden ein kleiner Luxus ist, nämlich zur CD im Warenkorb einfach Milch und Salat hinzuzufügen, sieht die Branche mit Sorge. „Egal obMyTime oderAllyouneed , Edeka, Aldi oder Lidl, sie alle beobachten den Markt zurzeit sehr genau“, sagt Dr. Eva Stüber, Leiterin der Abteilung Research & Consulting am IFH.

Aber ist der Verbraucher wirklich schon reif für diese neue Vertriebsform? Der stationäre Handel ist in Deutschland flächendeckend ausgebaut. Selbst ländliche Regionen sind gut versorgt. „Unsere Befragungen haben ergeben, dass vor allem Leute, die beruflich viel unterwegs sind, das Angebot nutzen. Auch junge Familien mit einem größeren Bedarf an Lebensmitteln oder Menschen, die nur eingeschränkt zum Einkaufen kommen, bestellen häufiger online“, fasst Stüber die Ergebnisse zusammen.


Aus dem Netz auf den Tisch – das ist in Deutschland noch wenig verbreitet


Auf der anderen Seite gebe es jede Menge Vorbehalte, die einem Zuwachs an Bestellaktivitäten derzeit noch entgegenstehen. Typische Fragen sind zum Beispiel: „Kommt die Ware frisch an?“, „Bekomme ich die bestellten Artikel auch pünktlich oder muss ich letztlich doch noch einkaufen gehen?“. Außerdem: „Was mache ich mit den Verpackungen?“

Ein Knackpunkt für zufriedene Onlinebesteller ist die Lieferung. „Vor allem auf passgenaue Zeitfenster legen die Kunden wert“, sagt Handelsexpertin Stüber. „Wer erst abends zu Hause ist, sollte die Ware auch abends in Empfang nehmen können.“ Alles andere, etwa das Abholen des Pakets in einer Packstation, ist nicht wirklich bequem. Es sei denn, die Abholmöglichkeiten liegen in der Nähe des Arbeitsplatzes oder auf dem Nachhauseweg. Andernfalls könne man genauso gut in den nächsten Laden springen, so Stüber.

Fest steht, dass Anbieter von Online-Lieferdiensten für Lebensmittel vor großen Herausforderungen stehen. Soll ein komplettes Sortiment angeboten werden, sind Lieferungen in drei Temperaturzonen – ungekühlt, gekühlt, tiefgekühlt – zu bewerkstelligen. Viele Produkte sind darüber hinaus druckempfindlich, Eier etwa oder Obst. Die Lieferungen müssen zudem so geplant werden, dass sie zum gewählten Wunschtermin eintreffen. Hinzu kommt eine anspruchsvolle Kommunikation. Es gilt, Kunden umgehend über Verzögerungen oder Lieferengpässe zu informieren oder – wenn Kunden verhindert sind – alternative Abgabeplätze zu organisieren. Im Shop kommt es darauf an, den Bestellvorgang so einfach und angenehm wie möglich zu gestalten. Und nicht nur das: Onlinehändler sind gehalten, auch rechtlich alles in trockenen Tüchern zu haben. Dazu zählen Regelungen zum Widerrufsrecht ebenso wie Vorschriften zur Produktkennzeichnung.

Wir haben uns vorgenommen, einigen der wichtigsten Lieferdiensten, die deutschlandweit und mit gekühlten Produkten unterwegs sind, auf den Zahn zu fühlen. Ob sie ihren Job zufriedenstellend erledigen, überprüften wir anhand von Testeinkäufen. Weil wir auch einen Eindruck von der Qualität der Produkte haben wollten, schickten wir die eingekauften Lebensmittel wie gewohnt ins Labor. Aspekte der Tierhaltung oder Fütterung blieben dieses Mal aber außen vor. Die Produkte haben daher kein Gesamturteil erhalten.

Das Testergebnis Lieferdienste

■. Gar nicht mal so schlecht. Der Anfang war holprig, aber am Ende kamen doch fast alle bestellten Artikel wohlbehalten beim Empfänger an. Holprig deshalb, weil es teilweise Stunden dauerte, bis Salatköpfe, Joghurts oder Schnitzelfleisch ihren Weg in die Warenkörbe gefunden hatten. Insgesamt schneiden zwei Lieferdienste mit „gut“, drei mit „befriedigend“ und einer mit „ausreichend“ ab.
■. Klare Sache: Wer im Netz einkauft, sollte vorab die gleichen Produktinformationen erhalten wie im Laden. Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) gilt deshalb seit Ende 2014 auch für den Onlinehandel. Eine Ausnahme ist das MHD, dieses muss erst zum Zeitpunkt der Lieferung angegeben werden. Im Rahmen unseres Testeinkaufs stellten wir jedoch einige Lücken fest. So waren die Angaben bei Allyouneed-Fresh.de, Amorebio.de und Lebensmittel.de nicht immer vollständig – es fehlte der verantwortliche Lebensmittelunternehmer und damit die Möglichkeit, Beanstandungen oder Anfragen direkt beim Produzenten loszuwerden. Bei Amorebio.de und Bringmirbio.de vermissten wir einige Male den Hinweis, dass es sich um Wiegeartikel handelt. Dadurch ist nicht nachvollziehbar, warumBestell- und Rechnungssummen abweichen können.
■. Woher kommt der Salat? Das wollen auch Onlinebesteller wissen. Verpflichtend ist die Herkunftsangabe im Netz nicht. Aber sie ist üblich, zumal frisches Obst und Gemüse im Laden entsprechend zu kennzeichnen ist. Fehlende Angaben zur Herkunft haben wir daher abgewertet, aber auch irreführende Angaben, wenn etwa im Shop ein anderes Herkunftsland genannt wurde als auf dem eingekauften Produkt.

Weniger Stress und Zeitersparnis – das sind die wichtigsten Gründe für den Onlinekauf von Lebensmitteln.


Foto: imago/Jochen Tack


Super ärgerlich, wenn Lebensmittel nicht oder zu spät geliefert werden


■. Bestellt, aber nicht angekommen. Das traf auf die Äpfel von Lebensmittel. de zu: Nur eine von drei bestellten Packungen kam an. Laut Anbieter könne das vorkommen, man informiere aber in der Versandbestätigung über die tatsächliche Liefermenge. Die Bestätigung erhielten wir auch, allerdings erst vier Tage nach der Bestellung. Ohnehin kam die Sendung deutlich verzögert an. Begründung des Anbieters: Wir hätten Christi Himmelfahrt als Liefertag gewählt. Kühlpflichtige Waren würden vor Feier- und Sonntagen nicht mehr versendet. Auch dazu hätten wir gern eine Information gehabt, was aber nicht der Fall war. Außerdem ließ sich der Feiertag problemlos als Wunschtermin anwählen – das ist wenig konsequent.
■.Zu spät und zu warm. Verzögerungen auch bei derAmorebio.de -Lieferung. Aus den in Aussicht gestellten zwei Tagen Lieferzeit ab Bestellung wurden sieben. Als Begründung wurden ebenfalls Lagerengpässe bestellter Artikel angeführt. Auch hier hätte die Information besser sein können. Weiterer Kritikpunkt: Sowohl das Fleisch als auch der Joghurt kamen um drei Grad zu warm an. Beide Produkte waren zwar sensorisch und mikrobiologisch noch in Ordnung, dennoch ist unklar, wie lange die Temperaturen schon erhöht waren. So liegt der schwarze Peter beim Verbraucher, der sich wundern könnte, warum die Qualität bis Ende MHD nicht gehalten hat.
■. Verpackungsdesaster. Kartons, Polstermaterial, Styroporboxen, Kühlelemente, Trockeneis – wenn Lebensmittel per Paketdienst auf den Weg gebracht werden, geht das nicht ohne Verpackungen. Doch zumindest Rücksendemöglichkeiten sollten vorhanden sein. Insbesondere Kühlboxen und Kühlakkus sollten zurückgenommen und wiederverwertet werden. Diese Materialien lassen nicht nur Mülltonnen überquellen, sondern treiben den Energieund Ressourcenverbrauch weiter in die Höhe. Positive Beispiele sind MyTime.de und Amorebio.de. Sie geben eine Mehrfachnutzung der Kühlmaterialien an. Allyouneed-Fresh.de nimmt die Mehrweg- Transportboxen gleich wieder mit, sodass die Rücksendung entfällt – allerdings nur in Ballungsgebieten.
■. Haarsträubende rechtliche Mängel. Teils wurde das Widerrufsformular nicht – wie gesetzlich gefordert – unmittelbar zugänglich gemacht, teils waren unterschiedliche AGB-Versionen abrufbar. In anderen Fällen stimmten Formulierungen in den AGB nicht mit denen im Shop überein. Auch inhaltlich wurden teilweise unwirksame Klauseln verwendet bzw. zwingende verbraucherschutzrechtliche Regelungen nicht umgesetzt. FürBringmirbio.de ,Lebensmittel.de , Amorebio. de undGourmondo.de lautet das Urteil für diesen Teilbereich „mangelhaft“. Amorebio. de undGourmondo.de haben nach Erhalt der Ergebnisse allerdings schon einen Großteil der Mängel behoben;Bringmirbio.de kündigte dies an.

Zugemüllt. Pappe, Plastik, Styropor, Kühlakkus – es wäre schön, wenn man ohne auskäme.


Foto: Labor

■. Mangelnder Jugendschutz. In den Shops lassen sich problemlos auch alkoholische Getränke bestellen. Dass es einer Regelung zum Jugendschutz bedarf, haben alle Anbieter berücksichtigt. Allerdings trägt aus unserer Sicht die bloße Betätigung einer Schaltfläche bzw. die Versicherung der Volljährigkeit über die Zustimmung zu den AGB dem Jugendschutz nicht ausreichend Rechnung. Vielmehr wäre insbesondere beim Versand von alkoholischen Getränken eine Altersverifikation wünschenswert, sprich, der Zusteller hätte dafür Sorge zu tragen, dass er Bier oder Schnaps nicht an Jugendliche aushändigt, indem er sich im Zweifel den Ausweis zeigen lässt. Eine vergleichbare Regelung gilt für den stationären Handel. Umso mehr verwundert es, dass das Landgericht Koblenz in einem Urteil von 2007 davon ausgeht, eine entsprechende Regelung sei für den Onlinevertrieb nicht nötig. Hier sollte nachgebessert werden.


Auch online trifft man auf bekannte Probleme: Nitrat, Pestizide & Co


Das Testergebnis Produkte

■. Von sehr gut bis mangelhaft. Wer online Lebensmittel kauft, bekommt eine vergleichbare Qualität wie im Laden – so lautet das Ergebnis unserer Stichprobe von insgesamt 23 Artikeln. In den Shops hatten wir neben Markenprodukten von Costa, Ehrmann und Söbbeke auch Artikel der Shopbetreiber bestellt. Insgesamt kamen etliche Produkte auf ein „sehr gut“. Zweimal „mangelhaft“ hieß es für den LieferdienstMyTime.de .
■. Nitrat im Salat. Alle drei Kopfsalatproben – zweimal aus Bio- und einmal aus konventioneller Landwirtschaft – enthalten zu viel Nitrat, wenn man die akzeptable Tagesaufnahme (ADI) der WHO zugrunde legt. Zu viel Nitrat ist unerwünscht, da daraus über das Zwischenprodukt Nitrit krebserregende Nitrosamine gebildet werden können. Die hohen Werte in den Bio-Salaten zeigen, dass auch organischer Dünger punktuell viel Nitrat freisetzen kann. ImBel Orta Kopfsalat vonMyTime.de steckt außerdem eine erhöhte Menge an Perchlorat. Pflanzen nehmen die Chemikalie vor allem über die Wurzeln auf, etwa durch perchlorathaltige Dünger oder kontaminiertes Wasser. Im Körper kann Perchlorat die Jodaufnahme in die Schilddrüse hemmen.
■. Birnen mit Problemen. Die konventionellen Tafelbirnen vonAllyouneedFresh.de enthalten einen Pestizidgehalt, der mehr als zehn Prozent der erlaubten Rückstandsmenge ausschöpft. In den beiden Bio- Birnen steckt der pilztötende Wirkstoff Phosphonsäure. Im Bio-Anbau ist das Pestizid selbstverständlich verboten. Allerdings waren bis vor kurzem phosphonathaltige Pflanzenstärkungsmittel erlaubt. Ob dies weiterhin zulässig ist, wird derzeit auf europäischer Ebene geprüft. In Nicht- EU-Ländern sind diese Dünger möglicherweise noch zugelassen. Insofern lassen die Gehalte in den Bio-Birnen – sie stammen aus Argentinien – nicht unbedingt auf einen unerlaubten Einsatz schließen. Die Mengen, die wir gefunden haben, sollten dennoch Anlass zur Ursachenrecherche sein. VonAmorebio.de undBringmirbio.de kam keine Reaktion, sodass Zweifel an der Bio-Konformität bleiben. Die Gehalte entsprechen überdies nicht der Verbrauchererwartung an Bio.
■. Reserveantibiotikum in den Forellen. In den Femeg Regenbogenforellen wies das Labor das Antibiotikum Enrofloxacin nach. Das Mittel wird in der Tiermast noch immer weit verbreitet gegen Infektionen eingesetzt, so offensichtlich auch in der Behandlung der Regenbogenforellen von Femeg. Enrofloxacin gehört zu den Reserveantibiotika, die sowohl beim Tier als auch beim Menschen nur im äußersten Notfall eingesetzt werden sollten. Sonst nehmen Resistenzen weiter zu und es stehen immer weniger hochwirksame Medikamente für die Behandlung schwerwiegender Infektionen beim Menschen zur Verfügung.
■. Spanisches Filet mit Keimen. Keimzahlen über Richtund Warnwerten wurden imDe Raza Ibérico Filet vom Schwein festgestellt. Für den Verzehr ist dies bei einer guten Erhitzung kaum bedenklich, der Hersteller sollte allerdings die Betriebshygiene überprüfen. In puncto Geruch und Optik war das Fleisch noch ohne Mängel.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern bei den Produkten finden Sie im ÖKO-TEST-Magazin auf Seite 140.
Anmerkungen zu den Online-Lieferdiensten:1) Mängel Bestellung: Die unvollständige Kennzeichnung im Shop bezieht sich auf das abgepackte Fleisch; es fehlt die Angabe des Lebensmittelunternehmers. Laut Anbieter wurde diese mittlerweile ergänzt. Der Hinweis zum Wiegeartikel fehlte bei den Birnen. Mängel Lieferung: Der Wunschtermin verzögerte sich aufgrund Nichtverfügbarkeit bestellter Artikel um fünf Tage; eine Information zum konkreten Liefertag erfolgte erst zwei Tage vor Auslieferung. Die Produkttemperaturen von Fleisch und Joghurt waren bei Auslieferung jeweils 3 °C höher als laut Etikett einzuhalten. Mängel Rechtliche Prüfung: Der unzureichende Jugendschutz bezieht sich auf die fehlende Verpflichtung zur Altersverifikation beim Versand von alkoholischen Getränken. Weitere erhebliche Mängel betreffen das Wettbewerbs-, Datenschutzund Verbraucherschutzrecht, laut Anbieter bereits zum großen Teil behoben. Zusatzinformation zur Lieferung: In der Region Nordbaden erfolgt die Auslieferung mit eigenen Fahrzeugen.2) Mangel Bestellung: Die irreführende Herkunftsangabe betrifft erstens die Äpfel (sie wurden im Shop als „Äpfel Gala aus der Steiermark“ ausgelobt, laut Produktetikett wurde Deutschland als Ursprung angegeben) und zweitens die Tomaten (sie haben laut Shop die Herkunft Deutschland, auf dem Produktetikett wurde Tunesien angegeben). Mängel Rechtliche Prüfung: Der unzureichende Jugendschutz bezieht sich auf die fehlende Verpflichtung zur Altersverifikation beim Versand von alkoholischen Getränken. Weitere erhebliche Mängel betreffen das Wettbewerbs-, Datenschutz- und Verbraucherschutzrecht, laut Anbieter bereits zum großen Teil behoben.3) Mängel Bestellung: Die unvollständige Kennzeichnung im Shop bezieht sich auf die vorgepackten Birnen; es fehlt die Angabe des Lebensmittelunternehmers. Die Herkunftsangabe bei den Birnen ist irreführend, weil im Shop die Herkunft Italien, auf dem Produktetikett aber Chile ausgewiesen ist. Mängel Rechtliche Prüfung: Der unzureichende Jugendschutz bezieht sich auf die fehlende Verpflichtung zur Altersverifikation beim Versand von alkoholischen Getränken. Weitere geringe Mängel: im Bereich des Widerrufsrechts; außerdem verschiedene Vertragspartner. Ergänzungen zu Zustellmodalitäten und Verpackung: Wir haben für unseren Testeinkauf den Lieferservice in Anspruch genommen. Daher verblieben beim Empfänger nur Plastiktüten, während die Mehrweg-Transportbox (mit Kühlzonen) wieder mitgenommen wurde. Laut Anbieter wird in ländlichen Gebieten die Auslieferung per Paketservice angeboten. Das Verpackungsmaterial kann per Retourenaufkleber kostenfrei zurückgeschickt werden.4) Mängel Bestellung: Die unvollständige Kennzeichnung im Shop bezieht sich auf den vorgepackten Salat und die vorgepackten Äpfel; es fehlen Angaben zum Lebensmittelunternehmer und zur Herkunft (freiwillige Angabe). Laut Anbieter wird an einer Lösung zur verlässlichen Ausweisung der Herkunft bei Obst und Gemüse gearbeitet. Mängel Lieferung: Der gewünschte Liefertermin verzögerte sich um vier Tage und die bestellten Äpfel wurden nicht vollständig geliefert; die Information dazu erfolgte zudem zeitverzögert. Mängel Rechtliche Prüfung: Der unzureichende Jugendschutz bezieht sich auf die fehlende Verpflichtung zur Altersverifikation beim Versand von alkoholischen Getränken. Weitere erhebliche Mängel betreffen das Wettbewerbs-, Datenschutz- und Verbraucherschutzrecht.5) Mangel Bestellung: Die Herkunftsangabe beim Salat ist irreführend, da im Shop die Herkunft Deutschland, auf dem Produktetikett aber Belgien ausgewiesen ist. Mangel Lieferung: Das Fleisch wurde in einem Stück von 1,5 kg geliefert, bestellt wurden 6 Stück Filets à 250 g. Mangel Rechtliche Prüfung: Der unzureichende Jugendschutz bezieht sich auf die fehlende Verpflichtung zur Altersverifikation beim Versand von alkoholischen Getränken.6) Mangel Bestellung: Der Hinweis zum Wiegeartikel fehlte bei den Birnen. Laut Anbieter soll dieser Hinweis im Zuge eines Shop-Relaunches berücksichtigt werden. Mängel Rechtliche Prüfung: Der unzureichende Jugendschutz bezieht sich auf die fehlende Verpflichtung zur Altersverifikation beim Versand von alkoholischen Getränken. Weitere erhebliche Mängel betreffen das Wettbewerbs-, Datenschutz- und Verbraucherschutzrecht. Laut Anbieter werde man die AGB prüfen und verbessern.

Anmerkungen zu den Produkten:1) Verpackungsmangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung.2) Nachweis von Phosphonsäure von mehr als 0,1 mg/kg in einem Bio-Produkt.3) Kennzeichnungsmangel: Auf der Packung fehlt eine eindeutige Angabe, wie das Fleisch einzufrieren ist, damit es das angegebene Gefrierdatum 18.04.18 erreicht.4) Nachweis von Enrofloxacin unterhalb der erlaubten Höchstmenge.5) Kennzeichnungsmangel: Auf dem Etikett fehlt die Angabe der Lagertemperatur, die gewährleistet, dass das angegebene MHD erreichbar ist.
Legende: Online-Lieferdienste mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Bewertung Lieferdienste: Unter dem Testergebnis Bestellung führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) unvollständige Kennzeichnung nach LMIV; b) irreführende Herkunftsangabe/-angaben; c) fehlende Herkunftsangabe/- angaben bei Obst und Gemüse; d) fehlender Hinweis, dass es sich um einen Wiegeartikel handelt. Unter dem Teilergebnis Lieferung führt zur Abwertung um zwei Noten: eine deutlich verzögerte Zustellung. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) unvollständige Lieferung; b) Lieferung, die nicht der Bestellung entsprach (in diesem Fall Fleisch, das am Stück geliefert wurde, obwohl Filets in Aussicht gestellt wurden); c) Anlieferungstemperatur deutlich über der auf der Packung angegebenen Maximaltemperatur. Unter dem Teilergebnis Verpackung führt zur Abwertung um drei Noten: fehlende Rücksendemöglichkeit für Transportverpackungen. Unter dem Testergebnis Rechtliche Prüfung führt zur Abwertung um drei Noten: erhebliche Mängel im Wettbewerbs-, Datenschutz- und/oder Verbraucherschutzrecht. Zur Abwertung um zwei Noten führt: geringe Mängel im Bereich des Widerrufsrechts; außerdem verschiedene Vertragspartner. Zur Abwertung um eine Note führt: unzureichende Umsetzung des Jugendschutzes (hier: fehlende Verpflichtung zur Altersverifikation). Das Testergebnis Lieferung und Verpackung setzt sich aus den Teilergebnissen Lieferung und Verpackung zu je 50 Prozent zusammen. Das Gesamturteil beruht zu je 40 Prozent auf den Testergebnissen Bestellung und Lieferung und Verpackung sowie zu 20 Prozent auf dem Testergebnis Rechtliche Prüfung.

So haben wir getestet

Die Auswahl der Lieferdienste
Wir wählten insgesamt sechs Services aus. Die Kriterien dabei: eine deutschlandweite Lieferung und gekühlte Produkte im Sortiment. Die Auslieferung sollte zudem per Kurierdienst erfolgen. Bei der Produktauswahl konzentrierten wir uns auf empfindliche Waren: Kopfsalat, Erdbeeren, frisches Schweinefleisch und Tiefkühlfisch – Letztere insbesondere in Hinblick auf die Einhaltung der Kühlkette. Naturjoghurt wählten wir aus, weil wir prüfen wollten, ob die zerbrechlichen Becher auch heil ankommen. Waren Produkte nicht erhältlich, wurden ähnliche bestellt. Bio-Erdbeeren etwa gab es zum Zeitpunkt unserer Bestellung Ende April noch nicht.

Der Testeinkauf
Wir ließen die Produkte privat bestellen und ausliefern. Sämtliche Bestellungen, Versand- und Lieferbestätigungen sowie Rechnungen wurden gesammelt, die Produktinformationen im Shop ausgedruckt. Dokumentiert wurden weiterhin Zustellzeiten, das Verpackungsmaterial, das beim Empfänger verblieb sowie Möglichkeiten für die Rücknahme. Die Temperatur und der optische Frischeeindruck wurden direkt nach Ankunft der Ware professionell festgehalten.

Die Laboruntersuchungen
Die bestellten Produkte wurden analog unserer sonstigen Tests untersucht. Bei Salat, Tomaten und Früchten standen Untersuchungen auf Pestizide im Vordergrund, Fleisch und Fisch wurden unter anderem auf Antibiotikarückstände geprüft, während beim Joghurt der Fettgehalt ein Thema war. Gekühlte Produkte wurden außerdem mikrobiologischen und sensorischen Prüfungen unterzogen.

Temperatur im Lot? Das ließen wir nach Anlieferung mit einem Infrarotthermometer prüfen.


Foto: Labor

Die Rechtliche Prüfung
Allgemeine Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärungen sind für Laien oft schwer durchschaubar, allerdings extrem wichtig, wenn etwas schiefgeht. Wir ließen daher durch einen Rechtsanwalt klären, ob AGB, Datenschutz und der Bestellvorgang den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Die Bewertung der Lieferdienste
Wer online Lebensmittel bestellt, sollte vorab über alle wichtigen Informationen verfügen, die die Kaufentscheidung beeinflussen. Wesentlich ist weiterhin, ob die Waren pünktlich, vollständig und frisch geliefert werden und ob es Möglichkeiten gibt, Verpackungen zurückzuschicken. Diese Aspekte gingen zu je 40 Prozent in das Gesamturteil ein. Die Ergebnisse der juristischen Prüfung machten 20 Prozent aus.

Bewertung Produkte: Zur Abwertung um vier Noten führt der Nachweis eines Antibiotikums. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein Nitratgehalt in Salat, der die akzeptable Tagesaufnahme (ADI) von 3,65 mg/kg Körpergewicht überschreitet („stark erhöht“). Zugrunde gelegt wurde eine Salatportion von 100g und ein Körpergewicht von 60 kg; b) ein Perchloratgehalt in Salat, der die tolerierbare Tagesaufnahme (TDI) von 0,3 μg/kg Körpergewicht um mehr als 50 bis 100 Prozent ausschöpft („erhöht“). Zugrunde gelegt wurde eine Salatportion von 100g und ein Körpergewicht von 60 kg; c) eine deutliche Belastung mit Verderbniskeimen ohne sensorische Mängel in Fleisch. Im Einzelnen wurden der Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) für die aerobe Gesamtkeimzahl sowie der DGHM-Warnwert für Enterobakterien überschritten. Grundlage war der Entwurf für rohes, gewürztes und mariniertes Schweinefleisch, Stand Januar 2016. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Nitratgehalt in Salat, der die akzeptable Tagesaufnahme (ADI) von 3,65 mg/kg Körpergewicht zu mehr als 50 bis 100 Prozent ausschöpft („erhöht“); Berechnung wie oben; b) ein Pestizidgehalt in Birnen, der über 10 bis 50 Prozent der Rückstandshöchstmenge erreicht, wenn diese bei 0,1 mg/kg oder höher liegt („erhöht“). Des Weiteren führt zur Abwertung: ein Gehalt an Phosphonsäure in einem Bio-Produkt von mehr als 0,1 mg/kg; dies verschlechtert die Produktqualität um eine Note. Weitere Abwertungen sind: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) fehlende eindeutige Angabe, wie das Produkt einzufrieren ist, wenn ein Gefrierdatum genannt wird; c) fehlende Angabe der Lagertemperatur, wenn auf dem Etikett ein MHD angegeben ist; diese Abwertungen wirken sich nicht auf die Produktqualität aus. Ein Gesamturteil wurde nicht vergeben, da beispielsweise nicht auf Aspekte der Tierhaltung oder -fütterung geprüft wurde.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1608“ eingeben. Dort findet sich auch eine detaillierte Auflistung der rechtlichen Mängel.
Bestellung der Testprodukte: April/Mai 2016
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST rät

AllyouneedFresh.de undMyTime.de haben am besten abgeschnitten. Allerdings sollteMyTime.de die Produktqualität im Auge behalten – im Test sind zwei Produkte „mangelhaft“.
•In Sachen Rücksendemöglichkeiten von Verpackungen haben unsMyTime.de undAmorebio.de am meisten überzeugt. Beim Lieferservice vonAllyouneedFresh.de fallen von vornherein weniger Verpackungen an.
•Online-Lieferdienste können eine Option sein, wenn man sehr wenig Zeit hat oder Großbestellungen plant. Aber Achtung: Nicht immer sind alle Artikel in großen Mengen verfügbar.