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TEST Pflege-Zusatzversicherungen: Die Pflegelücke schließen


ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern - epaper ⋅ Ausgabe 11/2008 vom 01.09.2008

Die staatliche Pflegeversicherung wird auch künftig bestenfalls eine Grundversorgung bieten. Wer die Restkosten für eine gute und menschenwürdige Pflege nicht aus eigenem Vermögen bestreiten kann, ist daher auf seine Kinder oder das Sozialamt angewiesen. Alternativ kann eine private Zusatzversicherung finanzielle Lücken schließen.


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Foto: irisblende.de

Es sind nicht Armut oder Einsamkeit, die den Deutschen am meisten Angst machen, wenn sie ans Alter denken. Rund 75 Prozent der Bundesbürger haben vielmehr Angst davor, im Alter nicht mehr ohne fremde Hilfe auszukommen und zuei nem Pflegefall zu werden. Das ...

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Es sind nicht Armut oder Einsamkeit, die den Deutschen am meisten Angst machen, wenn sie ans Alter denken. Rund 75 Prozent der Bundesbürger haben vielmehr Angst davor, im Alter nicht mehr ohne fremde Hilfe auszukommen und zuei nem Pflegefall zu werden. Das ergibt jedenfalls eine repräsentative Umfrage unter 4.000 Bürgern, die TNS Emnid im Auftrag der Allianz durchgeführt hat.

Die Angst vor körperlichen oder geistigen Einschränkungen bewegt die Deutschen nicht ohne Grund: Die Bürger werden immer älter und mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Schon heute sind in Deutschland rund zwei Millionen Menschen pflegebedürftig. 2010 werden es nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung 2,4 Millionen sein, für 2020 werden sogar drei Millionen erwartet.

Doch obwohl die Angst, zum Pflegefall zu werden, die größte Furcht der Bundesbürger ist, sorgen die wenigsten finanziell für den Ernstfall vor. Lediglich ein Prozent der Bevölkerung hat eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen. „Ich bin doch gesetzlich pflegeversichert“, ist meist die erste Reaktion, wenn Bürger gefragt werden, wie sie sich die Hilfe im Pflegefall später vorstellen.

Die gesetzliche oder private Pflegepflichtversicherung trägt aber längst nicht alle Kosten, sondern bietet bestenfalls eine Grundversorgung. Erstattet werden im Pflegefall nur bestimmte Höchstbeträge, die sich an der jeweiligen Pflegestufe orientieren. Für eine umfassende und qualitativ gute Versorgung reicht die Leistung der staatlich organisierten Pflegepflichtversicherung daher vorn und hinten nicht. Für eine vollstationäre Pflege in der höchsten Pflegestufe III erhält der Versicherte derzeit zum Beispiel maximal 1.432 Euro, in Härtefällen bis zu 1.688 Euro im Monat. Ein Platz im Heim kostet in Westdeutschland aber schon heute durchschnittlich 2.821 Euro im Monat, vereinzelt sogar bis zu 3.500 Euro. Selbst nach Erhöhung der Sätze im Jahr 2012 auf 1.550 bzw. 1.918 Euro im Härtefall, deckt die staatliche Leistung die vollen Heimkosten bestenfalls zur Hälfte. Ähnlich sieht es bei ambulanter Pflege aus. Die Differenz zwischen den staatlichen Leistungen und den tatsächlichen Kosten müssen die Betroffenen daher selbst bezahlen – mit ihrer Rente, ihren Rücklagen oder sogar mit ihrer Immobilie. Und wenn das Geld immer noch nicht reicht, werden die Angehörigen zur Kasse gebeten.

Bei professioneller Pflege springt zwar zunächst das Sozialamt ein, hält sich anschließend aber am Ehepartner oder den Kindern schadlos. Das kann teuer werden. Den Betroffenen oder ihren Angehörigen entstehen auch in Pflegestufe I oder II leicht ungedeckte Restkosten von weit mehr als 1.000 Euro pro Monat – und zwar egal ob die Pflege zu Hause erfolgt oder im Heim. Denn der reale Wert der von der Pflegepflichtversicherung getragenen Leistungen ist seit der Einführung im Jahr 1995 um mehr als 15 Prozent gesunken – was sich bereits nachhaltig auf die Qualität der Pflege auswirkt.

Foto: nerek/photocase.com

Sicherheit im Alter. Ohne die passende Pflege-Zusatzversicherung kann es finanziell schnell eng werden.


Foto: obs/Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Fachkräfte verrichten den Dienst meist nur im Sauseschritt und nach Stoppuhr, Tagespflegeplätze sind knapp und manche Heime glei - chen Verwahranstalten. Hinzu kommt: Die Betreuung in einer Tagespflegeeinrichtung, die meist von neun bis 17 Uhr geöffnet ist, kostet 60 bis 100 Euro pro Werktag – also bis zu 2.000 Euro im Monat. Das können sich viele nicht leisten. Deshalb wird die häusliche Pflege in 70 Prozent aller Fälle derzeit von nahen Angehörigen übernommen – mit allen Folgen für Psyche, Partnerschaft und Karriere.

Wie unzureichend die Zustände im Bereich der Pflege sind, belegt der Bericht zur „Qualität in der ambulanten und stationären Pflege“, den der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen Ende August vorgelegt hat: Danach wird jeder dritte Pflegebedürftige nicht angemessen mit Essen und Trinken versorgt, 35 Prozent der Heimbewohner und 42 Prozent der ambulant Versorgten werden nicht oft genug umgebettet. Bei 15,5 Prozent der Heimbewohner und 21,5 Prozent der ambulant Betreuten ist die Inkontinenzversorgung unzureichend.

Die Qual der Wahl

Diesen Pflegemangel will die Bundesregierung mit der Pfle - gereform zwar nachhaltig beseitigen. Nach Einschätzung von Fachleuten reicht die geplante Anhebung des Pflegebeitrags von derzeit 1,7 auf 1,95 Prozent ab Mitte 2008 aber bei Weitem nicht aus, um die Lage dauerhaft zu verbessern. Oh - ne private Zusatzabsicherung ist daher keine Besserung in Sicht.

Wer weder dem Sozialamt noch seiner Familie auf der Tasche liegen will und auch kein ausreichend großes Vermögen besitzt, kommt daher nicht umhin, mithilfe einer freiwilligen Pflegezusatzversicherung für den Ernstfall vorzusorgen. Dafür stehen grundsätzlich drei Modelle zur Verfügung: Private Krankenversicherer bieten wahl - weise ein Pflegetagegeld und/ oder eine Pflegekostenversicherung an, Lebensversicherer eine Pflegerentenpolice.

ÖKO-TEST hat alle drei Vertragsvarianten unter die Lupe genommen und bei 41 Versicherern nicht nur die Preise für den Abschluss von Mann oder Frau bei jeweils fünf unterschiedlichen Einstiegsaltern (mit 35, 45, 55, 60 und 65 Jahren) verglichen, sondern vor allem das Leistungsspektrum der über 650 getesteten Tarife bewertet. Die Tabellen im Heft enthalten mit Ausnahme der Pflegerenten daher jeweils die Topanbieter, die – gemessen an den heutigen Durchschnittskosten für ambulante und stationäre Pflege – das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in ihrer Gruppe erzielen.

Einen derart umfassenden Schutz für den Pflegefall kann sich vielleicht nicht jeder leisten. Doch Vorsicht: Mit deutlich niedrigeren Leistungen sollten sich Versicherungswillige nicht zufriedengeben. Zwar sind auch bei den Pflege-Zusatzversicherungen inzwischen verlockend klingende Billigangebote auf dem Markt. Dabei ist das Leistungsspektrum aber minimal. So zahlen einige Versicherungen nur, wenn der Kunde Schwerstpflegefall in Pflegestufe III ist. In diese höchste Pflegestufe werden aber gerade mal 13 Prozent von den derzeit rund 1,9 Millionen Pflegebedürftigen eingestuft. Das Gros der Pflegebedürftigen – knapp eine Million oder 51 Prozent aller Fälle – erhält Leistungen nach Pflegestufe I, weitere 35 Prozent nach Pflegestufe II. Doch in diesen statistisch deutlich häufiger auftretenden Fällen leisten die Billigtarife nicht.

Das Testergebnis

• Die volle Übernahme der Restkosten, die dem Pflegebedürftigen nach Abzug der Leistung aus der gesetzlichen oder privaten Pflegepflichtversicherung verbleiben, lässt sich mit allen drei Vertragsvarianten der Pflegezusatzversicherung erreichen. Allerdings sind die Preise dafür extrem unterschiedlich, weil der Versicherte auch höchst unterschiedliche Leistungen erhält.
• Die Pflegekostenversicherung, die nur von neun Versicherern angeboten wird, übernimmt grundsätzlich nur die tatsächlich anfallenden Pflegekosten. Die Leistung ist also in der Regel zweckgebunden. Anders beim Pflegetagegeld. Hier zahlt der Versicherer einen fest vereinbarten Tagessatz, wenn der Versicherte zum Pflegefall wird. Über das Geld kann der Versicherte meist frei verfügen.
• Bei der Pflegerente erhält der Versicherte monatlich eine zuvor fest vereinbarte Rente, die durch Überschusserträge möglicherweise noch aufgepolstert wird. Wie er das Geld einsetzt, bleibt ihm überlassen. Er kann daher ebenfalls frei entscheiden, wie er die Pflege organisiert: Ob er in der eigenen Wohnung, im Heim, in einer Einrichtung für betreutes Wohnen oder in einer Senioren- WG leben will.

Gemischte Gefühle. Mit dem Fortschreiten der Jahre steigt das Risiko zum Pflegefall zu werden.


Die Pflegekostenpolice

• Die auf den ersten Blick preisgünstigste Variante bei den Pflege-Zusatzversicherungen ist die Pflegekostenpolice. Allerdings übernimmt der Versicherer hier auch nur die tatsächlichen Restkosten, die nach Vorleistung der gesetzlichen Pflegeversicherung noch offen sind. Über diese Restkosten müssen die Versicherten dem privaten Versicherer einen Nachweis erbringen.
• Während eine Rechnung bei ambulanten oder stationären Kosten üblich ist, muss bei Laienpflege eine „Quasi-Rechnung“ angefertigt werden. Sie wird halbjährlich, bei Pflegestufe III vierteljährlich, durch eine Ortsbesichtigung von einem zugelassenen Pflegedienst erstellt und an die private Versicherung weitergeleitet (§ 37 Abs. 3 SGB XI). Erstattet wird aber nur der vereinbarte Prozentbetrag jener Leistung, die auch die staatliche Pflegepflichtversicherung bei Laienpflege vorsieht. Das ist deutlich weniger als der Versicherer bei professioneller häuslicher Pflege leisten muss. Folglich lohnt sich die Police in erste Linie für Versicherte, die später professionelle Pflege in Anspruch nehmen wollen.
• Weiteres Manko: Da die Versicherungsleistung an die Vorleistung der gesetzlichen Pflegeversicherung gekoppelt ist, steigt der Preis der Police, wenn sich der Leistungsumfang der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung erhöht – also spätestens mit Verabschiedung der Pflegereform und später dann mit der geplanten Dynamisierung der staatlichen Leistungen.

• Daneben hängt der Preis vor allem von der vereinbarten Leistung ab. Bei den von ÖKO-TEST untersuchten Pflegekostentarifen stockt der Versicherer die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung um einen bestimmten Prozentsatz auf oder legt einen Höchstbetrag fest. Der Versicherte kann also selbst bestimmen, wie hoch die Leistung seiner Zusatzversicherung sein soll. Wer die vollen Restkosten im Pflegefall ersetzt haben will, wählt einen Tarif, der die Leistung der staatlichen Pflegekasse um 140 bis 160 Prozent aufstockt.
• Ob dieser Leistungsumfang dauerhaft ausreicht, kann aber erst die Zukunft zeigen. Das Problem: Wenn die Festbeträge der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht steigen, wohl aber die Kosten der Pflegedienste oder der Heime, dann schließt auch eine Pflegekostenversicherung mit 140 bis 160 Prozent Leistung die Pflegelücke nicht ganz.
• Alternativ kann eine Leistung bis zu 200 Prozent des Satzes aus der staatlichen Pflegekasse vereinbart werden. Bei solchen Hochleistungstarifen besteht aber immer die Gefahr der Überversicherung. Der Grund: Liegen die gesamten Pflegekosten nämlich unter den versicherten Restkosten, wird also der Erstattungshöchstbetrag nicht ausgeschöpft, dann verfällt das Restguthaben.
• Trotzdem weisen Hochleistungstarife das beste Preis- Leistungs-Verhältnis auf. Das gilt zum Beispiel für den ARAGTarif 689, der 180 Prozent der Kosten nach Vorleistung der gesetzlichen Kasse leistet und den Tarif PZ/20 der Continentalen (200 Prozent).
• Zwar liegen die Tarife bei den anfallenden Kosten alle zwischen „sehr hoch“ und „hoch“, doch ihr Leistungsumfang ist gleichzeitig „sehr gut“. Je nach Altersstufe und Geschlecht wech - seln sich die Tarife in der Preisführerschaft ab.
• Alternativ leisten die DKV, die Gothaer und die Mannheimer die Restkosten bis zu einem Höchstbetrag. Während der DKV-Tarif viel zu wenig leistet, können sich Gothaer und Mannheimer unter die Top Ten platzieren. Bei der Gothaer liegt dies vor allem daran, weil in Pflegestufe III sehr viel gezahlt wird. Grundsätzlich sind die Tarife für Verbraucher schwer verständlich. Das gilt vor allem für das Angebot der Mannheimer. Mit einem Höchstbetrag von 50.000 Euro wird eine Superleistung suggeriert. Doch gibt es eine Selbstbeteiligung von 20 Prozent. Richtig wirksam wird der Tarif nur, wenn die Pflege besonders teuer ist. Fallen nur durchschnittliche Restkosten an, ist das Angebot bestenfalls ausreichend.
• Wem die Kosten für einen Hochleistungstarif zu teuer sind, der kann mit einem 100-Prozent-Tarif sparen. Die Leistungen werden dann auf zusätzliche 1.432 Euro in der Pflegestufe III geschmälert. Gleichzeitig fallen die aktuellen Beiträge deutlich günstiger aus. Das so ersparte Geld könnte gewinnbringend für die Altersvorsorge angelegt werden und stände auch im Pflegefall frei zur Verfügung.

Die Qualität der Pflege kann leider auch von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln abhängen.


Foto: Signal Iduna

Entspannteres Alter. Mit der richtigen Versicherung vermeidet man finanzielle Sorgen.


Die Pflegetagegeldversicherung

• Beim Pflegetagegeld ist der Versicherte dagegen nicht an die Vorleistung der staatlichen Pflegekasse gebunden. Vielmehr erhält er im Pflegefall einen monatlichen Geldbetrag, der bei Vertragsabschluss frei vereinbart werden kann.
• Den vollen Tagessatz zahlen die meisten Versicherten allerdings erst in der Pflegestufe III. In den beiden ersten Pflegestufen gibt es dagegen meistens nur einen Teil des Tagessatzes. Der wird bei einigen Versicherern aber auf die volle Summe aufgestockt, falls eine Heimpflege erforderlich ist. Bei den meisten Anbietern kann der Versicherte das Tagegeld völlig frei verwenden – unabhängig davon, wer die Pflege übernimmt. Das Geld kann sogar eingesetzt werden, um Leistungen zu bezahlen, die streng genommen nicht zur Pflege gehören. Das kann ein „Dankeschön“ für den Nachbarn sein, der die Einkäufe erledigt, oder für den Studenten, der den Hund Gassi führt.
• Das Tagegeld lässt dem Versicherten also mehr Entscheidungsfreiheit als ein Pflegekostentarif. Das kann ein großes Plus sein. Schließlich kann kaum jemand heute schon präzise sagen, wie, wo und von wem er im Ernstfall später einmal gepflegt werden möchte. Dafür ist diese Vertragsvariante im Schnitt aber auch einen Tick teurer als die reine Pflegekostenversicherung. Das gilt zumindest, wenn der Vertrag erst im fortgeschrittenen Lebensalter abgeschlossen wird.
• Wer sämtliche Restkosten bei ambulanter oder stationärer Pflege in allen drei Pflegestufen abgedeckt wissen will, muss darauf achten, dass der Tarif ausreichende Leistungen vorsieht. Dies ist in allen Modellfällen derzeit gegeben, wenn von dem vereinbarten Tagegeld (50 Euro) in Pflegestufe I wenigstens 30 Prozent, in Pflegestufe II 70 Prozent und in Pflegestufe III 100 Prozent gezahlt werden. Gegebenenfalls kann die Leistung bei ambulanter Pflege auch fünf bis zehn Prozentpunkte niedriger sein, sofern der Versicherer bei notwendiger stationärer Pflege die Leistung aufstockt.
• Damit das Geld auch noch reicht, wenn die Pflegekosten weitersteigen, sollte der Tarif eine sogenannte Dynamik enthalten. Dann hat der Versicherte die Möglichkeit, den Tagegeldsatz bei Bedarf zu erhöhen, ohne sich einer erneuten Gesundheitsprüfung unterziehen zu müssen.

• Ein derart guter Schutz muss nicht unbedingt teuer sein. Ein 35-jähriger Mann muss dafür im Minimum 11,95 Euro hinlegen, wie bei dem Tarif PET 50, den die AOK Rheinland und die AOK Hamburg zusammen mit der DKV aufgelegt haben. Der Tarif bietet ein durchweg gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wobei in Pflegestufe I bei ambulanter Pflege 25 Prozent, in Pflegestufe II 50 Prozent und in Pflegestufe III 75 Prozent des Tagegeldes gezahlt werden. Bei stationärer Pflege wird das Tagegeld in allen Stufen auf jeweils 100 Prozent aufgestockt.
• Bei den anderen zehn Anbietern mit guter bis sehr guter Leistung müssen auch 35-Jährige etwas tiefer in die Tasche greifen. Bei Spitzenanbietern mit erstklassiger Leistung, wie der Provinzial Krankenversicherung, Hannover, kostet das Tagegeld 15,50 Euro, bei der DEVK 18,40 Euro und der DBVWinterthur 20,20 Euro.
• Für Frauen ist Pflegetagegeld rund 30 bis 70 Prozent teurer. Weil sie laut Statistik länger leben als Männer, wird das Risiko, zum Pflegefall zu werden, bei ihnen erheblich höher eingeschätzt. Das schlägt sich in den Prämien nieder.
• Wer nicht mehr jung ist, muss allerdings deutlich tiefer in die Tasche greifen: Mit 60 Jahren zahlen Männer für den gleichen Schutz zum Beispiel schon fast vier Mal so viel wie mit 35. Mehr noch: Bei Älteren sind oft bereits Vorerkrankungen vorhanden, die die Prämie weiter in die Höhe schrauben. Außerdem gilt: Wer zu lange mit dem Abschluss der Police wartet, läuft zudem Gefahr, gar keinen Vertrag mehr zu erhalten. Denn bei Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Pflegerisiko bergen, wie Diabetes, Osteoporose, nach einem Schlaganfall, bei Herzleiden, Krebserkrankungen oder auch bei psychischen Erkrankungen, lehnen viele Versicherer die Vertragsannahme rundweg ab. Das gilt übrigens nicht nur für Pflegetagegeldtarife, sondern für alle Zusatzpolicen.
• Wartet Frau bis 60 mit dem Abschluss, muss sie mit Monatsprämien von 68 bis 124 Euro schon das Vier- bis Sechsfache ausgeben wie mit 35. Deshalb sollte sich Frau besser jung absichern oder privates Vermögen für den Ernstfall ansparen.
• Auch beim Pflegetagegeld gibt es zudem „Hochleistungstarife“. So zahlen die Continentale in ihrem neuen Tarif PKT und die Inter Versicherung, Tarif PTN 100, in allen Pflegestufen unabhängig von ambulanter oder stationärer Pflege jeweils 100 Prozent des Tagegeldsatzes. Diese weit überdurchschnittliche Leistung hat aber auch einen stolzen Preis.
• Vor allem die Inter lässt sich das hervorragende Leistungsspektrum mit Prämien von zum Beispiel 58,30 Euro für den 45- jährigen Mann und 91,15 Euro für die gleichaltrige Frau außerordentlich teuer vergüten. Bei älteren Versicherungsnehmern steigt die Prämie sogar bis auf 169,75 Euro für den 65-jährigen Mann und 253,65 Euro für eine gleichaltrige Frau. Ob sich ein derart teuerer Tarif noch lohnt, muss jeder selbst abwägen. Soll das Geld für professionelle Pflege eingesetzt werden, reicht im Zweifel ein Pflegekosten-Hochleistungstarif, der gerade im Alter oft deutlich günstiger ist.

Die Pflegerente

• Bei der Pflegerente erhält der Versicherte im Ernstfall eine fest vereinbarte Monatsrente. Auch dieses Geld kann frei verwendet und sowohl für Pflegeals auch für Serviceleistungen ausgegeben werden. Ähnlich wie beim Tagegeld wird die volle Pflegerente meist erst ab Pflegestufe III gezahlt. In Pflegestufe I und II gibt es entweder gar keine oder nur Teile der Pflegerente.
• Allerdings werden bei der Pflegerente sowohl der Beitrag als auch der Leistungsumfang und die Leistungsbedingungen bei Vertragsabschluss festgeschrieben. Das bedeutet: Im Gegensatz zur Tagegeld- und der Kostenpolice ist die Pflegerente beitragsstabil.
• Dafür müssen die Kunden aber hinnehmen, dass bei einer Pflegerentenversicherung auch die Leistungen am Tag des Vertragsschlusses „fest geschrieben“ werden. Das gilt zumindest, wenn die Leistungsprüfung nur nach dem gesetzlichen Recht, also dem Sozialgesetzbuch erfolgt. Praktisch könnte somit, wenn der Gesetzgeber die Leistungen ausweitet, keine Leis tung aus der privaten Pflege rente erfolgen, obwohl der Versicherte eine gesetzliche Pflegestufe erhält. Dies trifft zum Beispiel für die Produkte der Neuen Leben und der Nürnberger zu.
• Die Pflegerente ist ein sehr junges Produkt. Noch gibt es wenige Anbieter und die Preise sind relativ hoch. Auf dem Siegertreppchen stehen der Pflegeschutz der Delta Lloyd, der für Männer die Traumnote 1,6 erhält und in der Gesamtbewertung die Note „sehr gut“ nur ganz knapp verfehlt. Bei den Frauen erreicht das Produkt eine Note von 1,65. Platz zwei erreicht der Volkswohlbund mit den Noten 1,65 für Männer und 1,8 für Frauen.
• Unterm Strich ist die Pflegerente aber zweifelsohne die teuerste Variante unter den Pflegezusatzversicherungen – und zwar ohne signifikant bessere Leistungen zu bieten. Vorsorgewillige sollten daher sorgfältig prüfen, ob sich der Vertragsabschluss lohnt. Das gilt vor allem für Frauen, die hier besonders teuer zur Kasse gebeten werden. So müsste eine 35-Jährige für eine Pflegerente von 1.500 Euro bei einem guten Anbieter rund 70 Euro Monatsbeitrag zahlen. Zum Vergleich: Würde sie das Geld alternativ auf einen privaten Sparplan mit vier Prozent Zinsen einzahlen, stünde ihr im pflegerelevanten Alter von 80 Jahren genügend Kapital zur Verfügung, um sich – für die durchschnittliche Pflegedauer von 6,5 Jahren – selbst eine monatliche Pflegerente von 1.500 Euro zu finanzieren. Nur das Risiko, schon mit 60 oder 65 vorzeitig zum Pflegefall zu werden, wäre nicht abgedeckt. Diese Versorgungslücke lässt sich aber schon für ein Viertel des Pflegerentenbeitrags über eine Pflegekosten- oder Pflegetagegeldpolice schließen.

Bei Vorerkrankungen der Versicherten federn die Kassen ihr höheres Risiko durch saftige Prämienzuschläge ab.


Foto: AOK Mediendienst

Anmerkungen: 1) Die Beitragszahlung bei Eintritt mit 35 endet mit 85 Jahren; bei Eintritt ab 45 mit 90 Jahren; Leistungsprüfung: Verlust allgemeiner Fähigkeiten des täglichen Lebens (ADL). 2) Überschüsse werden als zusätzlicher Bonus mit der Leistung verrechnet. Derzeit gelten in Stufe I 12,5 Prozent; in II 25 Prozent, in III 50 Prozent. Die Beiträge sind garantiert. 3) Überschüsse werden als zusätzlicher Bonus mit der Leistung verrechnet. Derzeit gelten in Stufe I 12,5 Prozent; in II 25 Prozent, in III 50 Prozent. Die Beiträge sind garantiert. Bei Tod Beitragsrückgewähr. 4) Leistungsprüfung: Verlust allgemeiner Fähigkeiten des täglichen Lebens (ADL).
Anforderungen an den Tarif: Ausgewählt zum Test wurden grundsätzlich alle uns bekannten Pflegerentenversicherungen, die unabhängig vom Bestehen einer anderen Versicherung beim jeweiligen Anbieter abgeschlossen werden können. Darüber muss es möglich sein, die Pflegestufen analog zur gesetzlichen Pflegepflichtversicherung einzuteilen. Der Tarif muss bei Vorliegen von Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bzw. der privaten Pflegepflichtversicherung bzw. eines Gutachtens des Medizinischen Dienstes oder bei einer ärztlichen Untersuchung, die den Verlust von Grundfähigkeiten (Activities of daily living – ADL) bescheinigt, zahlen. Für alle Tarife wurde eine einheitliche Monatsrente von 1.500 Euro unterstellt. Ermittelt wurden die Monatsbeiträge, die jeweils ein Mann und eine Frau zu zahlen haben, wenn sie die Versicherung im Alter von 35, 45, 55, 60 und 65 Jahren abschließen.
Legende: Tarife mit dem gleichen Rang sind nach der Durchschnittsnote aufgeführt. Für das Ranking wurden sowohl der Leistungsumfang des jeweiligen Tarifs als auch die Kosten in den verschiedenen Modellfällen separat bewertet und anschließend zu einer Gesamtnote gebündelt. Dabei ging die Note für die Leistung zu 75 Prozent und die Note für die Beitragskosten zu 25 Prozent in die Gesamtnote ein.

Zur Ermittlung der Note bei den Kosten wurden die Monatsbeiträge im jeweiligen Modellfall ermittelt. Anschließend wurde die Differenz zwischen günstigstem und teuerstem Monatsbeitrag gebildet und in sechs gleiche Klassen geteilt (sehr niedrig, niedrig, mäßig, erhöht, hoch, sehr hoch). Zwei extrem teuere Tarife mit weit über den Anforderungen liegendem Leistungsumfang (100 Prozent Tagegeld in allen Pflegestufen) blieben bei der Klassenbildung außen vor. Für die Leistungsbewertung wurden bei allen Tarifen Punkte für die Leistungen in den einzelnen Pflegestufen vergeben, anschließend addiert und ebenfalls in sechs gleiche Klassen unterteilt. Dabei wurden die Leistungen der Anbieter für jede einzelne Pflegestufe sowie für die ambulante und stationäre Pflege separat berechnet und mit der jeweiligen statistischen Häufigkeit, in diese Pflegestufe zu fallen (Zahl der Pflegefälle in der jeweiligen Stufe in Relation zur Gesamtzahl der Pflegebedürftigen), gewichtet. Datenbasis zur Berechnung der prozentualen Gewichtung der Pflegestufen bildet die Pflegestatistik des Bundesministeriums für Gesundheit per 31. 12. 2005. Sofern der Tarif eine Beitragsfreistellung im Pflegefall vorsieht, wurde die entsprechende Beitragsersparnis in Tagessätze umgerechnet und in der jeweiligen Stufe zum vereinbarten Tagegeld addiert. Sofern der Tarif eine Einmalzahlung bei erstmaliger Pflegebedürftigkeit vorsieht, wurde diese ebenfalls in Tagessätze umgerechnet. Zusatzpunkte gab es, falls die volle Leistung der jeweiligen Stufe auch bei Laienpflege gezahlt wird (1 Punkt) und falls der Tarif Assistanceleistungen, wie die Benennung und Vermittlung von Dienstleistern für häusliche Pflege (einschließlich Servicedienstleister für Essen auf Rädern, Putzhilfen etc.) sowie die Benennung und Vermittlung von Pflegeheimplätzen, vorsieht (1 Punkt). Maximal konnten hier also 2 Zusatzpunkte erreicht werden. Abstriche (maximal 3 Punkte) gab es, sofern der jeweilige Tarif keine dynamische Anpassung des Tagegeldes vorsieht bzw. dies nur mit erneuter Wartezeit für die erhöhte Leistung und neue Risikoprüfung zulässt. Zur Ermittlung der Leistungsnote wurden die Punkte aus allen Leistungsgruppen addiert und die Gesamtzahl anhand der höchsten und der niedrigsten erreichten Punktzahl in der jeweiligen Fallgruppe in sechs gleiche Klassen geteilt. Anbieter mit der höchsten Punktzahl wurden bei der Leistung auf Note 1 (sehr gut) eingestuft, die mit der schlechtesten auf Note 6 (ungenügend).
Testmethode: Sämtliche Tarifdaten wurden durch eine Abfrage bei den Unternehmen ermittelt und den Anbietern danach zur Plausibilitätsprüfung und zur Verifizierung zurückgespielt. Die abschließende Auswahl der Kriterien und das abschließende Ranking der Tarife wurden von ÖKO-TEST vorgenommen.
Erstveröffentlichung: ÖKO-TEST-Magazin 10/2007. Aktualisierung der Testergebnisse, sofern Anbieter Änderungen mitgeteilt haben.Anbieterverzeichnis: siehe S. 124.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Anmerkungen: 1) Plausibilitätsprüfung der Daten konnte nicht erfolgen. Versicherer verweigerte die Teilnahme. Die Testergebnisse sind daher mit Unsicherheit belastet.
Anforderungen an den Tarif: Ausgewählt zum Test wurden grundsätzlich nur Pflegetagegeldzusatzversicherungen, die unabhängig vom Bestehen einer Krankenversicherung beim jeweiligen Anbieter abgeschlossen werden können. Darüber hinaus müssen die Anbieter die Pflegestufen analog zur gesetzlichen Pflegepflichtversicherung einteilen; Leistungen für vollstationäre Pflege in einem Pflegeheim mindestens ab Pflegestufe II bieten, Leistungen für professionelle häusliche Pflege mindestens in den Pflegestufen II und III erbringen und dabei auch für Laienpflege zahlen, bei Vorliegen von Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bzw. der privaten Pflegepflichtversicherung bzw. eines Gutachtens des Medizinischen Dienstes ihre Leistung erbringen, sodass keine zusätzlichen ärztlichen Untersuchungen notwendig sind. Für alle Tarife wurde ein einheitliches Pflegetagegeld von 50 Euro pro Tag unterstellt. Ermittelt wurden die Monatsbeiträge, die jeweils ein Mann und eine Frau zu zahlen haben, wenn sie die Versicherung im Alter von 35, 45, 55, 60 und 65 Jahren abschließen. Um identische Alterszuordnungen zu erhalten, wurde als Geburtstag jeweils der 1. 10. des betreffenden Geburtsjahres angenommen und als Versicherungsbeginn der 1. 10. 2007 unterstellt.

Legende: Tarife mit dem gleichen Rang sind nach der Durchschnittsnote aufgeführt. Für das Ranking wurden sowohl der Leistungsumfang des jeweiligen Tarifs als auch die Kosten in den verschiedenen Modell fällen separat bewertet und anschließend zu einer Gesamtnote gebündelt. Dabei ging die Note für die Leistung zu 75 Prozent und die Note für die Beitragskosten zu 25 Prozent in die Gesamtnote ein. (Beispiel Komforttarif Frau 45: Note 1 [sehr gut] bei der Leistung mal 0,75 [0,75 Punkte] und Note 4 [Kosten erhöht] beim Monatsbeitrag mal 0,25 [1,0 Punkte] ergibt insgesamt 1,75 Punkte und damit Rang 2.) Zur Ermittlung der Note bei den Kosten wurden die Monatsbeiträge im jeweiligen Modellfall ermittelt. Anschließend wurde die Differenz zwischen günstigstem und teuerstem Monatsbeitrag gebildet und in sechs gleiche Klassen geteilt (sehr niedrig, niedrig, mäßig, erhöht, hoch, sehr hoch). Zwei extrem teuere Tarife mit weit über den Anforderungen liegendem Leistungsumfang (100 Prozent Tagegeld in allen Pflegestufen) blieben bei der Klassenbildung außen vor. Die Werte wurden als statistische Ausreißer in die Klasse „sehr hoch“ eingestuft. Für die Leistungsbewertung wurden bei allen Tarifen Punkte für die Leistungen in den einzelnen Pflegestufen vergeben, anschließend addiert und ebenfalls in sechs gleiche Klassen unterteilt. Dabei wurden die Leistungen der Anbieter für jede einzelne Pflegestufe sowie für die ambulante und stationäre Pflege separat berechnet und mit der jeweiligen statistischen Häufigkeit, in diese Pflegestufe zu fallen (Zahl der Pflegefälle in der jeweiligen

Stufe in Relation zur Gesamtzahl der Pflegebedürftigen), gewichtet. Datenbasis zur Berechnung der prozentualen Gewichtung der Pflegestufen bildet die Pflegestatistik des Bundesministeriums für Gesundheit per 31. 12. 2005. (Beispiel: Eine Tagegeldleistung von 30 Prozent in Pflegestufe I bei ambulanter Pflege entspricht im Modellfall umgerechnet 15 Euro; multipliziert mit 38,39 Prozent macht 5,83 Punkte für die Tagegeldleistung bei häuslicher Pflege in Pflegestufe I). Sofern der Tarif eine Beitragsfreistellung im Pflegefall vorsieht, wurde die entsprechende Beitragsersparnis in Tagessätze umgerechnet und in der jeweiligen Stufe zum vereinbarten Tagegeld addiert. Sofern der Tarif eine Einmalzahlung bei erstmaliger Pflegebedürftigkeit vorsieht, wurde diese ebenfalls in Tagessätze umgerechnet.
Zusatzpunkte gab es, falls die volle Leistung der jeweiligen Stufe auch bei Laienpflege gezahlt wird (1 Punkt) und falls der Tarif Assistanceleistungen, wie die Benennung und Vermittlung von Dienstleistern für häusliche Pflege (einschließlich Servicedienstleister für Essen auf Rädern, Putzhilfen etc.) sowie die Benennung und Vermittlung von Pflegeheimplätzen, vorsieht (1 Punkt). Maximal konnten hier also 2 Zusatzpunkte erreicht werden. Abstriche (maximal 3 Punkte) gab es, sofern der jeweilige Tarif keine dynamische Anpassung des Tagegeldes vorsieht bzw. dies nur mit erneuter Wartezeit für die erhöhte Leistung und neue Risikoprüfung zulässt.
Zur Ermittlung der Leistungsnote wurden die Punkte aus allen Leistungsgruppen addiert und die Gesamtzahl anhand der höchsten und der niedrigsten erreichten Punktzahl in der jeweiligen Fallgruppe in sechs gleiche Klassen geteilt. Anbieter mit der höchsten Punktzahl wurden bei der Leistung auf Note 1 (sehr gut) eingestuft, die mit der schlechtesten auf Note 6 (ungenügend). Zwei Tarife mit weit über den Anforderungen liegendem Leistungsumfang (100 Prozent Tagegeld in allen Pflegestufen, auch ambulant) blieben bei der Klassenbildung außen vor. Die Werte wurden als statistische Ausreißer mit der Note sehr gut bewertet.
Testmethode: Sämtliche Tarifdaten wurden dem Programm Kvpro, Version 5.12H, des Versicherungsanalysehauses Kvpro.de GmbH entnommen und den Anbietern danach zur Plausibilitätsprüfung und zur Verifizierung zurückgespielt. Die abschließende Auswahl der Kriterien und das abschließende Ranking der Tarife wurden von ÖKO-TEST vorgenommen.Erstveröffentlichung: ÖKO-TEST-Magazin 10/2007. Aktualisierung der Testergebnisse, sofern Anbieter Änderungen mitgeteilt haben.Anbieterverzeichnis: siehe S. 124.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Anmerkungen: 1) Plausibilitätsprüfung der Daten konnte nicht erfolgen. Versicherer verweigerte die Teilnahme. Die Testergebnisse sind daher mit Unsicherheit belastet. 2) Teilweise konnte eine Plausibilitätsprüfung der Daten nicht erfolgen. Anbieter machte keine ergänzenden Angaben. Die Testergebnisse sind deshalb mit Unsicherheit belastet. 3) Ersetzt werden von der Gesamtrechnung 80 Prozent minus Vorleistung der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Jahreshöchstsumme beträgt 50.000 Euro. Berechnet wurden zwei Modellfälle. Im 1. Fall wurden die wahrscheinlichen Restkosten in vollstationärer Pflege und ambulanter Pflege laut einer Auswertung des BMGS zugrunde gelegt. Im zweiten Fall wurden die um 50 Prozent erhöhten wahrscheinlichen Restkosten in vollstationärer Pflege und ambulanter Pflege laut einer Auswertung des BMGS zugrunde gelegt. Im ersten Fall erreicht der Tarif der Mannheimer nur die Gesamtnote 4.03. Im zweiten Fall die Gesamtnote 2,53 – und damit einen Platz unter den ersten zehn Tarifen. 4) Statt einer prozentualen Beteiligung sieht der Tarif Jahreshöchstsummen von 12.276 Euro in Stufe I, 15.248 Euro in Stufe II und 18.408 Euro in Stufe III vor. Bei häuslicher Pflege durch Laien gibt es ein Tagegeld von 10,25 Euro in Stufe I, 20,50 Euro in Stufe II und 26,60 Euro in Stufe III.
Anforderungen an den Tarif: Ausgewählt zum Test wurden grundsätzlich nur Pflegekostenzusatzversicherungen, die unabhängig vom Bestehen einer Krankenversicherung beim jeweiligen Anbieter abgeschlossen werden können und die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung um einen bestimmten Prozentsatz oder Höchstbetrag, der bei Vertragsabschluss festgelegt wird, aufstocken. Darüber muss es möglich sein, die Pflegestufen analog zur gesetzlichen Pflegepflichtversicherung einzuteilen; der Tarif muss Leistungen für vollstationäre Pflege in einem Pflegeheim mindestens ab Pflegestufe II bieten, Leistungen für professionelle häusliche Pflege mindestens in den Pflegestufen II und III bringen und dabei auch für Laienpflege zahlen, bei Vorliegen von Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bzw. der privaten Pflegepflichtversicherung bzw. eines Gutachtens des Medizinischen Dienstes seine Leistung erbringen, sodass keine zusätzlichen ärztlichen Untersuchungen notwendig sind. Ermittelt wurden die Monatsbeiträge, die jeweils ein Mann und eine Frau zu zahlen haben, wenn sie die Versicherung im Alter von 35, 45, 55, 60 und 65 Jahren abschließen. Um identische Alterszuordnungen zu erhalten, wurde als Geburtstag jeweils der 2. 10. des betreffenden Geburtsjahres angenommen und als Versicherungsbeginn der 01. 12. 2007 unterstellt.
Legende: Tarife mit dem gleichen Rang sind nach der Durchschnittsnote aufgeführt. Für das Ranking wurden sowohl der Leistungsumfang des jeweiligen Tarifs als auch die Kosten in den verschiedenen Modellfällen separat bewertet und anschließend zu einer Gesamtnote gebündelt. Dabei ging die Note für die Leistung zu 75 Prozent und die Note für die Beitragskosten zu 25 Prozent in die Gesamtnote ein.
Zur Ermittlung der Note bei den Kosten wurden die Monatsbeiträge im jeweiligen Modellfall ermittelt. Anschließend wurde die Differenz zwischen günstigstem und teuerstem Monatsbeitrag gebildet und in sechs gleiche Klassen geteilt (sehr niedrig, niedrig, mäßig, erhöht, hoch, sehr hoch).
Für die Leistungsbewertung wurden bei allen Tarifen Punkte für die Leistungen in den einzelnen Pflegestufen vergeben, anschließend addiert und ebenfalls in sechs gleiche Klassen unterteilt. Dabei wurden die Leistungen der Anbieter für jede einzelne Pflegestufe sowie für die ambulante und stationäre Pflege separat berechnet und mit der jeweiligen statistischen Häufigkeit, in diese Pflegestufe zu fallen (Zahl der Pflegefälle in der jeweiligen Stufe in Relation zur Gesamtzahl der Pflegebedürftigen), gewichtet. Datenbasis zur Berechnung der prozentualen Gewichtung der Pflegestufen bildet die Pflegestatistik des Bundesministeriums für Gesundheit per 31. 12. 2005. Sofern der Tarif eine Beitragsfreistellung im Pflegefall vorsieht, wurde die entsprechende Beitragsersparnis in Tagessätze umgerechnet und in der jeweiligen Stufe zum vereinbarten Tagegeld addiert. Sofern der Tarif eine Einmalzahlung bei erstmaliger Pflegebedürftigkeit vorsieht, wurde diese ebenfalls in Tagessätze umgerechnet.
Zusatzpunkte gab es, falls die volle Leistung der jeweiligen Stufe auch bei Laienpflege gezahlt wird (1 Punkt) und falls der Tarif Assistanceleistungen, wie die Benennung und Vermittlung von Dienstleistern für häusliche Pflege (einschließlich Servicedienstleister für Essen auf Rädern, Putzhilfen etc.) sowie die Benennung und Vermittlung von Pflegeheimplätzen, vorsieht (1 Punkt). Maximal konnten hier also 2 Zusatzpunkte erreicht werden. Abstriche (maximal 3 Punkte) gab es, sofern der jeweilige Tarif keine dynamische Anpassung des Tagegeldes vorsieht bzw. dies nur mit erneuter Wartezeit für die erhöhte Leistung und neue Risikoprüfung zulässt.
Zur Ermittlung der Leistungsnote wurden die Punkte aus allen Leistungsgruppen addiert und die Gesamtzahl anhand der höchsten und der niedrigsten erreichten Punktzahl in der jeweiligen Fallgruppe in sechs gleiche Klassen geteilt. Anbieter mit der höchsten Punktzahl wurden bei der Leistung auf Note 1 (sehr gut) eingestuft, die mit der schlechtesten auf Note 6 (ungenügend).Testmethode: Sämtliche Tarifdaten wurden dem Programm Kvpro, Version 5.12 H, des Versicherungsanalyse hauses Kvpro.de GmbH entnommen und den Anbietern danach zur Plausibilitätsprüfung und zur Verifizierung zurückgespielt. Die abschließende Auswahl der Kriterien und das abschließende Ranking der Tarife wurden von ÖKO-TEST vorgenommen.Anbieterverzeichnis: siehe S. 124.
Erstveröffentlichung: ÖKO-TEST-Magazin 10/2007. Aktualisierung der Testergebnisse, sofern Anbieter Änderungen mitgeteilt haben.

Unsere Empfehlungen

• Wer die Pflege im Alter individuell gestalten will, bevorzugt das Pflegetagegeld.
• Wer nur die reinen Pflegekosten absichern will, kann zum Kostenerstattungstarif greifen.
• Bei beiden Varianten ist der Preis wichtiger als die Leistung. Deshalb nur Anbieter mit guten bis sehr guten Leistungen wählen.
• Sichern Sie sich frühzeitig ab. Dann ist die Police preiswerter, zudem gibt es weniger Probleme mit der Gesundheitsprüfung.
• Achten Sie darauf, dass die Tarife eine Dynamisierung der Leistung ohne erneute Gesundheitsprüfung zulassen. Denn die Pflegekosten werden künftig weiter steigen.
• Wer 60 oder älter ist, sollte grundsätzlich nur Tarife ohne Wartezeit abschließen.

Kompakt

Wer ist pflegebedürftig?

Auf Antrag statten Gutachter des Medizinischen Dienstes dem Pflegebedürftigen im Auftrag seiner Pflegekasse einen zuvor vereinbarten Hausbesuch ab. Dabei prüfen sie, ob etwaige Voraussetzungen für Leistungen der Pflegekassen vorliegen, welcher konkrete Pflegebedarf bei dem Antragsteller besteht und ob bauliche Veränderungen in der Wohnung die Pflege erleichtern können.

Die Pflegestufen

Pflegestufe I: Als „erheblich pflegebedürftig“ gilt, wer täglich mindestens 45 Minuten Hilfe bei der Grundpflege benötigt und mehrfach wöchentlich Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.
Pflegestufe II: Als „schwer pflegebedürftig“ gilt, wer dreimal täglich zu verschiedenen Zeiten für insgesamt mindestens zwei Stunden Hilfe bei der Grundpflege benötigt und mehrfach pro Woche Hilfe im Haushalt.
Pflegestufe III: Schwerste Pflegebedürftigkeit liegt vor, wenn der Betroffene rund um die Uhr, also auch nachts, versorgt werden muss. Die Hilfe für die Grundpflege muss dabei mindestens vier Stunden täglich betragen, hinzu kommt eine Stunde sonstiger Hilfebedarf und mehrfach pro Woche Hilfe im Haushalt.
Als Härtefall gilt, wer in Pflegestufe III mindestens sieben Stunden täglich gepflegt werden muss – überwiegend im Bereich der Grundpflege.

Kompakt

Über 650 Tarife im Internet

Die detaillierten Testergebnisse aller über 650 untersuchten Tarife können Sie für nur zwei Euro im Internet unter www.oekotest.de –> Testberichte abrufen.
Die Testergebnisse in Tabellenform können Sie direkt als PDF-Datei auf Ihrem Rechner speichern und auch ausdrucken.

Unterhaltspflicht

Können Senioren die Kosten fürs Pflegeheim nicht zahlen, müssen die erwachsenen Kinder finanziell einspringen. Grundsätzlich haften sie mit ihrem gesamten Vermögen für den Unterhalt mittelloser Eltern. Dabei bleibt ihnen zwar ein Selbstbehalt. Bundesweite Berechnungsgrundlagen gibt es jedoch nicht.

Ehegatte zahlt mit

Auch nicht Berufstätige müssen einen Teil der ihnen zu Verfügung stehenden Geldmittel (z. B. Taschengeldanspruch gegenüber dem Ehegatten oder Arbeitslosengeldbezüge) für den Elternunterhalt einsetzen, so weit diese nicht für den eigenen angemessenen Lebensstandard benötigt werden. Das gilt auch, wenn diese Geldmittel gleich oder niedriger als der Selbstbehalt sind, zugleich aber das Einkommen des Ehegatten so hoch ist, dass der Unterhaltspflichtige daraus angemessen unterhalten werden kann (BGH-Urteil vom 15.10.03 – Az. XIII ZR 122/00).