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TEST Pflegezusatzversicherungen: Oft ein teurer Flop


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2017 vom 27.04.2017

Ein privater Pflegezusatzschutz bleibt auch nach der neuesten Reform wichtig. Denn trotz höherer staatlicher Leistungen müssen Betroffene mit einer großen finanziellen Lücke rechnen.Von Uwe Schmidt-Kasparek


Artikelbild für den Artikel "TEST Pflegezusatzversicherungen: Oft ein teurer Flop" aus der Ausgabe 5/2017 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

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Wer einen Teil seiner körperlichen oder geistigen Fähigkeiten verliert, hat das Recht auf Geld vom Staat. Je nach Schwere der Einschränkung erhalten die Betroffenen eine Einstufung in einen Pflegegrad. Je höher die Einstufung, desto mehr Geld zahlt der Staat. Insgesamt gibt es seit Anfang 2017 fünf Pflegegrade statt bisher drei Pflegestufen. Wer nur sehr „gering“ in seinem ...

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... Alltag eingeschränkt ist, bekommt Pflegegrad 1. Wer „erheblich“ in seiner Selbstständigkeit oder Fähigkeiten eingeschränkt ist, erhält bereits den Pflegegrad 2. Schwerste Einschränkungen mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung führen zur höchsten Stufe, dem Pflegegrad 5.

Doch der gesetzliche Schutz bleibt eine „Teilkaskoabsicherung“. Wer beispielsweise in Düsseldorf im historischen Kaiserswerth im „Stammhaus“ der Diakonie gepflegt werden möchte, muss je nach Pflegestufe pro Monat für den Heimaufenthalt zwischen 4.949 und 3.334 Euro zahlen. Trotz staatlicher Leistungen liegt der Eigenanteil bei bis zu 3.210 Euro pro Monat, wie eine Übersicht des Pflegefinders der Betriebskrankenkassen zeigt (www.bkk-pflegefinder.de).

Da geht nicht nur die Rente drauf. Auch die Ersparnisse dürften bald aufgebraucht sein. Betroffene werden dann zum Sozialfall. Das Sozialamt trägt zwar erst einmal die notwendigen Restkosten. Es kann sich aber seine Auslagen von unterhaltspflichtigen Kindern zurückholen. Wer sein Vermögen oder das seiner Familienangehörigen schützen möchte, sollte also eine private Pflegeversicherung abschließen.


Ein schwerer Pflegefall frisst Rente und Vermögen auf


Besonders flexibel ist die Pflegekostentagegeldversicherung. Hier kann der Pflegebedürftige das Geld nach eigenem Gutdünken einsetzen. ÖKO-TEST hat jetzt 139 Tarife von 31 Assekuranzen unter die Lupe genommen. Untersucht wurden Angebote für 35- und 65-jährige Erwachsene sowie für einjährige Kinder. Für Kinder sollte in Pflegegrad 5 mindestens ein Tagegeld von 100 Euro und für Erwachsene von 60 Euro zur Verfügung stehen.

38 Angebote konnten an der Untersuchung nicht teilnehmen, weil sie nicht in ausreichender Höhe leisten oder ältere Kunden den Tarif nicht mehr abschließen können. Der Dortmunder Versicherer Continentale verweigerte die Teilnahme. Die Inter Versicherung und der Münchener Verein sagten ab, weil sie ihre Angebote derzeit überarbeiten.

Das Testergebnis

Mehr Flop als mit Top. Je zwei Tarife Kinder und für 35- und 65-Jährige erreichen den 1. Rang. Weitere drei, fünf und neun Angebote bewerten wir mit dem 2. Rang. Am anderen Ende finden sich insgesamt 53 Tarife auf dem 5. und dem 6. Rang.

Viele Fallstricke in den Bedingungen: Bei den günstigen Tarifen PflegeSTART der Signal Versicherung beispielsweise müssen die Kunden beachten, dass in den Pflegegraden 1 bis 3 nur Leistungen erfolgen, wenn die Pflegebedürftigkeit aus einem Unfall resultiert. Billig und nicht gut ist der Olga flex.RI der Halleschen. Er sei eine „kleine Revolution am Pflegemarkt“ titelt euphorisch der Dienstleister Insuro. Andere schwärmen, der Halleschen sei ein „sauberes und verbraucherfreundliches Tarifwerk gelungen“. ÖKO-TEST hält den Tarif dagegen für gefährlich. Es werden nämlich keine Altersrückstellungen aufgebaut. Daher ist das Angebot gnadenlos günstig. Für unseren 35-jährigen Musterkunden verlangt die Hallesche im Monate ganze 3,60 Euro. Dagegen kostet der leistungsmäßig identische Tarif Olgaflex.AR, der mit Altersrückstellungen kalkuliert ist, mehr als zwölfmal so viel, nämlich 43,80 Euro. Der gefährliche Haken des Sonderangebots: Mit 60 Jahren muss der Kunde in den Olgaflex.AR wechseln und nach heutigem Stand monatlich 138,60 Euro zahlen. In 25 Jahren ist er sicherlich noch erheblich teurer. Das heißt: Gerade wenn das Risiko steigt, zum Pflegefall zu werden, wird der Schutz möglicherweise unbezahlbar. Tarife ohne Altersrückstellungen haben wir daher nicht berücksichtigt.

Kalkulation oft Geheimsache. Ein weiterer Fallstrick, den die Kunden noch viel schwerer erkennen können, ist der Rechnungszins. „Angesichts der Niedrigzinsphase gewinnt der für die Tarifkalkulation verwendete Rechnungszins deutlich an Bedeutung“, erläutert der Versicherungsmathematiker Peter Schramm aus Diethardt im Taunus. Denn ein großer Teil der Prämien wird am Kapitalmarkt angelegt, um Altersrückstellungen aufzubauen. Für die Kalkulation der Prämien wurden die angelegten Gelder jahrzehntelang bei allen Anbietern rechnerisch mit 3,5 Prozent verzinst. Doch angesichts des Zinsverfalls hat die Branche immer mehr Schwierigkeiten, diesen Rechnungszins zu erwirtschaften. Viele Unternehmen haben ihn daher bereits auf unter drei Prozent gesenkt. Wird mit einem geringeren Zins kalkuliert, müssen die Beiträge erhöht werden, damit im Alter das gleiche Kapital zur Verfügung steht. „Für Versicherte ist es also beim Kauf einer Police von Bedeutung, mit welchem Rechnungszins der Tarif kalkuliert wurde. Bei einem hohen rechnerischen Zins ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser gesenkt wird und die Beiträge dann deutlich steigen, jedenfalls sehr hoch“, schätzt Experte Schramm. Das erklärt möglicherweise auch, warum 13 am Test teilnehmende Versicherer – also fast 42 Prozent – uns nicht in die Karten schauen ließen und eine Angabe zum Rechnungszins verweigert haben. Um zu einem fairen Vergleich zu kommen, haben wir in unseren Berechnungen den Rechnungszins und die Weigerung, ihn anzugeben, berücksichtigt.
Pflege-Bahr patzt erneut. Nur der Central.pflege der Central Versicherung schafft es ganz knapp sowohl für einen 35-Jährigen als auch für einen 65-Jährigen auf den dritten Rang. Drei weitere Angebote erreichen den Rang 4. Der Rest – 32 von 37 mit fünf Euro im Monat staatlich geförderte Tarife (Pflege-Bahr) – fällt wie im letzten Test mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Denn sie sind zu teuer und weitere kräftige Preiserhöhungen sind nicht nur nach unserer Einschätzung sehr wahrscheinlich. So warnt die Continentale Versicherung vor einer sogenannten Antiselektion: Gesunde würden ungeförderte abschließen und Kranke den Pflege-Bahr. Der Grund: Für Pflege-Bahr-Tarife gibt es keine Gesundheitsprüfung, die Versicherer müssen jeden nehmen – auch Kunden, die wegen einer Vorerkrankung keine ungeförderte Versicherung mehr bekommen. Daher schätzt die Gothaer Versicherung, dass sich die Konstruktion des Pflegl-uahrs „langfristig negativ auf Sicherheit und Finanzierbarkeit“ auswirkt. „Das nicht planbare Risiko möchten wir unseren Kunden nicht aufbürden“, so der Versicherer. Kommt es ab 2018, wenn die Kunden nach der vorgeschriebenen Wartezeit von fünf Jahren erstmalig Leistungen aus den Bahr-Tarifen erhalten können, zu deutlichen Beitragserhöhungen, dürften die noch gesunden Versicherten in ungeförderte Angebote umsteigen. Kranke sind dann doppelt gefangen. Sie können nicht in freie Tarife umsteigen und müssen weitere Erhöhungen hinnehmen, wenn sich die letzten Gesunden aus dem Kollektiv verabschiedet haben. Nach Meinung des Verbandes der privaten Krankenversicherung hat Pflege-Bahr dennoch eine besondere sozialpolitische Bedeutung. Denn er mache Menschen mit geringem Einkommen oder Vorerkrankungen die private Vorsorge überhaupt erst möglich. Tatsächlich reichen aber die Leistungen der staatlich geförderten Vorsorge hinten und vorne nicht. So erhält aus den Testtarifen ein Versicherter selbst als Schwerstpflegefall im Heim mit Pflegegrad 5 im besten Fall 38 Euro Tagegeld, im schlechtesten Fall sind es nur 20 Euro. Umgerechnet auf den Monat dürften 600 Euro schon gar nicht und 1.140 Euro ebenfalls nicht reichen, um die gesetzliche Pflegelücke zu schließen.


Nur Angebote mit „Preisbremse“ für das Alter sinnvoll


Staatlich geförderte Tarife: magere Leistung – riskanter Preis


Mit einem Tagegeld ist selbst als Pflegefall ein Lächeln möglich! Das Geld kann flexibel für eine bessere Pflege oder als Aufmerksamkeit für helfende Verwandte oder Freunde ausgegeben werden.

Foto: imago/Jochen Tack

Foto: imago/Westend61

Günstige Notfallabsicherung für Kinder. Für ein Kind zahlen die Eltern für eine sehr gute oder gute Absicherung zwischen 11 und 12 Euro. Im höchsten Pflegegrad ermöglicht ein Schutz von 3.000 Euro monatlich, dass ein Elternteil sich weitgehend um das betroffene Kind kümmern kann. Für Kinder ist die private Pflegeversicherung damit die optimale Absicherung für den schlimmsten Fall. „Existenzieller Invaliditätsschutz über eine Pflegeversicherung ist keine schlechte Idee“, bestätigt Georg Pitzl, Versicherungsberater aus Mering bei Augsburg. Denn die Produkte sind extrem günstig, weil das Risiko, dass ein Kind nach Unfall oder Krankheit lebenslang zum Invaliden wird, zum Glück gering ist.


Für Kinder besser eine hohe Absicherung wählen


Anmerkungen: 1) Staatliche geförderter „Pflege-Bahr“-Tarif ohne Gesundheitsprüfung und Abschlusszwang für den Anbieter. Der ausgewiesene Zahlbeitrag wird pro Monat um fünf Euro durch einen staatlichen Zuschuss reduziert.2) Die Barmenia war nicht zu einer Verifizierung der Daten bereit, bot aber den eigenen Internetrechner für eine Überprüfung an. Der Marktbeobachter Softfair aus Hamburg konnte nur einen Teil der Daten – die hier vorliegenden Tarife – prüfen. Da eine Prüfung von dritter Seite erfolgen musste, sind auch diese Daten mit Unsicherheiten behaftet.3) Bei erstmaliger Einstufung in die Pflegegrade 2, 3, 4 oder 5 gibt es eine Sonderzahlung vom bis zu 50-Fachen des versicherten Pflegetagegeldes.4) Bei Pflegegrad 1 und 2 ist die Leistung auf unfallbedingte Pflegebedürftigkeit eingeschränkt. Diese Leistung wurde daher von ÖKOTEST in der Berechnung nicht berücksichtigt.5) Bei Pflegegrad 1, 2 und 3 ist die Leistung auf unfallbedingte Pflegebedürftigkeit eingeschränkt. Diese Leistung wurde daher von ÖKO-TEST in der Berechnung nicht berücksichtigt.6) Der Monatsbeitrag beträgt 13,40 Euro. Ab Pflegegrad 1 wird er um einen Euro gemindert.7) Der Monatsbeitrag beträgt 158,56 Euro. Ab Pflegegrad 1 wird er um einen Euro gemindert.8) Der Monatsbeitrag beträgt 39,88 Euro. Ab Pflegegrad 1 wird er um einen Euro gemindert.9) Ab Pflegegrad 4 wird der Beitrag um 80 Prozent reduziert, ab PG 5 ist der Kunde voll von der Beitragszahlung befreit.10) Eine Einmalzahlung von 2.000 Euro erfolgt bei jeder Ersteinstufung in einen Pflegegrad. Somit sind bis zu 10.000 Euro möglich, sollte der Pflegebedürftige alle Pflegegrade durchlaufen. ÖKO-TEST hat bei seiner Berechnung nur die Einstufung in Pflegegrad 2 berücksichtigt.11) Eine Einmalzahlung von 4.000 Euro erfolgt bei jeder Ersteinstufung in einen Pflegegrad. Somit sind bis zu 20.000 Euro möglich, sollte der Pflegebedürftige alle Pflegegrade durchlaufen. ÖKO-TEST hat bei seiner Berechnung nur die Einstufung in Pflegegrad 2 berücksichtigt.12) Die Wartezeit beträgt nur für die Pflegegrade 1 und 2 drei Jahre. Für höhere Pflegegrade entfällt die Wartezeit. Das gilt auch bei Pflegebedürftigkeit durch Unfall.13) Das Unternehmen gab keinen Rechnungszins an, sondern nannte stattdessen einen „durchschnittlichen Unternehmenszins“ von 3,2 Prozent.
Legende: Tarife mit dem gleichen Rang sind nach Anbieter aufgeführt. Zur Ermittlung des Ranges wurde zunächst eine fiktive Gesamtleistung des Tarifs berechnet, die in eine fiktive Zahlung pro Euro Monatsbeitrag (bei den Pflege-Bahr-Tarifen inklusive des staatlichen Zuschusses von 5,00 Euro pro Monat) umgerechnet wurde. Danach wurde in den jeweiligen Modellfällen (Eintrittsalter 1 Jahr, 35 Jahre, 65 Jahre, aber nicht getrennt nach Klassik- und Pflege-Bahr-Tarifen) die Differenz zwischen höchster und niedrigster Zahlung pro Euro Monatsbeitrag in sechs gleich große Klassen geteilt. Zur Abwertung des so ermittelten Ranges um eine Note führt: eine Wartezeit von mehr als einem Jahr (nicht bei Pflegl-uahr-Tarifen, da bei diesen die Wartezeit wegen des Wegfalls der Gesundheitsprüfung eingeführt wurde). Zur Abwertung um jeweils 0,5 Noten führen: a) keine Dynamisierung bis zum Leistungsfall; b) keine Dynamisierung im Pflegefall; c) eine Wartezeit von einem Jahr. DieTestmethode finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1705“ eingebenStand: März/April 2017.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST rät

Finger weg von staatlich geförderten Pflege-Bahr-Tarifen. Sie sind schon heute teuer. Ab 2018 – nach dem erstmaligen Auslaufen der fünfjährigen Wartezeit – könnte es zu einer Preisexplosion kommen.

Sichern Sie sich frühzeitig ab. Dann ist die Police preiswerter, es gibt weniger Probleme mit der Gesundheitsprüfung und Sie haben länger Schutz.

Eine Pflegeversicherung für Kinder ist eine extrem günstige Absicherung für den Fall der Fälle.

Interview

Foto: Paul Schimweg

„Worst-Case-Szenario“ vermeiden

Christoph Dittrich ist Geschäftsführer softfair GmbH

ÖKO-TEST: Die aktuelle Pflegereform hilft Pflegebedürftigen mit mehr Leistungen. Sind private Pflegezusatzversicherungen nun nicht mehr notwendig?
Dittrich: Die Reform ist ein erheblicher Fortschritt. Ganz besonders für Personen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen. Zum Beispiel für Demenzerkrankte. Allerdings reichen die gesetzlichen Leistungen bei Weitem nicht aus, um die Kosten einer Pflege vollständig zu decken. Sich gegen Pflegebedürftigkeit privat abzusichern, bleibt deshalb weiterhin notwendig.

Ist der Markt der privaten Pflegezusatzversicherung transparenter geworden?
Nein, eine größere Transparenz gibt es meines Erachtens nicht. Gleichzeitig wird dieses hochsensible Thema totgeschwiegen. Wenn man die Zahl der gesetzlich Versicherten mit rund 70 Millionen gegenüberstellt, besitzen gerade einmal drei Prozent der gesetzlich Versicherten eine Pflegezusatzversicherung. Hier herrscht noch absoluter Aufklärungsbedarf.

Warum gestalten die Assekuranzen die Tarife so unterschiedlich?
Jeder Produktanbieter hat eine andere Philosophie, welche Leistungsmerkmale ein Tarif haben soll. Das ist nicht anders als beim Autobauer und der Frage, welche Sonderausstattung im Grundpreis enthalten sein soll. Auch die Frage, ob – und wenn ja – welche Leistungen optional hinzubuchbar sein sollen, wird von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich bewertet.

Wie schwierig ist es in der Praxis das Thema Pflege anzusprechen?
Ich beobachte, dass das Thema aus Kunden- und häufig auch aus Vermittlersicht fest mit dem Worst-Case-Szenario eines schwerkranken, bettlägerigen, bewegungsund kommunikationsunfähigen Patienten verbunden ist. Die Hemmungen, ein solch düsteres Bild am Beratungstisch zu zeichnen, kann man durchaus nachvollziehen. Wichtiger und richtiger finde ich es, das Pflegekostenrisiko in dem Kontext anzusprechen, in dem es sich in erster Linie realisiert. Und das ist weniger im Zusammenhang mit Pflegegrad 5, sondern eher im Bereich der Pflegegrade 1 bis 3. Innerhalb unserer Beratungssoftware bieten wir mit einer umfassenden Bedarfsermittlung die optimale Gesprächsunterstützung.

Die Leistungen der staatlichen Pflegeversicherung

Fünf Pflegegrade gibt es seit 2017 in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Auf Antrag prüft ein Sachverständiger der Krankenversicherung, wie stark die Pflegebedürftigkeit ist. Je stärker körperliche und geistige Fähigkeiten verloren wurden, desto höher fällt der Pflegegrad aus. Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden möchten, können zwischen einer Auszahlung des Pflegegeldes oder dem Einsatz eines Pflegedienstes wählen. Der Pflegedienst rechnet seine Sachleistungen direkt mir der Kasse ab. Allen Pflegebedürftigen steht ein Entlastungsbetrag von 125 Euro pro Monat für Hilfe im Alltag zu – etwa für ehrenamtliche Helfer. Die Kassen zahlen aber nur bei Rechnungsvorlage.

Quelle: Bundesgesundheitsministerium, März 2017