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TEST POWERBANKS: IMMER UNTER STROM


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2017 vom 23.11.2017

Ob beim Zelten oder auf Dienstreise: Ist der Handyakku ohne Saft und keine Steckdose in der Nähe, helfen mobile Zusatzakkus aus der Patsche. Wir haben elf Powerbanks getestet. Ergebnis: starke Leistung! Bei extremen Temperaturen allerdings zicken die kleinen Kraftpakete.


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Foto: nito/Shutterstock

Ausgerechnet jetzt! Gerade noch möchte man unterwegs die neuesten Mails auf dem Smartphone checken, da zeigt das Batteriesymbol im Display an: Akku leer. Und das obwohl man das Mobiltelefon doch erst heute Morgen vom Strom genommen hat.

Der Retter in der Not kommt als kleines Kästchen daher: ein mobiler Zusatzakku, ...

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... auch „Powerbank“ genannt. Je nach Leistung kann man damit unterwegs Mobilgeräte wie Handy, Smartphone, MP3-Player, Navi, Tablet, Notebook oder auch Kamera aufladen. Die Akkus in Plastikgehäusen sieht man immer häufiger. Ein Grund dafür ist, dass die Zahl der mobilen Endgeräte in deutschen Haushalten zunimmt. Hinzu kommt, dass die Laufzeit der Akkus in den Geräten bei allem technischen Fortschritt zu wünschen übrig lässt. Nach der Präsentation des derzeit aktuellen iPhones 8 etwa wurde schnell Kritik laut, dass sich die Akkukapazität nicht verbessert habe. Ein weiteres Manko: Immer häufiger ist der Akku in Geräten nicht austauschbar, sondern fest verbaut. Ist er leer oder altersschwach und abgenutzt, können Verbraucher keinen Ersatzakku einsetzen. Hilfe bieten da die Powerbanks als Universalenergiespender für alle Geräte mit USB-Anschluss.

Die Nachfrage nach immer leistungsstärkeren Powerbanks steigt. Waren 2016 Geräte mit Laufzeiten von um die 3.000 Milliamperestunden (mAh) durchaus gängig, sind sie heute kaum mehr erhältlich. Heute müssen es schon 5.000 bis 10.000 mAh oder mehr sein. 3.000 mAh genügen auch gerade einmal dafür, ein Handy einmal aufzuladen. Mit einem 5.000er-Gerät lässt sich ein Smartphone schon etwa eineinhalb Mal und ein Tablet halb voll aufladen. 10.000 mAh dagegen genügen für ein volles Tablet und, je nach Modell, auch schon Notebook.

Immer dabei: Geht dem Mobilgerät unterwegs mal der Saft aus, hilft eine Powerbank aus der Patsche. Ist keine Steckdose in der Nähe, spendet der kleine Zusatzakku Strom


Foto: Przemek Klos/Shutterstock

Milliamperestunden (mAh) durchaus gängig, sind sie heute kaum mehr erhältlich. Heute müssen es schon 5.000 bis 10.000 mAh oder mehr sein. 3.000 mAh genügen auch gerade einmal dafür, ein Handy einmal aufzuladen. Mit einem 5.000er-Gerät lässt sich ein Smartphone schon etwa eineinhalb Mal und ein Tablet halb voll aufladen. 10.000 mAh dagegen genügen für ein volles Tablet und, je nach Modell, auch schon Notebook.

Doch warum ist der Akku von Smartphone & Co. eigentlich immer so schnell leer? Zum einen wird die Soft ware der Endgeräte immer datenhungriger. Apps und Videos ziehen enorm viel Strom. Deshalb: regelmäßig kontrollieren, ob im Hintergrund Programme arbeiten, die gar nicht genutzt werden, und überflüssige Anwendungen deinstallieren. Ein weiterer Grund: In den Lithium-Akkuzellen laufen chemische Reaktionen ab, die temperaturanfällig sind. Hitze und Kälte sorgen dafür, dass die Akkus weniger effizient arbeiten. Das Smartphone deshalb nicht in der prallen Sonne liegen lassen und es im Winter in eine wärmende Schutzhülle packen.

ÖKO-TEST hat elf mobile Zusatzakkus eingekauft und in die Labore geschickt. Wir haben sie auf Schadstoffe prüfen lassen und einem umfangreichen Gebrauchstest unterzogen. Unter anderem wollten wir wissen, ob sie tatsächlich die Kapzität bereitstellen, die der Anbieter verspricht

DAS TESTERGEBNIS

Insgesamt gut. Alles in allem ist das Ergebnis erfreulich. Eine Powerbank ist „sehr gut“, acht sind „gut“ und zwei „befriedigend“.
Nicht ganz voll. Die im Labor gemessenen Akkukapazitäten liegen meist leicht unter den von den Herstellern versprochenen. Grund dafür sind Verluste bei der Spannungsumwandlung. Die Akkus laufen mit 3,6 Volt, um ein Mobilgerät aufzuladen, müssen sie die Spannung auf 5 Volt umwandeln. Übersteigt die Abweichung zur Herstellerangabe nicht mehr als zwanzig Prozent, liegt das in einem vertretbaren Rahmen. Mit 90 bis 92 Prozent gemessener Kapazität bewegen sich vier Produkte im „sehr guten“ Bereich. Sechs liegen zwischen 80 und 90 Prozent und sind damit noch „gut“. Lediglich die Ansmann Powerbank 5.4 erreicht, wenn auch knapp, weniger als 80 Prozent.
Kurze Ladung. Zum Aufladen benötigen die Powerbanks zwischen elf und 24 Minuten pro Wattstunde, das ist in Ordnung. Bis eine leere 5.000 mAh-Powerbank wieder voll geladen ist, dauert es zwischen drei und sieben Stunden. Bei einer 10.000er-Ausführung sind es sechseinhalb bis zwölf Stunden. Während das Laden über den Stromanschluss relativ schnell geht, ist es über ein Solarpanel eine langwierige Sache, wie das einzige Gerät mit dieser Zusatzfunktion im Test zeigt. Mehr als 70 Stunden braucht die Dörr SC-10.000 Solar Powerbank, um sich über die Solarzelle voll aufzuladen. Aus Gründen der Vergleichbarkeit floss dies jedoch nicht in die Bewertung ein, sondern nur das Ergebnis bei konventionellem Laden via Stromanschluss.

Power auf Dauer. Akkus können Ladung verlieren, ohne dass ein elektrisches Gerät angeschlossen ist. Nach vier Wochen Lagerung entluden sich fünf der Powerbanks um bis zu höchstens zwei Prozent, was ein „sehr gut“ bedeutet, fünf Produkte lagen über zwei, aber unter vier Prozent, was wir mit „gut“ beurtzeilen. Lediglich das Varta Powerpack 6.000 ist mit mehr als vier Prozent „befriedigend“.
Kalt erwischt. Nur mäßig schnitten die Energiespender hingegen im Kältetest ab. Bei minus zehn Grad Celsius wiesen vier Produkte eine um mehr als 20 Prozent geringere Kapazität auf als bei Zimmertemperatur. Das bewerten wir mit „be- friedigend“. Die Kapazität der Ansmann Powerbank 5.4 und der Poweradd Slim 2 Mobile Power ist sogar um mehr als 30 Prozent geringer.
Heiß gelaufen. Schalten alle elf Produkte bei einem Kurzschluss aus Sicherheitsgründen die Ladefunktion selbstständig ab, ist dies bei Hitze nicht der Fall. Bei einer Temperatur von 65 Grad Celsius liefen alle Akkus im Labor weiter. Das ist ein Sicherheitsrisiko. Weist die Powerbank etwa Risse auf und ist Feuchtigkeit eingedrungen, besteht Explosionsgefahr.
Besser nicht fallen lassen. Die Gehäuse von vier Produkten waren nach jeweils vier Stürzen aus einem Meter Höhe auf Beton defekt. Die Akkus luden zwar danach noch, aber der Zugang zur Elektronik war offen – ein Sicherheitsrisiko.
Schadstoffe im Gerät. Im Gehäuse des Varta Powerpacks 6.000 wies das Labor giftiges Antimon nach. Zehn Produkte enthalten im USB-Kabel chlorierte Verbindungen. In zehn Produkten fand das Labor zudem Brom auf der Platine, teilweise auch im Gehäuse. Vermutlich stammt es aus bromierten Flammschutzmitteln. Chlorierte Verbindungen und bromierte Flammschutzmittel sind vor allem ein Umweltproblem.


Die im Labor gemessenen Akkukapazitäten liegen meist leicht unter den von den Herstellern versprochenen.


ÖKO-TEST RÄT

► Die „sehr gute“ Powerbank im Test gehört zu den teureren. Unter den „guten“ Geräten nden sich günstige mit ungefähr gleicher Ausstattung. Wer sich mit 5.000 Milliamperstunden und einem Ausgang benügt, kann zu den beiden günstigsten im Test greifen.
► Bevor Sie die Powerbank längere Zeit zur Seite legen, empehlt es sich, sie zu etwa 60 Prozent aufzuladen. Die Akkus besitzen in der Regel eine LED-Ladestandandsanzeige.
► Das Aufbewahren eines leeren oder vollständig geladenen Akkus verkürzt die Nutzungsdauer.

ÖKO-TEST

Frank Schuster, ÖKO-TEST-Redakteur


Foto: Anja Wägele

„Überrascht hat mich, dass die Powerbanks nach vierwöchiger Lagerung so gut wie gar keine Energie verloren haben. Das nenne ich mal einen wahren Powernap!“

SO HABEN WIR GETESTET

Kaputt zu kriegen: Im Falltest erwiesen sich vier Produkte als nicht robust. Ist die Elektronik offen, Akku nicht weiter benutzen!


Foto: Labor

Der Einkauf

Wir haben elf mobile Zusatzakkus eingekauft, die Händler auch unter den Namen „Powerbanks“ oder „externe Akkus“ führen. Die Kapazitätsgrößen reichen von 5.000 bis 10.400 Milliamperestunden (mAh). Die kleineren Kapazitäten reichen für das Laden von Smartphones und MP3-Playern, mit den leistungsstärkeren können Nutzer auch größere Geräte wie Tablets oder Notebooks aufladen. Im Test sind zwei kleine, sehr leichte zylinderförmige Geräte mit einem USB-Ausgang sowie neun größere mit zwei Ausgängen. Sie ermöglichen das Laden von zwei Mobilgeräten gleichzeitig. Alle Akkuzellen arbeiten auf Grundlage von Lithium-Verbindungen. Unter den Testprodukten ist auch ein Modell, das sich nicht nur über die Steckdose afladen lässt, sondern auch via Solarpanel.

Die Gebrauchseignung

Um herauszunden, ob die Geräte wirklich die Leistung erbringen, welche die Anbieter versprechen, maßen die Laborexperten die Akkukapazität im Neuzustand sowie nach dreimaligem Entladen und Laden bei Raumtemperatur. Zudem prüften sie deren Leistung bei minus zehn Grad Celsius und wie lange es dauert, bis eine leere Powerbank aufgeladen ist. Zum Testen der Selbstentladung lagerten die Geräte vier Wochen lang im Labor. Die Experten maßen vorher und nachher die nutzbare Kapazität. Zudem überprüften sie die Sicherheit und Stabilität: Schalten sich die Geräte bei Hitze oder bei einem Kurzschluss selbstständig aus? Und bleiben sie funktionstüchtig, wenn sie vier Mal aus einem Meter Höhe auf Beton fallen?

Die Inhaltsstoffe

In Kabeln von Elektrogeräten finden sich oft chlorierte Verbindungen, auf Platinen häug umweltschädliche bromierte Flammschutzmittel. Im Gehäuse oder auch in den Kabelschläuchen können Antimon oder andere giftige Elemente stecken.

Die Bewertung

Von einem mobilen Zusatzakku erwarten die Verbraucher, dass er gut funktioniert und die Ladungsmenge bietet, die der Hersteller verspricht. Wir haben deshalb die Gebrauchseignung stärker gewichtet als das Testerergebnis Inhaltsstoffe.