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TEST REISEAPOTHEKE: ICH PACKE MEINEN NOTFALLKOFFER


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 29.05.2019

Sommer, Sonne, Strand – ja, endlich. Durchfall, Sonnenbrand, Fieber? Hoffentlich nicht. Für alle Fälle haben wir für Sie eine kleine Reiseapotheke gepackt. Zur Auswahl stehen 45 Medikamente, die meisten „sehr gut“ oder „gut“: Mittel gegen Durchfall, Reiseübelkeit, Fieber- und Schmerzmittel sowie Salben, die bei Insektenstichen und Sonnenbrand helfen.


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ALLES MIT DABEI

DAS GEHÖRT IN DIE REISEAPOTHEKE:
► Pflaster, elastische Binden, Schere, Pinzette, Zeckenzange oder -karte
► Desinfektionsmittel
► Fieber- und Schmerzmittel
► Ausreichender Vorrat an Ihren eigenen ...
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DAS GEHÖRT IN DIE REISEAPOTHEKE:
► Pflaster, elastische Binden, Schere, Pinzette, Zeckenzange oder -karte
► Desinfektionsmittel
► Fieber- und Schmerzmittel
► Ausreichender Vorrat an Ihren eigenen Dauermedikamenten. Den Eigenbedarf mit einem ärztlichen Attest auf Englisch belegen, um keine Probleme mit der Einfuhr ins Reiseland zu bekommen.
► Eventuell Mittel gegen Allergiebeschwerden. Viele rezeptfreie und „sehr gut“ und „gut“ getestete Allergiemittel finden Sie im ÖKO-TEST Magazin 3/2019 oder unter oekotest.de.
► Schmerzsalbe. Bei Schmerzen durch Zerrungen, Prellungen und Verstauchungen wirken Gels und Salben mit Ibuprofen oder Flufenaminsäure. „Sehr gute“ und „gute“ rezeptfreie Präparate finden Sie im ÖKO-TEST Jahrbuch 2018 oder unter dem Stichwort „Schmerzund Sportlersalben“ auf oekotest.de.
► Mücken- und Zeckenschutzmittel
► Sonnenschutzmittel (siehe Seite 18)

AUF FERNREISEN
► Gegebenenfalls Malariamedikamente
► Moskitonetz für die Nacht
► Kompressionsstrümpfe für lange Flugreisen beziehungsweise eine Thromboseprophylaxe mit dem Hausarzt besprechen.
► Eventuell steril verpackte Spritzen mit ein, zwei Kanülen.

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MITTEL GEGEN DURCHFALL

Durchfall gehört zu den häufigsten Beschwerden auf Reisen. Vor allem auf Fernreisen, etwa nach Indien, treten oft Darminfektionen durch verunreinigte Lebensmittel auf. Meist hört der Spuk nach drei bis vier Tagen von alleine wieder auf. Es genügt, wenn der Patient sich schont und reichlich trinkt, um den Verlust von Wasser und wichtigen Salzen, den Elektrolyten, auszugleichen. Für alle Länder gilt: Mit alltäglicher Hygiene können Sie Durchfall vermeiden. Essen Sie nur frisch zubereitete und durcherhitzte Speisen oder selbst geschältes Obst und Gemüse. Trinken Sie abgekochtes Wasser oder Wasser aus Flaschen mit intaktem Schraubverschluss. Öfters die Hände gründlich waschen.
Durchfallmittel nur für Erwachsene und Kinder ab zwölf: Die Präparate mit Loperamidhydrochlorid, kurz Loperamid, helfen Erwachsenen und Kindern ab zwölf Jahren. Der Wirkstoff hemmt die Darmbewegungen. Seine Wirksamkeit ist in Studien belegt. Säuglinge und Kleinkinder dürfen auf keinen Fall Loperamid bekommen, es besteht die Gefahr einer Atemlähmung.
Durchfallmittel für Kinder. Kleine Kinder können bei Durchfall zum Beispiel Medikamente mit Trockenhefe bekommen. In den Yomogi, Hartkapseln sowie den zwei Produkten der Marke Perenterol steckt eine ganz bestimmte Trockenhefe, die den Durchfall um rund einen Tag verkürzen kann. Auch das Pektin und der Kamillenblüten-Fluidextrakt im Diarrhoesan Saft kann Durchfall lindern. Unser Kritikpunkt: Der Saft enthält 1,5 Prozent Alkolhol.
Das Wichtigste: Mineralstoff- und Flüssigkeitsverluste ausgleichen. Die drei Elektrolytmischungen zum Anrühren mit Wasser eignen sich bestens für den Ausgleich von Mineralstoff- und Flüssigkeitsverlusten. Die Weltgesundheitsorganisation und die Weltorganisation für Gastroenterologie empfehlen bei Durchfall von Kindern vorrangig eine Gabe solcher Produkte. Sie ersetzen schnell ausgeschiedene Wassermengen und lebenswichtige Blutsalze (Elektrolyte). Die Erkrankungsdauer verkürzen die Lösungen aber nicht.

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► Am wichtigsten ist es, den Flüssigkeits-/Mineralstoffverlust mit einer Elektrolytlösung auszugleichen. Durchfallmittel können die Dauer der Erkrankung zusätzlich etwas verkürzen.
► Durchfallmittel mit dem Wirkstoff Loperamid sind nichts für Kinder unter zwölf Jahren. Auch Erwachsene sollten sie nicht länger als zwei Tage einnehmen.
► Einen Arzt aufsuchen, wenn Ihr Kind nicht trinkt, hohes Fieber hat, sehr oft und große Mengen wässrigen Stuhls lässt oder häufig erbricht. Wenn das Kind unter sieben Monaten alt ist und Durchfall hat, gehen Sie am besten umgehend zum Arzt.

MITTEL GEGEN REISEÜBELKEIT

Ihnen wird im Auto schnell schlecht? Das Kind auf der Rückbank muss sich übergeben? Ja, es gibt Abhilfe. Aber: In den vergangenen Jahren haben sich Meldungen zu schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen bei Babys und Kleinkindern gehäuft, die Mittel mit den weit verbreiteten Wirkstoffen Diphenhydramin und Dimenhydrinat bekommen haben. In fünf Fällen sind die Kleinen sogar gestorben. Deshalb hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Jahr 2017 die Arzneimittelhersteller aufgefordert, in den Beipackzetteln einen Hinweis auf Lebensgefahr bei Babys und Kleinkindern durch eine Überdosierung aufzunehmen. Die Wirkstoffe sind also nichts für die Kleinsten. Und auch den Großen können sie Probleme bereiten.
Diphenhydramin und Dimenhydrinat machen normal dosiert merklich müde. Hinterm Steuer sind sie daher tabu. Dazu kommt, dass sie erhebliche Nebenwirkungen hervorrufen können – Dimenhydrinat noch mehr als Diphenhydramin. Bei Jugendlichen und Erwachsenen besteht ein Suchtpotenzial: Schon die doppelte Tagesdosis kann zu einem Rauschzustand führen, aber auch Halluzinationen, erweiterte Pupillen, Angstzustände, Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen auslösen. Bei wiederholter Überdosierung droht eine Medikamentenabhängigkeit.
Mit Pflanzenkraft. Die Zintona-Kapseln versuchen der Übelkeit mit einem Wirkstoff auf Ingwerbasis beizukommen.

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► Gegen leichte Übelkeit unterwegs helfen die „gut“ bewerteten Zintona-Kapseln mit einem pflanzlichen Wirkstoff auf Ingwerbasis.
► Mittel mit Diphenhydramin und Dimenhydrinat nicht leichtfertig einsetzen. Die Wirkstoffe rufen mitunter starke Nebenwirkungen hervor. Kinder unter drei Jahren sollten sie gar nicht nehmen.
► Gemeinsames Spielen im Auto, ausreichend frische Luft und regelmäßige Pausen können helfen, Reiseübelkeit vorzubeugen.

Foto: profeta/Getty Images

FIEBER UND SCHMERZMITTEL

Ein Fieber- und Schmerzmittel darf in keiner Reiseapotheke fehlen. Kleine Patienten bekommen die Wirkstoffe in Form von Zäpfchen oder Saft, Erwachsene schlucken Tabletten. Aber bitte nicht leichtfertig. Denn: zu häufig eingenommen, können Schmerzmittel zu schweren Nierenleiden, chronischen Kopfschmerzen, zu Magen- und Leberschäden oder gar zu bösartigen Geschwülsten der Harnwege führen. Deshalb: maßvoll dosieren.

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► Für Kinder: Auch wenn die getesteten Fiebermittel nicht rezeptpflichtig sind, immer nur nach Absprache mit dem Kinderarzt einsetzen. Viel hilft nicht viel, sondern kann schnell schaden. Daher genau die Dosierempfehlungen beachten.
► Für Erwachsene: Rezeptfreie Schmerzmittel in Eigenregie nur maximal drei Tage hintereinander und nicht öfter als zehn Tage im Monat einnehmen. Die dauerhafte Einnahme kann abhängig machen und einen medikamentenbedingten Kopfschmerz auslösen. Tabletten immer mit viel Wasser schlucken.
► Actylsalicylsäure (ASS) ist nichts für Kinder unter 12 Jahren. Der Wirkstoff kann das Reye-Syndrom auslösen – eine seltene, aber oft tödliche Leber-Hirn-Erkrankung.

REISEMEDIZINISCHE BERATUNG UND IMPFUNGEN

Foto: MAGNIFIER/Shutterstock

► Diekostenlose Reise-App Sicher Reisen des Auswärtigen Amtes (auswaertiges-amt.de) für Android-Smartphones und iPhonesgibt aktuelle medizinische Hinweise , Tipps zum Impfschutz und zur medizinischen Versorgung im Reiseland.

Wenn eine Fernreise ansteht, rechtzeitig – etwa zwei bis drei Monate vorher –individuell durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropen- oder Reisemediziner beraten lassen und Impfschutz anpassen , auch wenn Sie schon Tropenerfahrung haben. Impfausweis und eventuell den Allergiepass zur Beratung mitnehmen. Sie müssen mit Kosten für Impfungen, Privatrezepte für Malariapräparate oder gegebenenfalls verschreibungspflichtige Antibiotika rechnen. Viele Krankenkassen erstatten im Nachhinein die Kosten für Reiseimpfungen. Ein Formschreiben dafür gibt es unter crm.de → Reisende → Kostenerstattung.

Tropen- und Reisemediziner finden Sie über die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin unter dtg.org → Aktuelles → Arztsuche oder über das Centrum für Reisemedizin unter crm.de → Reisende → Beratungsstellen.Auch die örtlichen Gesundheitsämter bieten eine reisemedizinische Beratung und Impfungen für das In- und Ausland an.

Reisende können sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes eintragen, um etwa beim Verlust von Ausweispapieren schnell Hilfe zu bekommen. Die elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland, kurz Elefand, ist unter elefand.diplo.de möglich. Dort können Sie die Namen aller Reisende hinterlegen, Daten zu Reisepapieren, die Anschrift im Reiseland, Kontaktdaten, die Reisezeit, Infos zur Krankenversicherung sowie mögliche Qualifikationen, die Sie im Krisenfall zur Verfügung stellen können. Eine Löschung der Daten efolgt automatisch eine Woche nach Ende der angegebenen Reisedauer.

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 126.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung.2) Laut Beipackzettel beziehungsweise Packungsinformation ist bei der Durchfallbehandlung von Säuglingen und Kleinkindern in jedem Fall ein Arzt hinzuzuziehen.3) Deklarationsmangel: fehlender Hinweis auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei Säuglingen und Kleinkindern. Produkt ist ein diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diät).4) Hilfsstoff: 1,5 Vol.-% Alkohol. Produkt ist ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel. Laut Anbieter erfolgt ab der Charge 1900392 eine textliche Anpassung auf der Schachtel und im Beipackzettel.5) Laut Anbieter wird das Produkt noch im Jahr 2019 auf ein neues Design umgestellt, die alte Verpackung wird abverkauft.6) Hilfsstoff: synthetisches Polymer (hier: Carbomer).7) Deklarationsmangel: fehlender Hinweis auf Lebensgefahr durch Überdosierung bei Kindern unter drei Jahren.8) Laut Anbieter heißt die Marke Das Gesunde Plus mittlerweile Mivolis, zudem werde das Produkt voraussichtlich im September grundlegend umgestellt.9) Laut Beipackzettel darf die Behandlung bei Kindern zwischen sechs Monaten und zwei Jahren nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Mittel gegen Durchfall/Elektrolytmischungen: Unter dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel führt zur Abwertung um eine Note: Deklarationsmangel: fehlender Hinweis auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei Säuglingen und Kleinkindern. Unter dem Testergebnis Hilfsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: 1 Vol.-% oder mehr Alkohol, wenn das Medikament auch Kindern gegeben werden darf. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel. Ein Testergebnis Hilfsstoffe, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

SO TESTET ÖKO-TEST

Wir habengängige, rezeptfreie Arzneimittel gegen die häufigsten Beschwerden auf Reisen eingekauft: Mittel gegenDurchfall, Mittel zur Linderung vonInsektenstichen, Fieber- und Schmerzmittel und Präparate gegenReiseübelkeit. WasserabweisendePflaster haben wir ebenfalls getestet.
Unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz von der Universität Frankfurt, hatStudien zur Wirksamkeit der eingesetzten Wirkstoffe gesichtet und ausgewertet und auch überprüft, ob die Beipackzettel alle wichtigen Informationen zur Einnahme der Mittel enthalten.
Wir haben uns auch die weiteren Bestandteile und Inhaltsstoffe aller Präparate angesehen: Sindproblematische Farbstoffe enthalten oderAlkohol in Mitteln für Kinder ? Labore untersuchten für uns die Salben aufproblematische Konservierer und Silikone. Bei denPflastern standen umstrittene halogenorganische Verbindungen, überflüssige optische Aufheller,allergisierende Latexproteine undkrebserregende Nitrosamine auf dem Prüfprogramm. UnsereReiseapotheke enthält überwiegend„sehr gute“ und „gute“ Präparate . Bei den Mitteln gegen Reiseübelkeit sind jedoch auch zwei „befriedigende“ Mittel dabei, die nur für ältere Kinder und Erwachsene zu empfehlen sind.

ÖKO-TEST-Berater Professor Manfred Schubert-Zsilavecz von der Universität Frankfurt hat die Wirksamkeit, Risiken und Nebenwirkungen aller Arzneimittel für uns begutachtet.


Foto: Jürgen Lecher, Goethe-Universität Frankfurt

Mittel gegen Reiseübelkeit: Unter dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel führt zur Abwertung um zwei Noten: der mit erheblichen Nebenwirkungen verbundene Kombinationswirkstoff Dimenhydrinat in einem Produkt für Kinder ab drei Jahren und/ oder älter. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) der mit erheblichen Nebenwirkungen verbundene Wirkstoff Diphenhydramin; b) die nicht zweifelsfrei belegte Wirksamkeit von Ingwerwurzelstock-Pulver; c) der fehlende explizite Hinweis auf Lebensgefahr durch Überdosierung der Wirkstoffe Dimenhydrinat und/oder Diphenhydramin bei Kindern unter drei Jahren. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

PFLASTER

Trostpflaster kommt von Pflaster. Aufkleben, streicheln, Aufmerksamkeit – oft ist der Schmerz dann bald vergessen. Pflaster haben – im Falle echter Wunden – jedoch auch einen wichtigen medizinischen Zweck. Sie schützen die Wunde vor Keimen und dämpfen, falls man sich an derselben Stelle noch einmal stößt. Sie saugen Blut und Wundflüssigkeit auf und halten die Wunde gleichzeitig leicht feucht. So heilt die Verletzung besser und tut weniger weh. Und alles wird wieder gut. Mit den „sehr guten“ Pflastern ganz bestimmt.

ÖKO-TEST RÄT

► Nässende und frische Wunden täglich mit einem neuen Pflaster versorgen. Ist das Pflaster mit der Wunde verklebt, vor dem Ablösen mit lauwarmem Wasser anfeuchten.
► Denken Sie wegen der hohen Verletzungsgefahr bei Kindern auch daran, den Tetanusimpfschutz regelmäßig zu erneuern.

Foto: Robert Przybysz/Shutterstock

MITTEL BEI INSEKTENSTICHEN UND SONNENBRAND

Besser, es passiert erst gar nicht. Sonnenbrand schmerzt und schädigt die Haut. Auch Mückenstiche braucht kein Mensch. Aber wenn es nun einmal geschehen ist, lindern Mittel mit Hydrocortison zuverlässig die Beschwerden.
Der Wirkstoff Kortison bekämpft den lästigen Juckreiz verlässlich. Dennoch: Kortison nicht ständig und leichtfertig einsetzen. Wer regelmäßig und heftig auf Insektenstiche reagiert, lässt einen Allergietest machen und therapiert die Auslöser gezielt.
Vorbeugen ist besser als cremen: Mücken verursachen nicht nur lästige juckende Stiche, sie übertragen auch eine Reihe von Infektionskrankheiten wie Dengue- und West-Nil-Fieber, für die es keine Impfung oder Prophylaxe wie für Gelbfieber und Malaria gibt. Daher in Risikogebieten helle lange Hosen und Hemden tragen, wiederholt Mückenschutzmittel auf alle freien Körperstellen auftragen und unter einem Moskitonetz schlafen.
Sonnenbrand vermeiden: Kleidung schützt. Eincremen auch. Den Test Sensitive Sonnenschutzcremes finden Sie auf Seite 18. Wenn es doch passiert, sofort raus aus der Sonne und die geschädigte Haut mindestens eine Woche vor Sonne schützen. Leichte Sonnenbrände ein paar Minuten unter fließendem Wasser kühlen. Das mindert die Schmerzen und dämmt die Entzündung ein. Die Haut mit einer leichten Pflegelotion cremen. Treten Blasen auf oder sind größere Hautareale verbrannt, besser einen Arzt aufsuchen. Hydrocortison-Cremes können den Juckenreiz lindern.

ÖKO-TEST RÄT

► Unbedingt die Anwendungshinweise beachten. Hydrocortison-Cremes sollten nicht länger als zwei (0,5 %) beziehungsweise vier (0,25 %) Wochen angewendet werden.
► Die Creme anfangs zwei- bis dreimal täglich dünn auf die betroffene Hautstelle auftragen. Bessern sich die Symptome, nach und nach weniger häufig anwenden.
► Prinzipiell können Sie Hydrocortison-Cremes am ganzen Körper anwenden. Weil es den Augeninnendruck erhöhen kann, nicht im oder am Auge einsetzen. Die Cremes sind nichts für Kinder unter sechs Jahren; Schwangere und Stillende dürfen sie nur in Absprache mit dem Arzt anwenden. Besonders vorsichtig sollten ältere Menschen sein, deren Haut naturgemäß dünner ist.

Fieber- und Schmerzmittel für Erwachsene: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.
Fieber- und Schmerzmittel für Kinder: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.
Pflaster: Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe.
Einkauf der Testprodukte: Februar – März 2019.
Mittel bei Insektenstichen/Sonnenbrand: Unter dem Testergebnis Hilfsstoffe führen zur Abwertung um zwei Noten: synthetische Polymere (hier: Carbomer). Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel. Ein Testergebnis Hilfsstoffe, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Preisberechnung basiert auf kleinstem Produktangebot.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie auf oekotest.de → Hefte → ÖKO-TEST Magazin. Wählen Sie die Ausgabe aus und scrollen Sie ans Seitenende.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder 2019 (Durchfallmittel für Kinder, Elektrolytmischungen, Mittel gegen Reiseübelkeit, Fieber- und Schmerzmittel für Kinder), ÖKO-TEST Jahrbuch 2017 (Fieber- und Schmerzmittel für Erwachsene), ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness 2016 (Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand), ÖKO-TEST Handbuch Gesundheit 2012 (Durchfallmittel für Erwachsene). Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfe keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.