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TEST SAUGROBOTER: ALLEIN AUF WEITEM FLUR


ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 03.05.2018

Unser Test zeigt: Saugroboter können die Hausarbeit erleichtern, vorausgesetzt die Rahmenbedingungen stimmen. Neben der Beschaffenheit des Bodens spielt die Saugleistung eine entscheidende Rolle.


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Foto: Mlenny/getty images

Frei möchte er sein, raus aus dem verlogenen Beziehungsalltag, raus aus der Hausarbeit: „I want to break free“, singt Queen-Sänger Freddie Mercury im Musikvideo des gleichnamigen Pophits und pflügt mit dem Staubsauger in der Hand durchs spießige Reihenhaus. Nun rangiert das Saugen des Bodens, was die Beliebtheit von Hausarbeiten betrifft, zwar im soliden Mittelfeld. Das hat zumindest ...

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... eine repräsentative Umfrage eines Immobilienportals 2016 ergeben. Am beliebtesten ist demnach Kochen, am unbeliebtesten Bügeln. Und manch hochtechnologisierter Markenstaubsauger taugt heute wohl weniger als Symbol häuslicher Knechtschaft denn als kultiges Prestigeobjekt.


Der Preisunterschied ist enorm und reicht von Saugrobotern für weniger als 100 Euro bis hin zu mehr als 1.000 Euro.


Dennoch muss man kein Hausstauballergiker sein, um sich nachhaltig vom lauten, zeitraubenden, aber leider notwendigen Saugen befreien zu wollen.

Da kommen Saugroboter doch wie gerufen. Diskret sollen sie die eigenen vier Wände säubern, während man selbst sich Wichtigerem oder Angenehmerem widmen kann. Die Wunschvorstellung: Man kommt nach Hause, und der Boden ist sauber.

Doch funktioniert das wirklich? Und wo liegen wichtige Unterschiede zwischen den Modellen? Gewaltig sind zumindest die Preisunterschiede. Von günstigen No-Name-Geräten für weniger als 100 Euro bis hin zu Markensaugern für mehr als 1.000 Euro erstreckt sich das Angebot. So groß wie das Preisspektrum, so breit auch die Ausstattungspalette: Es gibt Modelle mit bloßen Basisfunk tionen, die man direkt am Gerät einstellt; andere weisen mehrere Reinigungsmodi auf, die sich bequem via Fernbedienung oder App ansteuern lassen. Auch in der Navigation zeigen sich Unterschiede: Manche Saugroboter beackern den Raum systematisch, scannen ihn auf Hindernisse und weichen diesen aus. Andere spulen stets nur ihr Automatikprogramm ab, navigieren unsystematisch und rumpeln dabei auch noch gegen Stuhl- und Tischbeine.

Auch von einem hochwertigen Gerät können Verbraucher allerdings nicht erwarten, dass es sie vollends von händischer Saugarbeit befreit. Häufig weisen die Anbieter selbst darauf hin, dass ihr Modell etwa für kuschelige Teppiche oder Felle nicht geeignet ist. Und in besonderen Raumsituationen wie schmalen Zwischenräumen sind konventionelle Sauger schon konstruktionsbedingt im Vorteil.

Was der ganz großen Freiheit der Benutzer außerdem im Wege steht: Auch ein Saugroboter will gewartet sein. Der Staubbehälter leert sich nicht von selbst, und an Rollen und Bürsten gilt es, regelmäßig Haare, Staubflusen und Schmutz zu beseitigen.

Wenn Saugroboter die Arbeit schon nicht komplett abnehmen, können sie uns dann wenigstens gut dabei unterstützen? Wie ordentlich hinterlassen sie harten Boden? Reicht die Saugleistung auch für kurzflorigen Teppich? Und sind die teuren Produkte wirklich ihren saftigen Preis wert? ÖKO-TEST hat acht Saugroboter unterschiedlicher Preisklassen einem umfangreichen Praxistest unterzogen.

DAS TESTERGEBNIS

Läuft nicht ganz rund: Die meisten Saugroboter überzeugen auf hartem Boden, aber auf Kurzflorteppich schwächeln alle. Wie viel Arbeit die Geräte Ihnen ersparen, hängt auch von der Einrichtung Ihrer Wohnung ab. Die besten Saugleistungen zeigen der Kobold VR200 und der Samsung Powerbot VR1DM7020UH, Honesty Blue. Am schlechtesten schneidet der Dirt Devil Spider 2.0 ab.
Harte Kerle: Die Saugroboter im Test sind Spezialisten für oberflächliche Verunreinigungen auf Hartböden, etwa durch Krümel oder Staub. Sechs von ihnen saugten im Labor auf Laminatboden mindestens 98 Prozent des mehligen Prüfstaubs auf – das ist beachtlich. Auch Brösel, Hundehaare, Pflanzengranulat und als Testverunreinigung eingesetzte kleine Hundepellets von der Größe von 1,5 mal 1,0 mal 0,8 Zentimetern schaffen die meisten Geräte. Schluss ist oft bei Pellets, die etwa 2,4 mal 2,0 mal 0,8 Zentimeter messen. Weiteres Manko: Einige Geräte gelangen nicht an Verunreinigungen in Ecken. Das Reinigen entlang von Kanten klappt dagegen gut.
Auf dem Teppich machen die Saugroboter keine gute Figur. Der Philips Smartpro Easy FC8792 und der Dirt Devil Spider 2.0 haben bereits Probleme damit, auf eine Teppichkante von 1,5 Zentimetern hinaufzufahren. Auf einem Schurwollteppich mit 0,85 Zentimeter Florhöhe waren die Sauger, vor allem die Modelle von Anker, Samsung und Vorwerk, grundsätzlich fähig, Krümel und Haare zu beseitigen. Allerdings nahm auf einem handelsüblichen Kurzflorteppich mit 0,35 Zentimeter Florhöhe während einer Saugzeit von 15 Minuten keiner der Roboter auch nur ein Viertel des Prüfstaubs auf. Zum Vergleich: Die Laborexperten saugten auch mit einem konventionellen beutellosen 650-Watt-Staubsauger für etwa 80 Euro; dieser nahm gut zwei Drittel des Staubs aus dem Teppich auf. Auch wenn wir an Saugroboter geringere Ansprüche als an herkömmliche Bodenstaubsauger richten: Diese Leistung ist allenfalls „mangelhaft“.

Rüpelhaftes Benehmen legte die Hälfte der Sauger in den Wohnungen der Prüfexperten an den Tag. Die Geräte erkannten Hindernisse nicht oder nicht zuverlässig und stießen dagegen. Wertvolle Möbel, Vasen und andere Kostbarkeiten sollte man also besser in Sicherheit bringen. Die Sauger verwickeln sich in Kabeln und bisweilen auch in Vorhängen, die einige Zentimeter auf dem Boden aufliegen. Immerhin verfügen die Geräte über einen gewissen Selbstschutz: Sie erkennen Treppen und stürzen nicht hinunter.
Einfach in Betrieb zu nehmen sind erfreulicherweise alle Roboter. Häufig muss man lediglich die Seitenbürsten anmontieren. Laufen dann die kleinen Helferlein, ermöglichen es die meisten, den Reinigungsmodus selbst zu wählen. Der Dirt Devil Spider 2.0 und der Philips Smartpro Easy FC8792 fahren nur in einem Automatik modus; der funktioniert beim Sauger von Philips wenigstens gut. Der Dirt Devil allerdings verteilt den Staub sogar an zuvor saubere Stellen.
Laut und schmutzig: Fast alle Produkte weisen in puncto Umwelteigenschaften Mängel auf. Manche Sauger sind auffallend laut, andere zeigen in der Prüfbox eine erhöhte Feinstaubemission oder brauchen deutlich mehr Energie als andere. Nur am Philips Smartpro Easy FC8792 gibt es bezüglich der Umwelteigenschaften nichts zu beanstanden.
Ladestationen funktionieren: Die Roboter fahren automatisch zur Station und docken zum Aufladen ihrer Akkus – die meisten sind mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet – an. Sie verlassen die „Tankstelle“ auch zur eingestellten Zeit.
Oft nicht verbraucherfreundlich ist das Leeren der Staubbox. Häufig müssen die Nutzer hierfür den Filter abnehmen, oder das Ganze gelingt nur mit Kraftaufwand. Manche Modelle wie der Kobold VR200 erlauben es neben dem händischen Entleeren, den Staub aus der Staubbox mit einem konventionellen Sauger abzusaugen. Das ist hygienischer, als die Box über dem Mülleimer zu entleeren – aber auch aufwendiger.
Virtuelle Raumbegrenzungen haben der Kobold VR200, der iRobot Roomba 896 und der Medion MD 16192 im Gepäck. Mit solchen Lichtschranken oder Magnetbändern lassen sich Räume abgrenzen, die der Roboter nicht befahren soll. Eine praktische Sache, etwa um Fressnäpfe zu schützen oder ganze Zimmer auszusparen.

Gesaugt - getan! In einem Laminattestfeld mit Prüfstaub mussten die Roboter 15 Minuten lang ihr Können beweisen - stets in maximaler Leistungseinstellung.


Foto: Jörg Döbereiner/ÖKO-TEST

SO REAGIERTEN DIE HERSTELLER

Mehrere Anbieter teilten uns mit, dass sie unter anderen Testbedingungen ein besseres Ergebnis auf Teppich erzielten. AnbieteriRobot schrieb uns, der Roboter berühre Hindernisse ganz bewusst, um möglichst viel Fläche zu reinigen. ÖKO-TEST bewertet das Gegenstoßen als Mangel.

KOBOLD VR200

Teuerster Sauger im Test, bester Gesamteindruck.
Ohne Mängel auf Hartboden, auch in den Ecken. Auf Teppich nur „mangelhaft“. Erkennt Hindernisse zuverlässig. Umfangreiche Ausstattung inklusive Raumbegrenzung (Vier-Meter-Magnetstreifen) und App-Steuerung. Mit4,2 Kilogramm schwersterSaugerimTest. Verbraucht etwa doppelt so viel Energie pro Ladezyklus wie der Rest. Gerade noch „gut“.Preis : 699,00 Euro
GESAMTURTEIL GUT

EUFY ROBOVAC 11

Solides Ergebnis bei gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Auf Hartboden überzeugend. Auf Kurzflorteppich besser als andere, dennoch „mangelhaft“. Einfach zu bedienen, sechs Reinigungsmodi. Lässt in Ecken Reste liegen und fährt gegen schmale Hindernisse. Relativ große Staubbox. Eine geringere Feinstaubemission wäre wünschenswert, ebenso eine Raumbegrenzung. Insgesamt „befriedigend“.
Preis: 199,99 Euro
GESAMTURTEIL BEFRIEDIGEND

IROBOT ROOMBA 896

Flinker Flitzer, eckt gern an.
Stoppte im Saugtest auf Hartboden bereits nach sieben Minuten, hatte da aber auch schon über 99 Prozent des Staubes aufgesammelt. Zeigt Probleme in Ecken und auf Kurzflorteppich, stößt gegen Hindernisse. Ist zudem etwas laut. Hat keine Fernbedienung, lässt sich aber per App steuern und verfügt über eine virtuelle Raumabgrenzung.
Preis: 499,00 Euro
GESAMTURTEIL BEFRIEDIGEND

SAMSUNG POWERBOT VR1DM7020UH

Energiebündel mit kleineren Mängeln.
Leistungsstark: Saugt auf Hartboden systematisch, schnell und sauber, rammt jedoch teilweise Möbel. Auf Teppich „mangelhaft“. Das Leeren der Staubbox empfanden manche Prüfer als schwergängig, doch immerhin ist sie relativ groß. Lautestes Gerät im Test. Die in der Bedienungsanleitung erwähnte Raumabgrenzung ist mit dem getesteten Modell nicht kompatibel.
Preis: 549,00 Euro
GESAMTURTEIL BEFRIEDIGEND

VILEDA VR 302

Passable Leistung zu mittlerem Preis.
Wie so viele andere: auf Hartboden top, auf Teppich ein Flop. Mit Problemen in den Ecken. Staubbox umständlich zu leeren, keine Raumabgrenzung mitgeliefert. Saugvorgang etwas laut. Verbraucher können zwischen drei Reinigungsmodi wählen und das Gerät per Ladestation oder Kabel aufladen.
Preis: 229,00 Euro
GESAMTURTEIL BEFRIEDIGEND

MEDION MD 16192

Schwach auf der Brust, dafür günstig.
Lässt in puncto Saugleistung zu wünschen übrig-auf Hartboden und erst recht auf Teppich. Ausstattung in Ordnung, Staubbox jedoch umständlich zu leeren und relativ klein. Etwas laut. Benötigt mindestens zwei Meter Freiraum vor der Ladestation, sonst orientierungslos beim Suchen nach derselben. Raumbegrenzung mittels Lichtschranke möglich.
Preis: 167,40 Euro
GESAMTURTEIL AUSREICHEND

PHILIPS SMARTPRO EASY FC8792

Spartanisch ausgestattet, überzeugt auch beim Saugen nicht.
Smart? Na ja. Lediglich ein Automatikmodus und für den nächsten Tag jeweils nur auf die aktuell angezeigte Uhrzeit programmierbar. Relativ kleine Staubbox, keine Raumbegrenzung. Auf Laminatboden ordentlich, patzt aber, sobald es anspruchsvoller wird, zum Beispiel in Ecken und an Hindernissen. Mit Problemen beim Auffahren auf Teppich, saugt selbigen nur „ungenügend“.
Preis: 221,49 Euro
GESAMTURTEIL AUSREICHEND

DIRT DEVIL SPIDER 2.0

Kleinster Preis, schlechtester Gesamteindruck.
Mit Abstand das schwächste Saugergebnis im Test, weder auf Hartboden noch auf Teppich zufriedenstellend. Mit Problemen in Ecken, bei Hindernissen und beim Auffahren auf Teppich. Wenig benutzerfreundlich, selbst eine Ladestation fehlt. Nur ein einziger Betriebsmodus, außerdem keine Fernbedienung.
Preis: 114,99 Euro
GESAMTURTEIL MANGELHAFT