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TEST SCHLANKHEITSMITTEL : SCHÖN WÄR’S


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 28.12.2017

Neues Jahr, neues Glück: vor allem für die Abnehmindustrie. Während Bewegung und eine Ernährungsumstellung aber ihren Zweck erfüllen, steht hinter Pillen und Co. ein dickes Fragezeichen. Wir sind den Versprechungen nachgegangen und haben leider schlechte Nachrichten.

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Foto: Mladen Zivkovic/getty images

Die Hoffnung ist groß, die Enttäuschung vorhersehbar, die Suche geht weiter: Die Geschichte der Pille gegen Übergewicht ist eine Geschichte der Misserfolge. Nicht etwa weil die Arzneimittel, in die man Hoffnungen setzte, nicht wirkten, sagt Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, Präsident der Deutschen ...

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... Pharmazeutischen Gesellschaft. „Die Nebenwirkungen waren aber bei allen so stark, dass die Einnahme als ‚nicht sicher‘ eingestuft werden musste.“


Die Geschichte der Pille gegen Übergewicht ist eine Geschichte der Misserfolge. Und das wird sich so schnell nicht ändern.


So führten die Wirkstoffe Fenfluramin und Dexfenfluramin, die in einigen der ersten Schlankheitsmittel auf dem Markt steckten, zu Herzklappenproblemen. Die Einnahme des Appetitzüglers Sibutramin ging mit einem höheren Risiko für Herzinfarkte einher. Rimonabant schließlich markiert einen der dramatischsten Höhepunkte der erfolglosen Forschung: Psychische Nebenwirkungen wie Angstzustände und Depressionen führten in mehreren Fällen zum Suizid.

Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen. Den Wirkstoff Rimonabant hatten Forscher ursprünglich entwickelt, um Raucher von der Zigarette zu entwöhnen. Denn Rimonabant hemmt im Gehirn den Cannabinoid-1-Rezeptor, der bei Suchtverhalten eine Rolle spielt. Funktioniert hat das nicht. Eine Nebenwirkung des Präparats entpuppte sich als zweite Chance. Denn die Hemmung des Rezeptors führt auch zur Verringerung des Hungergefühls. Und so haben die Entwickler Rimonabant kurzerhand zum Appetitzügler umfunktioniert. Mit vier großen Studien, die den gewichtsreduzierenden Effekt nachgewiesen hatten, legte der Hersteller Sanofi-Aventis das Medikament Acomplia mit dem Wirkstoff Rimonabant in den USA und in Europa zur Zulassung vor. Die Europäische Arzneimittelagentur gab 2006 grünes Licht, die US-Food and Drug Administration (FDA) nicht. Zu stark seien die psychiatrischen Nebenwirkungen. Die FDA sollte recht behalten. Nur zwei Jahre später verlor Rimonabant auch in Europa seine Zulassung wieder. Der Grund: „ein negatives Nutzen-Risiko-Verhältnis“.


Nur zwei Jahre war der Wirkstoff Rimonabant zugelassen. Grund für den Stopp: „ein negatives Nutzen-Risiko-Verhältnis“.


Aber was macht die Suche nach einem Medikament gegen Übergewicht so schwierig? Das Problem ist simpel: Wer über längere Zeit mehr Energie aufnimmt, als er verbraucht, nimmt zu. „Die Mechanismen, die bei der Nahrungsaufnahme im Körper ablaufen, sind sehr komplex und immer noch nicht ganz erforscht. Es gibt keine einfache Stellschraube, an der man drehen könnte, um mehr Energie zu verbrennen oder erst gar nicht so viel aufzunehmen“, sagt Schubert-Zsilavecz. „Von einer wirksamen und sogleich sicheren medikamentösen Behandlung von Übergewicht sind wir sehr weit entfernt.“

Die Nachfrage nach einer solchen Wunderpille ist aber groß. Immerhin sind laut 13. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung rund 60 Prozent der Männer und knapp 40 Prozent der Frauen in Deutschland übergewichtig. Viele Übergewichtige greifen zu Präparaten, die im Internet mit einer Reihe von großen Versprechungen verkauft werden. Professor Manfred Schubert-Zsilavecz hat in seiner Funktion als Leiter des Zentral laboratoriums Deutscher Apotheker etliche dieser dubiosen Mittelchen untersucht und warnt ausdrücklich: „Im Internet Schlankheitsmittel zu kaufen, die es im stationären Handel nicht gibt, ist wie russisches Roulette zu spielen.“ Nicht selten analysierten die Experten des Zentrallaboratoriums illegale Substanzen in den Abnehmpillen. Auch die nicht mehr zugelassenen Wirkstoffe Sibutramin oder Rimonabant würden den als rein pflanzlich ausgelobten Tabletten untergeschoben.

Für unseren Test haben wir uns auf Schlankheitsmittel konzentriert, die es in Apotheken, Drogerien, Discountern und Supermärkten ohne Rezept zu kaufen gibt. Wir haben sie im Labor auf mögliche Schadstoffe untersuchen lassen, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Uni Frankfurt beurteilte die Wirksamkeit und den Nutzen der 21 Produkte.

TESTERGEBNIS

Enttäuschend . Nein, die Wunderpille, die die Pfunde schmelzen lässt, haben Forscher noch nicht gefunden. Die Produkte im Test versuchen zwar, den Eindruck zu erwecken, dass mit ihnen das Abnehmen klappt. Dass dies aber auch langfristig funktioniert, ist nicht belegt. Die Folge: Wir können keines der Schlankheitsmittel empfehlen. Bis auf das Arzneimittel schneiden alle Produkte mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ab.
Nur einmal „befriedigend“. Orlistat ist der einzige verbliebene Wirkstoff, der in Arzneimitteln zur ausschließlichen Behandlung von Übergewicht zum Einsatz kommt. Er hemmt die Spaltung der Fette im Dünndarm, sodass der Körper weniger Fett und Kalorien aufnimmt. Die Wirkung von Orlistat ist ausreichend belegt. Uneingeschränkt empfehlenswert ist das Arzneimittel aber nicht. Denn auch hier gilt: Nur im Rahmen einer Diät, mit mehr Bewegung und einer Änderung des Lebensstils, ist der Erfolg dauerhaft. Außerdem: Orlistat-Ratiopharm 60 mg Hartkapseln ist ein Medikament und sollte nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Nebenwirkungen wie Blähungen, Durchfall oder öliger Stuhlgang treten vor allem bei zu fetthaltiger Ernährung auf.
Auf das Prinzip „Fett binden“ setzen acht Medizinprodukte im Test. Ballaststoffkomplexe – etwa aus dem Feigen kaktus – sollen Nahrungsfette binden, die dann ungenutzt bleiben. Nach Auffassung des von uns beauftragten Gutachters fehlt dafür jegliche wissenschaftliche Grundlage. Die Wirkung von Polyglucosaminen aus Krebstierpanzern, die die Hersteller bei den Produkten Doppelherz Aktiv Fett-Binder Chitosan Kapseln und Formoline L112, Tabletten einsetzen, ist zwar besser untersucht, aber auch diesen Mitteln bescheinigt unser Gutachter keinen Langzeiteffekt auf die Gewichtsreduktion. Auf mindestens sechs bis zwölf Monate sollte eine Wirksamkeitsstudie angelegt sein. Das ist hier nicht der Fall. Gerade am Anfang sind die Erfolge noch am größten. Entscheidend ist aber auch, wie sich die Präparate hinsichtlich der Stabilisierung des Gewichts schlagen.
Eine Verstärkung des Sättigungsgefühls ist das Ziel von Produkten mit Ballaststoffen aus der asiatischen Konjakwurzel, die im Magen aufquellen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bescheinigt diesen Konjak-Glucomannanen eine gewichtsreduzierende Wirkung. Die Hersteller dürfen daher mit dem Health Claim werben: „Glucomannan trägt im Rahmen einer kalorienarmen Ernährung zu Gewichtsverlust bei.“ Professor Schubert-Zsilavecz sieht das kritisch. Selbst wenn man acht Wochen lang jeden Tag bis zu neun Kapseln schlucke und sogar etwas Gewicht verliere. „Der Lerneffekt ist gleich null und die Kilos sind deshalb sofort wieder drauf“, sagt er und kritisiert auch die EFSA. „Dass dieser Health Claim zulässig ist, hilft nur den Herstellern, ihre Produkte zu verkaufen. Die Verbraucher haben nichts davon.“
Fett verbrennen mithilfe von Zitrusfruchtund Guaranaextrakten? Haltbare wissenschaftliche Belege fehlen für die Gruppe der Fett-Burner komplett. Alle fünf als Fett-Burner ausgelobten Produkte verkaufen die Hersteller als „ergänzend bilanzierte Diäten“. Das heißt, sie richten sich an bestimmte Patientengruppen und sind unter ärztlicher Aufsicht einzunehmen. Der Vorteil für die Hersteller: Wer „ergänzend bilanzierte Diät“ auf das Produkt druckt, darf es zwar nicht zur Behandlung einer Krankheit, wohl aber für den Einsatz bei Krankheiten anbieten und so bewerben. Für Nahrungsergänzungsmittel ist das nicht erlaubt. Hier ist die Werbung mit gesundheitlichen Wirkungen streng beschränkt. In den Kapseln von Kneipp steckt neben Konjak-Glucomannan auch L-Carnitin. Obwohl dieser Verbindung immer wieder die Rolle eines Fett-Burners zugeschrieben wird, verbrennt die Substanz kein überschüssiges Fett.
Ärgerlich, dass nur wenige Hersteller darauf hinweisen, dass nur eine deutliche Änderung des Lebensstils zu einer langfristigen Gewichtsabnahme führt. Dazu gehört etwa zu erwähnen, dass das Schlankheitsmittel nur in Kombination mit einer kalorienarmen Ernährung erfolgversprechend ist. Das betrifft alle als Fett-Burner ausgelobten Produkte sowie das Medizinprodukt Refigura, Sticks.
Unnötige Zusätze. In Deutschland sind die allermeisten Menschen mit Vitaminen gut versorgt. Mängel gibt es kaum. Und wenn doch, sollte ein Arzt die Einnahme begleiten. Einem Schlankheitsmittel Vitamine zuzusetzen und damit auch noch zu werben, ist unnötig. Das gilt laut Schubert-Zsilavecz auch für die fettlöslichen Vitamine. Denn dass die Einnahme von fettbindenden Medizinprodukten eine Vitaminsupplementierung erforderlich macht, ist wissenschaftlich nicht belegt. Auch den Hinweis im Beipackzettel, Vitamine und/oder Mineralstoffe zusätzlich einzunehmen, sehen wir kritisch.
Omtec wer? „Pflanzliche Inhaltsstoffe“ enthält das Produkt Lucovital Obesimed Forte, Kapseln. Das ist nicht gerade viel Information. Die Begriffe „Omtec 19“ und „OmtecX“ bringen auch kein Licht ins Dunkel. Wenigstens im Beipackzettel kann man nach intensivem Studieren lesen, dass das Präparat aus einer Kombination aus reinen, natürlichen viskosen Polysacchariden bestehen soll. Das Produkt Refigura, Sticks kommt ganz ohne weitere Erklärungen aus. Maßgeblicher Inhaltsstoff? Kioslim-Komplex. Was der Verbraucher da zu sich nimmt, bleibt unklar.

Das Geschäft mit der Hoffnung: Der Wunsch der Verbraucher, ein paar Kilogramm weniger zu wiegen, spült den Herstellern das Geld in die Taschen.


Foto: Gumpanat/Shutterstock

ÖKO TEST

„Traurig, dass Produkte verkauft werden dürfen, die den Verbraucher durchschnittlich an die 50 Euro im Monat kosten, aber langfristig gar nichts nützen.“

Sarah Becker, Ernährungswissenschaftlerin und ÖKO-TEST-Redakteurin, gibt ihr Geld lieber für gutes Essen aus.


Foto: Anja Wägele


Der Lerneffekt ist beim Einnehmen von Kapseln gleich null. Ohne eine Änderung des Lebensstils gibt es keinen Abnehmerfolg.


Sport in Gesellschaft ist für die meisten motivierender. Suchen Sie sich Gleichgesinnte und verabreden Sie sich zu festen Zeiten. Die Wahrscheinlichkeit dranzubleiben steigt.


Foto: LeoPatrizi/getty images

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 124.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung.2) Weiterer Mangel: In der Packungsbeilage wird darauf hingewiesen, zusätzlich Vitamine einzunehmen.3) Weiterer Mangel: Aus dem Wirkstoffnamen und dem Zutatenverzeichnis geht nicht hervor, was in dem Produkt enthalten ist.4) Weiterer Mangel: Die Formulierung „zur Behandlung und Prävention von durch Übergewicht und Körperfett hervorgerufenen Krankheiten“ bei einem Präparat, das kein Arzneimittel ist.5) Weiterer Mangel: Keine Angabe darüber, welches Wirkprinzip hinter dem Produkt steckt.6) Das Produkt ist ein Nahrungsergänzungsmittel.7) Das Produkt ist ein Arzneimittel.8) Laut Anbieter wird das Produkt nicht mehr verkauft.9) Laut Anbieter wird das Produkt nur noch abverkauft. Es wird kein Nachfolgeprodukt geben.10) Das Produkt ist ein Medizinprodukt.11) Das Produkt ist eine ergänzend bilanzierte Diät.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Abwertung Arzneimittel und Medizinprodukte: Unter dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel führt zur Abwertung um vier Noten: eine laut Gutachter nicht belegte Wirksamkeit für die langfristige Gewichtsabnahme. Zur Abwertung um zwei Noten führt: der Wirkstoff Orlistat. Zur Abwertung um eine Note führt: fehlende Hinweise zur Änderung des Lebensstils, wie etwa die Kalorienzufuhr zu reduzieren. Unter dem Testergebnis Hilfsstoffe und/oder Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) Unnötiger Zusatz: Phosphate; b) Zusatz von Vitaminen. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) ein Wirkstoffname und ein Zutatenverzeichnis, aus dem nicht hervorgeht, was in dem Produkt enthalten ist; b) die Formulierung „zur Behandlung und Prävention von durch Übergewicht und Körperfett hervorgerufenen Krankheiten“ bei einem Präparat, das kein Arzneimittel ist. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) Hinweis auf einem Medizinprodukt, Vitamine zu supplementieren. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel. Ein Testergebnis Hilfsstoffe und/ oder Inhaltsstoffe, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um eine Note, ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“ verschlechtert es um zwei Noten.
Abwertung Nahrungsergänzungsmittel und ergänzend bilanzierte Diäten: Unter dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: ein laut Gutachter nicht belegter Nutzen für die langfristige Gewichtsabnahme. Zur Abwertung um eine Note führt: fehlende Hinweise zur Änderung des Lebensstils, wie etwa die Kalorienzufuhr zu reduzieren. Unter dem Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) Unnötiger Zusatz: Phosphate; b) Zusatz von Vitaminen. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: Keine Angabe darüber, welches Wirkprinzip hinter dem Produkt steckt. Zur Abwertung um eine Note führen: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe um eine Note.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de / Suchen / „M1801“ eingeben.Einkauf der Testprodukte: September 2017.
Test und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikro filme oder Einspielungen in elektronischen Medien angefertigt und/ oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST RÄT

► Um dauerhaft abzunehmen, sind drei Dinge entscheidend: Effektiv sind einzig eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und eine Verhaltensänderung. Und das in Kombination. Verhalten ändern bedeutet beispielsweise: bewusst langsamer essen, statt zu schlingen und nicht aus Frust oder Langeweile essen.
► Wer zu viel Gewicht in zu kurzer Zeit verliert, kann das Risiko einer Gallensteinbildung oder einer Verringerung der Knochendichte erhöhen. Auch der Jojo-Effekt ist zu befürchten. Realistisch und unbedenklich ist eine Gewichtsabnahme von einem halben bis einem Kilo pro Woche.
► Ernste Nebenwirkungen sind bei den Schlankheitsmitteln im Test nicht zu erwarten. Eine Wirkung aber auch nicht. Sparen Sie sich das Geld lieber.

SO HABEN WIR GETESTET

Der Einkauf
Arzneimittel, Medizinprodukte, ergänzend bilanzierte Diäten und Nahrungsergänzungsmittel: Das Feld der Schlankheitsmittel ist weit. Wir haben 21 Produkte in Apotheken, Drogerien, Supermärkten und Discountern eingekauft. Laut Anbieter sollen die Präparate entweder die Sättigung fördern, die Fettverbrennung beschleunigen oder aufgenommene Nahrungsfette binden.

Wirksamkeitsbelege und Nutzen
Der von uns beauftragte Gutachter, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Uni Frankfurt, wertete die aktuelle Studienlage zu den Produkten aus. Außerdem begutachtete er die von den Herstellern zugesandten wissenschaftlichen Arbeiten. Geprüft haben wir auch, ob der wichtige Hinweis, dass eine kalorienarme Ernährung Bestandteil jeder Diät sein muss, auf den Verpackungen vermerkt ist.

Die Inhaltsstoffe
Produkte, deren Inhaltsstoffe mit Schadstoffen wie Pyrrolizidinalkaloiden oder Pestiziden belastet sein können, haben wir im Labor darauf untersuchen lassen. Ein Blick auf die Deklaration zeigte außerdem, ob umstrittene Stoffe wie Phosphate oder unnötige Zusätze wie Vitamine, Aromen oder Süßstoffe in den Schlankheitsmitteln enthalten sind.

Die Weiteren Mängel
Manche Hersteller lassen sich nicht gerne in die Karten schauen. Nicht zu tolerieren ist es aber, wenn aus der Deklaration überhaupt nicht hervorgeht, was genau in dem Produkt enthalten ist oder wie es wirken soll.

Die Bewertung
In der Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas ist es klar formuliert: Nur Präparate, deren Nutzen und Risiken klar erkennbar sind und die einen gesundheitlichen Nutzen erzielen, sind empfehlenswert. Dazu gehört laut Schubert-Zsilavecz auch ein langfristiger Abnehmerfolg. Kann dieser den Wirk- und Inhaltsstoffen der Schlankheitsmittel nicht bescheinigt werden, lautet das Urteil im besten Fall „mangelhaft“.

Mit B-Vitaminen und Acai-Beeren: Das Nahrungsergänzungsmittel wirkt mit diesen Zusätzen besonders gesund. Wissenschaftlich belegt ist der Nutzen für den Verbraucher aber nicht.


Foto: ÖKO-TEST