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TEST Schoko-Weihnachtsmänner: Heiliger Bimbam


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 17.11.2022
Artikelbild für den Artikel "TEST Schoko-Weihnachtsmänner: Heiliger Bimbam" aus der Ausgabe 12/2022 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 12/2022

RATGEBER

1 Immerhin vier Schoko-Weihnachtsmänner sind bio und nur leicht mit Mineralölbestandteilen belastet. Das günstigste empfehlenswerte Exemplar im Test gibt's bei Netto.

2 Schokolade wird am besten trocken, luftdicht, dunkel und bei Temperaturen bis 20 Grad aufbewahrt. Andernfalls verliert sie schnell an Aroma und nimmt Fremdgerüche an.

3 In der Regel ist Schokolade auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar. Je höher der Kakaoanteil, desto länger hält sie sich.

Das tut uns wirklich leid! Wir hätten zum Beginn des Advents gern erfreulichere Neuigkeiten für Sie: Etwa dass Sie die Schoko-Nikoläuse und -Weihnachtsmänner, unabhängig von Preis oder Marke, guten Gewissens in die aufgestellten Stiefel stecken oder sich damit die hektische Vorweihnachtszeit versüßen können.

Doch leider sind in unserem Test alle Exemplare der beliebten Weihnachtssüßigkeit mehr oder weniger stark mit ...

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... Mineralölbestandteilen verunreinigt, drei sogar mit besonders bedenklichen MOAH. Zur großen Gruppe dieser aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe gehören auch Substanzen, die krebserregend sind. Dafür gibt's von uns die Rute: Alle Schokoladen-Weihnachtsmänner, in denen das Labor MOAH nachgewiesen hat, bewerten wir im Testergebnis Mineralöl mit „mangelhaft“. Immerhin: Bei sieben Schokofiguren halten sich die Mineralölbelastungen so weit in Grenzen, dass wir sie als „leicht erhöht“ einordnen und mit „gut“ noch empfehlen können. Foto: And-One/Shutterstock

MOSH reichern sich im Körper an

Die EU-Kommission hat nun endlich Richtwerte für MOAH festgelegt. Danach sollten Lebensmittel mit höherem Fett- oder Ölgehalt wie Schokolade vom Markt genommen werden, wenn sie mehr als 1 mg/kg MOAH enthalten. Zwar liegen die drei Schoko-Nikoläuse im Test etwas unter diesem Wert. Aber wir meinen: Für krebserregende Stoffe gibt es keine sicheren Mengen.

Nach wie vor unreglementiert sind Mineralölverunreinigungen durch gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH), die in allen Schokofiguren stecken. MOSH reichern sich im Körper an und sind dort die vermutlich größte Verunreinigung. Am stärksten sind die zwei veganen Weihnachtsmänner von Rosengarten und Riegelein belastet: Die reißen sogar die aus unserer Sicht laschen Orientierungswerte von 9 mg/kg für Schokolade bzw. kakaobasierte Süßwaren, die sich die Industrie selbst verordnet hat. Wir sind vorbeugend strenger und werten gemessene MOSH-Gehalte von mehr als 4 mg/kg als „stark erhöht“ um vier Noten ab. Die Minderleinsmühle, Hersteller des Rosengarten-Produkts, teilte mit, die MOSH-Werte „sehr ernst“ zu nehmen und unverzüglich alle bekannten Eintragswege zu hinterfragen.

Flächendeckende Verunreinigungen

Doch warum sind Mineralölbestandteile ein so verbreitetes Problem? Generell lässt sich sagen: Überall, wo Lebensmittel mit Schmierölen in Kontakt kommen, sind Verunreinigungen möglich. Bei Schokolade etwa können Kakaobohnen durch Schmieröle an Erntemaschinen verunreinigt werden oder beim Transport in Sisal- und Jutesäcken, die mit Mineralölen behandelt sind. Abgesehen davon kommen Mineralöle flächendeckend in der Umwelt vor.

„Mineralöl in den Schokoladenfiguren? Weihnachtsstimmung kommt da beim besten Willen nicht auf.“

Annette Dohrmann ÖKO-TEST Leiterin Magazin

Anbieter Müller & Müller schrieb uns, dass die Belastungen im Wawi Weihnachtsmann Die Extrahelle „voraussichtlich durch die Verpackung aus Plastikfolie“ zustande kommen. Denn die habe im Gegensatz zu Alufolie „ keinerlei Barriereeigenschaften“. Das wäre ja mal ein Ansatz, die Verpackung zu überdenken. Doch entsprechende Pläne gibt es offenbar nicht – zumindest teilte uns das Unternehmen dazu nichts mit.

Aluminium kein Problem

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Schokoladen-Weihnachtsmänner enthalten keine nennenswerten Aluminium-Rückstände. Ein Kind mit einem Körpergewicht von 30 Kilogramm müsste pro Woche – je nach Gewicht der Schokofiguren – schon mindestens 14, in Einzelfällen sogar mehr als 200 Exemplare verdrücken, um die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegte maximal tolerierbare Aufnahmemenge auszuschöpfen. Die Eltern unter Ihnen wissen: Das schaffen auch die willensstärksten Nachwuchs-Naschkatzen nicht.

Wenig Preissteigerungen

Nur zwei Anbieter, Müller&Müller sowie Minderleinsmühle, räumen ein, die Preisempfehlung für ihre Schoko-Nikoläuse seit letztem November erhöht zu haben – um zehn bzw. 20 Cent pro Stück. Die anderen Unternehmen gaben an, weder Preise noch Gewicht verändert zu haben, lehnten generell Auskünfte zur Preisgestaltung ab – oder hatten ihren Schoko-Weihnachtsmann 2021 noch nicht im Sortiment.

WISSEN

Schokoladige Fakten

Kann Schokolade schimmeln?

Da sie kaum Wasser enthält, schimmelt pure Schokolade ohne Zutaten wie Rosinen nur selten, wenn sie richtig gelagert wird. Bei den hellen Flecken, die manchmal die Schokolade überziehen, handelt es sich dagegen meist um Zucker- oder Fettreif. Die entstehen, wenn Zucker oder Fett – etwa bei stärkeren Temperaturschwankungen – austreten und kristallisieren. Sieht unappetitlich aus, ist aber kein Grund, die Schoki zu entsorgen. Zuckerreif ist eher gräulich und grisselig; Fettreif eher weiß und weicher.

Ist dunkle Schokolade immer vegan?

Oft, aber nicht immer. Gute dunkle Schokolade besteht meist nur aus Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker. Lassen Sie sich nicht vom Begriff „Butter“ irritieren: Kakaobutter ist rein pflanzlich. Und teurer als Butterfett, mit dem einige Hersteller ihre dunkle Schokolade cremiger machen. In dem Fall ist sie nicht mehr vegan. Hellere Schokolade enthält meist tierische Zutaten wie Magermilchpulver, Süßmolkenpulver oder Butterreinfett. Wenn dunkle Schokolade nicht als vegan ausgelobt ist, hilft ein Blick auf die Zutatenliste.

So haben wir getestet

Die Schokoladen-Weihnachtsmänner und -Nikoläuse hielten gerade erst Einzug in die Supermärkte, als wir auf Einkaufstour für diesen Test gingen. Dennoch landeten 23 Exemplare der saisonalen Süßigkeit in unserem prall gefüllten Sack – darunter vier vegane Produkte und sieben aus Bio-Schokolade. Doch die Schokoladen-Hohlkörper landeten nicht etwa unter einem festlich geschmückten Weihnachtsbaum oder auf einem bunten Teller in der Redaktion, sondern in einem spezialisierten Labor. Die Experten untersuchten die Schoko-Weihnachtsmänner auf Mineralölbestandteile wie MOSH und MOAH sowie auf Aluminium – Schokolade oder Kakao weisen häufig hohe Gehalte des Leichtmetalls auf. Da wir unser Prüfschema in diesem Test aus Gründen der Aktualität auf diese beiden Parameter begrenzt haben, vergeben wir für die Schokoladen-Weihnachtsmänner kein Gesamturteil, sondern bewerten nur das Teilergebnis Mineralöl. Außerdem hat uns interessiert, ob die weihnachtlichen Schokofiguren im Zuge der Inflation und gestiegenen Energiepreise deutlich teurer geworden sind. Daher baten wir die Hersteller darum, uns neben dem aktuellen Preis auch mitzuteilen, was dieselbe Menge ihres vergleichbaren Produkts im vergangenen Jahr gekostet hat.