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TEST Sensitivpflaster


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ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 13.10.2022
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Noch ehe das Pflaster über der Wunde klebt, setzt der Körper eine Fülle an Abwehrreaktionen in Gang. Denn durch eine Verletzung verliert die Haut ihre schützende Funktion. Die Blutgerinnung wird aktiviert, Blutpfropfen dichten die verletzten Gefäße ab und Fresszellen bekämpfen eingedrungene Keime und Krankheitserreger. Pflaster schützen die Wunde vor Keimen und dämpfen ab, falls man sich an derselben Stelle noch mal stößt. ÖKO-TEST wollte wissen, ob in den als besonders hautfreundlich ausgelobten Sensitivpflastern ...

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... problematische Substanzen stecken. Dazu schickten wir 18 Produkte in die Labore. Das Ergebnis: Die meisten schneiden „sehr gut“ ab – aber eben nicht alle.

Konkret: 14 Pflaster können wir mit „sehr gut“ empfehlen, drei mit „gut“. Eines erreicht nur ein „befriedigend“.

Was sind Sensitivpflaster eigentlich?

Sensitivpflaster sind aus einem weicheren und anschmiegsameren Material als andere Wundpflaster. Meist ist die Oberfläche ein Vliesstoff. Sie sind luftdurchlässig und atmungsaktiv. Eine weitere, nicht zu unterschätzende Eigenschaft: Die Klebeschicht ist dünn und mit einem hautverträglichen Klebstoff bestrichen, sodass es sich leichter entfernen lässt, ohne die Haut zu reizen. Denn gerade die Klebeeigenschaften machen ein Pflaster häufig zum Problemfall. Entweder es haftet gut und lässt sich später nur schwer von der Haut lösen, oder es klebt nicht so gut und löst sich bereits bei der kleinsten Bewegung. Der Kleber kann allerdings – neben anderen Materialien und Herstellungsschritten – dafür sorgen, dass problematische Stoffe in das Pflaster gelangen.

Nichts für offene Wunden

In einem Produkt im Test kritisieren wir nitrosierbare Stoffe. Nitrosierbare Amine können in krebserzeugende Nitrosamine umgewandelt werden. Wie die Stoffe in die Pflaster gelangen, können auch die Hersteller meist nur schwer erklären. Sie können etwa bei der Vulkanisation von Kautschuk zu Gummi oder Latex entstehen, aber auch über Klebstoffe und Druckfarben, zum Beispiel aus den Faltschachteln, hineingelangen.

Bei den Ratioline Sensitiv Pflasterstrips ist laut Herstellerangaben Latex ein Bestandteil der Kaltsiegelbeschichtung der Verpackung, was den Fund des von uns beauftragten Labors also erklären könnte. Wir bewerten die vom Labor gemessenen Gehalte an nitrosierbaren Stoffen in den Pflastern als „erhöht“. Dafür ziehen wir zwei Noten ab; diese Stoffe haben aus unserer Sicht an offenen Wunden nichts zu suchen.

Weitere Problemstoffe In zwei Produkten analysierte das von uns beauftragte Labor halogenorganische Verbindungen: in den Lifemed Pflaster-Strips Sensitive und in den Vita Plus Sensitive Pflasterstrips. Dabei handelt es sich um eine große Gruppe von Stoffen, von denen viele Verbindungen als allergieauslösend gelten, manche Krebs erzeugen und fast alle sich in der Umwelt anreichern.

In den Pflastern von Gothaplast und Hansaplast wies das beauftragte Labor optische Aufheller im Pflasterband nach. Diese Weißmacher sind völlig unnötig und belasten die Umwelt, weil sie sich kaum abbauen. Deshalb werten wir hier unter den Weiteren Mängeln ab.

Von diesen wenigen wunden Punkten abgesehen ist das Testergebnis jedoch insgesamt mehr als zufriedenstellend.

ÖKO TEST

RATGEBER

► Unser Test bietet viele „sehr gute“ Pflaster zur Auswahl – darunter auch einige sehr günstige.

► Nässende und frische Wunden täglich mit einem neuen Pflaster versorgen.

► Denken Sie daran, den Tetanusimpfschutz regelmäßig aufzufrischen.