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TEST Spielzeug: Mensch ärger dich!


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2010 vom 01.02.2010

Eine neue EU-Richtlinie soll die Spielzeugwelt sicherer machen. Experten bewerten die Reform dennoch als Rückschritt. Für Kinder ist das eine schlimme Nachricht. Denn unser Test beweist: Bereits die bestehenden Grenzwerte sind viel zu lasch, viele Testprodukte waren nicht einmal verkehrsfähig.


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Foto: Banana Stock

Skandale um verseuchtes Spielzeug und Diskussionen um Grenzwerte bestimmten vor der 61. SpielwarenmesseInternational Toy Fair 2010 in Nürnberg die Schlagzeilen. So blieb den Veranstaltern nichts anderes übrig, als das Thema in den Fokus zu rücken: Erstmals ist ein zweitägiger ...

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Skandale um verseuchtes Spielzeug und Diskussionen um Grenzwerte bestimmten vor der 61. SpielwarenmesseInternational Toy Fair 2010 in Nürnberg die Schlagzeilen. So blieb den Veranstaltern nichts anderes übrig, als das Thema in den Fokus zu rücken: Erstmals ist ein zweitägiger Spielwarenkongress angesetzt. Europäische, amerikanische und chinesische Spielzeugexperten sollen dabei über Spielzeugsicherheit diskutieren.

Alles zum Wohle unserer Kinder? Wohl kaum. Denn im Mittelpunkt stehen vor allem wirtschaftliche Belange. Bisher ist die Spielzeugwelt dreigeteilt: Die EU, USA und China haben jeweils eigene Sicherheitsvorschriften. Ziel der exportorientierten Industrie ist eine Harmonisierung, damit unterschiedliche Richtlinien nicht zur Handelsbarriere werden.

Das kann nur bedeuten: Für Kinder ist und bleibt die Spielzeugwelt eine Gefahrenzone. Das beweisen unabhängige Untersuchungen immer wieder: Jedes dritte in den USA verkaufte Spielzeug enthält schädliche Substanzen, warnte kürzlich die VerbraucherschutzorganisationThe Ecology Center. Im europäischen Schnellwarnsystem Rapex werden von Jahr zu Jahr mehr gefährliche Konsumgüter gemeldet, darunter inzwischen etwa 40 Prozent Spielwaren und Kinderbedarfsartikel. Und im großen ÖKO-TEST Spielzeuge in unserer Dezemberausgabe fiel sogar die Hälfte von 72 Produkten mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch.

Auch die Messekontrolleure finden jedes Mal haufenweise Spielzeugschrott an den Ständen. Im Jahr 2009 wies jedes vierte der untersuchten 1.600 Produk te Mängel auf, laut Gerhard Schönheiter vom zuständigen Gewerbeaufsichtsamt Mittelfranken teilweise so schwerwiegende, dass das Spielen damit für ein Kind tödlich enden kann. Als Beispiele nennt er Kunststofftiere mit abreißbaren Kleinteilen und Spielzeug mit kleinen Magneten, die sich leicht lösen und verschluckt werden können. Meist handele es sich um in China gefertigte Produkte, so Schönheiter - aus dem Reich der Mitte kommen annähernd 80 Prozent der weltweit verkauften Waren. Die meisten Hersteller arbeiten für ausländische Besteller, etwa aus Europa.

„Eltern können sich nicht darauf verlassen, dass Spielzeug sicherer wird“

Hier wurde inzwischen eine neue EU-Spielzeugrichtlinie verabschiedet, die ab dem 20. Juli 2011 von den Mitgliedsstaaten angewendet werden muss. Festgelegt ist darin, welchen Sicherheitsanforderungen Spielzeug entsprechen muss, wenn es in der EU hergestellt oder verkauft wird. Doch Experten sind sich einig: Der Kompromiss aus 27 Staaten bringt nicht die erhofften Verbesserungen. „Eltern können sich nicht darauf verlassen, dass das Spielzeug auf dem deutschen Markt sicherer wird“, kritisiert die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder. Nach Auffassung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) führt die neue Richtlinie teilweise zu einer Verschlechterung des Verbraucherschutzes. Und auch Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) fordert rasche Nachbesserungen.

Trotz aller Kritik bleibt der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie stur: „Spielzeug, das den umfangreichen Sicherheitsbestimmungen der EU entspricht, kann ohne jegliche Bedenken gekauft und gespielt werden“, heißt es in einer Stellungnahme.

Tatsächlich sind aber viele Grenzwerte viel zu lasch. Beispiel polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): Sie werden häufig als Weichmacher in Gummi und Kunststoff von Spielzeugen eingesetzt. Viele dieser Verbindungen sind krebserregend und werden deshalb den CMR-Stoffen zugeordnet. CMR bedeutet, der Stoff ist krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend. Nach der neuen Richtlinie sind CMR-Stoffe in Spielzeug zulässig, wenn deren Gehalt die im Chemikalienrecht festgelegten Grenzwerte nicht überschreitet. Die besonders gefährliche PAK-Leitsubstanz Benzo[a]pyren dürfte demnach bis zu einer Konzentration von 100 Milligramm pro Kilo im Spielzeug vorhanden sein. Zum Vergleich: Das ist hundert Mal mehr als beispielsweise im Weichmacheröl für die Herstellung von Autoreifen erlaubt ist oder in Spielwaren, die ein GS-Zeichen für „geprüfte Sicherheit“ tragen.

In Spielzeug sind höhere Mengen eines Krebserzeugers erlaubt als in Autoreifen

„Ein Irrsinn“, schimpft Dr. Eva Frei vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, „PAK reichern sich im Körper an und lassen Tumore wachsen.“ Aus Sicht der Toxikologin dürfen gerade Kinder mit den gefährlichen Substanzen nicht in Berührung kommen. „Bei längerem Hautkontakt könnten sie ein Vielfaches dessen aufnehmen, was schwere Raucher über Zigaretten inhalieren“, so Frei – ein Skandal, wenn man zudem bedenkt, dass die Zahl der bösartigen Krebserkrankungen bei Kindern in den vergangenen 20 Jahren um rund 17 Prozent gewachsen ist. Auch wenn die Gründe hierfür noch unklar sind.

Für das BfR steht längst fest: Die Grenzwerte des Chemikalienrechts bieten Kindern keinen ausreichenden Schutz. Spielzeug, das in den Mund genommen werden kann, müsse genauso streng beurteilt werden wie Materialien in Kontakt mit Lebensmitteln, fordern die Experten. Demnach dürfte die Freisetzung von CMR-Stoffen wie den PAK analytisch nicht nachweisbar sein.

Das Schutzniveau für nervengiftiges Blei wird vom Gesetzgeber sogar abgesenkt

Gleiches gilt für das besonders kritische Schwermetall Blei: Laut BfR beeinflusst es Nervensystem und Intelligenzentwicklung nachweislich negativ und dürfe sich deshalb gar nicht aus Spielzeug lösen beziehungsweise migrieren können. Trotzdem liegt der Migrationswert für Blei in Materialien, die Kinder von Spielzeug abknabbern und verschlucken können, nach der „alten“, derzeit noch gültigen Richtlinie bei 90 Milligramm pro Kilo. Die neue Verordnung erlaubt sogar 160 mg/kg – zu viel aus Sicht des BfR. Und auch die Migrationswerte für das ebenfalls giftige Schwermetall Cadmium sind zu hoch, mahnen die Experten der Bundesbehörde.

Weiterer Kritikpunkt: fehlende Kontrollen. Bisher bescheinigt sich die Industrie mit dem CE-Zeichen selbst, dass sie die gesetzlichen Vorgaben einhält. Verbraucherschützer fordern deshalb eine Qualitätsprüfung durch eine neutrale Stelle. Wie notwendig dies wäre, wird deutlich am Beispiel Phthalate: Seit Jahren sind drei der gesundheitsschädlichen Weichmacher generell in Spielzeug verboten, drei weitere dürfen speziell in Babyartikeln und Spielzeug, das in den Mund genommen werden kann, nicht mehr enthalten sein. Trotzdem: Phthalate findet ÖKO-TEST immer wieder, wie auch der aktueller Test beweist.

Hinzu kommt: Viele bereits gültige Bestimmungen entsprechen nicht mehr dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand. Die Grenzwerte für nervengiftiges Phenol beispielsweise orientieren sich an der täglich tolerierbaren Aufnahmemenge (TDI), die vor rund 40 Jahren festgelegt wurde. Inzwischen hat sich aber die Datenlage geändert. Laut BfR gehört der TDI-Wert für Phenol deshalb auf den Prüfstand. Derzeit bewege er sich in einem Bereich, „wo in tierexperimentellen Studien noch schädliche Wirkungen beobachtet wurden“.

Noch deutlicher wird das Versagen der gesetzlichen Regelungen am Beispiel des Phthalatweichmachers Diisobutylphthalat (DIBP). Erste Studien zeigen, dass DIBP vergleichbar ist mit dem bereits verbotenen Dibutylphthalat, das im Verdacht steht, wie ein Hormon zu wirken und die Fortpflanzung und Entwicklung zu beeinflussen. Wegen seiner besorgniserregenden Eigenschaften wurde DIBP im Januar in die sogenannte Kandidatenliste der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) aufgenommen. Trotzdem ist der höchst bedenkliche Stoff derzeit rechtlich noch nicht geregelt – wo bleibt da der gesundheitliche Verbraucherschutz für unsere Kinder?

Wir wollten sehen, wie es um Spielzeug steht und haben risikoorientiert eingekauft: übel riechende Artikel oder Produkte aus Weich-PVC. 20 Spielwaren, vom Flummi bis zur Kinderfahrradhupe, wurden vor allem auf Schadstoffe untersucht. Denn die chemische Sicherheit, die auch im Mittelpunkt der beschriebenen Reformen stand, interessierte uns besonders. Das Ergebnis ist ernüchternd: Bereits nach der Prüfung auf verbotene Phthalatweichmacher waren viele Produkte nicht mehr verkehrsfähig.

TEST Flummi Pinguin und Schnee, durchsichtig

Gesetzliche Grenzwerte werden zwar nicht überschritten. Aber derFlummi Pinguin und Schnee der Firma Moses (1,95 Euro) springt weit über das Ziel hinaus. Im Produkt stecken jede Menge gesundheitsschädliche Stoffe, zum Beispiel stark erhöhte Gehalte ein polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen sowie der zinnorganischen Verbindung Dibutylzinn. Bereits kleine Mengen dieser Substanz genügen, um das Immun- und Hormonsystem von Tieren und vermutlich auch des Menschen zu beeinträchtigen.
Gesamturteil „ungenügend“

TEST Junior Workshop Arbeitshandschuhe blau-gelb

Vor diesen Schutzhandschuhen müssten Kinder geschützt werden: Im gelben Nähgarn derJunior Workshop Arbeitshandschuhe von Simba Toys (2,50 Euro) steckt das verbotene aromatische Amin p-Aminoazobenzol. Die gesetzliche Toleranzgrenze wird um ein Vielfaches überschritten. Das Produkt ist deshalb nicht verkehrsfähig. Außerdem fanden wir im Handschuh den Weichmacher Diisobutylphthalat - und zwar in wesentlich höheren Dosen als bei ähnlich gefährlichen Stoffen in Spielzeug erlaubt ist.
Nicht verkehrsfähig Gesamturteil „ungenügend“

TEST Baby Doll Puppe in Badewanne 18 cm

DieBaby Doll Puppe in Badewanne (8,00 Euro) erzeugt schon beim Auspacken einen stechenden Geruch in der Nase. Eine Herstelleradresse oder ein CE-Zeichen suchten wir vergeblich. Alleine deshalb hätte das Produkt so nicht in Verkehr gebracht werden dürfen. Zudem bestätigt das von uns beauftragte Institut: Der Puppenkopf strotzt nur so von verbotenen Phthalatweichmachern.
Nicht verkehrsfähig Gesamturteil „ungenügend“

TEST Baby Toys Panda Bär, Kunststofffigur

Fehlt bei einem Spielzeug der Hinweis auf einen Hersteller oder Importeur, ist das kein gutes Zeichen. Ist zudem kein CE-Zeichen vorhanden, kann man davon ausgehen, dass nicht einmal der Anbieter an die Sicherheit seines Spielzeuges glaubt. In diesem Fall wundert uns das nicht - wer will schon für ein China-Billigprodukt wie denBaby Toys Panda Bär (0,69 Euro) die Verantwortung übernehmen? Der Plastikbär enthält wesentlich mehr als die gesetzlich erlaubte Menge des Phthalatweichmachers DEHP. Phthalate stehen in Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen und wie ein Hormon zu wirken. Deshalb haben sie in Spielzeug nichts zu suchen.
Nicht verkehrsfähig Gesamturteil „ungenügend“

TEST Claire’s Club Täschchen mit Einhorn, rosa

Die EU-Spielzeugrichtlinie schreibt vor, dass auf den Markt gebrachtes Spielzeug ein CE-Zeichen tragen muss. Dennoch konnten wir bei dieser Kindertasche (4,95 Euro) des Herstellers Claire’s keines finden. Das wunderte uns. Wir fragten nach bei der Berliner Marktüberwachung. Die überraschende Antwort: „Produkte wie eine Kindertasche, die nah am Körper getragen werden, fallen teilweise unter das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände und Futtermittelgesetzbuch, das keine Kennzeichnung vorsieht“, erklärt Sprecher Robert Rath. Dies sei für Verbraucher natürlich irreführend, weshalb man von den Herstellern eigentlich erwarten könne, dass sie wie Spielzeug anmutende Artikel auch als Spielzeug in Verkehr bringen, so Rath weiter. Das finden wir auch. Da das Produkt außerdem zu großen Anteilen aus einem Phthalat besteht, das in Spielzeug generell verboten ist, dürfte es unserer Meinung nach nicht verkauft werden. Zum Glück sieht dies das Chemische Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart genauso: Der Artikel falle zwar in einen Grenzbereich. Im Sinne des vorsorgenden Verbraucherschutzes sei er aber als Spielzeug einzustufen. Wir werten deshalb:
Nicht verkehrsfähig Gesamturteil „ungenügend“

TEST TEST Kinder-Portemonnaie grün mit Augen, Hello Kitty Portemonnaie rosa

Hätte verkauft werden dürfen


Nicht verkehrsfähig


Hätten Sie es gedacht? Bei diesen Portemonnaies handelt es sich laut Gesetz nicht eindeutig um Spielzeug. Dabei kann man sich kaum vorstellen, dass auch Jugendliche oder Erwachsene damit herumlaufen. Trotzdem: DasKinder-Portemonnaie mit Augen (0,99 Euro), in dem auch PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe stecken, darf ganz offiziell zu mehr als einem Viertel aus den in Babyartikeln und Spielzeugen verbotenen Phthalatweichmachern DINP und DIDP bestehen. Unserer Meinung nach ist das unverantwortlich: Weder Aufmachung noch Warnhinweise machen darauf aufmerksam, dass kleine Kinder nicht damit spielen sollten. „Der Begriff Spielzeug muss vom Gesetzgeber weiter gefasst werden“, fordert deshalb der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Was wie Spielzeug aussehe, müsse auch so behandelt werden. Anbieter Woolworth sieht dies offenbar ein und will „als Konsequenz darauf die Ware unverzüglich aus dem Verkehr nehmen lassen“. Ein ähnlicher Fall: dasHello Kitty Portemonnaie rosa (5,50 Euro). Es enthält das in Spielzeug verbotene Phthalat DEHP. Dennoch: Das alleine würde nicht reichen, um den Artikel zu einem nicht verkehrsfähigen Produkt zu machen. Aber im Gegensatz zumKinder-Portemonnaie mit Augen trägtHello Kitty ein CE-Zeichen. „Deshalb kann man davon ausgehen, dass es der Hersteller selbst als Spielzeug einstuft und auch so in Verkehr gebracht hat“, sagt der TÜV Rheinland. Damit ist das Produkt nicht verkehrsfähig. Fazit: Bei der Einstufung von Spielzeug lässt der Gesetzgeber eine gefährliche Grauzone. Teilweise kann sogar ein Versäumnis aus Verbrauchersicht – wie ein nicht angebrachtes CE-Zeichen – einem Hersteller zum Vorteil gereichen.
Gesamturteile „ungenügend“

TEST Piratenset: Augenklappe und drei Ringe

Auch wenn närrische Tage vor der Tür stehen – vomPiratenset: Augenklappe und drei Ringe (1,00 Euro) sollten kleine Jecken lieber die Finger lassen. Der Gehalt an Diethylhexylphthalat (DEHP) in den Ringen liegt deutlich über dem EU-Grenzwert von 1.000 Milligramm pro Kilogramm. Das China-Spielzeug hätte also gar nicht verkauft werden dürfen. Laut Anbieter Textildiscounter KiK habe das Piratenset die Vorabprüfungen auf eventuelle Schadstoffe „mit einwandfreiem Ergebnis“ durchlaufen, dennoch werde es „vorerst in keiner Filiale mehr zum Verkauf angeboten“.
Nicht verkehrsfähig Gesamturteil „ungenügend“

TEST Intex Schwimmring bunt

Bei unserem letzten großen ÖKO-TEST Schwimmhilfen im Juli 2008 gingen fast alle untersuchten Produkte sprichwörtlich baden. Auch der in China hergestellteIntex Schwimmring (1,50 Euro) ist zumindest teilweise aus Weich-PVC hergestellt und komplett mit bedenklichen Substanzen verseucht. Auf unserer Schadstoffliste stehen: Weichmacher, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe, Dibutylzinn (DBT) und beträchtliche Mengen anderer zinnorganischer Verbindungen. Letztere sind zwar nicht ganz so giftig wie DBT, können sich aber in hohen Konzentrationen vermutlich ebenfalls nachteilig auswirken.
Gesamturteil „ungenügend“

TEST Jenny, Ankleidepuppe mit Kleid

DieJenny, Ankleidepuppe mit Kleid der Firma JMV ist für 1,29 Euro zu haben - ein echtes Sparpaket. Leider stecken in Puppenkopf und -rücken jede Menge unerfreuliche Substanzen, unter anderem umweltbelastende PVC/PVDC/chorierte Kunststoffe, bedenkliche polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und das als fortpflanzungsgefährdend eingestufte Phthalat DEF P. Das beweist mal wieder: Auch der Verkaufspreis ist ein Indikator, wie das Spielzeug hergestellt wurde. Produkte die deutlich billiger angeboten werden als der übliche Marktpreis, sollte man sich deshalb lieber gleich sparen.
Gesamturteil „ungenügend“

TEST Gormiti „Herrscher der Gormiti in Silber“

Kunststofffiguren (7,99 Euro), angeboten von der Firma Giochi Preziosi, hergestellt in China. Die beauftragten Labore wiesen nach: zinnorganische Verbindungen, erhöhte Mengen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, umstrittene Weichmacher und PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe. Wir werten:
Gesamturteil „ungenügend“

TEST Polly Pocket Lea Mode

Puppenankleideset (14,99 Euro), angeboten vom US-Spielzeughersteller Mattel, gefertigt in China. Zur Auswahl stehen Kleider, Tops, Röcke, Hosen und jede Menge Accessoires. Leider besteht der Puppenmode-Schnickschnack aus weichen, gummiartigen Materialien, die es schadstoffmäßig in sich haben. Die von uns beauftragten Labore fanden: umweltbelastende PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe, umstrittene Weichmacher und erhöhte Mengen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen.
Gesamturteil „mangelhaft“

TEST Lovely Doll Puppe 33 cm, rosa Hose, weißes Shirt

Puppen aus Weich-PVC stecken häufig voller Weichmacher. Auch dieLovely Doll Puppe (3,99 Euro) von der Firma Zeeman angeboten, bildet da keine Ausnahme. Wir ließen den Kopf untersuchen. Die beauftragten Labore bestätigten: der Weichmacheranteil liegt bei über 30 Prozent. Hinzu kommen PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe und Nonylphenol.
Gesamturteil „mangelhaft“

TEST Heless Schwimmring mit Schwimmflügeln für 35–45 cm Puppe

DerSchwimmring mit Schwimmflügeln (7,49 Euro) ist laut Anbieter Heless als Spielzeug für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet. Für uns ist das aber nicht nachzuvollziehen. Bei dem Spielzeug handelt es sich um eine Ausstattung für Puppen, mit denen bereits Zwei- oder Dreijährige gerne spielen. Und darin ist ein wahrer Schadstoffcoktail enthalten. Die Zutaten: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Dibutylzinn (DBT), umstrittene Weichmacher, PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe sowie das Kontaktallergen Triphenylphosphat, das beim Einatmen die Schleimhäute reizen kann.
Gesamturteil „ungenügend“

TEST Badeenten mit verschiedenen Kopfbedeckungen und Augenklappen

Im Piratenlook mit Augenklappe, Kopftuch oder Dreispitz kommen die vier Plastikbadeenten von Free und Easy (3,99 Euro) daher. Auch das Ergebnis der Schadstoffprüfung ist abenteuerlich: Im Material wurde der höchst bedenkliche Phthalatweichmacher DEHP gefunden – allerdings in Mengen, die der Gesetzgeber noch erlaubt. Außerdem stecken im Produkt PAK sowie Nonylphenol, das möglicherweise als Teil eines Stabilisators eingesetzt wird. Nonylphenol greift die Haut an, wirkt im Körper als Hormon und wird für Missbildungen und Fruchtbarkeitsstörungen verantwortlich gemacht. Fazit: Dieser zweifelhafte Piratenbadespaß aus China ist Schrott.
Gesamturteil „ungenügend“

TEST Kunststofffigur Löwe

Plastikfigur (5,99 Euro), Anbieter Toy Major Trading, hergestellt in China. Schadstoffmäßig ist dieser Löwe alles andere als der Brüller. Im Material sind PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe enthalten sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Weichmacher, die entweichen und vom Kind durch Hautkontakt oder anlecken aufgenommen werden können.
Gesamturteil „mangelhaft“

TEST Stats Torwarthandschuhe lila, Gr. S

Bei diesen Handschuhen hätte wohl selbst Fussball-Titan Oliver Kahn den Job gewechselt: DieStats Torwarthandschuhe (7,99 Euro) von Anbieter Toys„R“Us enthalten mehr als die in Spielzeug erlaubte Menge des Phthalatweichmachers DEHP und sind damit ganz klar ein Schuss in den Ofen.
Nicht verkehrsfähig Gesamturteil „ungenügend“

TEST Prinzessin Lillifee Hüpfseil mit Tasche

Schon die Plastiktasche desPrinzessin Lillifee Hüpfseils (7,50 Euro) steckt so voller bedenklicher Substanzen, dass wir das Produkt der Firma Coppenrath/Die Spiegelburg nicht mehr empfehlen können: bedenkliche PAK - und dann auch noch in stark erhöhten Gehalten - haben in Kinderspielzeug nichts zu suchen. Außerdem fanden die beauftragten Labore das Kontaktallergen Triphenylphosphat. Auf eine anschließende Untersuchung des Hüpfseils haben wir daher verzichtet.
Gesamturteil „ungenügend“

TEST Yonglai Meigui Meiren Puppe mit blauen Haaren

Der Kopf derYonglai Meigui Meiren Puppe (1,20 Euro) besteht zu rund einem Viertel aus dem verbotenen Phthalatweichmacher DEHP. Damit wird der gesetzliche Grenzwert etwa um das 250-fache überschritten. Gerne hätten wir die verantwortliche Firma mit diesem haarsträubenden Ergebnis konfrontiert. Leider war auf dem Produkt kein Hinweis auf einen Hersteller zu finden.
Nicht verkehrsfähig Gesamturteil „ungenügend“

TEST Prophete Kinderrad-Einklang-Ballhupe

Erst Ende vergangenen Jahres forderte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Exposition von CMR-Stoffen, zu denen auch zahlreiche polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) zählen, zu minimieren. Trotzdem wurden die von uns beauftragten Labore fündig: Im Ball der Kinderfahrradhupe (3,99 Euro) stecken PAK - und zwar in rauen Mengen. Hinzu kommt, dass das Produkt gar nicht hätte verkauft werden dürfen, wie Dr. Robert Rath, Sprecher der Berliner MarktÜberwachungsbehörde erläutert: „Eine Kinderfahrradhupe fällt unter das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz und die dazu erlassene Spielzeugverordnung und muss deshalb ein CE-Zeichen tragen.“ Immerhin gelobt der Anbieter derKinderrad-Einklang-Ballhupe Besserung: „Aufgrund Ihrer Informationen (…) haben wir veranlasst, dass alle Lagerbestände gesperrt werden und auch weitere Bestellungen unserer Lieferanten storniert“, teilte Prophete mit und will künftig „auf ein anderes PAK-freies Produkt umstellen“. Die neue Ware werde dann mit einem CE-Zeichen ausgestattet.
Nicht verkehrsfähig Gesamturteil „ungenügend“

Abkürzungen: DNOP = Di-n-octylphthalat. DEHP = Diethylhexylphthalat. DBP = Dibutylphthalate. BBP = Butylbenzylphthalat. DINP = Diisononylphthalat. DIDP = Diisodecylphthalat. DIBP = Diisobutylphthalat. PAK = polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 158.
Legende: Zur Abwertung um jeweils fünf Noten führen: a) mehr als 0,1 Prozent der in Babyartikeln und Kinderspielzeugen gesetzlich reglementierten Phthalate DEHP, DBP, BBP, DINP, DIDP und DNOP(Hello Kitty Portemonnaie rosa; Piratenset: Augenklappe und drei Ringe; Claire’s Club Täschchen mit Einhorn; Baby Toys Panda Bär; Baby Doll Puppe in Badewanne; Yonglai Meigui Meiren Puppe mit blauen Haaren; Stats Torwarthandschuhe) und mehr als 0,1 Prozent des in der REACH-Kandidatenliste genannten DIBP(Junior Workshop Arbeitshandschuhe); - mehr als 30 mg/kg p-Aminoazobenzol (Junior Workshop Arbeitshandschuhe); c) eine fehlende Herstellerangabe{Yonglai Meigui Meiren Puppe mit blauen Haaren; Baby Doll Puppe in Badewanne; Baby Toys Panda Bär); d) eine fehlende CE-Kennzeichnung(Baby Toys Panda Bär; Baby Doll Puppe in Badewanne; Prophete Kinderrad-Einklang-Ballhupe). Zur Abwertung um jeweils vier Noten führen: a) mehr als 1.000 pg/kg PAK {Prophete Kinderrad-Einklang-Ballhupe; Prinzessin Lillifee Hüpfsell mit Tasche; Heless Schwimmring mit Schwimmflügeln; FlummiPinguin und Schned); b) mehr als 250 pg/kg Dibutylzinn und/oder mehr als 2.500 pg/kg (andere) zinnorganische Verbindungen {IntexSchwimmring bunt; Heless Schwimmring mit Schwimmflügeln; Gormiti „Herrscher der Gormiti in Silber“; Flummi Pinguin und Schnee); mehr als 1.000 mg/kg der in Babyartikeln und Kinderspielzeugen gesetzlich reglementierten Phthalate in einem Kinderportmonnaie ohne CE-Zeichen (Kinder-Portemonnaie grün mit Augen). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) mehr als 100 bis 1.000 mg/kg der in Babyartikeln und Kinderspielzeugen gesetzlich reglementierten Phthalate (Jenny, Ankleidepuppe mit Kleid; Flummi Pinguin und Schnee; Badeenten mit verschiedenen Kopfbedeckungen und Augenklappen); b) mehr als 100 bis 1.000 pg/kg PAK (Polly Pocket Lea Mode; Kunststofffigur Löwe; Jenny, Ankleidepuppe mit Kleid; Intex Schwimmring bunt; Gormiti „Herrscher der Gormiti in Silber“; Badeenten mit verschiedenen Kopfbedeckungen und Augenklappen); c) mehr als 1.000 bis 100.000 mg/kg Nonylphenol (Lovely Doll Puppe; Badeenten mit verschiedenen Kopfbedeckungen und Augenklappen). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen; a) mehr als 1.000 mg/kg der Weichmacher Diethylhexylterephthalat (DEHT), Diisononylcyclohexa-1, 2-dicarboxylat (DINCH), Acetyltributylcitrat (ATBC) und/oder Texanoldi isobutyrat (TXIB), falls nicht schon ein Gehalt an Phthalaten abgewertet wurde(Polly Pocket Lea Mode; Lovely Doll Puppe; Kunststofffigur Löwe; Intex Schwimmring bunt; Heless Schwimmring mit Schwimmflügeln; Gormiti „Herrschei' der Gormiti in Silber'); b) mehr als 1.000 mg/kg Diethylhexyladipat (DEHA), falls nicht schon ein Gehalt an Phthalaten oder (anderen) Weichmachern abgewertet wurde (Prinzessin Lillifee Hüpfsell mit Tasche); c) mehr als 10 bis 1.000 mg/kg der phosphororganischen Verbindungen Triphenylphosphat und/oder Tris-(2-ethylhexyl)phosphat(Hello Kitty Portemonnaie rosa; Piratenset: Augenklappe und drei Ringe; Prinzessin Lillifee Hüpfseil mit Tasche; Junior' Workshop Arbeitshandschuhe; Heless Schwimmring mit Schwimmflügeln); d) optische Aufheller im Produkt(Junior Workshop Arbeitshandschuhe, Nachweis in weißen Fäden); e) PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe im Material(Kinder-Portemonnaie grün mit Augen; Prinzessin Lillifee Hüpfseil mit Tasche; Polly Pocket Lea Mode; Lovely Doll Puppe; Kunststofffigur Löwe; Jenny, Ankleidepuppe mit: Kleid; Intex Schwimmring bunt; Heless Schwimmring mit Schwimmflügeln; Gormiti „Herrscher der Gormiti in Silber“; Flummi Pinguin und Schnee; Badeenten mit verschiedenen Kopfbedeckungen und Augenklappen; Claire’s Club Täschchen mit Einhorn).
Testmethoden: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Beilsteinprobe. Aromatische Amine: Prüfung auf Amine nach reduktiver Spaltung; Analytik entsprechend § 64 LFGB 82.02-2 Prüfung ohne vorherige Extraktion DIN EN 14362-1 (Juni 2004); Analytik entsprechend § 64 LFGB 82.02-4 Prüfung nach vorhergehender Extraktion DIN EN 14362-2 (Juni 2004); bei Hinweisen auf 4-Aminoazobenzol zusätzliche Prüfung entsprechend § 64 LFGB 82.02-9 (September 2006), Bestimmungsgrenze 5 mg/kg; 1. Methode GC/MS, 2. Methode TLC; zusätzliche Prüfung auf Anilin und Xylidine. Dispersionsfarbstoffe: Analytik entsprechend § 64 LFBG 82.02-10 Norm DIN 54231 (November 2005); Dünnschichtchromatografie TLC und HPLC mit DAD (UV/Vis-Detector). Optische Aufheller: qualitativer Nachweis (UV-Licht). Zinnorganische Verbindungen: NaDDTC, EtOH, Hexan, NaBEt4, GC-AED. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): getestet auf 24 PAK nach EU/EPA/JECFA; GC-MSD. Phosphororganische Verbindungen, Phthalate, andere Weichmacher, phenolische Verbindungen: GC/MS nach Extraktion mit Aceton/Ethylacetat und Derivatisierung. Migration Phenol: LC/FLD nach Migration in Anlehnung an Methode DIN EN 71-10. Nitrosamine/nitrosierbare Stoffe: DIN 12868, ohne Auskochen, Migration eine Stunde bei 40 °C.
Einkauf der Testprodukte: Oktober - November 2009.
Anbieterverzeichnis: siehe www.oekotest.de
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Kompakt

Messe wird größtes Kinderzimmer

Bei der 61. SpielwarenmesseInternational Toy Fair 2010 vom 4. bis 9. Februar wird das Nürnberger Messezentrum zum „größten Kinderzimmer der Welt“. 2.700 Aussteller präsentieren rund eine Million Spielsachen, worunter etwa 70.000 Neuheiten sind.

Krise kaum spürbar

Laut Messechef Ernst Kick haben sich trotz Wirtschaftskrise sämtliche Spielzeugbereiche stabil entwickelt: „Es gibt kein Segment, das leidet.“ Trotzdem gerieten zuletzt einzelne Unternehmen in Schwierigkeiten, weil der Markt schrumpft und Geld zur Finanzierung von Verlusten knapper geworden ist.

Konsolen-Monopoly

Klassisches Spielzeug verkauft sich spürbar besser, bilanziert der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels. Trotzdem sind unter den Messeneuheiten immer mehr Gesellschaftsspiele mit Technikschnickschnack ausgestattet: „Dank einer Konsole, die kompatibel zu verschiedenen Brettspielen ist und wie ein unberechenbarer Mitspieler das Geschehen mitgestaltet, erhält das gemeinschaftliche Spiel mehr Dynamik“, finden die Veranstalter.

Neu: „Baby’s World“

Erstmals wird in Nürnberg die riesige Auswahl an Babyartikeln gebündelt präsentiert. Eine ganze Halle wird zur „Baby’s World“. Kein Wunder: Die Nachfrage nach Produkten für Babys und Kleinkinder steigt. In Deutschland wuchs der Umsatz zuletzt um mehr als fünf Prozent.

Kein Sicherheitszeichen

Neuheiten, die das Zeug zum Erfolg haben, werden auf der Messe zur „ToyInnovation“ gekürt. 2009 zählten ein Nachtsichtgerät und ein Kinderwagen, der zum Dreirad umgebaut werden kann, zu den Prämierten. Schade: Das Gütesiegel hat nicht den Anspruch, ein Zeichen für Spielzeugsicherheit zu sein.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Unsere letzten Spielzeugtests brachten haarsträubende Mängel ans Licht. Auch die neue EU-Spielzeugrichtlinie versagt – sagen zumindest viele Experten. Wir wollten sehen, ob noch immer Spielzeugschrott auf dem Markt ist. In unserem Einkaufswagen landeten nur Spielwaren, die stark geruchsbehaftet waren oder aus Materialien hergestellt sind, die erfahrungsgemäß besonders häufig schadstoffbelastet sind. Das konnte billiges China-Spielzeug aus sogenannten Ein-Euro-Läden sein, genauso wie Markenartikel aus gut sortierten Spielwarengeschäften oder Kaufhäusern.

Die Testparameter

Nicht alle Spielzeuge im Test durchliefen unser umfangreiches Schadstoffprogramm: War ein Produkt so stark mit Phthalaten belastet, dass es nicht mehr verkehrsfähig ist, haben wir auf weitere Untersuchungen verzichtet. Für alle übrigen Spielzeuge ging die Reise weiter ins nächste Labor. Dort wurde nach problematischen zinnorganischen Verbindungen gefahndet, die für die Hitze- und Lichtbeständigkeit in PVC-Materialien sorgen und nach polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, die vor allem in Produkten aus Gummi oder Elastomeren enthalten sein können. Je nach Beschaffenheit des Materials kamen weitere Prüfungen hinzu: Ein Kinder-Torwart-Handschuh mit Latexbeschichtung an der Innenhand wurde beispielsweise auf Nitrosamine geprüft – die krebserregenden Substanzen entstehen in Latexprodukten bei der Umwandlung des flüssigen Rohstoffs in elastischen Latex.

Die Bewertung

Ein Produkt, das mehr gesundheitsschädliche Phthalatweichmacher enthält, als der Gesetzgeber erlaubt, kann nicht besser sein als „ungenügend“. Schließlich hätte es gar nicht verkauft werden dürfen. Das gilt aber aus unserer Sicht auch für Produkte, die zwar die Grenzwerte nicht überschreiten, aber so voller Schadstoffe stecken, dass sie einfach nicht in Kinderhände gehören. Wichtig bei der Bewertung war uns außerdem, dass sich die Hersteller zu ihren Produkten bekennen. Fehlte eine Herstelleradresse oder verzichtete der Anbieter auf ein CE-Zeichen, obwohl es laut Gesetzgeber für die entsprechende Produktgruppe vorgeschrieben ist, gab es ebenfalls fünf Noten Abzug.

Unsere Empfehlungen

• Verzichten Sie auf Billigprodukte aus Billigläden, denn darin werden am häufigsten gesundheitsschädliche Stoffe und Grenzwertüberschreitungen festgestellt.
• Kaufen Sie mit allen Sinnen ein: Die gefährlichen PAK-Substanzen kann man oft erschnuppern – also Finger weg von Plastikteilen, die einen stechenden Geruch verbreiten. Meiden Sie möglichst Produkte aus Weich-PVC, sie sind häufig noch immer stark mit Phthalatweichmachern belastet.
• Nicht jedes Spielzeug steckt voller Schadstoffe. Aus unseren letzten Tests können wir auch viele Produkte empfehlen, nachzulesen im ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2010, erhältlich in unserem Online-Shop auf http://shop.oekotest.de