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TEST Tapetenkleister: Das hält!


ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 5/2011 vom 06.05.2011

Alle Kleister in unserem Test sorgen dafür, dass die Tapete gut an der Wand klebt. Leider sind viele von ihnen mit nicht ganz unbedenklichen Stoffen haltbar gemacht. Zudem könnte die Deklarationen ein bisschen großzügiger sein. Doch es gibt auch Produkte, die in Ordnung sind.


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Foto: Dmitry Melnikov/fotolia.com

Endlich. Der Mietvertrag ist unterschrieben, nach langem Suchen ließ sich doch noch eine bezahlbare Altbauwohnung finden. Gut, sie ist renovierungsbedürftig, aber das kann man ja in Kauf nehmen. Verschlissene Blümchentapeten an den Wänden, ein in die Jahre gekommener Teppichboden … Es steht viel ...

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Endlich. Der Mietvertrag ist unterschrieben, nach langem Suchen ließ sich doch noch eine bezahlbare Altbauwohnung finden. Gut, sie ist renovierungsbedürftig, aber das kann man ja in Kauf nehmen. Verschlissene Blümchentapeten an den Wänden, ein in die Jahre gekommener Teppichboden … Es steht viel Arbeit an, aber auch die Chance, die Wohnung nach eigenen Wünschen gestalten zu können. Wenn’s nur so einfach wäre.

Die alten Tapeten gehen schwer runter, dahinter bröckelt auch noch der Putz. Doch es hilft nichts: Der Untergrund muss glatt sein, bevor es mit dem Tapezieren losgehen kann. Also: Löcher schließen, Unebenheiten glatt spachteln.

Was die Tapete angeht, werden keine Experimente gemacht. Die Wahl fällt auf Raufaser, die ist preiswert und praktisch. Nach der Arbeit geht’s in den Baumarkt, zusammen mit anderen Do-it-Yourselfern hastet man durch endlose Regalfluchten, um Tapeten, Kleister, Tapezierbürste und andere notwendige Utensilien zusammenzusuchen. Ein Universalkleister ist bestimmt das Richtige. Jedenfalls ist er für Raufaser geeignet, da kann ja nichts mehr schiefgehen. Oder doch?

Beim Tapezieren selbst können wir Ihnen nicht helfen. Aber damit Sie nicht wahllos einen Tapetenkleister aus dem Regal greifen müssen, hat ÖKO-TEST 20 verschiedene, für Raufaser geeignete Produkte eingekauft und einem Praxistest unterzogen. Und natürlich wollten wir auch wissen, ob neben den üblichen Klebestoffen - Zellulose und Stärke - auch problematische Stoffe eingesetzt werden.

Das Testergebnis

■ Ohne jegliche Mängel ist kein Tapetenkleister. Doch die meisten waren unterm Strich in Ordnung, fünf sogar noch „sehr gut“. Drei Produkte sind nur Mittelmaß.
■ In fast allen Tapetenkleistern konnten die Labore Konservierungsmittel/ Fungizide nachweisen. In einigen Fällen werden quartäre Ammoniumverbindungen eingesetzt, die Haut und Schleimhäute reizen und die Augen schädigen können. Wenn die Haut nicht ganz intakt ist, können die Substanzen auch in den Körper gelangen und möglicherweise weiteren Schaden anrichten. Zu dieser Gruppe zählt au Benzalkoniumchlorid, das imMeistergold Spezial-Kleister gefunden wurde. Also Vorsicht beim Anrühren des Kleisters. Benzalkoniumchlorid ist zudem akut gewässerschädigend. Auch die nachgewiesenen Glykole, meist 2-Phenoxyethanol, haben eine leichte biozide Wirkung. Laut Aussagen einiger Hersteller sind damit Vorprodukte wie das eingesetzte Kunstharz konserviert. Andere Hersteller setzen den Stoff primär als Lösungsvermittler und Filmbildungshilfsmittel ein.

■ Unsere Praxistester waren mit den Klebeeigenschaften der untersuchten Produkte vollauf zufrieden - alle Produkte kleben „sehr gut“. Dennoch hatten sie am Kleister einiges auszusetzen. Schwierig zu verarbeiten war dasMetylan NP Power Granulat plus. Es ließ sich schwer anrühren, war sehr zäh und schlecht zu verteilen. Für Hersteller Henkel besteht der Vorteil gegenüber Pulver darin, dass es quasi staubfrei ist und sich die Inhaltsstoffe nicht wie bei den pulvrigen Kleistern entmischen können, sondern stabil bleiben - das sei vor allem für Profis ein Plus. Auch bei einigen anderen Kleistern war die Konsistenz nicht ganz optimal, dann aber eher zu dünn.
■ Nur auf drei Packungen finden sich Angaben, wie lange der angerührte Kleister haltbar ist: ein beziehungsweise drei Tage bei Produkten der Naturfarbenhersteller Livos und Auro, in denen keine Konservierungsmittel nachweisbar waren, und 14 Tage beiMetylan spezial von Henkel. Ob das tatsächlich notwendig ist, da scheiden sich die Geister. Konservierungsmittel werden im Kleister aber unter anderem eingesetzt, damit er nicht gleich schimmelt. Umso erstaunlicher, dass die Hersteller diese wichtige Information schuldig bleiben.
■ Auch die Anleitungen auf den Verpackungen lassen häufig zu wünschen übrig. Besonders dürftig ist sie auf demHornbach Rauhfaser Kleister. Vor allem Hinweise zur Resteentsorgung und, dass die Kleisterflecken gleich entfernt werden müssen, sind häufig nicht zu finden.

Unsere Empfehlungen

■ Wichtig ist, dass der Kleister langsam und gleichmäßig eingestreut und gleichzeitig gerührt wird, sonst bilden sich Klumpen, die kaum noch aufzulösen sind.
■ Den Kleister wie angegeben aufquellen lassen, für die weitere Verarbeitung die Angaben des Tapetenherstellers beachten. In der Regel sollte die Wand vorgekleistert oder grundiert werden, weil sie sonst zu viel Kleber aufsaugt. Kleisterflecken noch im feuchten Zustand entfernen.
■ Immer nur so viel Kleister anrühren, wie auch gebraucht wird. Dann benötigt man keinen Kleister mit Konservierungsmitteln. Man muss auch nicht darüber nachdenken, ob man ihn noch ein paar Tage aufheben kann, ob er möglicherweise schimmelt und wie er entsorgt werden kann. Eine angebrochene Packung nicht aufbewahren, weil sich die Inhaltsstoffe entmischen können.

Es ist angerührt! Metylan Flüssig-Kleister Konzentrat

Tapetenkleister kauft man normalerweise als Pulver, das erst angerührt werden muss. Was ist von dem neuen flüssigen Tapetenkleister der führenden MarkeMetylan von Henkel zu halten? Eine Kunstharzdispersion, die vor dem Tapezieren weiter verdünnt werden muss, dann aber praktisch sofort gebrauchsfähig ist. Unsere erfahrenen Handwerker waren jedoch nicht ganz zufrieden: Die Konsistenz des fertigen Kleisters war etwas dick; auch fehlte die Angabe, wie lange er haltbar ist und noch verarbeitet werden kann. Ansonsten klebte er – wie die anderen Kleister auch – sehr gut. Die Deklaration ist nur befriedigend, weil Angaben zum Entfernen von Kleisterflecken und zur Resteentsorgung fehlen. Doch wir haben auch Inhaltsstoffe zu bemängeln – Glykole und quartäre Ammoniumverbindungen. Für Allergiker gibt es keinen Hinweis auf die zur Konservierung eingesetzten Isothiazolinone, und auch Angaben zu weiteren Inhaltsstoffen fehlen. Das Tapezieren eines Quadratmeters Raufaser ohne Grundierung kostet mitMetylan Flüssig-Kleister Konzentrat 26 Cent – damit im Vergleich zu den getesteten Pulvern relativ viel.
Gesamturteil „befriedigend“