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Test Tiefkühlfisch - Rares aus dem Meer


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ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 09.12.2021

TEST Tiefkühlfisch

Artikelbild für den Artikel "Test Tiefkühlfisch - Rares aus dem Meer" aus der Ausgabe 12/2021 von ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

An der Fischtheke können Verbraucher ohne besondere Infos wie Fanggebiete und Fangmethoden eine nachhaltige Kaufentscheidung nur schwer treffen. Bei tiefgekühlten Fischfilets lassen sich solche Angaben auf der Verpackung während des Einkaufs in Ruhe studieren – und zwei Drittel der Anbieter in unserem Test machen sie erfreulicherweise auch.

Wir haben 15-mal Alaska­ Seelachs und viermal Kabeljau geprüft. Bei den Endnoten gibt es eine deutliche Kluft zwischen den beiden Dorscharten. Während wir den Alaska-Seelachs überwiegend mit „sehr gut“ und „gut“ empfehlen können, schneidet sein größerer Verwandter, der Kabeljau, deutlich schlechter ab.

Guter Geschmack, wenig Schadstoffe

Dabei schmeckten den von uns beauftragten Sensorikexperten fast alle Fischfilets einwandfrei. Und: Die Labore fanden erfreulich wenige Schadstoffe. Klassische Probleme wie Quecksilberanreicherungen oder ...

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... Fadenwürmer waren überhaupt kein Thema.

Notenabzüge gab es überwiegend in der Disziplin Nachhaltigkeit und Transparenz. Um diese zu beurteilen, nutzten wir die Fachkompetenz des Meeresbiologen Dr. Rainer Froese vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Wir wollten wissen: Ist der Fischbestand im ausgewiesenen Sub­fanggebiet groß genug? Und sind die dort gefischten Mengen verhältnismäßig, um eine Erholung der Fischschwärme zu ermöglichen? Eine Rolle für unsere Beurteilung spielte auch, wie zerstörerisch die jeweils ange wandte Fangmethode für das Ökosystem Meer ist und ob die Lieferketten bis zum Fangschiff nachvollziehbar belegt werden konnten.

Es muss nicht immer Kabeljau sein

Was den Kabeljau angeht, ist die Sache eindeutig: Er sollte im Meer bleiben. Einige der natürlichen Bestände im Atlantik sind bereits zusammengebrochen. Andere, etwa der Kabeljau vor Island oder in der weiter nordöstlich liegenden Barentssee, gelten zwar als gerade noch in Ordnung, werden aber so intensiv befischt, dass selbst sie massiv an ihre Grenzen geraten. Die Kabeljau schwärme in der Norwegischen See, die der WWF in seinem Fischratgeber noch als in Ordnung einstuft, liegen laut der Beurteilung durch Rainer Froese bereits unter der Zielmarke, die eine Wiedererholung ermöglicht. Froeses Fazit: „Kabeljau kann man derzeit grundsätzlich nicht empfehlen. Ich wüsste nicht, woher der im Moment kommen sollte.“

Da der Kabeljau nahe am Meeresgrund schwimmt, sind Grundschleppnetze noch immer die gängigste Fangmethode. Diese gehören aber zu den zerstörerischsten Fangmethoden überhaupt. Die Wild Ocean Kabeljau Filets sind hingegen mit mechanischen Handleinen gefangen – einer Methode, bei der die Fische an Haken aus dem Meer gezogen werden und die wenig Beifang produziert. Als einziger Kabeljau in unserem Test schafft es das Demeter-Produkt auf ein „gutes“ Gesamturteil. Meeresbiologe Froese sagt: „Die Handleinenfischerei ist zwar eine schonende Methode, und das sollte man ermutigen. Aber in einer Situation der Überfischung nützt es dem Kabeljau nicht, ob er mit Samthandschuhen oder mit Grundschleppnetzen gefan­ gen wird: Es ist trotzdem ein toter Fisch zu viel.“

RATGEBER

► Alaska-Seelachs können wir reinen Gewissens empfehlen: Mehr als drei Viertel der Tiefkühlfilets sind „sehr gut“ oder „gut“.

► Infos zum QR- Code: Zuerst mit dem Handy den QR-Code scannen und dann die Chargennummer der Verpackung auf der Internetseite eingeben.

► Es gibt viele Möglichkeiten, Fischfilets aufzutauen. Am schonendsten für Geschmack und Konsistenz: über Nacht im Kühlschrank in einem abgedeckten Gefäß.

Alaska-Seelachs: überwiegend grün

Für die meisten Filets vom Alaska­Seelachs können wir in puncto Nachhaltigkeit grünes Licht geben. Der Alaska-Seelachs in unserem Test stammt großteils aus dem Ochotskischen Meer, das sich vor der Pazifischen Küste Russlands erstreckt. Hier gibt es noch viele intakte Fischbestände, was nicht zuletzt auch mit der hohen Fruchtbarkeit der Art zusammen hängt. Weil der Alaska­Seelachs nicht direkt in Grundnähe schwimmt, kann er mit sogenannten pelagischen Schleppnetzen gefangen werden. Diese sind zwar ebenso groß wie Grundschleppnetze, doch sie werden schwebend durchs offene Meer gezogen und berühren den Grund in der Regel nicht. „Auch der Beifang ist hierbei relativ gering, da die Schwärme gut geortet werden können“, sagt Experte Rainer Froese.

Wild Ocean Kabeljau Filets

Demeter Felderzeugnisse

Followfish Kabeljau Filets

Followfish

Costa Kabeljau Filets

Costa

Deutsche See Kabeljaufilets

Deutsche See

Abkürzungen: MSC = Marine Stewardship Council, IRF = Iceland Responsible Fisheries, ICES = Internationaler Rat für Meeresforschung, NOAA = National Oceanic and Atmospheric Administration.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Die spezifische Schleppnetzkategorie (pelagisches Scherbrettnetz oder Grundscherbrettnetz) wird weder auf der Verpackung noch online in einer gut auffindbaren, chargengenauen Fischauskunft eindeutig angegeben. 2) Weiterer Mangel: Das spezifische Subfanggebiet, zum Beispiel Ochotskisches Meer oder Westliche Beringsee, wird weder auf der Verpackung noch online in einer gut auffindbaren, chargengenauen Fischauskunft eindeutig angegeben. 3) Keine Zertifizierung entlang der Lieferkette. Laut Anbieter ist die Fischerei seit Juli 2021 MSC-zertifiziert, sodass das Produkt in Zukunft auch das MSC-Siegel tragen wird. Bei allen Produktionen ab dem 1. Oktober 2021 werde zudem das Subfanggebiet auf der Verpackung angegeben. 4) Laut Anbieter trägt das Produkt seit circa Oktober 2021 das Nutri-Score­ Logo „A“ auf der Verpackung. 5) Laut Anbieter befindet sich das Produkt derzeit im Relaunch und wird im neuen Design vermutlich Ende 2021/Anfang 2022 im Handel sein. 6) Lieferkette bis zum Fangschiff „überwiegend“ belegt. Fischereidruck „zu hoch“ (Fanggebeiet: Nordostatlantik/Island). Fangmethoden: unter anderem auch Grundschleppnetze. Grundschleppnetze.Laut Anbieter wurde der größere Teil dieser Charge mit Danish Seine gefangen und der gesamte jeweilige Fang sei auch IRF-zertifiziert. Auf der Verpackung ist nur das MSC-Siegel abgebildet. 7) Chlorat „leicht erhöht“. 8) Lieferkette bis zum Fangschiff nicht belegt. 9) Abweichung im Geruch/Geschmack: „sehr leicht dumpf“. 10) Fischereidruck „zu hoch“ (Fanggebiet: Nordostatlantik/Island) und Abweichungen im Geruch/Geschmack: „leicht dumpf“ und „sehr leicht bitter“. 11) Fischereidruck „zu hoch“ (Fanggebiet: Nordostatlantik/ Barentssee). Fangmethode: Grundschleppnetze. 12) Fischereidruck „zu hoch“ und Bestandsgröße „zu klein“ (Fanggebiet: Nordostatlantik/Norwegische See). Fangmethode: Grundschleppnetze.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Sea Gold Alaska- Seelachs Filets

Netto Marken-Discount

Tegut Alaska-Seelachs-Filets, 4 Stück

Tegut

Globus Alaska-Seelachsfilet, 4 Stück

Globus

Golden Seafood Alaska Seelachs Naturbelassene Filets

Aldi Süd

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um eine Note: ein gemessener Chloratgehalt, der zu einer Ausschöpfung des TDI für Chlorat von 3 µg/kg Körpergewicht von mehr als 25 bis 50 Prozent führt (in Tabelle: „leicht erhöht“). Zugrunde gelegt haben wir einen Erwachsenen mit 60 kg Körpergewicht und eine Portion von 200 g.

Unter dem Testergebnis Sensorik führt zur Abwertung um jeweils eine Note: ein bis zwei „leichte“ oder „sehr leichte“ Fehltöne im Geruch oder Geschmack.

Unter dem Testergebnis Nachhaltiger Fischfang und Transparenz führt zur Abwertung um vier Noten: ein unserer Meinung nach zu hoher Fischereidruck und eine zu kleine Bestandsgröße sowie der Einsatz eines Grundschleppnetzes bei dem vorzugsweise in Bodennähe lebenden Kabeljau. Zur Abwertung um jeweils drei Noten führen: a) eine nicht belegte Lieferkette von der Produktcharge bis zum Fangschiff; b) ein unserer Meinung nach zu hoher Fischereidruck bei einer Bestandsgröße, die in Ordnung ist, sowie der Einsatz eines Grundschleppnetzes (auch unter Angabe „mit wenig Grundberührung“ oder wenn nur zum Teil damit gefischt wird) bei Kabeljau. Zur Abwertung um zwei Noten führt: ein zu hoher Fischereidruck bei einer Bestandsgröße, die in Ordnung ist. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) eine „überwiegend“ belegte Lieferkette, weil die Charge nicht eindeutig aufgeschlüsselt wurde; b) keine Zertifizierung entlang der Lieferkette.

Die Einstufung der jeweiligen Bestandsgröße und des Fischereidrucks basieren auf Aussagen und Zahlen der entsprechenden ICES-Berichte (Kabeljau) sowie den Public Certification Reports des Lloyd’s Register (Alaska-Seelachs) und der Publikation der NOAA von 2021 bezüglich Alaska-Seelachs in der Östlichen Beringsee (USA) – jeweils nach Interpretation des Meeresbiologen Dr. Rainer Froese.

Berida Alaska Seelachsfilet

Penny

Fjordkrone Alaska- Seelachsfilet, naturbelassen

Norma

Golden Seafood Alaska Seelachs Naturbelassene Filets

Aldi Nord

Gut & Günstig Alaska Seelachsfilets

Edeka

Jeden Tag Alaska- Seelachsfilet naturbelassen

Zentrale Handelsgesellschaft

K-Classic Alaska- Seelachsfilet

Kaufland

Ocean Sea Alaska Seelachsfilets

Lidl

Rewe Beste Wahl Alaska Seelachsfilets

Rewe

Bofrost Alaska- Seelachsfilet, naturbelassen

Bofrost

Eismann Alaska- Seelachsfilet

Eismann

Paulus Genussmanufaktur Alaska Seelachsfilet

Lebenshilfe

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) genaue Schleppnetzkategorie nicht eindeutig bezeichnet – weder auf der Verpackung noch per Onlinefischauskunft, auf die auf der Verpackung hingewiesen wird; b) Subfanggebiet nicht eindeutig bezeichnet – weder auf der Verpackung noch per Onlinefischauskunft, auf die auf der Verpackung hingewiesen wird.

Das Gesamturteil beruht zu gleichen Teilen auf den Testergebnissen Inhaltsstoffe und Nachhaltiger Fischfang und Transparenz. Es wird kaufmännisch gerundet. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Testergebnisse Sensorik bzw. Weitere Mängel, die „gut“ sind, verschlechtern das Gesamturteil nicht. Ist das Testergebnis Inhaltsstoffe oder das Testergebnis Nachhaltiger Fischfang und Transparenz „mangelhaft“, kann das Gesamturteil nicht besser sein.

Testmethoden, Glossar und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/J2112 Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 9/2021. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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