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TEST Tiefkühlpizza Salami: Ein starkes Stück!


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2011 vom 30.12.2010

Bei Pizza aus der Tiefkühltruhe greifen die Deutschen vor allem zu „Salami“. Der Hit sind die getesteten Pizzen leider nicht. Aber fünf schneiden immerhin noch mit „gut“ ab.


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Foto: Olga Nayashkova/fotolia.com

In den Supermarkt , Packung aufreisen, ab in den Ofen: Pizza, die in einer Viertelstunde aus ihrer Kaltestarre bei minus 18 Grad erwacht und fix und fertig gebacken auf dem Teller dampft – vor rund 40 Jahren war das schon eine kleine Sensation. Es war die Zeit, als scheinbar auch der letzte (West-)Deutsche zumindest einmal in Italien Urlaub gemacht hatte. In den Stadten machten neue Restaurants mit ...

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In den Supermarkt , Packung aufreisen, ab in den Ofen: Pizza, die in einer Viertelstunde aus ihrer Kaltestarre bei minus 18 Grad erwacht und fix und fertig gebacken auf dem Teller dampft – vor rund 40 Jahren war das schon eine kleine Sensation. Es war die Zeit, als scheinbar auch der letzte (West-)Deutsche zumindest einmal in Italien Urlaub gemacht hatte. In den Stadten machten neue Restaurants mit Namen wie „Grotta Azzura“ oder „Da Mario“ auf, die man spontan zu seinem Lieblingslokal erklarte. Beste Voraussetzungen fur die Vermarktung eines belegten, tiefgefrorenen Teigfladens. Die ersten Tiefkuhlpizzen kamen – wenn auch unter deutscher Marke und nur fur kurze Zeit – zunachst noch direkt aus Italien. Seit 1970 wird auch in Deutschland TK-Pizza gebacken.

Ein Genuss ganz so wie in der Pizzeria? Ein paar entscheidende Unterschiede gibt es. Wahrend bei der traditionellen Herstellung al le Zutaten auf einmal auf den rohen Teig kommen und dann gebacken wird, landet bei der Tiefkuhlpizza manchmal auch erst der mit Tomatensauce belegte Teig im Ofen und wird vorgebacken. Danach kommen die ubrigen Zutaten wie Ka se und Salami auf den Fladen, dann wird gefrostet. Auch beim Backen gibt es Unterschiede: Wahrend der heimische Ofen nicht weit uber 200 Grad kommt, kann der klassische Stein ofen leicht doppelt so heis werden – und die Pizza ist schon nach wenigen Minuten fertig.

Doch diese feinen Unterschiede halten die Deutschen nicht davon ab, tuchtig Tiefkuhlpizza zu essen. Etwas mehr als neun solcher Pizzen verspeist jeder Deutsche pro Jahr. Macht rund 750 Millionen im Jahr. Wurde man alle Pizzakartons aufrecht hintereinanderstellen, wurde diese Reihe zehn Mal von Flensburg bis Palermo reichen!

Fur uns ein guter Grund, die Tiefkuhlpizza naher unter die Lupe zu nehmen. Im Test: Pizza, Salami, davon einige auch in der scharfen Variante. Wir haben die Pizzen professionell verkosten und untersuchen lassen.

Die Testergebnisse

■ Schade, von einem Lieblingsgericht hatten wir mehr erwartet. Die meisten Pizzen schaffen es nicht uber die Note „befriedigend“ hinaus. Erstaunlich auch: Gerade zwei Markenprodukte von Dr. Oetker gehoren zu den schlechteren Pizzen im Test.

■ Dass Salami-Pizza kein Diatessen ist, wissen wir ja. Deshalb erstaunt es uns auch gar nicht, dass die meisten Pizzen mehr als 800 Kilokalorien enthalten. Gut ist das nicht. Denn wenn schon mit einer Hauptmahlzeit so viel Energie aufgenommen wird, uberschreitet man schnell die taglich empfohlene Kalorienmenge, die bei einem Mann bei etwa 2.400 und bei einer Frau bei etwa 1.900 Kilo kalorien liegt.

Nichts für eine Schlankheitskur: Manche Salamipizzen haben 900 Kilokalorien

■ Offenbar wollen einige Anbieter deshalb die Kalorien schonrechnen. Wie sonst ist eine Kalorienangabe zu erklaren, die sich auf eine halbe Pizza bezieht? Wir kennen niemanden, der sich eine halbe Tiefkuhlpizza zubereitet und sich die andere Halfte fur den kommenden Tag aufhebt.
■ Sechs Gramm Salz – mehr sollte man taglich nicht zu sich nehmen. Mit allen Pizzen schopft man aber schon mindestens die Halfte dessen aus! Geradezu moderat ist mit 3,6 Gramm noch die Pizza von Aldi Nord. Mit sechs Gramm oder mehr schlagen die Pizzen von Alnatura und Bofrost, dieSteinofen Tradizionale Salame undDie Ofenfrische Pizza Pepperoni-Salami von Dr. Oetker sowieDie Backfrische Peperoni Diavolo mit Kräuter-Pesto von Wagner heftig ins Salzkontor.
■ Schmeckt die Pizza? Sensorische Fehler hat das von uns beauftragte Institut nicht gefunden. Dass die Pizza wirklich so schmeckt wie beim Italiener, ist damit aber noch nicht gesagt.
■ Abgewertet haben wir den Einsatz von Hefeextrakt und aufgeschlossenem Sojaeiweis – Zutaten, die oft Glutamat enthalten und so den Geschmack aufpeppen konnen.

So schön viel Käse auf der Pizza … aber leider nur auf dem Foto auf der Verpackung

■ An Belag war immer so viel auf der Pizza, wie in der Zutatenliste versprochen wurde. Trotzdem sind wir bei einigen Produkten nicht zufrieden, denn auf der Abbildung war viel mehr Kase oder viel mehr Pepperoni zu sehen, als wirklich auf der Pizza lag. Wir finden: Auch wenn auf der Packung „Serviervorschlag“ steht, sollte die Pizza auf der Verpackung der Pizza im Karton entsprechen. Schlieslich kann der Verbraucher ja nicht durch den Pappkarton durchgucken und sehen, was wirklich drin ist.

So reagierten die Hersteller:
■ Die meisten Hersteller scheinen langsam einzusehen, dass man von einer halben Pizza nicht satt wird – und andern die Portionsgrosen. Edeka, Aldi Sud, Norma, Lidl, Penny und Rewe teilten mit, die Portion auf eine ganze Pizza anzuheben bzw. die Portionsgrose wurde schon angehoben.
■ Rewe hat auserdem angekundigt, ab Anfang Januar den Hefeextrakt aus der getesteten Pizza zu entfernen.
■ Kaufland konnte sich die fehlende gelbe Paprika auf derK-Classic Pizza Edel-Salami nur durch eine „vereinzelte Inhomogenitat der Gemusemischung“ erklaren. Alle Ruckstellmuster hatten gelbe Paprikawurfel enthalten.Enno Brendgens

Welche Zusatzstoffe Pizza? Das erfahren Sie unter www.oekotest.de/ heftcodes Ihr Heft-Code: ZJ6

Kompakt

Foto: www.shop-kurios.de

Pizzateig einfrieren

Sie haben zu viel Pizzateig gemacht oder wollen sich einfach nicht jedes mal die Mühe machen, den Teig frisch zu kneten? Kein Problem – vorausgesetzt ihr Tiefkühlfach ist groß genug. Denn Hefeteig lässt sich auch in handliche Portionen unterteilt einfrieren. Bei Bedarf einfach wieder auftauen – am besten ganz langsam im Kühlschrank. Was auch geht: Aus dem frischen Teig runde Pizzaböden formen, im Ofen kurz anbacken und anschließend einfrieren. Nach dem Auftauen nach Herzenslust belegen.

Pizza-Schere

Die Meinungen über Pizza-Schneideräder oder das passende Messer zum Teilen der „Margherita“ gehen auseinander. Wer sich ungeschickt anstellt, holt manchmal auch mit einem scharfen Schneidewerkzeug den kompletten Belag vom Teigflaversprechen die Hersteller der Pizza-Schere, eine Art Haushaltsschere mit der man das geschnittene Pizza-Stück auch gleich noch vom Blech heben kann. Praktische Sache oder ein weiteres unnötiges Spezialwerkzeug, das nur die Küchenschublade verstopft? Das muss jeder selbst entscheiden.

Traumjob beim Pizzabäcker

2,5 Millionen Yen Lohn für eine Stunde Arbeit (umgerechnet rund 22.000 Euro) – dieses schier unglaubliche Jobangebot hat eine Pizza-Kette in Japan zum 25-jährigen Bestehen ausgeschrieben. Besondere Qualifikationen seien nicht erforderlich. Kein Wunder, dass die Pizza-Kette mit Bewerbungen geradezu überschüttet wurde, wie die britische Internetseite Pizza-News schreibt. In einem mehrstufigen Verfahren soll der Aushilfsarbeiter ausgesucht werden. Was der Kandidat bei der Pizza-Kette genau machen muss, wollte die Firma im Vorfeld jedoch nicht mitteilen.

So haben wir getestet

Der Einkauf

In Supermärkten, Discountern und Bio-Läden sowie beim Heimlieferservice Bofrost haben unsere Einkäufer Tiefkühlpizza besorgt – und zwar die Sorte Salami, die mit Abstand beliebteste Pizza hierzulande. Dabei landeten auch einige scharfe Varianten im Einkaufswagen. In der Regel haben wir eine Sorte pro (Handels-)Marke gekauft. Nur bei den Branchengrößen Wagner und Dr. Oetker nahmen wir jeweils drei verschiedene Pizzen in den Test. Das spiegelt auch die Marktbedeutung dieser Marken wider.

Die Inhaltsstoffe

Was steckt alles drin, in der Fertigpizza? Natürlich haben wir ganz genau auf die Zutatenliste und die Kalorienangabe geschaut. Aber wir ließen auch im Labor nachprüfen, ob die Angaben bezüglich Käse, Salami und Salz stimmen. Außerdem untersuchten die beauftragten Labore auf eine Reihe von Keimen, von denen einige schädlich für die Gesundheit sein können, andere auf eine unsaubere Arbeitsweise hindeuten. Unter den Inhaltsstoffen haben wir auch die Sensorik zusammengefasst, also die Ergebnisse einer professionellen Verkostung, bei der unter anderem darauf geachtet wird, ob die Pizza von dem abweicht, was heutzutage technologisch machbar ist. Da es hier aber auch keine Fehler gab, gibt es hier auch keine Abwertung.

Die Bewertung

Zu viel Salz und zu viele Kalorien sind die üblichsten Probleme bei Fertiggerichten. Das zeigt unser Test ein weiteres Mal. Und das führt auch zu den eher mittelprächtigen Noten. Ebenfalls auf der Abwertungsliste stehen Zutaten, die vermutlich den Geschmack verbessern oder verstärken sollen und möglicherweise Glutamat enthalten. Manche Hersteller haben auch an Zusatzstoffen nicht gespart. Wir werten dies nicht ab, da unter den zugesetzten Stoffen keine eindeutig problematischen Stoffe sind. Trotzdem nennen wir unter „Das ist uns aufgefallen“ die Produkte, die uns durch besonders viele Stoffe aufgefallen sind. Denn wir sind der Ansicht, dass eine Tiefkühlpizza mit wenigen, naturbelassenen Inhaltsstoffen aus-Deklarationsmängel ab. Zum Beispiel die Angabe einer unverschämt kleinen Portion von einer halben Pizza oder eine Produktabbildung, auf der viel mehr Käse zu sehen ist als auf der zubereiteten Pizza.

Unsere Empfehlungen

• Fünf gute Produkte stehen zur Auswahl, davon kostet die günstigste 83 Cent, die teuerste 4,49 Euro. Für Letztere bekommen Sie aber auch Bio-Qualität.
• Allzu viele Zusatzstoffe oder Zutaten, die Sie in einer Pizza nicht erwarten würden, sollten Sie misstrauisch machen. Eine traditionelle Pizza kommt ja auch mit sehr wenigen Zutaten aus.
• Paprikaringe, Rucola oder eine Salatbeilage bringen zusätzliche Vitamine in die Fertigmahlzeit.