Lesezeit ca. 6 Min.
arrow_back

TEST Toastbrot: Einen Toast auf das neue Jahr


Logo von ÖKO-TEST Magazin
ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 28.12.2020

Locker, knusprig, unbelastet: Zu den meisten der 20 Vollkorn-, Körnerund Dinkeltoastbroten im Test gibt es gute Nachrichten. Einige Produkte sind allerdings mit Mineralöl belastet.


Artikelbild für den Artikel "TEST Toastbrot: Einen Toast auf das neue Jahr" aus der Ausgabe 1/2021 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 1/2021

ÖKO-TEST

RATGEBER

1

Acht Toastbrote bekommen von uns die Bestnote. In Bio-Qualität empfehlen wir das „sehr gute“ Beumer & Lutum Bio Toastbrot Weizen-Vollkorn.

2

Wenn eine Scheibe in der Packung sichtbar schimmelig ist, sind die anderen leider auch nicht mehr zum Verzehr geeignet.

3

Auch angekohltes Toastbrot besser nicht essen. Die dunkle Schicht abkratzen beseitigt nicht alle entstandenen Schadstoffe.

Mineralöl im Toast? ...

Weiterlesen
Artikel 2,50€
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2021 von GUT DURCH DEN ALLTAG. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GUT DURCH DEN ALLTAG
Titelbild der Ausgabe 1/2021 von ÖKO-TEST WIRKT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ÖKO-TEST WIRKT
Titelbild der Ausgabe 1/2021 von GEMEINSAM BESSER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GEMEINSAM BESSER
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
ÖKO-TEST-Diät: Nimm’s lecker, locker, leicht!
Vorheriger Artikel
ÖKO-TEST-Diät: Nimm’s lecker, locker, leicht!
TEST Flüssigseifen: Sauber, sicher, sanft
Nächster Artikel
TEST Flüssigseifen: Sauber, sicher, sanft
Mehr Lesetipps

... Unappetitlich. Ausgerechnet zwei Bio-Toastbrote fallen wegen erheblicher Belastungen mit Mineralölbestandteilen durch. Insgesamt können wir aber mehr als die Hälfte der Produkte mit Gesamturteil „sehr gut“ oder „gut“ empfehlen.

Krasser Mineralölwert

Acht Toastbrote kritisieren wir wegen Verunreinigungen mit Mineralöl. Sehr hoch ist die festgestellte Belastung im Das Backhaus Bioland Vollkorn Toast mit rund 45 Milligramm Mineralölbestandteilen (MOSH) pro Kilogramm. MOSH reichern sich in menschlichen Organen an. Darum sollte ihr Gehalt in Lebensmitteln so gering wie möglich sein. Auch das Ammerländer Bio Vollkorn Sandwich landet mit seinen Mineralölbelastungen in diesem Test im roten Bereich. Neben MOSH hat das beauftragte Labor in diesem Toastbrot zudem aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen. Zu dieser problematischen Stoffgruppe können auch krebserregende Substanzen gehören.


„Viele Bio-Toasts haben ein Mineralölproblem. Hier sind bessere Kontrollen vonseiten der Hersteller gefragt.“


Johanna Michl ÖKO-TEST-Redakteurin


Doch wie kommt Mineralöl ins Brot? Eine mögliche Quelle sind technische Weißöle. So teilte uns Anbieter Das Backhaus mit, nach ausführlichen Laboranalysen herausgefunden zu haben, dass das im Teigteiler als Schmierfett verwendete technische Weißöl zu der Verunreinigung geführt haben müsse.

Die Firma Stöhr-Brot (Ammerländer Bio Vollkorn Sandwich) konnte sich „nicht erklären wie die Mineralölbestandteile in unser Produkt gelangt sind“, kündigte aber an, der Ursache noch nachzugehen.

Bedenkliches Pestizid

Im Goldblume Vollkorntoast von Norma und im Markenprodukt Golden Toast Körner Harmonie Toast von Lieken wies das Labor Spuren des bedenklichen Pestizids Deltamethrin nach. Gesundheitlich sind diese geringen Werte zwar unproblematisch. Aber die Verwendung von Deltamethrin im Getreideanbau gefährdet unter anderem Bienen.

Zwei Toastbrote enthalten zu viel Salz

Dauerhaft hoher Salzkonsum ist ein Risikofaktor für Bluthochdruck und damit für Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt deshalb seit vielen Jahren, dass Erwachsene nicht mehr als höchstens sechs Gramm Salz pro Tag essen sollen. Die meisten Menschen nehmen deutlich mehr auf. Nach einer Auswertung des Deutsche Erwachsenen Gesundheitssurveys im Auftrag des Bundesernährungsministeriums von 2019 liegt die tägliche Salzaufnahme bei Frauen durchschnittlich bei 8,4 Gramm und bei Männern bei 10 Gramm. 50 Prozent der Männer und 38,5 Prozent der Frauen nehmen sogar täglich mehr als 10 Gramm Salz auf. Die größte tägliche Salzaufnahmequelle ist hierzulande das Grundnahrungsmittel Brot, gefolgt von Wurstwaren und Käse.

Wir haben den Salzgehalt der Toastbrote unter die Lupe genommen und können weitgehend entwarnen: Die meisten Toastbrote im Test enthalten weniger Salz als etwa bei frischem Brot üblich. Lediglich in zwei Broten kritisieren wir den Salzgehalt als „erhöht“: Das Herzberger Bio 100 % Vollkorn Toastbrot und das Ammerländer Bio Vollkorn Sandwich enthalten mehr als 1,2 Gramm pro 100 Gramm Toast. In Finnland muss frisches Brot mit mehr als 1,2 Prozent Salzanteil schon seit 1993 einen Warnhinweis tragen. Wir meinen: Unter diesem Wert zu bleiben wäre auch für deutsche Brot- und Toastbrothersteller ein vernünftiges Ziel.

Acrylamid erhöht

Die Toastbrote von Rewe und Penny wiesen im goldbraun getoasteten Zustand vergleichsweise hohe Acrylamidwerte auf. Acrylamid ist ein krebserregender Stoff. In den übrigen Produkten im Test haben die Labore – bei vergleichbarem Röstgrad – kein oder nur wenig Acrylamid nachgewiesen.

Wie viel Acrylamid sich beim Rösten eines Toastbrots bildet, hängt unter anderem davon ab, wie viel Zucker und wie viel von der in Getreide vorkommenden Aminosäure Asparagin im Produkt enthalten ist. Eine große Rolle spielt aber auch das Rösten selbst: Wenn Toastbrot sehr stark und dunkel geröstet wird, bildet sich mehr Acrylamid. Zum Teil haben Verbraucherinnen und Verbraucher es daher selbst in der Hand, wie gesund der Toast ist.

Schmackhaft knusprig

Geschulte Sensoriker prüften die Toastbrote auf Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl. Hier nehmen sich Bio und Konventionell, No-Name und Marke im Wesentlichen nichts. Alle haben ein toasttypisches Aroma und sind mehr oder weniger locker und knusprig. Im Testergebnis Sensorik schneiden alle Brote „sehr gut“ ab. Darauf einen Toast.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: QUID = quantitative Angabe; MHD = Mindesthaltbarkeitsdatum. Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 142.
Anmerkungen: 1) Laut Anbieter wird der deklarierte Zuckergehalt von 5,6 auf 3,6 Gramm pro 100 Gramm reduziert. Die veränderte Rezeptur werde in den nächsten Monaten in den Geschäften erhältlich sein. 2) Weiterer Mangel: Die deutsche Übersetzung auf dem Produkt ist in unverständlichen Sätzen aufgebracht. („Grosse Brot vom Tisch, ideal für Sandwiches und Toast. Hervorragendes kalt, beheizte kaufen mehr Duft. […]“). 3) Weiterer Mangel: Hinsichtlich der Gehalte an Weizenmehl und/oder Weizenvollkormehl ist keine quantitative Angabe (QUID) angebracht, obwohl „Weizen-“ und/oder „Weizenvollkorn-“ Teil der Verkehrsbezeichnung sind. Die QUID-Angabe ist nach Art. 22 Abs. 1 Buchst. a der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 vorgeschrieben. 4) Weiterer Mangel: fehlende Angabe zum Ballaststoffgehalt. 5) Laut Anbieter konnte der für den Weizenvollkorntoast verwendete Volumenteigteiler als Kontaminationsquelle für den Mineralölgehalt identifiziert werden. Die Störung sei seit Mitte November 2020 behoben, sodass er beim Toast mit MHD ab 21.12.2020 weitere Kontaminationen ausschließen könne. 6) Laut Anbietergutachten wurde in dem Produkt mit einem späteren MHD ein geringerer Gehalt an MOSH/MOSH-Analoga ermittelt. Diesen hätten wir als „leicht erhöht“ bewertet.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Für die Acrylamid-Analyse sowie für die sensorische Prüfung wurden die Brote in einem handelsüblichen Toaster auf einer mittleren Stufe goldbraun getoastet.
Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: ein Gehalt an MOSH/MOSH-Analoga der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 4 mg/kg (in der Tabelle: Mineralölbestandteile „stark erhöht“). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein Gehalt an MOSH/MOSH-Analoga der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 2 bis 4 mg/kg (in der Tabelle: Mineralölbestandteile „erhöht“); b) der Nachweis von MOAH; c) ein Acrylamidgehalt von mehr als 150 μg/kg im goldbraun getoasteten Produkt (in der Tabelle: „erhöht“). Dies schöpft den EU-Richtwert der Verordnung (EU) Nr. 2017/2158 für Erzeugnisse, die unter anderem Crackern und Knäckebrot ähnlich sind, zu mehr als 50 % aus. Einen expliziten Richtwert für getoastetes Toastbrot gibt es nicht. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Gehalt an MOSH/MOSH-Analoga der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 1 bis 2 mg/kg (in der Tabelle: Mineralölbestandteile „leicht erhöht“); b) ein bis zwei besonders bedenkliche Pestizide in Gehalten von jeweils mehr als 0,010 mg/kg (hier: Deltamethrin); c) ein deklarierter Salzgehalt von mehr als 1,2 g/100 g. Dies entspricht dem Schwellenwert für einen Warnhinweis bei hohem Salzgehalt von frischem Brot in Finnland. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) eine schwer verständliche deutsche Übersetzung als Kennzeichnung am Produkt; b) eine fehlende QUID-Angabe. Zur Abwertung um eine Note führt: keine Angabe des Ballaststoffgehalts in der Nährwertdeklaration. Eine Angabe ist rechtlich nicht verpflichtend, kann dem Verbraucher jedoch eine wertgebende Information über das Toastbrot bringen.
Steht bei konkret benannten Analysenergebnissen „nein“, bedeutet das unterhalb der Bestimmungsgrenze der jeweiligen Testmethode.
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2101. Einkauf der Testprodukte: September 2020.
Preise können aufgrund der bis Ende 2020 befristeten Mehrwertsteuersenkung geringfügig abweichen. Dieser Test löst die Tests Toastbrot aus dem ÖKO-TEST Magazin 08/2008, dem Jahrbuch für 2009 und dem Jahrbuch Essen, Trinken und Genießen für 2009 ab.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

So haben wir getoastet

Im Einkaufskorb landeten für unseren Toastbrot-Test vor allem Vollkornvarianten, aber auch andere Körnertoastbrote und Dinkelbrot zum Toasten. Die Preisspanne pro 500 Gramm reichte von 57 Cent bis zu 3,49 Euro.
Weil Toastbrote schnell schimmeln können, haben wir alle Produkte gegen Ende der jeweils angegebenen Mindesthaltbarkeit mikrobiologisch und sensorisch untersuchen lassen. Das beauftragte Labor hat außerdem geprüft, ob die Brote mit Schimmelpilzgiften, Pestiziden oder Mineralölbestandteilen belastet waren. Toastbrote werden selten „roh“ verzehrt, sie sind dazu da, in den Toaster gesteckt und je nach Geschmack geröstet zu werden. Dabei kann krebserregendes Acrylamid entstehen. Um dies zu prüfen haben wir alle Toastbrote auf mittlerer Stufe getoastet und anschließend den Acrylamidgehalt bestimmen lassen.
Außerdem haben wir geschaut, ob die Brote richtig gekennzeichnet sind und die Verbraucher gut über die Nährwerte informieren. So ist uns bei einem Toastbrot zum Beispiel wichtig, dass der Ballaststoffgehalt angegeben ist, auch wenn die Hersteller dazu rechtlich nicht verpflichtet sind.

TIPPS

Richtig gut toasten

Richtig lagern: Toastbrot ist anfällig für Schimmel. In unserem Test waren die Toastbrote im Labor alle noch zum Ende der angegebenen Mindesthaltbarkeit frei von Schimmelpilzsporen. Um Schimmel zu vermeiden, Toastbrot nach dem Öffnen am besten in einer Brotbox oder einem Brottopf aufbewahren, der sich gut reinigen lässt. Im Kühlschrank wird es wie anderes Brot leicht „altbacken“.

Einfrieren: Toastbrot lässt sich gut einfrieren und sogar direkt im gefrorenen Zustand toasten. Am besten in kleinen Portionen in Gefrierbeuteln mit wenig Luft einfrieren, um Gefrierbrand zu vermeiden.

Richtig gesund? Vollkorntoast enthält meist deutlich mehr Ballaststoffe als Buttertoast. Und regelmäßiger Vollkornverzehr hält den Darm gesund und senkt das Diabetesrisiko. In der Ernährungkennzeichnung Nutri-Score würden die meisten Brote im Test tiefgrün mit A abschneiden. Der italienische Dinkeltoast und das Bio-Vollkornsandwich von Harry punkten kaum mit Ballaststoffen und landen nur bei der zweitbesten Stufe B. Die ergibt sich auch für die Toasts von Ammerländer und Herberger, hier aufgrund der hohen Salzgehalte.


Foto: ThomasVogel/getty images

Foto: Anja Wägele Illustrationen: Varlamova Lydmila/Shutterstock

Foto: Chones/Shutterstock