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TEST Urea-Lotionen: Auf dem Trockenen


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2011 vom 28.01.2011

Winterzeit ist Trockene-Haut- Zeit. Urea-haltige Körperlotionen schaffen bei ausgelaugter und strapazierter Haut Abhilfe. Im Test glänzen neun Pflegeprodukte mit der Bestnote. Drei Markenprodukte, darunter zwei des Kosmetikriesen L’Oréal, kassieren ein „ungenügend“.


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Pflegeprodukte mit Urea – zu deutsch „Harnstoff“ – kursieren in Internetforen schon einmal als „Pipicreme“. Entsprechend unappetitliche Vorstellungen sind damit verknüpft: „Stell dir vor, du schmierst dir Harnstoff von Rindern oder Schweinen ins Gesicht – eklig“, ist da zu lesen oder gar die Theorie, dass der ...

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Pflegeprodukte mit Urea – zu deutsch „Harnstoff“ – kursieren in Internetforen schon einmal als „Pipicreme“. Entsprechend unappetitliche Vorstellungen sind damit verknüpft: „Stell dir vor, du schmierst dir Harnstoff von Rindern oder Schweinen ins Gesicht – eklig“, ist da zu lesen oder gar die Theorie, dass der Wirkstoff aus dem Urin von kanadischen Pferden gewonnen wird, die in abgedunkelten Ställen ein unwürdiges Dasein führen.


Von wegen „Pipicreme“: Harnstoff stammt nicht aus Tier-Urin, sondern wird synthetisch hergestellt


Doch die Referatsleiterin Körperpflegemittel des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel gibt Entwarnung: „Harnstoff wird synthetisch hergestellt“, sagt Birgit Huber. Urea war sogar der erste organische Stoff, der synthetisch produziert wurde: Der in Eschersheim geborene Chemiker Friedrich Wöhler synthetisierte ihn bereits im Jahre 1828 und gilt unter anderem deshalb als Pionier der organischen Chemie.

In Naturkosmetik wird Urea nicht eingesetzt, sagt Heinz-Jürgen Weiland von der Firma Logocos. Denn bei BDIH-kontrollierter oder mit dem Natrue-Label ausgezeichneter Naturkosmetik sind synthetische Wirkstoffe verboten, wenn es natürliche Alternativen gibt. „Da synthetischer Harnstoff momentan nur wenige Cent pro Kilo kostet, in natürlicher Variante aber sicher um ein Vielfaches höher liegen würde, wären solche Produkte nicht konkurrenzfähig“, sagt Weiland.

In der konventionellen Kosmetik ist Harnstoff dagegen verbreitet und auch bei Hautärzten beliebt. „In der kühlen und trockenen Jahreszeit, von Herbst bis März, leidet jeder zweite Patient unter einer zu trockenen Haut“, sagt Dr. Jens Tesmann. Dann empfiehlt der Stuttgarter Dermatologe gerne auch die Pflege mit Urea, denn: „Harnstoff ist ein hochwertiger Feuchtigkeitsbinder und prinzipiell gut verträglich. Bislang sind jedenfalls keine Allergien bekannt.“


Der Trend geht von Urea hin zur Hyaluron- und Milchsäure


Auch Hautarzt Dr. Erik Senger aus Seligenstadt sagt, dass Produkte mit Harnstoff für Menschen mit trockener Haut empfehlenswert sind – „vom jungen Erwachsenen bis hin zum Senioren“.

Für die Pflege des Körpers seien Lotionen praktikabel, weil sie sich gut verteilen lassen. „Bei starker Austrocknung empfiehlt sich jedoch eher eine Creme. Das Produkt sollte umso fetthaltiger sein, je fettarmer die Haut ist“, sagt das Mitglied des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen. Dabei könne es sinnvoll sein, mit einer wasserhaltigeren Grundlage – also etwa einer Lotion – zu starten, um einen Soforteffekt zu erzielen und dann auf das fettigere Produkt umzusteigen, damit der Harnstoff längerfristig und intensiver Wirkung zeigen könnte.

So beliebt und verbreitet Harnstoff als Wirkstoff ist: Er bekommt zunehmend Konkurrenz. „Der Trend geht wohl zur Hyaluron- und zur Milchsäure als Urea-Ersatz“, sagt Professor Hans Christian Korting, Dermatologe am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München. Noch seien diese beiden Stoffe, die ebenfalls in der menschlichen Haut vorkommen, teurer in der Herstellung als Urea. Doch sie gelangten bereits zunehmend auf den Markt.

Und sie haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Harnstoff, erläutert Korting: „Die Haut sollte in ihrem leicht im Sauren liegenden pH-Wert gehalten werden, Urea ist jedoch alkalisch. Urea-haltige Pflegeprodukte können von daher die Barrierefunktion der Haut beeinträchtigen.“ Saure Feuchthaltewirkstoffe wie Hyaluron- oder Milchsäure seien in dieser Hinsicht dem Harnstoff überlegen.

Wir haben jetzt 18 Pflegeprodukte mit Harnstoff gründlich unter die Lupe genommen und wollten wissen, ob die Inhaltsstoffe der ohnehin schon strapazierten trockenen Haut gut tun oder nicht.

Das Testergebnis

■ Immerhin die Hälfte der 18 getesteten Lotionen und Cremes schneidet mit einem „sehr gut“ ab. Die Schlusslichter des Tests bilden mit einem „ungenügend“ zwei Markenprodukte aus dem Hause L’Oréal sowie dieCD Intensiv Milk Hautberuhigung 5% Urea .


Problematische Konservierungsmittel fallen negativ auf: Dafür gibt’s vier Noten Abzug


■ Formaldehyd/-abspalter, die leider teilweise immer noch als Konservierungsmittel eingesetzt werden, sorgen dafür, dass dieIsana Bodylotion Intensiv 5% Urea, dieCD Intensiv Milk Hautberuhigung 5% Urea , dieLa Roche-Posay Iso-Urea Fluide Körperlotion und dasVichy Lipidiose Nutritive Urea 5% Repair-Körperbalsam am unteren Ende der Notenskala zu finden sind. Formaldehyd gilt als krebsverdächtig. Unserer Meinung nach haben in Pflegeprodukten weder freies Formaldehyd noch Formaldehydabspalter etwas verloren. Wir werteten hier um vier Noten ab.
■ Die „ungenügenden“ MarkenprodukteLa Roche-Posay Iso-Urea Fluide Körperlotion undVichy Lipidiose Nutritive Urea 5% Repair-Körperbalsam sowie dieGarnier Bodyurea Soft Feuchtigkeits-Lotion und dieEubos Med Trockene Haut Urea 3% Körperlotion fallen zudem durch PEG/PEG-Derivate negativ auf. Diese mischen als Emulgatoren Wasser und Fett und machen die Haut durchlässiger für Fremd-, aber eventuell auch für Schadstoffe.

■ Aus Erdöl gewonnene Fette wie Paraffine integrieren sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut wie Stoffe aus natürlichen Ölen. Silikone bewirken zwar, dass sich eine Lotion gut auf der Haut verteilen lässt, dienen aber weniger der Pflege. Für einen hohen Anteil an Paraffinen/Erdölprodukten/ Silikonen kassieren sieben Lotionen jeweils eine Note Abzug.
■ 13 der 18 Produkte sind parfümiert. Weil Harnstoff relativ leicht zerfällt und das entstehende Ammoniak einen stechenden Geruch hat, können Duftstoffe eventuelle unangenehme Gerüche überdecken. Erfreulich ist, dass die von uns beauftragten Labore keine Duftstoffe gefunden haben, die bekannt dafür sind, dass sie häufig Allergien auslösen können.

So reagierten die Hersteller
■ Der niederländische Hersteller des Rossmann-ProduktsIsana Bodylotion Intensiv 5% Urea setzte angesichts des Formaldehyd/ -abspalter-Funds alle Hebel in Bewegung, sandte die jährlich angefertigten Laborbefunde, ließ Produkt-proben erneut sowie Harnstoff als Rohmaterial testen. Das Ergebnis des Labors: Formaldehyd/-abspalter konnten nicht nachgewiesen werden. Allerdings konnte der Hersteller letztlich keine Laboruntersuchung vorlegen, die sich auf die uns getestete Charge bezieht und damit auch nicht am Ergebnis rütteln.
■ Obgleich in derCD Intensiv Milk Hautberuhigung 5% Urea ein fast achtmal höherer Formaldehyd/-abspalter-Wert als in dem Rossmann-Produkt gefunden wurde, erklärte der Anbieter Lornamead lediglich lapidar, dass die Formulierung kein Formaldehyd oder Formaldehydabspalter enthalte und der Wert daher „nicht nachvollziehbar“ sei.

Fett gedruckt sind Mangel.
Glossar : Erlauterungen zu den untersuchten Produkten finden Sie auf Seite 158.
Anmerkungen : 1) Umkarton, der kein Glas schutzt. 2) Auf Nachfrage teilte der Hersteller mit, dass der Urea-Gehalt weniger als funf Prozent betragt. 3) Auf Nachfrage teilte der Hersteller mit, dass der Urea-Gehalt funf Prozent betragt.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe fuhren zu einer Abwertung um vier Noten: Formaldehyd/-abspalter. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten fuhren: a) die halogenorganische Verbindung Chlorphenesin; b) PEG/PEG-Derivate. Zur Abwertung um eine Note fuhren: mehr als ein Prozent Paraffine/Erdolprodukte/ Silikone. Unter dem Testergebnis Weitere Mangel fuhrt zur Abwertung um eine Note: Umkarton, der kein Glas schutzt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Grunden weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht uberpruft haben.

Testmethoden: Formaldehyd/-abspalter: Saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschutteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Fotometrie. Halogenorganische Verbindungen (falls nicht deklariert): a) Wasserdampfdestillation, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. b) Reinigung der Proben mit Kieselgel, Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extraktes im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Diethylphtalat/ Allergieauslosende Duftstoffe/Majantol/Nitro- und polyzyklische Moschus-Verbindungen/ Cashmeran: Extraktion mit TBME, GC/MS. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Rontgenfluoreszenzanalyse. Paraffine/Erdolprodukte/apolare Silikonverbindungen:

Laut Deklaration und/oder HPLC/RI, teilweise GC/MS. Steht bei den Analyseergebnissen „nein“, bedeutet das „unterhalb der Nachweisgrenze“ der jeweiligen Testmethode.
Einkauf der Testprodukte : Oktober – November 2010.
Anbieterverzeichnis : siehe www.oekotest.de
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Unsere Empfehlungen

■ Wer seine trockene Haut mit einem „sehr guten“ Produkt pflegen will, kann dies sehr günstig oder sehr teuer tun. Die preiswerteste „sehr gute“ Lotion im Test kostet 1,19 Euro für 200 Milliliter, das teuerste Produkt schlägt mit sage und schreibe 43,20 Euro für die gleiche Menge zu Buche.
■ Jeder Kontakt der Haut mit Wasser oder Seife trocknet die Haut zusätzlich aus. Deshalb sollte man gerade bei strapazierter Haut darauf achten, sich nicht zu häufig und mit zu viel Reinigungsmittel zu waschen.
■ Wer zu Allergien neigt und auf Nummer sicher gehen will, wählt eine der fünf parfümfreien Lotionen im Test. Vorsicht ist insbesondere geboten, wenn sich neben Urea auch Teebaumöl in der Lotion befindet, denn dieses ist dafür bekannt, Allergien auslösen zu können.

Kompakt

Wirkstoffe

Körperpflegelotionen mit Urea enthalten zumeist noch weitere Wirkstoffe. Dabei handelt es sich oft – wie bei Harnstoff selbst – um feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe, die auch in der Haut vorkommen oder um pflanzliche Öle.

Allantoin ist eine körpereigene Substanz, die schon lange in kosmetischen Produkten eingesetzt wird. Gewonnen wird sie zum Beispiel aus Rosskastanien. Allantoin gilt als ein bewährter, gut verträglicher Stoff, der die Haut glätten sowie pflegen soll und die Wundheilung fördert.

Foto: HLPhoto/Fotolia.com

Aloe vera wird aus der gleichnamigen Pflanze gewonnen, bindet Feuchtigkeit in der Haut und wirkt entzündungslindernd. Für die Wirkung entscheidend sind Konzentration und Qualität. Pulverisierte Aloe, die später wieder mit Wasser vermischt wird, enthält nicht mehr so viele Wirkstoffe wie frisch verarbeitetes Blattgel. In der Deklaration der Inhaltsstoffe findet man die pflanzliche Zutat als „Aloe Barbadensis“.
Avocadoöl ist reich an den Vitaminen A, D und E und an ungesättigten Fettsäuren. Das Pflanzenöl wirkt pflegend und schützend. In der Zutatenliste von Pflegeprodukten heißt das Öl aus Avocadofrüchten „Persea Gratissima“.
Ceramide zählen zu den Lipiden und kommen natürlich in der menschlichen Haut vor. Sie schützen die Haut vor dem Austrocknen und dem Eindringen von Fremdstoffen. In Pflegeprodukten verwendete Ceramide sollen diese Funktion unterstützen; sie dienen aber auch als Hilfsstoffe, die dafür sorgen, dass sich die Bestandteile einer Creme verbinden. Eine Konzentration im Promillebereich in kosmetischen Produkten scheint für eine Wirkung im Feuchtigkeitshaushalt der Haut ausreichend zu sein.

Kompakt

Wirkstoffe

Glycerin ist ein seit vielen Jahren bewährter Inhaltsstoff. Diese klassische Feuchthaltesubstanz soll die Haut geschmeidig machen und die Barrierefunktion verstärken. Eine Konzentration von drei bis fünf Prozent halten Wissenschaftler für sinnvoll.
Jojobaöl zieht schnell in die Haut ein, besitzt eine sehr gute Verträglichkeit und wirkt pflegend, schützend und aufbauend. In der Inhaltsstoffdeklaration wird das Öl aus dem Samen des Jojobastrauchs „Buxus Chinensis“ oder „Simmondsia Chinensis“ genannt.
Mandelöl, in der Rezeptur unter „Prunus Amygdalus Dulcis Oil“ zu finden, wirkt pflegend und schützend und gilt als sehr gut hautverträglich. Das Öl aus süßen Mandeln wird daher auch für Babypflegeprodukte besonders gern verwendet.
Olivenöl (Olea Europaea) ist bekannt für seine pflegende Wirkung. Olivenöl ist reich an ungesättigten Fettsäuren.
Panthenol kommt im Körper natürlich vor, kann für Pflegeprodukte aber nur chemischsynthetisch hergestellt werden. Die Substanz soll die Barrierefunktion der Haut stärken und somit Feuchtigkeit in der Haut halten. Es gilt als entzündungshemmend.
Teebaumöl greift ab einer Konzentration von mehr als fünf Prozent die Haut an und kann Allergien auslösen. In Kosmetika sollte das Mittel gegen Pickel und Pilze nur in geringen Mengen von höchstens einem Prozent enthalten sein. Teebaum öl gilt als potentes Allergen. Zwar ist das Öl selbst nicht problematisch. Sobald es aber Licht, Wärme und Sauerstoff ausgesetzt wird, entstehen Oxidationsprodukte, die dann Allergien auslösen können.
Vitamin E ist ein gutes Antioxidans. In Studien zeigte sich, dass es eine hautglättende Wirkung hat und bei UV-Strahlung oxidativen Stress in der Haut vermindern kann. Um das Vitamin in die Haut zu schleusen, wird es gern in Liposome (Fettkügelchen) verpackt, die in die Haut eindringen können.

So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Winter leiden viele Menschen unter trockener Haut. Harnstoff findet sich in zahlreichen Cremes und Lotionen für raue, spannende oder juckende Haut – allerdings unter seinem lateinischen Namen Urea, denn der Kosmetikindustrie ist wohl daran gelegen, unangenehme Assoziationen zu vermeiden. Wir kauften in Drogerien, Discountern, bei Lebensmitteleinzelhändlern und in Apotheken 18 Lotionen und Cremes für den Körper ein, die strapazierte Haut mit Harnstoff wieder in den Normalzustand versetzen sollen.

Die Inhaltsstoffe
Formaldehyd/-abspalter und PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen, fanden sich in Körperlotionen in vergangenen Tests. Die von uns beauftragten Labore sollten untersuchen, ob auch ureahaltige Pflegeprodukte mit solchen unerwünschten Stoffen belastet sind. Duftstoffe, die Allergien auslösen können und polyzyklische Moschus-Duftstoffe, die sich im Körper anreichern, haben in Kosmetikprodukten ebenfalls nichts zu suchen. Viele der getesteten Produkte sollen auch für Neurodermitiker geeignet sein – deshalb gilt erst recht, dass Stoffe mit einem reizenden oder allergieauslösenden Potenzial hier nichts verloren haben.

Die Wirkung
Harnstoff gilt als ein gut verträglicher und ausgezeichneter Wasserbinder, der die Feuchtigkeit der obersten Hautschicht erhöht. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Produkte mit zehnprozentigem Urea-Gehalt bei neurodermitischer Haut wirksam sind. Mancher Dermatologe gibt sich, was Neurodermitiker und die Dosierung betrifft, aber vorsichtiger, da Urea ein Reizungspotenzial haben kann. Wenn die Haut nach dem Eincremen brennt, sollte man das Produkt nicht mehr weiterverwenden. Schwerwiegendere Probleme sind allerdings nicht zu erwarten. Als gute Allrounder für Menschen mit trockener Haut gelten laut Hautärzten Pflegeprodukte mit fünfprozentigem Harnstoffgehalt.

Die Bewertung
Körperlotionen mit Urea sollen, wie andere Lotionen auch, die Haut pflegen und nicht reizen. Daher haben wir Inhaltsstoffe, die problematisch oder umstritten sind, in den Produkten abgewertet. Substanzen, die krebsverdächtig sind, bewerten wir dabei strenger als solche, die Allergien auslösen können. Mit diesen wiederum gehen wir härter ins Gericht als mit Stoffen wie künstlichen Ölen und Fetten, die sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut integrieren wie natürliche Alternativen.