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TEST VEGANE BROTAUFSTRICHE: Auf einen Streich


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2020 vom 27.08.2020

Gemüse aufs Brot? Nichts einfacher als das. Acht Produkte aus unserem Test können wir rundum empfehlen. Viele andere schneiden immerhin noch „gut“ ab. Ein Aufstrich enthält allerdings recht viel Nickel.


Artikelbild für den Artikel "TEST VEGANE BROTAUFSTRICHE: Auf einen Streich" aus der Ausgabe 9/2020 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 9/2020

RATGEBER

1

Wer auf einen hohen Gemüseanteil achtet, spart meistens auch beim Fett.

2

Einmal geöffnet halten sich die Aufstriche im Kühlschrank nur wenige Tage. Wennʼs knapp wird, den Aufstrich als Dipp, Pesto oder zum Kochen zweckentfremden.

3

Das Glas drumherum einfach mal weglassen und Gemüse pur aufs Brot legen: Tomaten, Gurken, Salat, Kohl - alles geht.

Das Angebot an pflanzlichen Brotaufstrichen wächst und ...

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... wächst. Selbst beim Discounter findet man die Aufstriche - in der Regel in Bio-Qualität. Dass pflanzenbetontes Essen ein Megatrend ist, zeigt nicht zuletzt eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Forsa. Demnach bezeichneten sich rund die Hälfte der Befragten als Flexitarier, also als jene, die sich immer mal wieder bewusst gegen Fleisch auf dem Teller entscheiden. Die Organisation Proveg International stellte 2019 in einer Untersuchung Ähnliches fest, fand aber auch heraus, dass Verbraucher mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis und dem Geschmack veganer Produkte häufig unzufrieden sind und ihnen das Angebot insgesamt nicht vielfältig genug sei.

Grund genug, vegane Brotaufstriche wieder einmal unter die Lupe zu nehmen. Wie in unserem Test 2017 haben wir uns auch dieses Mal die besonders verbreitete Geschmacksrichtung Tomate/Paprika vorgenommen. Damals war jedes dritte Produkt stark mit Mineralölbestandteilen belastet, etliche andere wiesen leicht erhöhte Gehalte auf.

Mineralöl ist kein Thema mehr

Tatsächlich fand das beauftragte Labor Mineralöl in diesem Test nur noch vereinzelt, und wenn, dann in geringen Spuren, die wir nicht abwerten. Es geht also deutlich besser. Bio-Hersteller Allos erklärt dies unter anderem mit einer stärkeren Sensibilisierung der Rohstofflieferanten. Sie würden ihre Prozesse stetig verbessern und müssten dies durch regelmäßige Mineralölanalysen nachweisen. Auch für die eigene Produktion werde sichergestellt, dass kein Eintrag stattfinde.

Es gibt weitere gute Nachrichten: So hat das Labor keinerlei Rückstände von Pestiziden nachgewiesen. Auch Chlorat wurde lediglich in unbedenklichen Mengen gefunden. Chlorat ist ein Rückstand aus der Trinkwasserdesinfektion, der die Jodaufnahme in die Schilddrüse negativ beeinflussen kann.

Einmal zu viel Nickel

Auffällig viel Nickel fand das Labor jedoch in dem Bio Zentrale Aufstrich Rucola Tomate. Bereits mit einer 30-Gramm-Portion dieses Aufstrichs nimmt ein Erwachsener mehr als die Hälfte der Menge auf, die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als Obergrenze für einen Tag empfiehlt. Nickel hat in Tierstudien die Entwicklung und die Fortpflanzung gestört. Die EFSA hat deshalb für die langfristige Aufnahme einen sehr niedrigen Tagestoleranzwert festgelegt. Die gefundenen Mengen in den anderen Aufstrichen liegen deutlich niedriger.

Gemüse: von viel bis sehr wenig

Die Spanne der Gemüseanteile reicht von opulenten 84 Prozent im Sanchon Bio Brotaufstrich Antipasti Olive bis mageren 17 Prozent in der Gut Bio Vegetarischen Streichcrème Paprika Chili. Dabei nennen alle Produkte im Test mindestens eine Gemüsesorte im Namen und bilden die Früchte meist groß und bunt auf den Gläsern ab. Auch der neue Nutri-Score, den Hersteller ab Herbst 2020 offiziell auf ihre Produkte drucken dürfen, bezieht den Gemüseanteil als positiven Aspekt ein. Bereits ab mehr als 40 Prozent können Obst und Gemüse etwa einen zu hohen Kaloriengehalt ausgleichen. Wir ziehen bei den Brotaufstrichen eine Note ab, wenn der Gemüseanteil unter 50 Prozent liegt.


„Durch viel Gemüse und wenig Salz werden vegane Aufstriche auch zu einer gesunden Alternative.“


Birgit Hinsch ÖKO-TEST-Redakteurin


Wie viel Gemüse in den Produkten steckt, können Verbraucher nicht immer erkennen. Wir haben deshalb nachgefragt. Wie im Nutri-Score zählen wir Tomatenmark und Hülsenfrüchte zum Gemüse dazu. Erste Hinweise liefert das Zutatenverzeichnis auf den Gläsern: Stehen Sonnenblumenkerne, Sonnenblumenöl oder Wasser ganz oben, ist der Gemüseanteil meistens gering.

Fettiger als Leberwurst

Wenig Gemüse bedeutet meist auch viel Fett im Glas. So bringt es die Gut Bio Vegetarische Streichcrème Paprika Chili auf 33,5 Gramm Fett pro 100 Gramm - mehr als jedes andere Produkt im Test. Liegt der Fettgehalt über 30 Gramm pro 100 Gramm, haben wir abgewertet. Selbst mit Leberwurst oder Doppelrahmfrischkäse bleiben Freunde des Aufstrichs noch unter dieser Marke. Das in den Pflanzenprodukten verwendete Sonnenblumenöl ist trotzdem wertvoller. Denn es ist reich an gesunden ungesättigten Fettsäuren. Das besonders hochwertige Rapsöl steckt jedoch nur im Aufstrich von Zwergenwiese.

Zu viel Salz in der Ernährung kann Bluthochdruck fördern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deshalb maximal sechs Gramm am Tag. Tatsächlich nehmen 70 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer mehr auf. Verantwortlich dafür sind zu einem großen Teil die Salzgehalte in Brot, Wurst und Käse. Vegane Aufstriche, die auch gesundheitlich punkten wollen, sollten deshalb nicht zu viel Salz enthalten.

Zu viel Salz

Wir ziehen die Grenze bei 1,5 Gramm pro 100 Gramm und lehnen uns dabei an das „alte“ Ampelsystem der Verbraucherzentralen an. Auch dieses sollte Verbrauchern helfen, die Nährwerte von Fertiglebensmitteln besser einordnen zu können. Damals sprang die Ampel auf „rot“, wenn der Salzgehalt bei mehr als 1,5 Gramm pro 100 Gramm lag. Der Nutri-Score bewertet zu viel Salz ebenfalls negativ. Er beschert Produkten mit solch hohen Salzgehalten allein 6 von 10 möglichen Minuspunkten.

Erfüllt die Erwartungen

In puncto Sensorik stellten die Experten allen Aufstrichen „sehr gute“ Noten aus: Kein Produkt fiel durch muffige oder bittere Noten unangenehm auf und alle wertgebenden Zutaten wie Tomaten, Kräuter oder Hanf waren geruchlich und geschmacklich wahrnehmbar.

Wir haben getestet

So haben wir getestet

22 vegane Brotaufstriche, allesamt Bio- Produkte, der Geschmacksrichtung Tomate- Paprika ließen wir in den Laboren untersuchen, unter anderem auf eine Belastung mit Mineralöl, Pestiziden, Schwermetallen und Rückständen aus der Trinkwasserdesinfektion. Drei Sensorikexperten prüften zudem, ob die Aufstriche nach den im Namen ausgelobten Zutaten - etwa Tomate und Basilikum - riechen und schmecken und ob es Fehlnoten gibt. Die Anbieter fragten wir nach dem Gemüseanteil in ihren Produkten und aus welchen Ländern die Gemüsezutaten stammen. Fett- und Salzgehalte beurteilten wir anhand der Verpackungsangaben. Bedenkliche Inhaltsstoffe haben wir bis auf einen vergleichsweise hohen Nickelgehalt nicht gefunden. Unterschiedliche Testurteile resultieren vor allem aus deutlich unterschiedlichen Gemüse-, Salzund Fettgehalten der Aufstrichte.


Foto: Melica/Shutterstock Illustrationen: MoreVector/Shutterstock; Sabelskaya/Shutterstock

Fotos: Anja Wägele; imago images/Westend61