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TEST Vegane Joghurt-Alternativen - Mit eigenem Geschmack


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ÖKO-TEST Spezial Vegetarisch und Vegan - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 11.11.2021

TEST Vegane Joghurt-Alternativen

RATGEBER

1 Probieren Sie ruhig einmal eine milchfreie Joghurt-Alternative. Die Auswahl an empfehlenswerten Produkten ist groß.

2 An eine Beinote von Kokos, Cashew, Hafer oder Soja muss man sich zwar erst einmal gewöhnen. Sie kann jedoch auch ein neues Geschmackserlebnis bieten.

3 Jeder pflanzliche Ersatz hat seinen eigenen Charakter. Ein kühlendes Mundgefühl à la Milchjoghurt entfaltet zum Beispiel Kokos.

Joghurt geht nur mit Milch? Von wegen. Der Markt ist erfinderisch und bietet einer wachsenden Zahl von Kunden, die sich vegan ernähren oder Milch reduzieren möchten, längst eine große Auswahl an veganen Joghurt-Alternativen an.

ÖKO-TEST hat 20 Zubereitungen auf Basis von Soja, Mandel, Hafer, Kokos, Cashew oder Lupine eingekauft und in die Labore geschickt. Alle sind sie einem fruchtfreien Naturjoghurt ...

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... nachempfunden. Das Testergebnis ist äußerst erfreulich: Zehn Produkte können wir mit „sehr gut“ empfehlen, drei mit „gut“. Allerdings stecken in einigen Joghurtalternativen Zusatzstoffe wie Phosphate oder Aromen. In zweien hat das beauftragte Labor sogar das Spritzgift Glyphosat gefunden.

„Eine echte Alternative: Vegane Joghurts sind kaum belastet – und sie schmecken.“

WISSEN

Joghurt ohne Milch Veganer Nährboden

Für den säuerlichen Geschmack von Joghurt sind Kulturen aus Milchsäurebakterien verantwortlich. Sie wandeln Milch zucker (Lactose) in Milchsäure (Lactat) um. Dieser Prozess heißt Fermentation. Für den Joghurt-typischen Geschmack wird dieses Prinzip auch in veganen Alternativen eingesetzt. Die Milchsäurebakterien verzehren darin allerdings keinen Milch zucker, sondern den Zucker der jeweiligen pflanzlichen Hauptzutat, zum Beispiel Saccharose. Damit die Erzeugnisse wirklich vegan sind, müssen die Kulturen vorher auf veganem Nährboden gewachsen sein. Das ist bei allen Produkten im Test der Fall.

Aus Joghurt wird Lughurt

Laut einem Urteil des EU-Gerichtshofs aus dem Jahr 2017 dürfen rein pflanzliche Produkte grundsätzlich nicht unter Bezeichnungen wie „Milch“, „Käse“ oder „Joghurt“ vermarktet werden. Die Hersteller sind daher sehr erfinderisch und nutzen bei Soja, Kokos oder Lupinen die Bezeichnungen „Sojagurt“, Kokosghurt“ oder „Lughurt“.

Es ist durchaus knifflig, einen Joghurt ohne Milch herzustellen. Die pflanzlichen Ausgangsstoffe haben, abgesehen von Soja, weniger Eiweiß. Die cremige Konsistenz von Milchjoghurt entsteht allerdings durch die natürliche Bindung von Eiweiß. Um die Cremigkeit dennoch zu erreichen, setzen Hersteller von Vegan-Alternativen oft verdickende Zutaten ein, etwa Guarkernmehl, aber auch Stärke. Zu stark durchschmecken sollte letztere Zutat allerdings nicht. Eine störende, deutliche Stärkenote machten die Sensoriker in zwei Produkten aus: der Alnatura Mandel Natur, Bio Mandeldrink-Zubereitung fermentiert und der My love my life Mandel Natur, fermentierte Bio-Mandelcreme. Beiden Produkten ist Tapiokastärke beigemischt. Die Stärkenote übertraf den Geschmack nach Mandeln, die der Verbraucher neben der säuerlichen Joghurt-Note in diesem Produkttyp erwartet. Bei einer weiteren Mandelzubereitung, dem Biedermann Bio vegan Nature, Mandeldessert fermentiert, schmeckten die Sensoriker eine untypische stark fruchtig-säuerliche Note heraus. Diese lässt sich auf die Zutat Traubensaftkonzentrat zurückführen.

Unnötige bis problematische Zusätze

Ein weiterer Trick, um die Produkte geschmacklich etwas aufzupeppen: die Beigabe von Aromen. In sechs Produkten werten wir diesen Zusatz ab. Viermal schmeckten die Sensoriker eine vanilleartige Aromanote heraus, einmal eine leichte Keksnote. Wir sind der Meinung: Aromenzusätze sind häufig unnötig und widersprechen hier zudem der Auslobung „Natur“, die alle sechs Produkte tragen. Wenn der Verbraucher es fruchtig oder vanillig mag, greift er zu einer Fruchtjoghurtund nicht zu einer Naturjoghurt-Alternative.

Den Zusatz von synthetischen Vitaminen halten wir, zumindest teilweise, für überflüssig. Drei Produkten sind Vitamin D und B2 beigefügt. Bei einer gesunden, ausgewogenen Ernährung benötigen vegan lebende Menschen aus unserer Sicht davon keine Ergänzung. Anders bei Vitamin B12, das nur in tierischen Lebensmitteln steckt: Diesen Zusatz werten wir nicht ab.

Fünf Produkte enthalten Phosphate. Sie sind in Form von Calciumphosphat eingesetzt – zur Anreicherung mit Calcium. An diesem Mineralstoff kann es bei einer veganen Ernährung ebenfalls mangeln. Daher ist ein Calciumzusatz an sich in Ordnung, jedoch nicht als Phosphatsalz. Denn Phosphate können den Phosphatspiegel im Blut erhöhen, was das Risiko für einen Herzinfarkt und Schlaganfall steigern kann.

Spritzgifte

In den Testschlusslichtern Life is so yummy Natural, fermentiertes Sojaprodukt und Milsa+ Sojagurt Natur, fermentiertes Sojaprodukt steckt das krebsverdächtige Spritzmittel Glyphosat. Es stammt vermutlich aus der konventionell angebauten Hauptzutat Soja. In allen übrigen Produkten hat das Labor keine Pestizide gefunden.