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TEST Vegetarische Fertiggerichte: Fleisch oder Pflanzerl?


ÖKO-TEST Ratgeber Essen und Trinken - epaper ⋅ Ausgabe 4/2011 vom 15.04.2011

Wenn es schnell gehen muss, sind Fertiggerichte eine praktische Sache. Nicht nur Vegetarier bevorzugen dabei gern fleischlose Varianten. Schade, dass wir nicht alle empfehlen können.


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Foto: dti

Einige von uns haben in den vergangenen Monaten vielleicht das eine oder andere Fertiggericht gegessen – und sich spätestens beim Entsorgen der Verpackung gefragt, ob nicht ein frischer Salat besser gewesen wäre. Es ist schon komisch, wie schnell man zu einem Fertiggericht greift – und dennoch skeptisch beäugt, was da wohl in der Verpackung steckt. In unserem Test von 22 Fertiggerichten ohne Fleisch ging es ...

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Einige von uns haben in den vergangenen Monaten vielleicht das eine oder andere Fertiggericht gegessen – und sich spätestens beim Entsorgen der Verpackung gefragt, ob nicht ein frischer Salat besser gewesen wäre. Es ist schon komisch, wie schnell man zu einem Fertiggericht greift – und dennoch skeptisch beäugt, was da wohl in der Verpackung steckt. In unserem Test von 22 Fertiggerichten ohne Fleisch ging es vorrangig um das „Innenleben“ von Dosen, Beuteln und Schachteln, sprich um Schadstoffe, den Salzgehalt oder Zusätze. Wir ließen aber auch den Geschmack untersuchen und prüften, ob der Inhalt hält, was die Verpackung verspricht.

Das Testergebnis

■ Die vegetarische Lasagne von Bio-Hersteller Demeter-Felderzeugnisse schneidet als einziges Produkt mit einem „sehr guten“ Gesamturteil ab. Weitere vier fallen immerhin „gut“ aus, die meisten Marken sind jedoch „befriedigend“ oder „ausreichend“. Durchgefallen sind das Nudelgericht von Iglo – es erhielt ein „mangelhaft“ – und die Penne-Gorgonzola-Gerichte von Edeka und Lidl – die beide ein „ungenügend“ bekamen.

■ Auch in vegetarischen Fertigmahlzeiten steckt viel Salz, allerdings weniger als beispielsweise in Tiefkühl-Salamipizzen. Drei Testprodukte bleiben sogar unter unserer Abwertungs grenze von drei Gramm Salz pro Portion. Reichlich Salz, nämlich mehr als sechs Gramm pro Teller, liefern die Bio-Kartoffeltöpfe von Eden und Naba. Das ist mehr, als man täglich maximal insgesamt zu sich nehmen sollte.

■ In rund zwei Dritteln der Produkte stecken überflüssige Zusätze, nämlich glutamathaltige Geschmacksverstärker. Ziel: den Geschmack aufmöbeln und aus den Zutaten – unabhängig von Qualität und Menge – ein Optimum herausholen. Die geschmacksverstärkende Substanz Glutamat wird dabei meist als Bestandteil von Hefeextrakt oder Würze in das Produkt eingebracht. Synthetisch gewonnenes Mononatriumglutamat findet sich nur in denGemüse Ravioli von Maggi und derLasagne Spinato von Popp-Feinkost. Glutamat gilt als umstritten, da Empfindliche darauf mit Schläfendruck, Kopfschmerzen oder einem steifen Nacken reagieren können.

■ In gut der Hälfte der Produkte stecken Aromen – ebenfalls überflüssige Zusätze. Hier steht die Abrundung des Geschmacks und der Ausgleich von schwankenden Rohstoffqualitäten im Vordergrund. Manchmal dürfte es aber auch darum gehen, dem Gericht die ausgelobte Geschmacksrichtung zu verleihen, bei den Rohstoffen jedoch zu sparen, wie etwa beim NudelgerichtCucina Tagliatelle Rucola-Champignon , das „kräftig nach Champignons“ schmeckt, obwohl nur 10 Gramm Pilze pro 100 Gramm verarbeitet wurden.

■ Fünfmal werten wir ab, weil die beauftragten Labore Schadstoffe in erhöhter Menge entdeckten. Bei den PastagerichtenFrenzel Gemüse auf Penne undCombino Penne Gorgonzola handelt es sich um den Fettschadstoff 3-MCPD-Ester und bei derEismann Kartoffelpfanne „Kreta“ um den möglicherweise noch problematischeren Stoff Glycidylester. Beide Substanzen entstehen bei der Raffination von Ölen und Fetten.

■ ImIglo Viva Italia! Penne Creme Spinaci undGut &Günstig Penne Gorgonzola, mit Blattspinat stecken erhöhte Werte des Schwermetalls Cadmium. Dass zwei Spinat-Nudel-Gerichte betroffen sind, ist übrigens kein Zufall. Denn das Schwermetall reichert sich besonders in Weizen, Spinat, Salat und einigen Wildpilzen an.

Unsere Empfehlungen

■ Wer nach einem guten Fertiggericht sucht, wird am ehesten im Bio-Bereich fündig. Doch auch konventionelle Produkte, wie das Essen von Tiefkühlkosthersteller Frosta und der Eintopf von Netto, konnten im Test punkten.
■ Manche Fertiggerichte zeichnen sich sogar durch richtig viel Gemüse aus. Zu erkennen ist das an der Zutatenliste. Dort werden die Zutaten entsprechend ihrer Menge in absteigender Reihenfolge aufgezählt. Die im Produktnamen ausgelobten Zutaten müssen zudem prozentual angegeben werden.

■ Drei Essen sind mit Schmelzkäse zubereitet, in denGut &Günstig Penne Gorgonzola stecken sogar zwei Schmelzkäsezubereitungen. Wir meinen, dass man die Gerichte besser mit „echten“ Zutaten wie Käse, Sahne, Milch, eventuell einem guten Pflanzenöl und einem natürlichen Dickungsmittel wie Stärke oder Mehl zubereiten sollte. Schmelzkäse wird zudem oft mit vielen Zusatzstoffen wie Citraten oder Phosphaten hergestellt. Und wenn diese Schmelzsalze nicht zugesetzt wurden, dann sind in der Regel Zutaten wie Milcheiweiß oder Molkeneiweiß enthalten, die sich besser anhören, im Produkt aber vor allem bestimmte Funktionen erfüllen sollen.

■ Einige Hersteller werben damit, dass ihre Produkte „ohne Geschmacksverstärker“ auskommen, packen aber Hefeextrakt oder Würze hinein. Das dürfen sie zwar, weil sie den Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat meinen und es sich bei Hefeextrakt und Würze um Zutaten handelt, die lebensmittelrechtlich nicht als „Geschmacksverstärker“ definiert sind. Doch welcher Verbraucher kennt die Feinheiten? Wer ein Produkt „ohne Geschmacksverstärker“ kauft, will auch keinen darin haben – egal in welcher Form.

■ Der Kauf eines Produkts hängt auch von der Aufmachung der Verpackung ab. Kritisch finden wir Abbildungen, die das Gericht auf der Packung deutlich anspechender präsentieren, als es auf dem Teller tatsächlich aussieht. Das kommt relativ oft vor, führte aber erst zur Abwertung, wenn der Unterschied aus unserer Sicht gravierend war.