Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 12 Min.

TEST VERGLEICHSPORTALE FÜR ZAHNZUSATZVERSICHERUNGEN : MAGER UND INTRANSPARENT


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 28.12.2017

Millionen Kunden haben bereits eine private Zahnzusatzversicherung abgeschlossen. Und der Boom hält an. Befeuert wird er durch immer mehr Vergleichsportale im Internet. ÖKO-TEST hat sie unter die Lupe genommen.


Artikelbild für den Artikel "TEST VERGLEICHSPORTALE FÜR ZAHNZUSATZVERSICHERUNGEN : MAGER UND INTRANSPARENT" aus der Ausgabe 1/2018 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: andresr/getty images

Ein Besuch beim Zahnarzt ist nicht nur für viele Menschen unangenehm, sondern meist auch teuer. Denn seit 2005 zahlen die Kassen nur noch sogenannte Festzuschüsse. „Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die Hälfte dessen, was als ausreichende, notwendige und wirtschaftliche Basistherapie definiert ist“, erläutert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wer seine ...

Weiterlesen
Artikel 1,00€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2018 von LESERBRIEFE : SCHREIBEN SIE UNS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LESERBRIEFE : SCHREIBEN SIE UNS
Titelbild der Ausgabe 1/2018 von WAS UNSERE TESTS BEWIRKT HABEN : NACHWIRKUNGEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WAS UNSERE TESTS BEWIRKT HABEN : NACHWIRKUNGEN
Titelbild der Ausgabe 1/2018 von DAS ÄNDERT SICH 2018 : NEUES JAHR, NEUE REGELN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DAS ÄNDERT SICH 2018 : NEUES JAHR, NEUE REGELN
Titelbild der Ausgabe 1/2018 von TEST BANANEN : FAIR GEWINNT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST BANANEN : FAIR GEWINNT
Titelbild der Ausgabe 1/2018 von MELDUNGEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
MELDUNGEN
Titelbild der Ausgabe 1/2018 von TEST HUSTENMITTEL : HUSTEN – WIR HABEN EIN PROBLEM. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST HUSTENMITTEL : HUSTEN – WIR HABEN EIN PROBLEM
Vorheriger Artikel
MELDUNGEN
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel MELDUNGEN
aus dieser Ausgabe

... Zahngesundheit regelmäßig kontrollieren lässt, erhält bis zu 65 Prozent – aber weiterhin nur von der einfachen Regelversorgung.

Wählt der Patient einen höherwertigen Zahnersatz – oder wird „sanft“ vom Zahnarzt dazu gedrängt –, bleibt der Kassenzuschuss gleich. Der Verbraucher muss einen viel höheren Eigenanteil zahlen. Was der in Heller und Cent ausmacht, rechnet das Münchener Preisvergleichsportal für Zahnbehandlung, Medikompass.de, vor. So zahlt der Patient aus eigener Tasche für Zahnfüllungen im Schnitt bundesweit 449 Euro, für Zahnkronen 945 Euro, für Zahnbrücken 1.876 Euro, für Zahnimplantate 4.680 Euro und für Implantatprothesen sogar 8.668 Euro.

Und jeder zweite Mensch in Deutschland braucht Zahnersatz. Das zeigt eine Mitte 2016 veröffentlichte Umfrage. Von fast 2.000 Befragten ab 18 Jahren hatten insgesamt rund 52 Prozent angegeben, dass sie eine Krone, Brücke, ein Implantat oder eine Prothese benötigen. Von denjenigen, die derzeit noch keinen Zahnersatz haben, gehen über die Hälfte davon aus, dass es in Zukunft der Fall sein wird. Auftraggeber der Studie ist der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV-Verband), der mit solchen Botschaften erfolgreich den Absatz von privaten Zahnzusatzversicherungen forciert. Allein 2016 schlossen rund 500.000 Kunden eine solche Police ab. Insgesamt dürfte es derzeit fast 16 Millionen Verträge am Markt geben.

Immer öfter werden sie per Internet – vor allem über Vergleichsportale – geschlossen. Sie sind der populäre Verkaufstresen – stehen aber zunehmend in der Kritik. „Wir müssen sicherstellen, dass die Verbraucher sich auf die Zuverlässigkeit, die Objektivität und die Transparenz der Portale verlassen können“, erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts. Die Behörde hat nun eine „Sektorenuntersuchung“ zu den Vergleichern eingeleitet, in der sie mögliche Verstöße gegen Verbraucherrecht aufklären will. Ende 2017 wurden erst einmal Fragebögen versandt. Bis zum Ergebnis dürfte es dauern.

Für den Sektor „Vergleichsportale für Zahnzusatzversicherungen“ gibt es schon heute Ergebnisse von ÖKO-TEST. Wir haben 30 Links, die sich aus der Google-Suche nach dem Schlagwort „Zahnversicherung Vergleich“ ergaben ausgewertet. Bei 18 Portalen konnten wir online einen Vergleich zur Zahnzusatzversicherung aufrufen. top-tarif nahm seine Seite Anfang Dezember vom Netz, wie das Unternehmen uns mitteilte und wie wir feststellen konnten. Daher wurden 17 Portale anhand von zwei Musterkunden untersucht, die Anfang Februar 2018 35 und 55 Jahre alt sind. Ihre Zähne sind gesund. Sie möchten Zahnbehandlung, Zahnersatz und Prophylaxe absichern. Ziel ist, das höchstmögliche Leistungsniveau zu erhalten, um Eigenbeteiligungen aus der gesetzlichen Regelversorgung möglichst klein zu halten und weitgehend kostenfrei eine höherwertige Versorgung wählen zu können. Aufgrund des guten Gesundheitszustandes ist Lang zeitschutz geplant. Zudem favorisiert der Kunde Tarife mit Altersrückstellungen, um hohe Preissteigerungen im Alter zu vermeiden. Gleichzeitig haben wir auf Basis der aktuellen Rechtsprechung für die Versicherungsvermittlung im Internet die Transparenz der Portale analysiert.

DAS TESTERGEBNIS

Vergleichsportale vergleichsweise schlecht: Kein Portal weist alle wirklich leistungsstarken Tarife aus. Daher landet keines auf dem 1. oder dem 2. Rang. Und in Sachen Transparenz patzen sie alle: „Mangelhaft“ ist hier das „beste“ Testergebnis.
Sammelsurium von Tarifen: Mit einem Leistungsniveau zwischen 70,9 und 73,5 Prozent schaffen es zahn-testsiegertarife.de, check24.de/zahnzusatzversicherung und test-zahnzusatzversicherung.de immerhin auf Rang 3. Doch selbst diese drei Portale weisen ein wildes Sammelsurium an Tarifen aus. So liegt bei check24 im Modellfall „Einstiegsalter 55 Jahre“ der Tarif ZGU50 + BZGU20 + ZBU der Württembergischen auf Platz 1, dessen Leistungen wir mit Rang 98 bewerten. Auf Platz 2 folgt bei check24 der ZGU70 + BZGU20 + ZBU ebenfalls von der Württembergischen (unsere Bewertung Rang 50), auf Platz 3 liegt der Tarif Zahn premium (Z1U), ZahnVorsorge (ZV) der R + V. Unsere Bewertung, in diesem Fall Rang 2, haben wir mithilfe der Daten von KVpro.de erstellt. Das Freiburger Analysehaus hält für Makler eine Beratungssoftware bereit und errechnet in einer aufwendigen Musterrechnung auf Grundlage der Versicherungsbedingungen eine Leistungskennziffer für jeden Tarif. Im Musterfall „Einstiegsalter 55 Jahre“ hat KVpro insgesamt 281 Tarife analysiert, für die wir, da einige die gleichen Leistungskennziffern haben, die Ränge 1 bis 163 vergeben haben. Um das „Leistungsniveau“ zu ermitteln, das dem Gesamturteil des Portals zugrunde liegt, haben wir berechnet, wie viel die Tarife auf den Rängen 1 bis 10 leisten. Das haben wir dann mit den Leistungen der von den Portalen ausgewiesenen Tarife verglichen.
Günstig wird teuer: Während sich versicherungvergleiche.de mit einem Leistungsniveau von knapp 63 Prozent noch auf den 4. Rang retten kann, patzen die restlichen 13 Portale. Sie fanden wie geldsparen.de, ihre-zahnzusatzversicherung.de oder finanzen.de entweder überwiegend sehr leistungsschwache Tarife, oder es gab keine Möglichkeit, gezielt nach Tarifen mit Alterungsrückstellungen zu suchen. Dadurch weisen sie Tarife ohne und mit solchen Rückstellungen aus. Die Gefahr dabei: Wer sich (auch) am Preis orientiert, wählt eher einen günstigen Tarif ohne Altersrückstellungen. Das dicke, teure Ende, kommt Jahre später (siehe Interview).
Viele Fehler: Für etliche Tarife fanden wir falsche Prämien. Anscheinend wurden hier Beiträge nicht aktualisiert. So stellte das Portal impuls.com nach unserer Anfrage etliche Fehler im Rechner fest. Grund seien „update Zyklen“, für die der externe Datenbankprovider verantwortlich sei. Zudem stellten zwei Portale mit dem V.I.P. dental Prestige der Bayerischen einen Tarif dar, der gar nicht mehr verkauft wird. Einige Male erschienen auch leistungsschwache Angebote ohne die von uns geforderte Prophylaxe.
Undurchsichtig: Beim Transparenztest fallen alle Vergleichsportale durch. Nur check24.de und versicherung-vergleiche.de erfüllen zumindest zwei unserer Transparenzkriterien. Erstens bieten sie eine sogenannte „Erstinformation“, und zwar im grundsätzlich unveränderlichen PDF-Format. Mit der Erstinformation müssen Versicherungsvermittler dem Kunden gemäß § 11 der Versicherungsvermittlerverordnung u. a. ihre Adressdaten mitteilen und ob sie als Versicherungsmakler, Mehrfachvertreter oder Vertreter nur für eine Assekuranz tätig sind. Zudem müssen sie angeben, ob sie mit über zehn Prozent an einem Versicherungsunternehmen beteiligt sind und wer bei Ärger für die Schlichtung von Streitigkeiten zuständig ist. Zweitens geben check24.de und versicherungvergleiche.de in der Erstinformation an, dass sie von den Versicherern für die Vermittlung von Verträgen Provisionen erhalten. Das wird Ende Februar 2018 nach neuem Vermittlerrecht Pflicht.

Wenn Zahnersatz nötig wird, kann eine Zahnzusatzversicherung die Kostenbelastung mildern. Doch bei der Tarifwahl lauern viele Tücken.


Foto: Bojan89/getty images


Etliche Portale fanden nur leistungsschwache Angebote oder sogar einen Tarif, der gar nicht mehr verkauft wird.


Leider verstoßen jedoch auch diese beiden Portale gegen unsere Anforderungen an die Erstinformation. Entsprechend § 11 Abs. 1 VersVermV muss die Erstinformation gegenüber dem Verbraucher „in Textform“ erfolgen. Hierzu ist „allein ein Hyperlink auf der Webseite des Portals, also eine „Nur-lesen-Version“ (…) nicht ausreichend“, betont Prof. Christian Armbrüster von der Freien Universität Berlin unter Berufung auf ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts München (6.4.2017, Az. 29 U 3139/16). Zur Sicherheit der Verbraucher geht ÖKO-TEST daher davon aus, dass die Vergleichsportale so gestaltet sein sollten, dass dem Kunden die Erstinformation sozusagen zwangsweise per Download zur Verfügung gestellt wird, bevor er mit dem Vergleichsvorgang fortfahren kann, oder sich der Kunde eine entsprechende E-Mail übermitteln lassen muss. Gleichzeitig muss die Mitteilung der Erstinformationen bereits beim ersten geschäftlichen Kontakt erfolgen. Wann ein solcher Erstkontakt anzunehmen ist, ist derzeit höchstrichterlich noch nicht geklärt. Dazu Prof. Armbrüster: „Meines Erachtens erfolgt der Erstkontakt bei Vergleichsportalen regelmäßig bereits bei der Auswahl einer bestimmten Produktkategorie auf der Webseite des Vermittlers.“

Doch einen solchen Zwangsdownload oder eine Zwangsmail entsprechend unserer Kriterien vor dem Vergleich verlangt keines der Portale. Damit vergleicht der Kunde nach unserer Auffassung, ohne den wahren Statuts des Anbieters zu kennen. Dass auch check24.de sich weiterhin nicht dementsprechend sofort und zwangsweise outet, überrascht besonders. Denn das Oberlandesgerichtsurteil erging gegen den Marktführer aus München.

Makler enttarnt sich als Adressjäger: Einen Vergleich von Zahnzusatzversicherungen bietet auch das Portal finanzen.de. Wer sein Geburtsdatum eingibt, erhält mit dem nächsten Klick einen „Online-Tarifvergleich Zahnzusatzversicherung“, so die Überschrift über den drei dargestellten Tarifen. Der Kunde kann dann einen weiteren „Vergleich der gewählten Tarife“ anfordern. Zudem werden 21 teilnehmende Versicherungsgesellschaften aufgeführt. Alles deutet auf einen Vergleich hin, wie ihn auch die anderen 16 untersuchten Portale anbieten. Aus dem Impressum geht hervor, dass das Unternehmen „Finanzen.de Vermittlungsgesellschaft für Verbraucherverträge AG“ verantwortlich ist. Und dieses Unternehmen arbeitet als Versicherungsmakler, wie aus dem öffentlichen Vermittlerregister hervorgeht. Doch bei privaten Zahnzusatzversicherungen möchte finanzen.de überraschenderweise kein Versicherungsmakler sein und outet sich – noch überraschender – als Adressjäger, als „Leadanbieter“, der Adressen verkauft. „Wir operieren als Vermittler, der beratungsinteressierte Nutzer mit Experten in Kontakt bringt, die auf der Suche nach einem geeigneten Tarif unterstützen“, schreibt Pressesprecherin Cornelia Teich. Daher könne man auf der Seite keine private Zahnzusatzversicherung abschließen. Der angebotene Vergleich solle den Nutzern nur zur „ersten Orientierung zu Preisen und Leistungen“ dienen. Man kann nur hoffen, dass die zuständigen Datenschutzbehörden solchem Treiben schnell ein Ende setzen.

Anmerkungen: 1) Im Wortlaut heißt es in der Erstinformation zu Provisionen: „CHECK24 Vergleichsportal für Versicherungsprodukte GmbH bietet im Zuge der Vermittlung eine Beratung gemäß den gesetzlichen Vorgaben an und erhält für die erfolgreiche Vermittlung eines Versicherungsvertrages eine Provision vom Produktanbieter. Diese Provision ist somit nicht separat von Ihnen an CHECK24 Vergleichsportal für Versicherungsprodukte GmbH zu bezahlen, sondern bereits in der Versicherungsprämie enthalten. Weitere Vergütungen erhält CHECK24 Vergleichsportal für Versicherungsprodukte GmbH im Zusammenhang mit der Vermittlung nicht”.2 ) Neben dem Impressum gibt es einen Hinweis auf § 11 VermVO, der aber in Form und Inhalt nicht einer Erstinformation entspricht. Vor dem Impressum heißt es. „Dieses unabhängige Verbraucherportal vergleicht kostenlos Tarife und Produkte”. Ein Hinweis auf Provision wurde nachträglich in den Hinweis zu § 11 VermVO aufgenommen, nachdem ÖKO-TEST die Daten an das Portal für eine Überprüfung zurückgespielt hatte. ÖKO-TEST bewertet auf Stand der eigenen Datenerhebung.3) Im Wortlaut heißt es in der Erstinformation zu Provisionen: „ACIO Premiumvorsorge GmbH bietet im Zuge der Vermittlung eine Beratung gemäß den gesetzlichen Vorgaben an und erhält für die erfolgreiche Vermittlung eines Versicherungsvertrages eine Provision vom Produktanbieter. Diese Provision ist somit nicht separat von Ihnen an ACIO Premiumvorsorge GmbH zu bezahlen, sondern bereits in der Versicherungsprämie enthalten. Weitere Vergütungen erhält ACIO Premiumvorsorge GmbH im Zusammenhang mit der Vermittlung nicht“.4) Der Anbieter weist daraufhin, dass er für das Produkt „Private Zahnzusatzversicherung“ nicht als Versicherungsmakler auftritt, sondern als Vermittler – sogenannter „Leadanbieter“ – fungiert. Der Tarifvergleich komme von einem externen Dienstleister und diene als eine erste Orientierung zu Preisen und Leistungen. Eine Police könne hier nicht abgeschlossen werden. Der Nutzer werde dann mit einem Experten in Kontakt gebracht. Im offiziellen Vermittlerregister ist das Unternehmen aber als Versicherungsmakler eingetragen und bestätigt, dass es im Impressum keinen Hinweis auf eine Vermittlung von Verträgen gegen Provisionen gibt.5) Die unveränderliche „Erstinformation“ im PDF-Format lässt sich erst über einen zweiten Link aufrufen. Das Portal weist auf Provisionen nach eigenen Angaben nur in der Information über die jeweiligen Produkte hin.6) Die Daten sind mit Unsicherheiten behaftet, da das Portal auf unsere Anfrage zur Verifizierung trotz Erinnerung nicht reagierte.7) Das Portal ist identisch mit profi-zahnzusatzversicherung.de.8) Ein Hinweis auf Provision wurde nachträglich ins Impressum aufgenommen, nachdem ÖKOTEST die Daten an das Portal für eine Überprüfung zurückgespielt hatte. ÖKO-TEST bewertet auf Stand der eigenen Datenerhebung.9) Ein Hinweis auf Provision ist am 11.12.2017, nachdem ÖKO-TEST die Daten an das Portal für eine Überprüfung zurückgespielt hatte, nachweisbar. In der vorherigen Dokumentation am 21.11.2017 fehlt der Absatz. ÖKO-TEST bewertet auf Stand der eigenen Datenerhebung.10) Das Portal teilt den Nutzern auf der Startseite mit, dass sich das Unternehmen über Provisionen finanziert und verweist darauf auch an einer Stelle im Bereich „Über-uns“. In der Erstinformation sei ein solcher Hinweis nach aktueller Rechtslage nicht notwendig. Trotzdem will das Unternehmen „demnächst“ hier einen Hinweis einfügen.11) Derzeit befindet sich der Hinweis auf Provisionen nur an einer anderen Stelle (zahnversicherung-online.de/ihre-vorteile). Künftig solle er auch auf der Startseite stehen. Zudem will man alle Seiten dem neuen Vermittlerrecht anpassen, dass Ende Februar in Kraft treten soll.12) Darauf, dass das Portal für die Vermittlung von Versicherungsverträgen eine Provision erhält, wird nur auf der Startseite hingewiesen. Am 11.12. hat das Unternehmen nach der Mitteilung von Daten eine Erstinformation mit dem Hinweis auf Provisionen auf die Homepage gestellt. Ein unveränderbares Dokument im PDF-Format gibt es weiterhin nicht. ÖKO-TEST bewertet auf Stand der eigenen Datenerhebung.13) Das Portal hat einen Hinweis auf eine Versicherungsvermittlung gegen Provisionen nachträglich nach der Datenabfrage und Mitteilung durch ÖKO-TEST in die Erstinformation integriert. ÖKO-TEST bewertet auf Stand der eigenen Datenerhebung.14) Keine Rückmeldung zur Feststellung, dass es im Impressum keinen Hinweis gibt, der ausweist, dass das Portal gegen Provision Verträge vermittelt.15) Nach Datenabfrage durch ÖKO-TEST konnte am 12.12.2017 eine Information über die Provisionsfinanzierung des Portals im Impressum nachgewiesen werden. Zur Zeit der Datenerhebung am 20.11.2017 war diese Information nicht vorhanden. ÖKO-TEST bewertet auf Stand der eigenen Datenerhebung.
Legende: Portale mit dem gleichen Gesamturteil Transparenz sind alphabetisch aufgeführt. Portale ohne Zwangsdownload oder Zwangsmail der Erstinformation vor dem Vergleich sind bestenfalls „mangelhaft“. Portale ohne Zwangsdownload oder Zwangsmail der Erstinformation vor dem Vergleich und ohne Hinweis auf die Provisionsvermittlung in der Erstinformation oder im Impressum sind „ungenügend“.Legende: Portale mit dem gleichen Gesamturteil Transparenz sind alphabetisch aufgeführt. Portale ohne Zwangsdownload oder Zwangsmail der Erstinformation vor dem Vergleich sind bestenfalls „mangelhaft“. Portale ohne Zwangsdownload oder Zwangsmail der Erstinformation vor dem Vergleich und ohne Hinweis auf die Provisionsvermittlung in der Erstinformation oder im Impressum sind „ungenügend“.

Anmerkungen: 1) Das Portal erlaubt keine Eingabe eines Versicherungsbeginns. Daher wurde das Alter des Musterkunden über das Geburtsdatum eingestellt. Der Tarif Arag Z 70 enthält keine Prophylaxe und erhält daher keine Leistungspunkte.2 ) Das Portal erlaubt keine Eingabe eines Versicherungsbeginns. Daher wurde das Alter des Musterkunden über das Geburtsdatum eingestellt. Die Daten sind mit Unsicherheiten behaftet, da das Portal auf unsere Anfrage zur Verifizierung trotz Erinnerung nicht reagierte.3) Das Portal erlaubt keine Eingabe eines Versicherungsbeginns. Daher wurde das Alter des Musterkunden über das Geburtsdatum eingestellt. Der Tarif Hanse Merkur EZ + EZT enthält keine Prophylaxe und bleibt erhält daher keine Leistungspunkte.4) Das Portal bestätigte bei Zusendung der Daten Fehler in den Prämien. Der Tarif Bayerische VIP dent. Prestige-U wird nicht mehr zum Verkauf angeboten und erhält daher keine Leistungspunkte. Der Tarif SDK ZG70 enthält keine Prophylaxe und erhält daher keine Leistungspunkte.5) Das Portal erlaubt keine Eingabe eines Versicherungsbeginns. Daher wurde das Alter des Musterkunden über das Geburtsdatum eingestellt. Das Portal ist identisch mit profi-zahnzusatzversicherung.de.6) Das Portal vergibt nur den 1. Rang und erlaubt keine Eingabe eines Versicherungsbeginns. Daher wurde das Alter des Musterkunden über das Geburtsdatum eingestellt. Das Portal hat eine Aktualisierung der Daten angekündigt.7) Der Tarif Bayerische VIP dent. Prestige-U wird nicht mehr zum Verkauf angeboten und erhält daher keine Leistungspunkte.8) Das Portal hat nach eigenen Angaben nach der Datenerhebung durch ÖKO-TEST einen zusätzlichen Tarif in den Vergleich aufgenommen.9) Das Portal hat nach eigenen Angaben nach der Datenerhebung durch ÖKO-TEST die Leistungsbewertung der Tarife geändert.
Legende: Portale mit dem gleichen Rang sind nach Leistungsniveau aufgeführt. Die Schreibweisen der Tarifnamen haben wir vereinheitlicht, die Beiträge ggfs. korrigiert und angepasst. Portale mit einem „Leistungsniveau“ über 90 bis 100 Prozent werden mit dem 1. Rang bewertet, mit über 80 Prozent mit dem 2. Rang, mit über 70 Prozent mit dem 3. Rang, mit über 60 Prozent mit dem 4. Rang, mit über 50 Prozent mit dem 5. Rang, darunter mit dem 6.Rang. Zur Abwertung um einen Rang führt: mehr als 50 Prozent der ausgewiesenen ersten zehn Tarife (wenn weniger als zehn ausgewiesen wurden, dann der ausgewiesenen) sind ohne Altersrückstellungen. DieTestmethode finden Sie unter oekotest.de / Suchen / „M1801“ eingeben.Stand: Dezember 2017.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikro filme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/ oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST RÄT

► Wer privaten Kostenschutz für den Zahnarztbesuch per Internet-Vergleich kauft, kann schnell magere Leistungen ohne langfristigen Beitragsschutz erwischen.
► Über hochwertige Zahnzusatzversicherungen sollte man sich besser klassisch direkt bei einem Versicherungsberater oder Versicherungsmakler informieren.
► Schließen Sie die private Zusatzpolice frühzeitig mit „gesunden Zähnen“ ab. Bereits festgestellte Mängel sind nicht versichert.

INTERVIEW : OHNE ALTERUNGSRÜCKSTELLUNGEN UNKALKULIERBAR.

Gerd Güssler ist Geschäftsführer des Analysehauses KVpro.de.


Foto: www.kvpro.de

ÖKO-TEST: Im Vergleichsprogramm KVLUX, das Sie Versicherungsmaklern nur für die direkte Beratung anbieten, kann nach Tarifen mit und ohne Alterungsrückstellungen gefiltert werden. Was sind Alterungsrückstellungen?
Güssler: Altersrückstellungen sind das Wesensmerkmal der privaten Krankenversicherung. Sie sind der Beitragsanteil, der vom privaten Krankenversicherer verzinslich angelegt wird. Denn mit dem Alter nehmen die Menschen in der Regel häufiger medizinische Zahnbehandlungen in Anspruch.

Warum sind die Rückstellungen bei hochwertigem Zahnzusatzschutz so wichtig?
Damit der Versicherte auf Lebenszeit mit einem nahezu gleichen Beitrag rechnen kann. Ohne Alterungsrückstellungen ist der Beitrag im Alter unkalkulierbar.

Warum gibt es einen Trend am Markt, immer weniger Tarife mit Alterungsrückstellungen anzubieten?
Diese Tarife lassen sich einfacher verkaufen. Diese Tarife sind in jungen Jahren einfach viel billiger und deshalb in den Ergebnislisten von Preisvergleichen in Portalen oder sogenannten Vergleichsprogrammen eher vorne platziert.

Angeblich machen niedrige Zinsen Tarife mit Alterungsrückstellungen besonders teuer. Sind Tarife ohne die Altersvorsorge nicht von der Zinsmisere betroffen?
Tarife ohne Alterungsrückstellung sind sogenannte Tarife nach Schadenprinzip, für die keinerlei Rückstellungen für einen Ausgleich des Älterwerdens gebildet werden. Und wer nichts zurücklegt oder anspart, dem kann auch egal sein, wie viel Zins er für sein Erspartes bekommt. Geschickterweise können diese Tarife einfach dem Schadenaufkommen angepasst werden.

Wie gefährlich sind vermeintlich günstige Tarife ohne Alterungsrückstellungen?
Der Versicherte kann sich womöglich seinen Schutz im höheren Alter, gerade wenn es darauf ankommt, vom Beitrag her nicht mehr leisten.

MEHR ZUM THEMA

Aufgeführt haben wir in der Tabelle S. 104/ 105 die ersten drei von den Portalen gelisteten Tarife. Die vollständigen Testergebnisse finden Sie unteroekotest.de / Suchen / „M1801“ eingeben.