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TEST Wind- und Wettercremes: Alle Wetter!


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2012 vom 26.10.2012

Kälte, Wind und Regen können der Haut von Babys und Kleinkindern zusetzen. Damit Toben und Spielen draußen trotzdem nicht zu kurz kommen, gibt es Wind- und Wettercremes. Unser Test zeigt: Bei fast allen Produkten stimmt die Qualität.


Ob gegen Sonne, Wind und Wetter, fürs Gesicht, für den Po oder den ganzen Körper – spezielle Pflegecremes und Lotionen für Babys Haut füllen in Drogerie- und Supermärkten gleich mehrere Regalmeter. „Junge Eltern reagieren auf dieses Überangebot häufig verunsichert“, sagt Hebamme Astrid Giesen. Zu ihrem Job gehört es deshalb, einen Großteil der viel beworbenen Pflegeprodukte ...

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... wieder von der Wickelkommode zu verbannen (siehe Kasten auf Seite 101).

Babyhaut ist sehr viel dünner und reizempfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Das bedeutet aber nicht, dass sie zum Schutz vor äußeren Einflüssen täglich eingecremt werden sollte. „Im Gegenteil: Gesunde Kinderhaut kommt gut ohne Creme aus. Nur wenn die Haut besonderen Strapazen ausgesetzt wird, sollte sie eingecremt werden“, sagt der Dermatolo- ge Professor Dietrich Abeck, Experte für Hauterkrankungen bei Kindern. Das Gesicht einzucremen ist etwa sinnvoll, bevor es bei nasskaltem Wetter hinaus zu einem langen Spaziergang oder zum Toben auf den Spielplatz geht.

Wie ist es aber um die Qualität der Cremes bestellt, die die Kosmetikhersteller eigens entwickelt haben, damit Minustemperaturen und Regen Babys Haut nichts anhaben können? Dieser Frage ist ÖKO-TEST nachgegangen und hat 17 Wind- und Wettercremes eingekauft und im Labor auf ihre Inhaltsstoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis
… ist erfreulich: 16 der 17 Wind- und Wettercremes haben unseren Test bestanden. 14 Produkte sogar mit Bestnote, weil sie keinerlei bedenkliche und umstrittene Inhaltsstoffe enthalten. Einziger Ausreißer nach unten ist mit der Lasepton Baby Wind & Wetter Creme ausgerechnet ein relativ teures Produkt aus der Apotheke, womit sich einmal mehr bestätigt, dass sich Qualität nicht am Preis festmachen lässt.
Warum bloß Sonnenschutz? Die Laseptol-ureme von Apomedica enthält den chemischen UV-Filter Ethylhexyl Methoxycinnamate, für den in Tierversuchen eine hormonelle Wirkung nachgewiesen wurde. Das ist besonders ärgerlich, weil der bedenkliche UV-Filter in einer Fettcreme, die überwiegend in der kalten Jahreszeit verwendet wird, völlig überflüssig ist. Außerdem stecken in der Creme die Konservierungsstoffe Propylund Butylparaben, die ebenfalls hormonell wirken können.
Lieber ohne: Duftstoffe, aber auch Konservierungsmittel wie Formaldehyd/-abspalter und umstrittene halogenorganische Verbindungen, die Kosmetika vor Keimbefall schützen sollen, können Babyhaut zu schaffen machen. Wie unsere Untersuchungen im Labor zeigten, verzichten die Hersteller aber in den 17 getesteten Produkten auf Substanzen, die als potenzielle Allergieauslöser bekannt sind.
Natürliche Fette bevorzugt: Natürliche Fette und Öle integrieren sich besser ins Hautbild als künstliche Paraffine, die aus Mineralöl hergestellt sind. Daher ist es erfreulich, dass die Wind- und Wettercremes im ÖKO-TEST hauptsächlich natürliche Zutaten wie Bienenwachs, Mandel-, Sonnenblumen- und Olivenöl enthalten.

So reagierten die Hersteller
■ Das UnternehmenMann & Schröder , das die Beauty Baby Wind- & Wettercreme für Müller produziert, teilte mit, dass man an einer Rezeptur arbeite, in der die bedenklichen Parabene Propyl-, Butyl- und Isobutylparaben nicht mehr enthalten seien. Interessant: Für seine Sanosan Baby Wind & Wetter Creme, in der diese drei bedenklichen Parabene ebenfalls nachgewiesen wurden, machte das Unternehmen eine derartige Ankündigung nicht.

Foto: Fotowerk/fotolia.com

ÖKO-TEST rät

► Alle Inhaltsstoffe, die im aktuellen ÖKO-TEST kritisiert werden, müssen die Kosmetikhersteller auf der Verpackung kenntlich machen. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Deklaration.
► Vorsorgliches Eincremen ist nicht nötig, da gesunde Kinderhaut in der Regel gut ohne Creme auskommt.
► Statt einer Wind- und Wettercreme tut’s auch eine Allzweckcreme.

So haben wir getestet

Der Einkauf
Fast alle Pflegeserien für Babys und Kleinkinder bieten eine spezielle Wind- und Wettercreme an. Wir haben 17 verschiedene in Drogerie- und Supermärkten, im Naturwarenladen und in der Apotheke eingekauft. Die Preisspanne ist beträchtlich: Während die günstigsten in der 75-Milliliter-Tube schon für 1,55 Euro zu haben sind, kosten 75 Milliliter der teuersten Creme 22,35 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Die Kosmetikhersteller sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine ganze Reihe von Inhaltsstoffen auf der Verpackung eines Produkts kenntlich zu machen. Zum Beispiel müssen sie 26 Duftstoffe deklarieren, von denen einige häufig Allergien auslösen. Um die Creme vor Keimbefall zu schützen, werden möglicherweise Konservierungsmittel eingesetzt, die Allergien auslösen oder hormonell wirken können. Zum Schutz vor der Sonne kann eine Creme außerdem UV-Filter enthalten. Leider können manche problematischen Stoffe, zum Beispiel künstlicher Moschul-uuft, unter den SammelbegriffParfüm gefasst werden. Um ihnen auf die Spur zu kommen, lassen wir die Produkte im Labor umfassend analysieren.

Bruchsichere Tuben brauchen keinen extra Umkarton. Trotzdem wollen einige Hersteller nicht darauf verzichten. Ein Mangel, auf den ÖKO-TEST regelmäßig hinweist.


Foto: A. Wägele

Bruchsichere Tuben brauchen keinen extra Umkarton. Trotzdem wollen einige Hersteller nicht darauf verzichten. Ein Mangel, auf den ÖKO-TEST regelmäßig hinweist.

Die Bewertung
Babyhaut ist dünn und besonders reizempfindlich. Gute Inhaltsstoffe sollten den Kosmetikherstellern daher in Pflegekosmetik für Babys und Kleinkinder ein besonderes Anliegen sein. Problematische Konservierungsmittel und bedenkliche UV-Filter führen zur Abwertung.

Babypflege: Weniger ist mehr

Feuchttücher sortiert die Hebamme Astrid Giesen am häufigsten auf vielen Wickelkommoden aus. „Häufig bekommen Babys davon einen wunden Po“, hat die Hebamme beobachtet. Kein Wunder, denn damit die praktischen Tücher in der Box nicht gammeln, enthalten sie Konservierungsstoffe, die die Haut reizen können. Giesen rät Eltern daher, Wasser und einen Waschlappen zu verwenden, um die Babyhaut zu schonen. Auch Babyshampoo, -seifen oder -zusätze kann man sich sparen. Shampoo ist unnötig, solange sich das Kind nicht schmutzig macht. Seifen und Badezusätze enthalten waschaktive Substanzen, die die Haut austrocknen. „Lieber einige Tropfen natürliches Pflanzenöl ins Badewasser geben“, so der Tipp der Hebamme, „das macht die Haut schön geschmeidig.“ Pflanzenöl empfiehlt Giesen auch als Schutz fürs Gesicht, wenn man einen langen Spaziergang bei kalten Temperaturen vorhat. Wem das zu ölig ist, kann auch eine Fettcreme benutzen. Ebenfalls bei Bedarf sinnvoll ist die Verwendung von Wundschutzcremes.