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TEST Yoga- und Pilatesmatten: Mathematik


ÖKO-TEST Spezial Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 5/2014 vom 02.05.2014

Wer regelmäßig zum Yoga oder Pilates geht, kauft sich irgendwann auch seine eigene Matte. Die klassischen Varianten aus Kunststoff und Latex haben’s leider meist ganz schön in sich. Auf Nummer sicher geht man nur mit Schur- und Baumwolle.


Artikelbild für den Artikel "TEST Yoga- und Pilatesmatten: Mathematik" aus der Ausgabe 5/2014 von ÖKO-TEST Spezial Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Bartosz Hadyniak/iStock.com

Welche Matte ist die richtige? Wer viele Bewegungen oder Asanas im Stehen macht, braucht vor allem eine rutschfeste Unterlage, die auch recht dünn sein kann. Wer eher ruhigere Yogavarianten bevorzugt, bei denen man viel sitzt oder liegt, tut das meist lieber auf einer etwas dicke ren Matte.

Geht’s abends nach der Arbeit auf dem Rad ins ...

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... Yogastudio, wird man sich die Anschaffung einer Kautschukmatte wohl überlegen: Sie wiegt wesentlich mehr als das Standardkunststoffmodell.


Nur an drei der getesteten Matten ist nichts auszusetzen


Pilatesmatten sind in der Regel etwas dicker als Yoga matten. Das tut Steiß und Rücken, die bei den Übungen in Anspruch genommen werden, gut, ist aber kein Muss. „Auf alten Aufnahmen von Josef Pilates aus den 50er-Jahren lagen die Teilnehmer direkt auf dem Boden – das ging auch“, sagt Verena Geweniger, Chefin des deutschen Pilates verbands.

Wer sich in Yoga- und Pilatesgeschäften umsieht, landet in einer Welt voller violett-, umbra- und altroséfarbenen Produkten, Hosen aus Bio-Baumwolle, Yogi-Tees und Räucherstäbchen. Viele Produkte werden als eco, öko, umweltfreundlich beworben. Wir wollten wissen, welche Ma-terialien für den, der draufliegt, empfehlenswert sind, und haben 15 Varianten aus verschiedenen Kunststoffen, Kautschuk, Kork, Baum- und Schurwolle, eingekauft.

Das Testergebnis

■ Die meisten Yoga- und Pilatesmatten stecken voller Schadstoffe. Gerade mal drei Modelle verdienen die Note „sehr gut“, zwei davon bestehen aus zertifizierter Bio-Baumwolle und Schafschurwolle. Für alle, die eine klassische Kunststoffmatte suchen, können wir nur mit einem „sehr guten“ Unterleger dienen – der Nike Yoga Mat. Die restlichen Modelle schneiden bestenfalls mit „befriedigend“, häufig wesentlich schlechter ab.
■ Kunststoffmatten gibt es in zwei Varianten. Zum Teil arbeiten die Hersteller mit thermoplastischen Elastomeren, TPEs, die ohne Weichmacher auskommen, zum Teil mit einer Kombination aus PVC und Weichmachern. Die gute Nachricht: statt fiesen, teils verbotenen Phthalaten werden inzwischen Weichmacher wie DEHT eingesetzt, die als weniger problematisch gelten. Ganz besonders leichte Unterlagen bestehen aus EVA. Der aufgeschäumte Kunststoff kann allerdings fruchtschädigendes Formamid enthalten – bei der Reebok Yogamatte Performance ist genau das der Fall. Ein weiteres unerwünschtes Nebenprodukt aus der Kunststoffherstellung ist 2-Phenyl-2-propanol, bei dem man befürchtet, dass es Allergien auslösen kann. Es wurde in der EVA Yoga matte von Hansson und der Yogistar Yogimat Kork – die nicht nur aus Kork besteht, sondern eine Kunststoffunterseite hat – nachgewiesen. In etlichen Kunststoffmatten stecken polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die im schlimmsten Fall krebserregend sein können.
■ Bis auf die Kansho Yoga-Matte von Grüne Erde, deren rutschfeste Unterseite mit Latex beschichtet ist, enthalten alle Kautschukmatten erhöhte Gehalte an krebserregenden Nitrosaminen, zum Teil in Kombination mit nitrosierbaren Vorstufen, aus denen sich Nitrosamine bilden können. Die Eco Yoga Ecomat enthält darüber hinaus Latexproteine, die Allergien auslösen können.

Fett gedruckt sind Mängel.
Anbieterverzeichnis: siehe Seite 142.
Glossar: siehe Seite 144.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 2) Weiterer Mangel: Nonylphenolethoxylate. 3) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen. 4) Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. 5) Ersatzweichmacher. 6) Halogenorganische Verbindungen. 7) 2-Phenyl-2-propanol. 8) Optische Aufheller. 9) Nitrosamine. 10) Nitrosamine und nitrosierbare Vorstufen. 11) Latexproteine. 12) Formamid.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um vier Noten: mehr als 50 μg/kg Nitrosamine. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) mehr als 100 bis 1.000 μg/kg einer oder mehrerer Einzelverbindungen polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe, soweit sie sich nicht auf mehr als 1.000 μg/kg addieren; b) mehr als 30 mg/kg Formamid; c) mehr als 200 μg/kg nitrosierbare Vorstufen, falls nicht bereits wegen Nitrosaminen abgewertet wurde. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) optische Aufheller im Etikett oder im Klettband; b) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt; c) halogenorganische Verbindungen; d) mehr als 1.000 mg/kg des Ersatzweichmachers DEHT; e) mehr als 100 mg/kg 2-Phenyl-2-propanol; f) mehr als 50 μg/g Latex proteine. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: Nonylphenolethoxylate. Zur Abwertung um eine Note führen: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Latex proteine. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: Nonylphenolethoxylate. Zur Abwertung um eine Note führen: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Testmethoden: siehe www.oekotest.de → Suchen → „T1405“ eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 1/2013. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

ÖKO-TEST rät

■ Bis auf eine Ausnahme haben die klassischen Kunststoff matten in unserem Test bestenfalls mit „befriedigend“ abgeschnitten. Reine Kautschukmatten sind leider auch keine Alternative: Sie enthalten allesamt krebserregende Nitrosamine. Richtig empfehlenswert sind nur Matten aus Baum- und Schafschurwolle.
■ Beim Kauf einer Matte lässt man sich am besten vom Yoga- oder Pilateslehrer beraten. Wer üble Inhaltsstoffe befürchtet und nicht allzu viel Hautkontakt mit seiner Matte haben möchte, kann ein Handtuch unterlegen, wenn es bei den einzelnen Übungen stört, zumindest bei der Schlussentspannung oder Meditation.