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TÜRKEI Á LA CARTE 10 CHARMANTE URLAUBSORTE AM MITTELMEER


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REISE & PREISE - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 05.01.2023
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Bildquelle: REISE & PREISE, Ausgabe 1/2023

Malerischer Blick auf den alten Hafen von Antalya und das bis zu 3.000 Meter aufragende Taurusgebirge

Die Rockband im »Holly Stone« hört abrupt auf zu spielen. Wenn der Muezzin ruft, geht in den Bars und Clubs in der Altstadt von Antalya die Musik aus. Aus Respekt vor dem Gebetsruf, der bis zu fünfmal täglich zum Gebet auffordert, das erste Mal, kurz bevor die Sonne aufgeht. Danach wird weiter gefeiert, am Wochenende bis drei Uhr in der Früh. Die religiös-konservativen Islamisten bestimmen die Politik, aber ihr Einfluss unter den jungen Städtern schwindet. Die Jugend hat eine eigene Vorstellung vom Leben, zeigt sich modebewusst und fordert ihrerseits Toleranz für einen moderneren Lebensstil ein.

Es macht Spaß, ein paar Tage in Antalya zu bleiben. Urlauber, die ihren Türkeiaufenthalt allein in den großen All-inclusive-Anlagen an den Stränden von Lara, Belek und Kemer verbringen, bekommen vom wahren Leben nichts mit. Vom abendlichen Treiben in der aufgehübschten Altstadt, den kulinarischen ...

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... Verführungen, die sich wohltuend von den prall gefüllten Hotelbuffets absetzen, und den urigen Bars, viele davon mit originellen Innenhöfen und luftigen Dachterrassen. Von den schicken Caféhäusern und Boutiquen in der Fußgängerzone und den Leckereien in den Fischlokalen unten am Hafen. Zwischendurch ergeben sich aufgeschlossenen Besuchern immer wieder Gelegenheiten, mit vergnügten Menschen zu plaudern. Es gibt viele Einheimische, die irgendwo unsere Sprache gelernt haben, sei es in Deutschland oder durch Gespräche mit Touristen, die an der Türkischen Riviera überwintern oder die Zwei-Millionen-Stadt als Ausgangspunkt für eine Reise durch den sonnigen Südwesten des Landes nutzen. Für einen Mietwagentrip von Antalya nach Izmir etwa, um die charmantesten Küstenorte aufzuspüren. So wie wir es im Mai gemacht haben – bei frühsommerlichen Temperaturen um 25 Grad.

TRAUMURLAUB IN DER GROSSSTADT

ANTALYA

Antalya hat trotz ihrer Größe etwas Kleinstädtisches: In der Altstadt der fünftgrößten Stadt der Türkei ist praktisch alles zu Fuß erreichbar, das Leben spielt sich nämlich auf nur wenigen Quadratkilometern in Meeresnähe ab. Dort finden sich die interessantesten Sehenswürdigkeiten, dort spielt sich das quirlige Nachtleben ab, dort kommt man auch kulinarisch auf seine Kosten. Zur Entspannung geht’s traditionell ins Hamam, das öffentliche türkische Bad. Dort reinigen sich die Menschen seit dem Mittelalter in traditioneller Manier und genießen Schaummassagen – bei Temperaturen von feucht-heißen 50 Grad (ab € 15, je nach Art der Anwendung).

Die Zwei-Millionen-Metropole des Südens hat einen respektablen Stadtstrand. Der sieben Kilometer lange Konyaalti Beach ist gut zu erreichen und bietet beste Bademöglichkeiten. Und wem es nach einem Bummel durch die Altstadt oder die angrenzende Fußgängerzone nach Sonnenbad und Abkühlung gelüstet, der findet am Mermerli Plaji, der über das gleichnamige Restaurant zu erreichen ist, zumindest in der Vorsaison immer eine freie Liege (Zutritt € 2,50).

Wer schon immer einmal die andächtige Stimmung in einer Moschee auf sich wirken lassen wollte, dem sei der Besuch der frisch renovierten ?ehzâde-Korkut-Camii im Altstadtviertel K?l?nçarslan empfohlen, wo uns der Iman persönlich willkommen hieß. Mehr braucht man über Antalya eigentlich gar nicht zu wissen, hier geht man in die Altstadt und lässt sich einfach treiben.

INFO

Unser Restauranttipp Im Altstadtviertel K?l?nçarslan (Hesapçi Sokak No. 59) serviert das Restaurant »Ayar Meyhanesi« frischen Fisch aus der Auslage und leckere Meze. Nicht das günstigste, aber eines der besten in der Stadt. Mit Außenplätzen! Tipp: frittierte Kalamari mit Sauce Tartar (€ 11).

Nett gebettet

++ Ein schöner Rückzugsort in der Altstadt ist die »Sibel Pansiyon« mit hübschem Innenhof und leckerem Frühstück im Freien. Einfach, aber gut (K?l?nçarslan Mah. F?r?n Sokak No 30, www. sibelpansiyon.com, +90-242-2411316; EZ/DZ ab € 60 ÜF über ).

+++ Das Boutiquehotel »Alp Pa?a« liegt in einem osmanischen Gebäude mit Innenhof und Pool in der autofreien Altstadt Kaleiçi (Barbaros Mah. Hesapçi Sokak No 30, , +90-242-2475676; EZ/DZ ab € 80 ÜF).

VORZEIGEORT MIT GRIECHISCHEN WURZELN

KALKAN

Bei der Wahl zum schönsten Küstenort der Türkei würde es Kalkan vermutlich bis ins Finale schaffen. Das einstige Fischerdorf, das bis 1923 zu Griechenland gehörte, schmiegt sich sanft an die Ausläufer des Taurusgebirges. Vor Bausünden, wie sie an der türkischen Mittelmeerküste häufig sind, war das Schmuckstück stets geschützt – es fehlt schlichtweg an Platz für Riesenhotels.

Den Tag verbringt man in der Unterstadt am Meer mit Blick auf den malerischen Jachthafen und am traumhaften Kieselstrand, der steil ins türkisfarbene Meer abfällt und zum Schwimmen im kristallklaren Wasser animiert. Anblicke, die Kalkan vom Meer aus wie ein Gemälde erscheinen lassen. Die Wirte vom »Breeze«, «Kleo« und »Aure« bieten ihren Gästen auf den Außenterrassen am Wasser einen wunderbaren Blick, besonders zum Sonnenuntergang. Sie wissen um ihre Sonderstellung: Ihre Preise gehören den höchsten an der türkischen Mittelmeerküste. Die vielen Ausländer, meist Engländer, die sich hier niedergelassen haben, scheint das nicht zu stören. Für Budgetreisende heißt es: unten trinken, oben essen. Wer abends die zum Teil steilen, aber kurzen Wege in die Oberstadt auf sich nimmt, findet in den gepflegten Gassen Dutzende von Restaurants.

Schwieriger als die Suche nach einem guten Lokal gestaltet sich die Unterkunftssuche. Das Preisniveau ist vergleichsweise hoch und die Auswahl begrenzt. Parkplätze gibt es kaum.

INFO

Unser Restauranttipp

Im Restaurant »Hünkar« in der Oberstadt gehen auch die Einheimischen essen. Hier gibt es alles, was vom Grill kommt, zum günstigen Preis. Probieren Sie die leckeren Kebabs (ab € 7,50). Vornehmer sind die Panorama-Restaurants unten an der Promenade. Gut sitzt man bei einem Cappuccino oder einem Efes (je € 2,20) im »Breeze Café & Bar« mit Blick auf den Strand.

Nett gebettet

++ Das »Kleo Boutiquehotel« unten in Strandnähe mit Restaurant und Außenterrasse am Wasser hat helle Zimmer mit Holzfußböden und Balkon (+90-242-8441633, EZ/DZ im Mai ab € 29, danach ab € 111, über Airbnb).

++ Am oberen Rand der Altstadt bietet die gemütliche Pension »Old Town« fünf Zimmer unterschiedlicher Größe (www.oldtownhotel , +90-242-8443038, EZ/DZ ab € 82 inkl. Frühstück im kleinen Café). Parkmöglichkeit in der Nähe. Tipp: Zimmer 1 mit kleinem Balkon zur Straße.

INFO

Unser Restauranttipp

Im »Corner Restaurant« kommen Fleisch- und Fischgerichte sowie Meeresfrüchte direkt vom Grill. Unsere Tipps: die gegrillte Seebrasse für € 10 und die Steaks (Pfeffersteak € 18).

Nett gebettet

+++ Eine gute Wahl in Ka? ist das 42-Zimmer-Hotel »Aqua Princess« mit Zugang zu einem klitzekleinen Kieselstrand, ausgestattet mit Pool, Sonnenterrasse mit Liegestühlen, Restaurant und Bar (, +90-242- 8362026, EZ/DZ mit Meerblick ab € 61/82 ÜF). Zum Ortszentrum sind es zehn Minuten zu Fuß. Kostenlose Parkplätze.

HEIMLICHE LIEBE DER TÜRKEI-KENNER

KA?

Vielfach wird Ka? als große Schwester Kalkans bezeichnet, obwohl Kalkan mit 8.000 Einwohnern doppelt so viele hat wie der 20 Kilometer entfernt gelegene Nachbarort. Ka? wirkt aber ursprünglicher und authentischer, das Leben ist nicht so auf den Tourismus fixiert. Der Durchgangsverkehr führt auf schmalen Straßen mitten durch die Stadt. So fein wie im eleganten Kalkan ist es hier nicht – und genau aus diesen Gründen ziehen viele Türkei-Kenner Ka? der Nachbargemeinde vor. Der Ortskern lädt mit schmalen Gassen, alten, von pinkfarbenen Bougainvilleen bewachsenen Erkerhäusern, urigen Restaurants, Bars und Shops zum Bummeln ein. Leider fehlt ein netter Ortsstrand, der schönste Beach, Büyükçak?l Plaj?, liegt 1,5 Kilometer südlich. Strandliebhaber nehmen sich dort ein nettes Apartment. Die besten Unterkünfte allerdings liegen an der Spitze der westlich von Ka? gelegenen Landzunge, die sich inmitten der Hafenbucht sechs Kilometer ins Lykische Meer erstreckt. Hier finden sich schicke und günstige Boutiquehotels mit Pool, mit denen Kalkan nicht dienen kann.

HIER GEHT’S ZUM STRAND MIT DEM BOOT

DALYAN

Ein weiterer dieser kleinen gemütlichen Urlaubsorte an der Lykischen Küste ist Dalyan. Allerdings ist der Ort wunderbar anders: Zum Strand geht's mit dem Boot, gewohnt wird am Fluss. Diese Besonderheit ist die Trumpfkarte der 8.000-Seelen-Gemeinde, deren Einwohnerzahl sich im Hochsommer gut und gern verdoppelt, ohne dass das Städtchen dadurch aus den Nähten zu platzen droht.

Morgens lässt man sich auf der Terrasse am Dalyan River ein original türkisches Frühstück mit kleinen Spezialitäten, Gemüse, Kräutern und Omelette servieren, danach werden die Badesachen gepackt und schließlich geht's per Fährschiff zum vorgelagerten, fünf Kilometer langen ?ztuzu-Strand, einem Brutplatz der Unechten Karettschildkröte. Eine halbe Stunde zum Genießen, in der man sich mit etwas Fantasie in die Everglades in Florida versetzen kann, nur nach Alligatoren hält man vergeblich Ausschau. Der Ortskern bietet neben günstigen Restaurants und Cafés auch bunte Shops, die die übliche türkische Markenware, Uhren, Schmuck, Handtaschen und Souvenirs verkaufen. Im Unterschied zu vielen anderen

Plätzen an der Lykischen Küste müssen in Dalyan keine anstrengenden Hänge und Treppen bewältigt werden, was viele Pensionäre dazu bewogen hat, die urige Urlaubsperle zum persönlichen Lieblingsziel zu erklären und Jahr für Jahr wiederzukehren. Ganz gleich, welcher Altersklasse man angehört, in Dalyan fällt der Abschied am Ende schwer. Das liegt zum einen daran, dass der Ort sich wohltuend von anderen Ferienzielen abhebt. Zum anderen bietet er Programm für viele Tage: sei es bei Tagesausflügen zum herrlichen, nur über eine abschüssige Piste erreichbaren Karginak Beach, bei Radtouren zu den Königsgräbern, die in eine Felswand über dem Fluss gemeißelt wurden und des Nachts beleuchtet ein wunderschönes Fotomotiv abgeben, auf Schiffstouren auf dem Köycegiz-See oder bei einem Schlammbad in den heißen Quellen von Sultaniye.

INFO

Unser Restauranttipp

Im »Dalyan Duble Mezes Evi« in der Pazaryeri Sokak, der Parallelstraße zum Fluss, kommen hausgemachte Meze zu fairen Preisen (ab € 3) auf den Tisch, die Zutaten kommen zum großen Teil aus dem eigenen Garten. Tipp: erst eine Auswahl an Meze bestellen und danach die gefüllten Calamari (€ 11).

Nett gebettet Bevorzugen Sie eine Pension direkt am Flussufer, am besten im südlichen Teil des Ortes, da ist es ruhiger. Von dort sind es nur zehn Minuten zu Fuß ins Zentrum.

++ In der Pension »Midas« kommt man als Gast und geht als Freund. Das türkische Frühstück Flair wird auf der Terrasse am Fluss serviert. Auf dem kleinen Anleger, wo auch die Fährschiffe zum Strand Strand halten, stehen ein paar Sonnenliegen. Abends gibt Inhaber Selçuk am Lagerfeuer gern Freizeit einen Raki auf Eis aus (, +90-542-3232360, einfache, aber makellose Zimmer ab € Preise 45).

PAMUKKALE: TROTZ WASSERMANGEL EINE REISE WERT

»Immer geradeaus, in drei Stunden seid ihr in Pamukkale«, gibt uns Veli, der Chef eines örtlichen Mietwagenunternehmens, mit auf den Weg. »Und bringt mir das Auto heil zurück, es hat gerade erst 70 Kilometer gelaufen«. In sanften Zügen schlängelt sich der vierspurige Highway durch die hügelige Landschaft, Verkehr herrscht kaum. Ein paar LKW, ab und zu ein Kleinwagen, das war’s.

Noch genießt Pamukkale den Ruf der Einzigartigkeit, noch zieren Fotos aus besseren Tagen die Prospekte. Doch der kleine Ort mit den schneeweißen Kalkterrassen befindet sich in einer ernsten Krise.

Durch ausbleibende Niederschläge und den zunehmenden Wasserbedarf durch den Tourismus sind weite Teile der Sinterterrassen im Laufe der Jahre ausgetrocknet. »Wenn das so weitergeht, ist unsere Existenz ernsthaft bedroht«, sagt unser türkischer Gastgeber, der neben einer Pension ein chinesisches Restaurant betreibt, das derzeit geschlossen ist, weil in Pamukkale nicht nur das Wasser fehlt, sondern auch der Besuch aus China. Ein schmaler Graben führt das verbliebene, über 30 Grad warme Thermalwasser talwärts, es gibt drei künstlich angelegte Thermalbecken und die Cleopatra Pools, ein Schwimmbad, wo Touristen im glasklaren Wasser baden. Wir bereuen den weiten Weg dennoch nicht, denn der landschaftlich schön gelegene Kurort mit den sehenswerten Ruinen und dem Amphitheater der römischen Stadt Hierapolis fasziniert trotz alledem (Eintritt Hierapolis € 7, Schwimmbad € 6,50, Parken € 1,40).

Auf dem Rückweg an die Küste finden wir uns rein zufällig auf einer der schönsten Panoramastraßen im Süden der Türkei wieder. Sie schlängelt sich vor der Kulisse der schneebedeckten Babada?-Berge von der aufstrebenden Millionenstadt Denizli hinunter in den Badeort Fethiye, führt durch duftende Pinien- und Nadelwälder, vorbei an blühenden Wildkirschbäumen. Hier ist die Natur noch intakt.

DAS TOTE MEER DER TÜRKEI

ÖLÜDENIZ

Wer mit dem Wagen kommt, fährt am besten gleich weiter zum Strand, folgt den Schildern zum Ölüdeniz Plaji. Die gleichnamige, drei Kilometer entfernte Kleinstadt schaut man sich zu einem späteren Zeitpunkt an. Unten am Meer hat sich im Laufe der Jahre ein trubeliges Feriendorf gebildet, mit zahlreichen Hotels, Pensionen, Restaurants, Beachclubs, Supermärkten und anderen Shops. In Ölüdeniz ist das Publikum deutlich jünger als anderswo an der türkischen Riviera. Und es ist sportlicher: Die perfekten Winde ziehen nämlich Hundertschaften von Paraglidern an, die von den nahe gelegenen Hängen der Babada?-Berge starten und zielgenau auf der Grünfläche hinter dem Strand landen. Zum Absprungplatz mit Restaurant auf 1.800 Meter Höhe fährt eine Seilbahn (€ 10). Ein Spektakel, das sich von einer der hippen Rooftop-Bars am Meer bei einem Sundowner (Cocktails ab € 8,50) verfolgen lässt.

Der Strand selbst ist nicht ganz so schön wie er auf den Postkarten wirkt, weniger weiß und recht kieselig, so dass hier Badeschuhe durchaus von Vorteil sind. Das Meer allerdings, wie die allermeisten Strände der Region mit der Blauen Flagge ausgezeichnet, ist eine Klasse für sich, besonders, wenn man den ein Kilometer langen Fußmarsch zum Kumpurnu Plaji an der Spitze der Landzunge wählt, wo Ölüdeniz seinem Namen (»Totes Meer«) alle Ehre erweist, weil am Rande der geschützten Blauen Lagune kein Wellengang herrscht.

INFO

Unser Restauranttipp

Das »Secret Garden« liegt gleich beim Hotel »Kassandra« um die Ecke in der 226 Sokak. Nette Betreiber, schöner Garten und große Portionen (Hauptgerichte zwischen € 8 und 25, z. B. Lammkeule für € 13, gebratener Tintenfisch für € 15, Pfeffersteak für € 20). DAS BIETET IHR

Nett gebettet

++++ Das schnuckelige »Kassandra Butik Otel« liegt 300 Meter vom Meer entfernt in der Parallelstraße zur Beachroad Ölüdeniz Caddesi in einem ruhigen Bereich. Helle, geschmackvoll eingerichtete Zimmer mit gemütlichen Kingsize-Betten, dazu Pool und ein gutes Restaurant (, +90-533-2503277, EZ/DZ ab € 135/143 ÜF).

SAKLIKENT-CANYON-NATIONALPARK

Highlight für Aktivurlauber

Im Laufe der Jahrmillionen hat sich der Fluss Dargaz in die Ausläufer der bis zu 3.000 Meter hohen Küstengebirge im Hinterland von Fethiye gefressen und einen engen, steilen Canyon geschaffen, der von einer üppigen Natur umgeben ist. Die Schlucht ist phasenweise so eng, dass sich wilde Stromschnellen bilden. An anderen Stellen sind Flusswanderungen und Schlammbäder möglich, in heißen Sommermonaten eine willkommene Abkühlung. Es gibt ein Restaurant, das Forellen und türkische Küche serviert. Ausgangspunkt für den Tagesausflug ist der Parkeingang (Eintritt € 0,75), bei Kayadibi, 40 km östlich von Fethiye. Gleich zu Beginn lockt ein Bad in einer heißen Quelle. Ein Riesenspaß: River Rafting im Schwimmring (€ 17).

PARTYMEILE VOR IMPOSANTER KULISSE

BODRUM

Wenn wir auf unserer Tour auf Massentourismus gestoßen sind, dann in Bodrum, wo sich in den zahlreichen Buchten im Westen der Stadt ein All-inclusive-Resort ans nächste reiht. Doch die Altstadt, die sich rund um Hafen und Burg gruppiert, sowie die östlich davon gelegenen Stadtteile bieten Individualreisenden und Nachtschwärmern eine eigene Urlaubswelt mit vielen Highlights. Mit zahllosen Restaurants, Bars, viele davon mit Meerblick, dazu Diskotheken, Eisdielen, Döner-Buden, Boutiquen und Shops ohne Ende. Bereits Anfang Mai schieben sich die Menschenmengen durch die engen Gassen, so dass die Bodrumer Partymeile ohne Zweifel mit Mykonos-Stadt konkurrieren kann – mit einem weitaus günstigeren Preisgefüge. In diesem Teil der Stadt gilt es, das Hotel mit besonderer Sorgfalt auszusuchen. Es sei denn, man gehört zu denen, die Nacht für Nacht als letzte nach Hause gehen und sich an Partylärm nicht stören.

INFO

Unser Restauranttipp

Warum viel Geld in den Altstadt-Restaurants ausgeben, wenn die Kebab-Lokale oft besser sind? Dem Koch im »Otantik Ocakba??« in der Atatürk Caddesi No 46 gelingt die Lahmacun (türkische Pizza) besonders gut. Eine Empfehlung wert ist auch das Lamm-Kebab (Kuzu ?i?) mit Aubergine, Soße und hausgemachtem Fladenbrot. Zu zweit zahlt man am Ende rund € 40 inklusive Getränke und ist richtig satt.

Nett gebettet

++++ Ein super Preis-Leistungs-Verhältnis hat das »Labranda TMT« anderthalb Kilometer südlich der Altstadt, über die Promenade am Meer zu erreichen. Mit schönen Zimmern, großer Poolanlage, Privatstrand und gutem Buffet (). Pauschal 1 Woche all inclusive ab € 647, FTI.

++ In die Altstadt ziehen diejenigen, die das Flair ausgeprägte Nachtleben auskosten und sich am Lärm nicht stören. Eine gute Adresse ist das Strand liebevoll geführte »Sade Butik Otel« in der Üçkuyular Caddesi 6b (, +90-252-3130038, EZ/DZ ab € 49, Hotels.com).

DIE SCHÖNSTEN STRÄNDE ENTLANG DER ROUTE

Phaselis

Von Pinien umgebener Beach südlich von Kemer, mit den Überresten einer antiken Stadt in der Nähe. Der sandige, leicht gräuliche Strand fällt flach ins Meer ab. Da nur wenig Wellengang herrscht, ist die Bucht optimal zum Schwimmen und Schnorcheln (Badeschuhe mitnehmen). Schatten spenden die zurückliegenden Bäume, ansonsten leistet ein mitgebrachter Sonnenschirm gute Dienste.

Kaputa? Beach

Für viele der schönste Strand der Türkei, leider liegt er direkt unterhalb der Küstenstraße zwischen Kalkan und Ka?, was zum Punktabzug führt. Goldgelber Feinkiesel vor türkisblauem Meer. Auf jeden Fall einen Besuch wert, jedoch kein Strand für jeden Tag.

Butterfly Valley (Kelebekler Vadasi)

Der schöne Strand liegt in einem Tal mit Wasserfall nördlich von Fethiye am Fuße des Babada?-Berges. Mit fortschreitender Saison wird es mächtig voll. Dann ist ein kleines Café geöffnet, das auch Schirme vermietet. Morgens ist der Strand weitgehend schattig. Die meisten Besucher kommen per Boot von Ölüdeniz (€ 13). Man erreicht den Beach aber auch über einen steilen, nicht ganz ungefährlichen Pfad, der über 500 m vom Parkplatz Butterfly Valley nach unten führt. Zum Festhalten wurden Seile angebracht.

Karginak Beach

Elf Kilometer südlich von Dalyan liegt diese abgelegene Bucht. Zu erreichen ist sie nur über eine abschüssige Piste nach einer abenteuerlichen Berg- und Talfahrt, die sich aber mit einem normalen Mietwagen bewältigen lässt. Cooles Beachlokal mit Sonnenliegen und Badesteg. Im Frühjahr meist starker Wellengang.

SENKRECHTSTARTER MIT STIL

ALAÇATI

Man muss schon etwas suchen: Es kommt vor, dass Mietwagen-Urlauber nach Alaçati kommen und enttäuscht weiterfahren, weil sie das eigentlich Sehenswerte, den alten, mit viel Liebe restaurierten Ortskern, gar nicht entdeckt haben. Weder vorn am Meer mit dem breiten Sandstrand, an dem Windsurfer ihre Künste zeigen, noch links und rechts der Hauptstraßen wird ersichtlich, welch ein Schatz sich im Ortskern hinter der unspektakulären Kulisse verbirgt. Durch die herausgeputzte Altstadt führen enge Gassen, die meisten von ihnen durchnummeriert, weil es einfach zu viele sind. Wer die langgezogene Haci Memis Road, aus denen die Fußgänger die Autos verdrängt haben, entlangläuft, bekommt einen ersten Eindruck, den es in den nächsten Tagen zu vertiefen lohnt. Zu entdecken gibt es urige Cafés und Restaurants, kleine Pensionen, Eisdielen, Antiquitätenläden, alternative Shops, die Handwerkskunst und Erzeugnisse aus der Region anbieten. Fliegende Händler bieten gegrillte Maiskolben, Crêpes und andere Leckereien an. Die Gassen mit ihren liebevoll restaurierten Häuschen aus dem 19. Jh und blumengeschmückten Fassaden sind eine Flaniermeile wie aus dem Bilderbuch. Doch dreht sich in Alaçat? nicht alles um den Tourismus: Am späten Vormittag startet lautstark die Fischauktion, umgeben von weiteren Marktständen.

INFO

Unser Restauranttipp

Gute und günstige Vorspeisen und Fischund Fleischgerichte im Innenhof und an der Straße serviert das Restaurant »Varca«, etwas abseits von den Hauptrouten in der Sokak 3010, No 11 in der Nähe vom Marktplatz. Wechselnde Menüs für € 15–25.

Nett gebettet

+++ Das Boutiquehotel »Enso Alaçat?« hat eine ruhige Lage am Rande der Altstadt, wo auch Parkplätze zu finden sind. Schöner Pool, gut sortierte Bar, reichhaltiges Frühstück, Restaurant. So soll es sein! (www., +90-530-5141184, EZ/DZ ab € 57/63 ÜF).

LUXUS Einen guten Innenarchitekten hatte das »Design Plus Hotel Seya Beach« auf der anderen Seite der Halbinsel fünf Autominuten von der Altstadt entfernt, mit Privatstrand am ruhigen Meer und großem Pool (, +90-232-7000100, EZ/DZ ab € 291 ÜF, ab € 314 HP). Pauschal 1 Woche ÜF ab € 761, FTI. Ein echtes Highlight sind die Suiten (1 Wo ab € 2.472 HP, FTI).

WEITERE STRANDPERLEN ENTLANG DER ROUTE

VIEL SAND AM SCHILDKRÖTEN-STRAND

PATARA

Einer der wenigen Strände der Türkei, der vollends aus feinem Sand besteht – und komplett unbebaut ist. Der 18 Kilometer lange Beach fällt flach ins Meer ab. Da hier im Winter ein kräftiger Wind bläst, haben sich im Laufe der Zeit riesige Dünen angehäuft, die im Süden Europas ihresgleichen suchen. Patara gehört zu den Brutstätten der Caretta-Schildkröten, die Mitte Mai beginnen, im Sand ihre Eier abzulegen. Im Hinterland finden sich im Feriendorf Gelemi? Pensionen, Restaurants und Minimärkte. Zwischen Strand und Ort lohnt ein Stopp an den Ruinen von Patara inmitten blühender Mohnblumen (Eintritt € 1,30). Übernachten: Einfache, helle Zimmer und Pool in schöner Umgebung bietet die »Flower Pension« in Gelemi? (EZ/DZ ab € 28/40 ÜF, ).

KLEINOD AN DER RIVIERA

ÇIRALI

Tagsüber quaken die Frösche, abends zirpen die Grillen und schon in aller Herrgottsfrüh bitten Muezzin und Hähne um Gehör. Ç?ral? ist ein wahres Naturparadies. Wer vom Dorf zum Strand läuft, passiert die Ruinen der antiken Stadt Olympos. Ein Highlight sind die »ewigen Feuer« von Chimaera, die seit Jahrtausenden brennen und früher als Leuchtfeuer für Schiffe genutzt wurden. Gewohnt wird traditionell in Holzhütten. Übernachten: Die »Bayrams Tree Houses« versprühen Backpacker-Charme (Baumhaus für zwei Personen ab € 60, ).

PERFEKT GEPLANT MIT

Ob Hotel, Flug, Mietwagen oder Pauschalreise. Wir weisen Ihnen den Weg zum günstigsten Anbieter.

INFO TÜRKEI

REISEPLANUNG

Beste Reisezeit Ostern bis Mitte Juni sowie ab Mitte September. Im nördlichen Teil der Route sind im Winter viele Hotels und Pensionen geschlossen, auch gibt es dann eingeschränkte Flugverbindungen. Wer Ende April plant, sollte die Reise in Antalya beginnen.

Geld Die Inflationsrate in der Türkei ist sehr hoch. Wir empfehlen, ausreichend Bargeld mitzunehmen und vor Ort an Wechselstuben in kleineren Mengen zu tauschen. Am Geldautomaten ist der Kurs meist etwas besser, doch werden Gebühren erhoben. Achtung: Am Airport ist der Wechselkurs etwa 10 Prozent schlechter. Übernachtungen etc. werden i. d. R. per Kreditkarte bezahlt.

FLÜGE BUCHEN

Mit Corendon Airlines (ab € 156) und Sun Express (ab € 200) sind Gabelflüge zwischen Antalya und Izmir ab mehreren deutschen Airports problemlos möglich. Wer die Tour abkürzen möchte, wählt für den Rückflug den Airport in Dalaman. Alternativ mit Turkish Airlines über Istanbul anreisen (ab € 275).

Verkehrsmittel Mietwagen: Im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern sind Mietwagen in der Türkei nur geringfügig teurer geworden. Es gilt einen Mietwagenanbieter zu finden, der Oneway-Tarife Antalya//Izmir anbietet. Wir haben unseren Mietwagen vor Ort über ECE Tours gebucht (2 Wochen ab € 550, ), das Fahrzeug wurde zum Hotel gebracht. Vorausgebucht ist ein Mietwagen Antalya//Izmir für zwei Wochen ab € 458 buchbar (AurumCars, Metapreisvergleich www.reise-preise.de/mietwagen).

Taxi: Ein Taxi vom Airport in die Altstadt von Antalya kostet € 10. Ansonsten gilt für kürzere Touren die Faustregel: 1 km = € 0,75. Überlandfahrt: In den meisten Badeorten gibt es eine Taxistation mit Preistafel. Im Schnitt sind für 200 km rund € 100 einzuplanen; wer die Route per Taxi plant, kommt auf rund € 700. Dazu kommen die Kosten für Tagestouren und Stadtfahrten.

Unterkunft Einfache Hotelzimmer gibt es in den besuchten Orten in der Vorsaison bereits ab € 20–30, etwas teurer (ab € 40–50) sind Kalkan und Alaçati (ab € 40–50). Zum doppelten Preis sind komfortable, geschmackvoll eingerichtete Hotelzimmer zu finden. In Antalya und Bodrum sind Unterkünfte im 4- bis 5-Sterne-Bereich bereits ab € 100 zu finden.

Essen & Trinken In der Türkei isst man zum Frühstück z. T. bereits warm. Dazu gibt es Feta, Gurken, Tomaten, Oliven, frische Kräuter und leckere Sesamkringel. Und auf Wunsch Spiegeleier, Rührei und Omelette. Die Restaurantpreise unterscheiden sich z. T. sehr, die Preise liegen im Mittel 50 Prozent unter dem, was wir gewöhnt sind: Hauptgerichte € 6–10, Pizza € 4–5, Pasta € 4–7. Fisch, Meeresfrüchte und Steaks sind teurer (€ 8–20). Sehr gut ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in Antalya. In der Unterstadt von Kalkan, den Altstädten von Alaçati und Bodrum und im Strandbereich von Ölüdeniz ist es teurer als in Antalya, Dalyan, Ka? und Pamukkale. In den Kebab-Grills und Dönerimbissen isst man für € 2–5. Eine kleine Flasche Efes oder Alfa kostet in einfachen Lokalen € 1,40, in den Beachclubs das Drei- bis Vierfache. Softdrinks € 1–2, Cocktails 3–6.

Telefon & Internet Das WLAN ist sehr unterschiedlich, empfehlenswert eine türkische SIM-Karte (erhältlich im Airport, »Tourist Prepaid SIM Card«, € 5–10 für 28 Tage). Damit geht dann Google Maps als Navi.

Auskünfte

Reiseführer Brandneu ist der Marco-Polo-Reiseführer »Türkische Südküste«, MairDumont 2022, € 14,95.

+ einfach ++ einfache Mittelklasse +++ gehobene Mittelklasse ++++ anspruchsvoll