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Über das gesunde Lachen: Wann wird Humor nicht mehr belächelt?


Gehirn & Geist Spezial - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 24.05.2019

Stellen Sie sich vor, Sie lernen auf einer Party einen »Humortrainer« kennen. Was geht Ihnen da durch den Kopf? »Kann man davon leben?« »Hat der auch was Richtiges gelernt? « Oder: »Jetzt mal im Ernst, was machen Sie wirklich?«

Ich träume davon, dass es binnen einer Generation gelingen wird, die Humorforschung zu einer anerkannten Wissenschaft zu machen, mit eigenen Lehrstühlen an Universitäten und mit Ausbildungswegen für alle pflegerischen, medizinischen und therapeutischen Berufe. Und Partys, wo man sich eher schämt, wenn man als Jurist oder Steuerberater vorgestellt wird.

Die Idee, Humor in die ...

Artikelbild für den Artikel "Über das gesunde Lachen: Wann wird Humor nicht mehr belächelt?" aus der Ausgabe 1/2019 von Gehirn & Geist Spezial. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Gehirn & Geist Spezial, Ausgabe 1/2019

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... Gesundheitsbranche zu bringen, hat viele Vorläufer, die ich kurz erwähnen möchte. Keine Angst, ich fange nicht bei Aristoteles an – obwohl sich der bereits sehr für die Kraft der Komik interessierte. Ein Pionier der Humortherapie war der Österreicher Viktor Emil Frankl. Wegen seiner jüdischen Herkunft kam er 1942 ins KZ. Er überlebte. Später entwickelte er die Logotherapie, die sich mit dem Sinn (griechisch: logos) im Leben und Leiden beschäftigt. Denn Frankls zentrale Erkenntnis war, dass Menschen selbst unter widrigsten Umständen ihrer Situation Sinn abtrotzen.

Eckart von Hirschhausen, geboren 1967 in Frankfurt am Main, studierte Medizin und Wissenschaftsjournalismus in Berlin, Heidelberg und London. Seit über 20 Jahren ist er als Komiker und Moderator in den Medien und auf allen großen Bühnen Deutschlands unterwegs. Seine Bücher erreichten eine Gesamtauflage von mehr als fünf Millionen Exemplaren. Seit 2012 ist er Kolumnist bei »Gehirn&Geist«. Aktuell unterstützt er »Scientists for Future« und die »Allianz Klimawandel und Gesundheit«. Alle Projekte und Termine, auch für das aktuelle Bühnenprogramm, auf www.hirschhausen.de.


STEFFEN JÄNICKE; MIT FRDL. GEN. VON ECKART VON HIRSCHHAUSEN

Vor einigen Jahren begann ein Medizinstudent in Leipzig das Projekt »Arzt mit Humor«. Gemeinsam mit HUMOR HILFT HEILEN und dem Deutschen Institut für Humor werden angehende Mediziner in Humortrainings geschult. 2017 erreichten wir einen Meilenstein: Das Uniklinikum Münster integrierte das Humortraining ins Curriculum der Allgemeinmedizin. Da geht es jetzt drei Stunden lang um »Humor als Ressource im Arzt-Patienten-Gespräch«. Ob sie wollen oder nicht, um den Humor kommt bald kein Medizinstudent mehr herum.

Und in der Pflege? »Pflegezeit ist Lebenszeit!« Das sollte für Patienten und Pflegende gelten. Aber wer hat noch Zeit? Wenn Zeit Geld ist und gespart wird, wird am grausamsten an Zuwendung gespart, denn das fällt erst einmal nicht so auf.

Ich habe selbst noch am Uniklinikum der FU Berlin gearbeitet, das heute zur Charité gehört. Es ist das größte Klinikum Europas. Was die wenigsten wissen: Das Wort Charité kommt nicht von Shareholder Value. Charité kommt von »caritas«, Nächstenliebe. Sich um kranke Menschen zu kümmern, war ursprünglich ein Akt der Barmherzigkeit. Ein Patient ist kein Kunde, sondern ein leidender Mensch. Und die wichtigste Frage sollte nicht sein, wie mache ich die meiste Rendite, sondern: Was kann ihm helfen? Es ist kein Zufall, dass etwa zeitgleich zur kommerzialisierten Medizin eine Gegenbewegung entstand, um das Humane in der Humanmedizin zu stärken.

Ein Krankenhaus ist ein Ort der Heilung, des Schicksals und des Sterbens. Überraschenderweise wird auch auf Palliativstationen und in Hospizen gelacht. HUMOR HILFT HEILEN finanziert ein Forschungsprojekt in der Palliativmedizin der Uni Bonn und regelmäßige Clownsvisiten auf der Palliativstation in Jena, frei nach George Bernard Shaw: »Das Leben hört nicht auf komisch zu sein, wenn wir sterben. So wenig, wie es aufhört ernst zu sein, wenn wir lachen.«

Am Unbegreiflichen verzweifeln – oder darüber lachen?

Im Lachen können Widersprüche bestehen bleiben, ohne dass sie aufgelöst werden. An der Unbegreiflichkeit des Lebens kann man verrückt werden, man kann daran verzweifeln, oder man kann darüber lachen. Laut Schopenhauer ist jedes Lachen eine kleine Erleuchtung. Heitere Gelassenheit ist auch die Grundhaltung des Meditierenden, der versucht, seine subjektive Perspektive um eine übergeordnete Warte zu ergänzen. Zu Deutsch: Man schaut sich selbst beim Denken zu und muss dann nicht jeden Gedanken, auf den das Hirn so kommt, auf die Goldwaage legen. Und wenn es einem gelingt, sich im Alltag selbst über die Schulter zu schauen und nicht alles so ernst zu nehmen, wird es leichter für einen selbst und andere.

Warum zahlt das alles nicht die Kasse? Gute Frage. Bevor etwas zur Regelleistung wird, müssen Studien den Nutzen belegen. Aber wer soll die bezahlen? Meist wird nur geforscht, wenn es etwas zu verdienen gibt. Solange Lachen nicht in Pillenform zu pressen ist, sind Forschungsgelder schwer aufzutreiben.

HUMOR HILFT HEILEN hat deshalb die größte Studie zu Humor in der Pflege selbst finanziert und begleitet. Über 2500 Mitarbeiter des Evangelischen Johanneswerks in Bielefeld absolvierten zwei Workshops von jeweils drei Stunden. In Teams à 15 Teilnehmern wurde geübt, gespielt und reflektiert: Wie trete ich in Kontakt mit jemandem? Was unterscheidet wertschätzenden von ironischem Humor? Wie kann ich mit peinlichen Situationen umgehen? Und wie sorge ich als Pflegekraft so gut für mich, dass ich ein Lächeln nicht »aufsetzen« muss, sondern dass es aus mir herausstrahlt?

Die unabhängige wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Zürich belegte: Die Schulungen wurden sehr positiv bewertet, die Stimmung stieg, die Belastung sank, und die allermeisten wünschten sich noch viel mehr solcher Schulungen. Die Pflegenden sagten Dinge wie: »Durch die Humorschulung habe ich gelernt, wie ich besser mit anderen Menschen in Kontakt treten kann.« Oder: »Ich habe gelernt, meine Teamkollegen von einer anderen Seite zu sehen.«

Die Effekte waren noch stärker, wenn man parallel ein Glückstagebuch führte, also jeden Tag drei gute Momente schriftlich festhielt. Auch für die Übergabe fand sich ein schönes Ritual. Im Stationszimmer wurde ein kleiner Stoffpinguin deponiert, der mit positiven Patientengeschichten gefüttert werden musste. Denn oft gehen im Übergabestress die schönen Rückmeldungen unter, weil es vor allem darum geht, was schieflief oder dringend zu erledigen ist. Der Pinguin erinnert daran, wie wohl man sich fühlt, wenn man in seinem Element ist. Und bevor eine Übergabe beendet wird, muss es einen Happen eines erfreulichen Erlebnisses geben.

Was den Stress erträglich macht

Für die Arbeit im Krankenhaus und für die Beziehung zu kleinen und großen Patienten spielen Humor und Spontaneität eine große Rolle. Viel davon lässt sich lernen und üben. Es geht nicht darum, sich zu verstellen oder zum Clown zu machen – im Gegenteil. Die Wahrheit und die Situation sind oft viel komischer, wenn man sich traut damit umzugehen. Humor heißt nicht, sich oder andere nicht ernst zu nehmen. Sondern vielmehr den Stress, der entsteht, wenn Menschen unter schweren Umständen zusammenkommen, erträglich zu machen.

Aus evolutionsbiologischer Sicht ist es sinnvoll, in Stress zu geraten. Der Säbelzahntiger hinter unseren Urahnen stellte schließlich eine echte Gefahr dar. Vorübergehend verengt sich das Blickfeld, die Muskeln verkrampfen sich, und die Gedanken sind nicht mehr frei. Wir sind auf die Situation fixiert. Viel leichter, als die Situation zu ändern, ist es aber, unsere Beurteilung der Situation zu ändern. Wir sollten uns fragen, ob es wirklich ein Säbelzahntiger ist, der da hinter uns her ist. Denn die sind ja bekanntlich ausgestorben, und entsprechend ist der Stress meist größer als nötig.


»Ein Krankenhaus ist kein guter Ort für kranke Menschen«
Norman Cousins


Hilft es mir, wenn ich mich aufrege? Was wäre an der Situation komisch, wenn ich nicht selbst beteiligt wäre? Wie werde ich die Situation in einem Jahr beurteilen? Wenn ich in einem Jahr darüber lache – warum nicht jetzt gleich? Bevor Sie sich also das nächste Mal sagen »Ich ärgere mich«, fragen Sie sich: »Wer ärgert wen?« Oder: »Ich könnte mich aufregen.« Genau. Sie könnten es aber auch bleiben lassen.

»Humor ist Tragik plus Zeit.« Das ist überhaupt nichts Oberflächliches, sondern das tiefe Einverständnis in die Absurdität unserer Existenz. Wir kommen aus Staub, wir werden zu Staub, deshalb meinen die meisten Menschen, man müsse im Leben viel Staub aufwirbeln. Wir können an den Widersprüchen der Welt verzweifeln oder darüber lachen. Seit ein paar Jahren findet ein Umdenken in der Psychologie statt, weg von den Defiziten hin zu den Ressourcen. Was schützt uns vor Burnout und Depression? Was gibt uns Kraft, wo tanken wir auf, wofür stehen wir morgens auf?

Je länger ich die Humorarbeit unterstütze, desto wichtiger werden mir die Pflegekräfte. Ausgerechnet die idealistischen und hoch motivierten brennen am schnellsten aus, wenn ihre Ansprüche und die Realität aufeinanderprallen. Und die flexiblen und mehrfach Begabten wechseln das Terrain, weil sie keine Aufstiegs- und Entwicklungschancen sehen. Wenn die Lokführer oder die Piloten streiken, kommt man ein paar Tage nicht von A nach B. Doch wenn die Pflege streikt, kommt keiner mehr vom Bett aufs Klo. Und nach zwölf Stunden ist je- dem klar, was schlimmer ist. Alle reden von »personalisierter Medizin«, sparen aber gleichzeitig am Personal.

Was mich an der Humorbewegung nervt, ist ihr Hang zur Selbstüberschätzung. Wenn es ein Allheilmittel gäbe, wäre ja alles heil. Ist es aber nicht. Oft wird in den Humorseminaren und Vorträgen zu wenig über die Rahmenbedingungen der Pflege reflektiert. Konkret erlebten wir das in einer Reha-Einrichtung, wo die Stimmung so schlecht war, dass die Mitarbeiter allem, was »von oben« kam, grundsätzlich misstrauten. Das führte dazu, dass der Humorworkshop nicht als Auszeit und Wertschätzung erlebt wurde, sondern zynisch kommentiert wurde mit: »Erst quetschen sie uns aus, und jetzt sollen wir auch noch dazu lächeln.«

Deshalb warne ich davor, mit »Motivationstrainings« etwas kitten zu wollen, bevor man sich darüber unterhalten hat, woran Menschen vorher zerbrochen sind. Was kann ein Seminar leisten? Themen bewusst machen, Ressourcen ausbuddeln, ein Umdenken anstoßen und bei den Führungskräften ein Commitment einfordern, etwas zu ändern, auf den verschiedenen Ebenen. Lärm, Neonlicht, Zeitdruck und schlechtes Essen – man muss schon ziemlich gesund sein, um im Krankenhaus zu überleben, sowohl als Patient als auch als Mitarbeiter.

Ab in die klinikeigene Keller-Disko!

Doch es geht auch anders: Unter dem Stichwort »Heilende Architektur« werden bei der Konzeption vieler Krankenhäuser schon heute gesündere Grundsätze berücksichtigt. Freundliche Farben, wärmeres Licht und Badezimmer, die als solche zu erkennen sind. Toll wäre, wenn es in jedem Krankenhaus eine kleine Keller-Disko gäbe, in der sich alle Mitarbeiter nach dem Dienst fünf Minuten lang bei lauter Musik den Stress aus dem Leib tanzen und ihre berufliche Rolle bewusst verlassen könnten.

Je länger ich die Gesundheitspolitik beobachte, desto misstrauischer bin ich, wenn ich höre, »der Markt« regle alles. Sicherheitsgurte haben Tausende von Menschenleben gerettet, aber sie haben sich nicht von allein durchgesetzt, sondern erst, als eine Vorschrift erlassen wurde. Genauso sinnvoll wäre es, feste Mindestbesetzungen für Stationen gesetzlich festzulegen. Im Gesundheitswesen arbeiten mehr Menschen als in der Automobilindustrie – und zynisch könnte man die Automobilindustrie als einen Zulieferer bezeichnen.

Wir haben eines der besten und teuersten Gesundheitssysteme der Welt. In den letzten Jahren hat sich daraus jedoch eine Industrie entwickelt, die versprach, immer effizienter zu handeln, sich aber von den Bedürfnissen der Patienten abkoppelte: Es wird geröntgt und nicht geredet, es wird operiert statt abgewartet, es werden teure Medikamente entwickelt, statt dafür zu sorgen, dass Prävention in den Lebenswelten Krankheiten verhindert. Die Ärzte in den Krankenhäusern sind frustriert, weil sie mehr oder minder direkt angehalten sind, Umsatz zu machen. Die Patienten fühlen sich verloren, weil sie immer schneller durch die Maschinen geschleust werden. Und die Pflegekräfte und Menschen in anderen therapeutischen Berufen gehen auf dem Zahnfleisch, weil man an ihnen am einfachsten sparen kann.

Zuerst geht die Motivation flöten, dann verlassen alle, die eine andere Option haben, fluchtartig das System. Deutsche Ärzte und Pflegekräfte wandern in die Schweiz und nach Skandinavien ab, weil sie hier zu Lande für sich keine Perspektive sehen. Dafür werben wir mühsam wieder Personal in Osteuropa, Spanien und Griechenland an, das sich hier schwertut. Ein absurder Kreislauf, der dazu führt, dass bald keiner mehr da ist, der Deutsch als Muttersprache spricht, obwohl sich doch alle einig sind, wie wichtig Zuhören und Kommunikation im Team sind.

Es braucht Wissen und Motivation, Teamwork und Führungskultur. Das geht aber nicht, wenn jeden Tag neue Leute einspringen, weil Stellen chronisch unterbesetzt sind. Viele, die in diesem Beruf ihre Berufung gesehen haben, sind frustriert, weil die Realität nichts mit dem zu tun hat, wofür sie einmal angetreten sind.

Im Gegensatz zur Ärzteschaft hat die Pflege zu wenig Standesvertreter und politisches Gewicht. Deshalb finde ich es richtig, eine Bundespflegekammer zu etablieren, die Ausbildung aufzuwerten und öffentlich mehr Druck zu machen. Denn früher oder später sind wir alle davon abhängig, dass sich jemand um unsere Eltern, unsere Kinder oder um uns selbst kümmert.

Am Anfang des Hospitals stand die Gastfreundschaft, die Idee, dass ein leidender Mensch Hilfe bekommt, und zwar unabhängig von Einkommen und Nützlichkeit für die Gesellschaft. Ein Patient ist kein Kunde. Die erste Frage sollte heute noch lauten: Wie kann ich helfen? Und nicht: Wie mache ich mit deinem Leid 20 Prozent Gewinn? Was wurde aus Zuwendung, Mitgefühl und Solidarität in einer Zeit von »Patientengut« und »mittlerer Grenzverweildauer«? Und warum ist Humorlosigkeit keine Diagnose?

Humor ist mehr, als ein Lächeln aufzusetzen. Viel mehr. Möge die Kraft der heiteren Gelassenheit immer mit Ihnen sein. Und ein letzter Gedanke zu den letzten Dingen. Humanmedizin heißt auch, dass jeder Mensch ein Recht darauf hat, nicht perfekt zu sein, nicht zu funktionieren und Hilfe zu brauchen. Die Menschen leiden manchmal mehr an zu großen Erwartungen ans Leben als am Leben selbst. Es kann entlasten, wenn wir anerkennen, dass nicht alles in unserer Hand liegt. Und dass der Tod keine Beleidigung der medizinischen Kunst ist, sondern dass ein würdiges Sterben zum Leben und zur Medizin dazugehört.

Mein Lieblingscartoon dazu stammt von den Peanuts. Charly Brown ist deprimiert und sagt: »Eines Tages werden wir alle sterben.« Snoopy kontert: »Stimmt – aber an allen anderen Tagen nicht!«