Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 4 Min.

Übersicht: Photovoltaikanlagen: Im Einkauf liegt der Gewinn


ÖKO-TEST Spezial Umwelt & Energie - epaper ⋅ Ausgabe 12/2008 vom 17.12.2008

Bei Sonnenstromanlagen für Privathäuser sind Kom plettsysteme auf dem Vormarsch. Wir stellen die Pakete von 20 Anbietern vor und sagen, worauf man achten sollte.


Artikelbild für den Artikel "Übersicht: Photovoltaikanlagen: Im Einkauf liegt der Gewinn" aus der Ausgabe 12/2008 von ÖKO-TEST Spezial Umwelt & Energie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Würth Solar/Newsreporter.NET

Photovoltaikanlagen aus einer Hand, schlüsselfertig sozusagen, haben den Vorteil, dass die einzelnen Komponenten exakt aufeinander abgestimmt sind. Das optimiert die Leistung, und der Aufbau geht schneller und preiswerter vonstatten. Allerdings passen solche Standardanlagen nicht auf jedes Dach. Für die von uns gewählte Größe von zwei bis drei Kilowatt Spitzenleistung sind immerhin bis zu 24 Quadratmeter ...

Weiterlesen
Artikel 0,76€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Spezial Umwelt & Energie. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 12/2008 von Sonnige Zeiten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Sonnige Zeiten
Titelbild der Ausgabe 12/2008 von Neue Gesetze und Verordnungen: Energiesparen wird Bürgerpflicht. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neue Gesetze und Verordnungen: Energiesparen wird Bürgerpflicht
Titelbild der Ausgabe 12/2008 von Big is beautiful. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Big is beautiful
Titelbild der Ausgabe 12/2008 von Sonnenstrom: Reiche Ernte in Gefahr. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Sonnenstrom: Reiche Ernte in Gefahr
Titelbild der Ausgabe 12/2008 von Übersicht: Solarthermische Systeme: Die Dachdecker. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Übersicht: Solarthermische Systeme: Die Dachdecker
Titelbild der Ausgabe 12/2008 von Technik. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Technik
Vorheriger Artikel
Big is beautiful
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Sonnenstrom: Reiche Ernte in Gefahr
aus dieser Ausgabe

Photovoltaikanlagen aus einer Hand, schlüsselfertig sozusagen, haben den Vorteil, dass die einzelnen Komponenten exakt aufeinander abgestimmt sind. Das optimiert die Leistung, und der Aufbau geht schneller und preiswerter vonstatten. Allerdings passen solche Standardanlagen nicht auf jedes Dach. Für die von uns gewählte Größe von zwei bis drei Kilowatt Spitzenleistung sind immerhin bis zu 24 Quadratmeter Fläche notwendig. Steht diese Fläche nur in mehreren Teilen zur Verfügung oder wird das Dach teil-oder zeitweise verschattet, muss der Installateur die Module verteilen und anders verkabeln, was mehr kostet.

In unserer Übersicht finden sich Pakete von System anbietern. Das sind Firmen, welche die Einzelteile einer Sonnenstromanlage von den jeweiligen Herstellern kaufen, die Komponenten zusammenstellen, aufeinander abstimmen und dann über Installateure vor Ort vertreiben. Neben der Logistik hat das für den Handwerker den Vorteil, dass er sich nicht darum kümmern muss, welche Komponenten zueinander passen. In komplizierten Fällen bieten die Systemanbieter auch Beratungs-und Planungsleistungen an.

Als Privatkunde kann man in der Regel nicht direkt bei den Systemanbietern einkaufen, die Firmen nennen aber Installateure in der Region, mit denen sie kooperieren. Die von uns ausgewählte Anlagengröße ist ein Beispiel für eine Konfiguration, die auf privaten Dächern recht häufig vertreten ist. Wer will, erhält natürlich auch größere Anlagen. Bei kleineren Anlagengrößen sind die Kosten pro Kilowatt Spitzenleistung deutlich höher.


Größere Anlagen produzieren Sonnenstrom kostengünstiger


Apropos Kosten: Wegen der ab 2009 geltenden Einspeisevergütung erwarten die meisten Anbieter deutlich sinkende Anlagenpreise. Wie genau diese aussehen, können sie aber selbst noch nicht sagen. Auch deshalb sind Preisgarantien, wenn sie überhaupt gegeben werden, meist sehr kurz bemessen.

Die in der Marktübersicht vertretenen Systeme sind nahezu ausschließlich mit Fabrikaten bekannter und etablierter Hersteller bestückt. Das sollte aber niemand als Garantieschein nehmen und sich stattdessen die einschlägigen Unterlagen – insbesondere den Nachweis der ausgewiesenen Modulleistung und eine Garantieerklärung des Herstellers – aushändigen lassen. Schließlich muss die Anlage mindestens 20 Jahre lang Strom liefern, um ihre Anschaffungskosten wieder zu erwirtschaften. Die Leistungsgarantien sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn die Tücken liegen oft im Kleingedruckten verborgen. Angesichts der hohen Nachfrage nach ihren Produkten hatten es die Anbieter bislang kaum nötig, sich die Qualität ihrer Anlagen von einer unabhängigen Stelle bestätigen zu lassen.

Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) hat gemeinsam mit Herstellern ein Gütezeichen entwickelt, das für alle Komponenten, aber auch für Beratung, Planung und Installation Qualitätsstandards definiert. Allerdings entsprechen nur zwei Anlagen (von SEN und SET) nach Anbieterangaben dem Gütezeichen. Bei anderen Anbietern sind es, wenn überhaupt, nur Einzelteile wie der Wechselrichter. Das sollte aber kein Grund sein, sich in seiner Ausschreibung nicht auf das Gütezeichen zu berufen, im Gegenteil. Denn wer die Bestimmungen zum Vertragsbestandteil macht, bekommt mit großer Wahrscheinlichkeit eine gute Anlage, die auch fachgerecht montiert wird. Gibt es doch Probleme, kann man sich vor Gericht auf die Bestimmungen des Gütezeichens berufen und hat damit gute Karten, seine Ansprüche durchzusetzen.

Auf Preisangaben haben wir in unserer Marktübersicht verzichtet. Zum einen überlassen die meisten Systemanbieter die Preisgestaltung den Installateuren. Diese müssen zu den Materialkosten den Montageaufwand kalkulieren, der je nach Dachform, Anfahrtsweg und Bedin gungen vor Ort unterschiedlich ausfällt. Hinzu kommt, dass vor dem Hintergrund der 2009 sinkenden Einspeisevergütung und durch Nachfrageschwankungen sowie durch technische Änderungen die Preise für die Anlagen stark schwanken. Auch deshalb sollte man sich vor der Unterschrift unter einen Kaufvertrag mindestens drei Angebote einholen und Preise und Leistungen vergleichen – am besten anhand der Bestimmungen des Gütezeichens Solar, das in zahlreichen Kategorien Qualitätsangaben macht.

Grafik: www.wagner-dolar.com

Abkürzungen: S = Schrägdachaufständerung. I = Indachsystem (in Dachhaut integriert). N = nicht erforderlich, Solardachziegel. Fs = Fassadensystem. F = Flachdachaufständerung. B = Bodenaufständerung. Al = Aluminium. Va = Edelstahl. Sf = feuerverzinkter Stahl. Ks = Kunststoff. M = Module. W = Wechselrichter. G = Montagegestell. K = komplettes System.
Anmerkungen: 1) Garantiedauer Wechselrichter Verlängerung möglich. 2) Leistungsgarantie Module 20 bis 25 Jahre gemäß Garantiebedingungen der Hersteller. 3) Für folgende Ziegelformen lieferbar: Frankfurter Pfanne, Doppel-S, Biber, Strangfalz, Wiener Tasche. 4) Gewährleistung Montage verlängerbar von zwei auf vier Jahre mit Wartungsvertrag. 5) Leistungsgarantie Module 80 Prozent der Nennleistung für 25 Jahre. 6) Leistungsgarantie Module 25 Jahre 80 Prozent der Spitzenleistung. 7) Leistungsgarantie Module 10 Jahre 90 Prozent der Spitzenleistung, 25 Jahre 80 Prozent der Spitzenleistung. 8) Plussortiert: Gemessene Modulleistung ist immer gleich oder besser als angegebene Nennleistung. 9) Leistungsgarantie Module 12 Jahre 90 Prozent der Spitzenleistung, 25 Jahre 80 Prozent der Spitzenleistung. 10) Ertragsprognose je nach Standort, Beispiel für Flensburg, Dachneigung: 30°, Ausrichtung nach Süden. 11) Ertragsgarantie für Raum Freiburg, Südausrichtung, 30° Neigung, unbeschattet. 12) Leistungsgarantie Module 25 Jahre 80 Prozent der Minimalleistung. 13) HIT-Zellen sind eine Kombination aus einer kristallinen und einer Dünnschicht-Solarzelle. Gegenüber kristallinen Solarzellen zeichnen sie sich durch eine höhere Energieausbeute bei hohen Temperaturen aus.
Legende: Die Produkte sind in alphabetischer Reihenfolge der Hersteller aufgeführt. Alle Angaben sind Herstellerangaben.
Angabe zur Ertragsgarantie pro Kilowatt Spitzenleistung pro Jahr/Laufzeit in Jahren: Die angegebenen Werte beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf den jährlichen Ertrag an Kilowattstunden für eine optimal ausgerichtete Referenzanlage ohne Verschattungen mit einer Leistung von einem Kilowatt in Frankfurt am Main sowie auf die Laufzeit der Ertragsgarantie in Jahren. In Frankfurt betrug nach der Globalstrahlungskarte des Deutschen Wetterdienstes zwischen 1981 und 2000 die mittlere Jahressumme der solaren Einstrahlung auf die Horizontale 1.048 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Dieser Wert liegt ziemlich genau im deutschen Durchschnitt.
Stand: 15.11.2008.
Anbieterverzeichnis: siehe S. 160.

PV-Anlagenpass

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) hat zusammen mit dem Zentralverband der Deutschen Elektro-und Informationstechnischen Handwerke einen Photovoltaik (PV)-Anlagenpass entwickelt. Warum? Eine steigende Anzahl von Schadensfällen habe gezeigt, dass es bei PV-Anlagen Defizite durch eine fehlerhafte Planung und Installation gebe. Diese sollen mithilfe des PV-Anlagenpasses bei der Übergabe der Anlage an den Kunden vermieden werden. Im Pass dokumentieren Installateure Kennzeichen der Anlage wie installierte Leistung, Hersteller und Typ der Module und Gewährleistungszeiten.
Mehr unter www.photovoltaik-anlagenpass.de