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ÜBERSICHT REISEVERSICHERUNGEN ÜBER REISEPORTALE: ABENTEUER URLAUB


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 24.05.2018

Reisen ist in Deutschland „in“ wie nie. Und laut Deutschem Reiseverband werden mittlerweile 40 Prozent der Reisen online gebucht. Als netten Nebeneffekt werden Ver sicherungen gleich mit angeboten. Wie gut ist der Schutz, den Reisevergleichs- und Reisebuchungsportale – kurz Reiseportale – bieten?


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Mit Speck fängt man Mäuse. So machen Reiseportale gerne Angst, um mit der Reise auch eine Versicherung zu verkaufen. Wer den Reiseschutz beispielsweise bei Ab-in-den-Urlaub.de wegklickt, wird gewarnt: „Sind Sie sicher? Wussten Sie schon, dass schon 36 Prozent aller ...

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Mit Speck fängt man Mäuse. So machen Reiseportale gerne Angst, um mit der Reise auch eine Versicherung zu verkaufen. Wer den Reiseschutz beispielsweise bei Ab-in-den-Urlaub.de wegklickt, wird gewarnt: „Sind Sie sicher? Wussten Sie schon, dass schon 36 Prozent aller Reisenden während einer Reise erkrankt sind?“ Doch so ganz ohne Hinweis auf eine Reiseversicherung dürfen Reiseportale auch nicht sein, wie der AnbieterCheck24.de klarstellt. So muss nach einem Urteil des Amtsgericht Karlsruhe (Az. 1 C 187/00) der Reisevermittler „auf die Möglichkeit des Abschlusses einer Reiserücktritts- und Reiseabbruch-Versicherung hinweisen …“. Aus dieser Pflicht machen die Onlinevermittler eine Tugend. Sie arbeiten dabei gegen Provision, brauchen dies aber ihrem Kunden als sogenannte Bagatellvermittler nicht mitzuteilen. Da viele Kunden alle Hände voll damit zu tun haben, die richtige und günstige Reise zu finden, wird der angebotene Versicherungsschutz meist einfach schnell „mitgenommen“. ÖKO-TEST hat einen Überblick über den Reiseschutz von 15 Reiseportalen erstellt.

ÖKO-TEST RÄT

► Verbraucher sollten den Reiseschutz besser aktiv selbst suchen und nicht direkt auf einem Reiseportal mit abschließen. Die Angebote sind stark eingeschränkt und meist teuer.
► Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist Pflicht. Sie sorgt notfalls für einen Rettungsflug nach Deutschland.
► Bei kostspieligen Reisen sollten Sie eine Reiserücktrittsversicherung mit Abbruchschutz ohne Selbstbeteiligung abschließen.
► Nur wer mehrmals im Jahr verreist, sollte eine Jahrespolice abschließen.


Die Auslandsreisekrankenversicherung ist ein „Muss“ für Reisende – und sehr günstig.


Tatsächlich ist es für Urlauber ratsam, eine Auslandskrankenversicherung sowie bei teuren Reisen eine Rücktritts- und Abbruchpolice abzuschließen. Wer sich ohne zusätzlichen Krankenschutz ins Ausland wagt, riskiert den finanziellen Ruin. Das gilt vor allem für Reisen in alle Länder, mit denen Deutschland noch kein Krankenversicherungsabkommen geschlossen hat. „Kassenmitglieder haben in Kanada, USA, Australien, Monaco, einigen osteuropäischen, den meisten afrikanischen sowie sämtlichen lateinamerikanischen und asiatischen Staaten keinen Versicherungsschutz. Hier müssen sie medizinische Behandlungen und die Versorgung mit Medikamenten komplett selbst bezahlen“, warnt Dirk Lullies, vom Verband der Privaten Krankenversicherer. Eine Rückholung aus dem Ausland darf die gesetzliche Krankenkasse grundsätzlich nicht bezahlen. Schon deshalb ist die Auslandsreisekrankenversicherung eigentlich ein „Muss“ für alle Kassenkunden. Anders ist dies bei Privatpatienten. Sie haben eine Rückholung meist mit versichert. Trotzdem ist für Privatversicherte der Abschluss des zusätzlichen Auslandsschutzes sinnvoll. „Die Auslandsreisekrankenversicherung kann durchaus bessere Leistungen bieten, als der eigene Privattarif“, erläutert der Versicherungsberater Stefan Albers aus Montabaur. „Außerdem können Privatpatienten so ihre Beitragsrückerstattung retten, weil sie ihren Privattarif durch die Behandlung im Urlaub nicht belasten.“

Eine Solo-Auslandskrankenversicherung wurde auf keinem der Reiseportale angeboten. Die Police ist aber oft Bestandteil eines Reisepakets. Dann zahlt man möglicherweise viel zu viel, weil man für seine Reise vielleicht gar keinen Stornoschutz benötigt. Gleichzeitig kann man aber auch nicht darauf bauen, dass man Krankenschutz überhaupt abschließen kann. Daher sollte die Auslandskrankenversicherung aktiv und getrennt von der Reise abgeschlossen werden. Von Paketen raten wir grundsätzlich ab. Laut dem Versicherungsmakler Dr. Walter GmbH zahlt eine Person für ihren Auslandskrankenschutz derzeit bei knapp 40 Anbietern weniger als 15 Euro pro Jahr; bei rund der Hälfte liegt die Jahresprämie sogar unter zehn Euro. Fast alle privaten Krankenversicherer bieten eine private Ausland-Zusatz-Police an (siehe:pkv.de/verband/mitglieder ).

Nicht jeder Unfall geht glimpflich aus. Wer schwer erkrankt, muss seinen Urlaub in der Regel abbrechen. Das kann ohne Versicherung teuer werden.


Foto: JodiJacobson/getty images

DAS FAZIT

Stark eingeschränktes Angebot. Die besten Reiseversicherungen kann man auf Reiseportalen schon deshalb kaum erwarten, weil der Markt von wenigen Anbietern beherrscht wird. Obwohl wir 15 Portale untersucht haben, wurden nur fünf Versicherer ausgewiesen. Es waren die Europäische Reiseversicherung (ERV), die Allianz Global Assistance, die BD24 Berlin Direkt, die Hanse Merkur und die Europ Assistance aus Irland. Übrigens gehört die BD24 zur Hanse-Merkur-Gruppe. Und: Europ Assistance, die bei Reiseportalen von Irland mit irischen Bedingungen aktiv ist, hat eigentlich auch eine Niederlassung in München. „Die Bedingungen solcher Policen sind für den deutschen Markt nicht angepasst. Viele Begriffe in den Bedingungen sind daher für deutsche Verbraucher schwer verständlich“, warnt der Versicherungsmakler Reinhard Bellinghausen von der Dr. Walter GmbH, die das Portalreiseversicherung.com betreibt. Der Markt der Reiseversicherungen ist deutlich größer, als es der Test in Reiseportalen vermuten lässt. So nennt das Reiseversicherungsvergleichsportal reiseversicherung.com 13 Anbieter,Check24 .de auf seiner Reiseversicherungsvergleichsseite 16 Anbieter undVit24 .de sogar 21 Unternehmen, die in der Regel mehrere Tarife anbieten. Bemerkenswert: ObwohlCheck24 .de ein Vergleichsportal für Reiseversicherungen betreibt, erfährt man auf der Reiseseite davon nichts und muss wie bei allen Reiseportalen mit einem Anbieter klarkommen.
Fast immer hohe Selbstbeteiligung. Bei teuren Reisen kann ein Rücktritt- und Abbruchschutz wichtig sein. Die Höhe der anfallenden Stornogebühren ohne Versicherung hängt von der Art der Reise, dem Zeitpunkt der Stornierung und vom Reiseveranstalter ab. Wer sehr spät storniert, der muss damit rechnen, dass er einen Löwenanteil des Reisepreises nicht mehr wiederbekommt. Doch die Rücktritts- und Abbruchpolicen der von ÖKO-TEST gesichteten Reiseportale haben mit einer Ausnahme alle einen großen Mangel: Es fällt Selbstbeteiligung an. Und das wird teuer, denn üblich sind 20 Prozent. Urlauber sollten aber grundsätzlich keinen Reiseschutz mit einer Selbstbeteiligung kaufen. Während der Aufpreis für den Vollschutz meist überschaubar ist, kommt der fast in allen Reiseportalen verbreitete 80-Prozent-Schutz im Ernstfall sehr teuer. Bei der Absicherung einer Reise von 4.100 Euro und einer Stornogebühr von 95 Prozent würde der Verlust durch die Selbstbeteiligung 779 Euro ausmachen. Teilweise ist die Selbstbeteiligung eingeschränkt. Bei der Hanse Merkur, die Partner der PortaleSonnenklar.tv, 5vorflug.de und holidaycheck.de ist, entfällt beispielsweise die Selbstbeteiligung, wenn eine schwere Erkrankung stationär behandelt wurde.
Teure Angebote. Die Versicherungsangebote auf Reiseportalen sind in der Regel teuer. Das zeigt beispielsweise ein Vergleich der Jahres-Paket-Policen für das 50-jährige Ehepaar, das bei den PortalenVerivox.de, Travelscout24.de ,Reiseexperten.com oder derDER .com über die Europäische Reiseversicherung ERV 169 Euro kostet. Gleich vier günstigere Angebote weist das ReiseversicherungsvergleichsportalVit24.de aus. In der Spitze können die Kunden fast 60 Euro sparen. Stark rabattiert sind auf den Reiseportalen die Prämie vonCheck24 oder BD24 Berlin Direkt. Doch ab dem zweiten Jahr steigen die Preise extrem an. Die „Verluste“ werden wieder ausgeglichen. Damit wird der Kunde trickreich in eine unbegrenzt laufende Police gelockt, die dann über Jahre richtig ins Geld geht, wenn sie nicht einen Monat vor Ablauf gekündigt wird.

Leistungen mager. Die Musterfamilie zahlt beispielsweise für eine Solo-Police, die den wesentlichen Rücktritts- und Abbruchschutz enthält, auf den 15 untersuchten Reiseportalen, zwischen 120 Euro beiAb- in-den-Urlaub.de und 229 Euro beiWeg.de. Mit Ausnahme von TUI, bei der die Reiseversicherung 184 Euro kostet, haben alle Angebote eine Selbstbeteiligung. Wer den gleichen Schutz überReiseversiche- rung.com bucht, den besten Schutz und keine Selbstbeteiligung auswählt, zahlt für dieTravelSecure-Police der Würzburger Versicherung lediglich 140 Euro. In der transparenten Produktbewertung vonRei- seversicherung.com - insgesamt werden 9 Leistungsbereiche mit 28 Unterpunkten bewertet - verpasst dieTravelSecure mit der Note 4,8 nur knapp die Höchstbewertung von 5,0. Die in den Reiseportalen gefundenen Policen erreichen hingegen Noten, die zwischen 3,4 und 4 liegen. Fazit: Wer auf Reiseportalen seine Versicherung kauft, kann im Worst Case teuren und schlechten Schutz erhalten, denn die Reise bestimmt, wo er bucht. Das gilt übrigens auch für Policen, die nicht einmal vollen Rücktritts- und Abbruchschutz enthalten. Solche Magerpolicen - für wenig Geld - gab es auf den PortalenTui.com, Sonnenklar.tv undExpedia.de. Wir haben diese Angebote unter „Sonstiges“ aufgeführt.
Informationsdefizit. Nicht immer wurde auf den Portalen die Beschwerdestelle genannt, die bei Ärger mit der Versicherung angerufen werden kann. Dabei ist das rechtlich vorgeschrieben. „Versicherungsvermittler in Nebentätigkeit müssen vor Abschluss eines Versicherungsvertrags Informationen über ihre Identität und ihre Anschrift sowie über das Beschwerdeverfahren zur Verfügung stellen“, erläutert Prof. Christian Armbrüster von der Freien Universität Berlin. Während die meisten Portale den Versicherungsombudsmann in Berlin nennen, wird es bei Policen, die überBooking.com, Weg.de oderOpodo.de abgeschlossenwerden, regelrecht abenteuerlich. Hier muss der Kunde die Beschwerde erst bei einer spanischen Post-Box einreichen. Wer dann mit der Bearbeitung der Beschwerde unzufrieden ist, der kann sich an den Versicherer in Irland wenden. Vor solchen Dreieckverhältnissen warnt der Versicherungsombudsmann aus Berlin.

INTERVIEW

ANGST IST KEIN RÜCKTRITTSGRUND

ÖKO-TEST: Weltweit kann man Reisen mit ein paar Klicks online buchen und Reiseschutz gleich mitkaufen. Ist das sinnvoll?
Reinhard Bellinghausen: Einfach den Vorschlag des Veranstalters annehmen und den Reiseschutz direkt mitbuchen, ist nicht sinnvoll. Meist ist der Leistungsumfang schlecht und die Bedingungen sind veraltet oder nicht auf den deutschen Markt abgestimmt. Diese Pauschalangebote haben in der Regel alle einen Selbstbehalt. Sie kosten außerdem mehr als individuelle Reiseversicherungen, weil Reiseveranstalter aufgrund ihrer Marktmacht hohe Provisionen verlangen können. Es ist deshalb immer besser, mehrere Angebote zu vergleichen.

Wie kommen Kunden zu gutem und preiswertem Reiseschutz?
Die beste Möglichkeit, sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen, sind auf Reiseversicherungen spezialisierte Versicherungsmakler, die Tarife verschiedener Anbieter vergleichen. Die bekanntesten sindCheck24, Covomo, Reiseversicherung, com, Secure Travel und Vit24. Unsere Erfahrung zeigt, dass die meisten Kunden zunächst zwei oder mehr Portale besuchen und sich dann für ein Angebot entscheiden.

Terror ist die Geisel der Neuzeit. Kann man die Reise kostenfrei abbrechen, wenn in einem sicher geglaubten Land sich plötzlich Anschläge häufen?
Ob es sinnvoll ist, die Reise abzubrechen, muss individuell nach der jeweiligen Informations- und Sicherheitslage entschieden werden. Bei Buchung der Reise über einen Reiseveranstalter steht dieser in der Regel unterstützend zur Seite und entwickelt gemeinsam mit dem Betroffenen Lösungsmöglichkeiten. Die Reiseabbruchversicherung leistet in diesen Fällen nicht.

Kann man aus Angst vor Anschlägen eine gebuchte Reise kostenfrei absagen?
Nein. Angst ist bisher bei keiner Reiseversicherung ein Rücktrittsgrund. Selbst bei Erkrankungen aufgrund reiner psychischer Reaktion oder Befürchtung von Kriegsereignissen, Unruhen, Terrorakten oder Flugunglücken sind die Stornokosten in der Regel nicht versichert, wenn der Kunde seine Reise nicht mehr antreten will. Die versicherten Gründe für Rücktritt und Abbruch wurden in den vergangenen Jahren deutlich erweitert, an die Themen Angst und Anschläge wagen sich die Versicherer allerdings nur zögerlich heran. Ein erster Vorstoß kommt von der Europ Assistance, die in ihren aktuellen Bedingungen Leistungen für die Reiserücktrittsversicherung gewährt, wenn sich im Umkreis von 200 Kilometern Luftlinie von einer gebuchten Unterkunft 14 Tage vor dem in der Reisebuchung genannten Reisebeginn ein Terroranschlag ereignet hat. Auch die Allianz bietet mittlerweile einen Stornoschutz bei Terror. Ich erwarte, dass weitere Versicherer hier nachziehen werden.

VersicherungsmaklerReinhard Bellinghausen vom Internetportalreiseversicherung.com beantwortete unsere Fragen.


Foto: privat

REISEVERSICHERUNGEN

REISESCHUTZ VERSTÄNDLICH

Versicherbare Höchstsumme: Die Summe zeigt, bis zu welchem Reisepreis der Tarif Stornoschutz bietet oder Mehrkosten trägt.
Abschlussfrist: Für bereits gebuchte Reisen besteht Versicherungsschutz in der Reiserücktrittsversicherung nur, wenn der Verbraucher die Versicherung bis zu einer bestimmten Frist – üblicherweise spätestens 30 Tage vor Reiseantritt – abgeschlossen hat. Einzelne Anbieter haben kürzere Fristen oder verzichten sogar ganz auf sie. Es kann für die Urlauber durchaus günstig sein, den Schutz noch kurzfristig abzuschließen. Natürlich darf zu diesem Zeitpunkt kein Rücktrittsgrund bekannt sein.
Last-Minute-Reisen: Liegt zwischen Reisebuchung und -antritt nur eine kurze Zeitspanne, muss der Versicherungsschutz oft sofort abgeschlossen werden. Eine längere Frist ist für den Kunden hier günstiger. So kann der Reiseschutz in Ruhe ausgewählt werden.
Verspätungsschutz: Entstehen durch die Verspätung öffentlicher Verkehrsmittel Mehrkosten bei Hin- oder Rückreise, werden diese bei guten Angeboten vom Versicherer getragen. Das gilt in gewissem Umfang auch für Verpflegung und Unterkunft. Der Kunde muss eine solche Verspätung durch eine Bestätigung des Verkehrsunternehmens nachweisen.
Versicherte Ereignisse: Kostenschutz für den Rücktritt und Reiseabbruch gibt es nur, wenn bestimmte Gründe Anlass für den Nichtantritt oder den Abbruch der Reise sind. Immer versichert sind Erkrankung, Unfallverletzung und Tod sowie ein erheblicher Schaden am eigenen Eigentum durch die Straftat eines Dritten (Einbruchdiebstahl), Feuer oder andere Naturgewalten. Bei guten Angeboten sind auch weitere Ereignisse mit versichert, wie plötzliche oder unvorhergesehene Verschlechterung einer bestehenden Krankheit.
Weiterer Personenschutz: In der Regel sind nur Reisende oder ihre Angehörige versichert. Daher sollten Verbraucher falls notwendig prüfen, ob der Schutz auch für Personen gilt, die nicht mitreisende Minderjährige, eigene Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreuen. Zudem ist es möglich, den Schutz auch für Personen zu erhalten, die keine Angehörigen sind, aber die Reise gemeinsam mit dem Versicherten gebucht haben.

REISEVERSICHERUNGEN

Abkürzung: Auslands-KV= Auslandskran kenversicherung. Erläuterungen zu den Versicherungsarten:
Erläuterungen zu den Versicherungsarten: „Paket“ enthält mehrere Versicherungssparten; „Solo“ = Rücktrittversicherung mit Ab bruchschutz;
Anmerkungen:1) Selbstbeteiligung 20 % bei unerwarteter und schwerer Erkrankung, die ambulant/nicht stationär behandelt wird; in allen anderen Fällen keine Selbstbeteiligung.2) Selbstbeteiligung 10 % bei Rücktritt durch Tod, schwere Krankheit, Unfall; 20 % bei allen anderen Rücktrittsgründen.3) Keine Selbstbeteiligung bei Rücktritt durch Tod, schwere Krankheit oder schwerem Unfall; 20 % bei allen anderen Umständen, die außerhalb der Kontrolle des Versicherten liegen.4) Bedingungen konnten im Test mit dem Browser Firefox aufgerufen werden, aber nicht mit Google Chrome.5) Im Bereich „Flug + Hotel“ ist die Europ Assistance Versiche rungspartner. In den Bereichen Last Minute, Pauschalreisen und Hotel ist die Europäische Reiseversicherung Partner des Portals.6) Der Anbieter hat die erhobenen Daten nicht verifiziert.7) Laut Anbieter sind alle Versicherungstarife ohne Selbstbeteiligung. Das kann der Kunde aber nicht selbst feststellen. Denn in den vor Abschluss sichtbaren Bedingungen steht: „Selbstbehalt: abschließbar mit oder ohne Selbstbehalt (bei Tarifen mit Selbstbehalt: 20 % des erstattungsfähigen Schadens, mindestens 25 Euro je Person/ Objekt).“ Der Anbieter hat erklärt, dass er dem Kunden in Zukunft vor dem Abschluss deutlich machen will, dass die Tarife keine Selbstbeteiligung haben.
Legende: Die Reiseversicherungstarife, die aus 15 Reisevergleichs- und Reisebuchungs portalen ermittelt wurden, sind nach den drei Fällen Einzelreise, Familienreise und Ehepaarreise (mit Variante Senioren) sortiert, und zwar jeweils alphabetisch nach Reiseportal und Produktname. Dabei werden Jahres- und Einzelreise- sowie Solopolicen, die neben Rücktritt- und Abbruchschutz keine weitere Versicherungssparte enthalten, gemeinsam mit Paketpolicen, die weitere Versicherungs sparten enthalten, dargestellt. Policen, die nicht mindestens Abbruch- und Rücktrittsschutz enthalten, werden unter dem Begriff „Sonstiges“ aufgeführt. Ermittelt wurden die Daten im April 2018 durch Abfrage von Reisen: a) für einen 25-jährigen Einzelreisenden (geb. 02.02.1993), der innerhalb Europas eine 14-tägige kombinierte Flug- und Hotelreise für einen Reisepreis knapp über der Summe von 2.100 Euro bucht; b) für eine Familie mit Kind, deren Partner 35 Jahre (geb. 02.02.1983) und das Kind 12 Jahre (02.02.2006) alt sind, die innerhalb Europas eine 14-tägige kombinierte Flug- und Hotelreise für einen Reisepreis knapp über der Summe von 3.100 Euro buchen; c) für ein 50- bzw. 81-jähriges Paar (geb. 02.02.1968; 02.02.1937), das eine 14-tägige Kombireise in die USA für einen Reisepreis knapp über der Summe von 4.100 Euro bucht. Auf eine Bewertung des sehr kleinen Teilmarkts der Reiseversicherung - fünf Versichungsanbieter - wird verzichtet. Die Daten wurden direkt in den Reisevergleichs- und Reisebuchungsportalen ermittelt und den Unternehmen zu einer Plausibilitätsprüfung vorgelegt.
Stand: April 2018.
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