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Unser Haus soll nachhaltig werden


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 25.11.2021

Klimafreundlich wohnen

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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 12/2021

Auch notwendige Nebenarbeiten fördert der Staat. Allerdings keine Eigenleistungen. Ohne offizielle Rechnung gibt es keine Förderung.

Es muss nicht immer die Komplettsanierung sein oder das nagel neue, supersparsame Effizienzhaus. Für die meisten Immobilieneigentümer geht es in kleineren Schritten – schon aus finanziellen Gründen und weil solche Projekte einfach Zeit brauchen.

Wichtig: Bei jeder Renovierung sollte man das Thema Energiesparen mitdenken. Dach neu decken? Dämmung darunter. Außenwand streichen? Dämmung drauf. Fenster erneuern? Dreifachverglasung einbauen lassen. Heizung reparieren? Effizienzpumpen einbauen und Hydraulik einstellen lassen. Die Liste ist noch viel länger. Für die richtige Reihenfolge ist ein Sanierungsfahrplan vom Energieberater sinnvoll. Er zeigt, wo sich mit wie viel Geld welche Energiemengen und damit Treibhausgase einsparen lassen. Außerdem berät er oder sie über die ansehnlichen staatlichen Förderprogramme. Selbst die Rechnung für den Experten zahlt der Staat zu 80 Prozent. ...

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Dass viele Maßnahmen überaus angenehme Folgen haben, ist keine kleine Sache. Warme Wände statt klammer Zimmerecken. Schöne neue Fenster, an denen man auch im Winter gern sitzt, oder die neue Markise, die so schönen Schatten macht. Spannend und finanziell interessant: Die Förderbedingungen schließen nahezu alle anfallenden Kosten mit ein. Material und Lohn sowieso, aber auch Planungsleistungen und Nebenarbeiten, bis die Wohnung wieder schön ist. Sollte es zur „Wiederherstellung der Funktionstüchtigkeit“ notwendig sein, beteiligt sich der Staat auch an anfallenden Fliesen- oder Malerarbeiten. Für die meisten Maßnahmen winkt ein Zuschuss von 20 Prozent, mit Sanierungsfahrplan steigt dieser auf 25 Prozent. Ausreden gibt es also nur noch ganz wenige. Apropos: Rasant steigende Preise für Handwerkerleistungen und Material lassen zurzeit keine seriösen Preisangaben zu. Sonst hätten wir gern auch dazu Informationen geliefert.

Dach dämmen

Wenn das Dach eine neue Deckung braucht oder darunter eine Wohnung einziehen soll, ist es Zeit fürs Dämmen. Auf, zwischen oder unter den Dachsparren ist Platz dafür – ein Zimmerer oder Dachdecker findet immer eine Lösung. Häufig eingesetzte Dämmstoffe sind Holz- oder Mineralfasern, Zellulose und Polyurethan. Sie senken nicht nur die Heizkosten, sondern verbessern im Sommer auch den Hitzeschutz. So ist die schicke neue Dachwohnung erst möglich. Wichtig bei allen Varianten sind sorgfältig verklebte Folien zur Luftdichtung. Sonst drohen Wärmeverlust und Feuchteschäden im Dach. Ideal sind sogenannte feuchtevariable Produkte, die ein Austrocknen der Konstruktion im Sommer erleichtern.

Wo nicht vorhanden, muss von außen eine Winddichtung verlegt werden. Gleiches gilt für flache Dächer: neue Dichtung, neue Dämmung. Um eine Förderung zu bekommen, ist ein U-Wert von 0,14 W/(m²K) erforderlich. Die neue Dämmschicht ist dann meist über 20 Zentimeter stark. Anschlüsse und Dachrinnen müssen deshalb ebenfalls neu gemacht werden.

Neue Fenster fördert der Staat nur mit Dreifachgläsern.

Oberste Geschossdecke dämmen

Deutlich einfacher und mit geringeren Kosten verbunden ist die Dämmung der obersten Decke eines Hauses. Das geht, wenn unter dem Dach nicht gewohnt wird. Die Dämmung spart relativ viel Heizenergie und spielt oft nach wenigen Jahren die Kosten wieder ein. Wer nicht gerade zwei linke Hände hat, kann die Matten selbst verlegen. Diese werden einfach auf den Fußboden des Dachbodens gelegt und mit Holzwerkstoff- oder Gipsfaserplatten abgedeckt, soll die Fläche begehbar sein. Muss nur hin und wieder der Schornsteinfeger auf den Dachboden, reichen Platten auf den Laufwegen oder bedingt begehbare Dämmstoffe. In nicht begehbaren oder sehr flachen Dachböden kann man Dämmflocken von einem geschulten Fachbetrieb auf blasen lassen. Vor allem bei Gebäuden vor 1969 ist die Dämmung seit 2015 vorgeschrieben, Sinn hat sie auf jeden Fall.

Fenster austauschen

Neue Fenster machen ein Haus oder eine Wohnung im Idealfall wärmer, heller, leiser und sicherer. Am schnellsten geht es, wenn keine Mauerarbeiten anfallen. Doch Vorsicht: Die Rahmen heutiger Modelle sind oft deutlich breiter als die alten. Zudem lassen dreifach verglaste Scheiben weniger Sonnenlicht durch. Vor allem in Wohnräumen bringen häufig erst größere Wandausschnitte auch das gewünschte Extra an gesundem Tageslicht. Gefördert werden auch Dachfenster, neue Rollladenkästen und Rollläden, Fensterbänke, eine einbruchhemmende Verglasung und Verschlüsse und viele andere Dinge. Mindeststandard ist ein U-Wert von 0,95 W/(m²K) für das ganze Fenster. Das klappt nur mit Dreifachscheiben. Mit neuen Scheiben kann man auch bestehende Fenster aufrüsten, sofern die Rahmen noch in Ordnung und breit genug sind. Auch dafür gibt es Geld vom Staat.

Sonne aussperren

Statt sich ein stromfressendes Klimagerät zu kaufen, verbessert man eher den Sonnenschutz. Das ist die Idee hinter der Förderung für außen liegende Markisen, Raffstores und Rollos. Die gibt es auch für zwischen den Fensterscheiben montierte Sonnenblocker oder sich automatisch verdunkelnde Fenstergläser. Die findet man eher in Bürogebäuden. Für innen liegende Rollos oder Jalousien gibt es kein Geld.

WISSEN

Förderung beantragen

Antrag

KfW-Kredite werden über eine normale Bank, Sparkasse oder Volksbank abgewickelt. Diese prüft die Sicherheiten und leitet den Antrag weiter. Infos: kfw.de

Konditionen

Viele Bedingungen von KfW-Krediten sind attraktiv, manche nicht. Je nach Programm sind zum Beispiel keine kostenfreien Sondertilgungen möglich. Oder die Zinsbindung ist relativ lang. Manchmal muss man den Kredit oder Zuschuss innerhalb eines Jahres dem Zweck entsprechend ausgeben. Die Finanzierung einer Immobilie sollte deshalb auf mehreren Säulen stehen – mit unterschiedlichen Kreditlaufzeiten und der Möglichkeit, früher als vorgesehen einen Teil des Geldes kostenfrei zurückzahlen zu können.

Rechtzeitig loslegen

Mit dem Klima paket ist die Nachfrage nach Förderkrediten und Zuschüssen enorm gestiegen. Da Fristen zu beachten sind und die Bearbeitung momentan etwas länger dauern kann, sollte man sich rechtzeitig kümmern.

Elektronische Haussteuerung

Raumtemperatur bedarfsgerecht regeln, Licht und Rollläden steuern, die PV­Anlage mit der Wärmepumpe koppeln, Einbruchschutz verbessern und vieles mehr kann man mit einer smarten Haussteuerung. Die gibt es drahtgebunden zur festen Verlegung oder als Funklösung, die sich auch einfach nachrüsten lässt. Notwendig sind dafür unter anderem elektrische Stellmotoren an den Heizkörpern oder der Fußbodenheizung, Regler für Leuchten und elektrische Rollläden. Bis alles programmiert ist, dauert es eine Weile. Dann ist der Komfortgewinn wahrscheinlich sogar größer als die Energieeinsparung.

Barrierearm wohnen

Bodenebene Dusche statt hoher Wanne, breitere Türen, Haltegriffe oder eine Rampe zur Eingangstür – die wenigsten Häuser und Wohnungen sind für das Leben im hohen Alter oder bei Beeinträchtigungen geeignet. Das Förderprogramm der KfW unterstützt die entsprechenden Umbauarbeiten nach einem Mindeststandard. Dazu muss man nicht besonders alt oder gebrechlich sein. Eine gute Idee also zum Beispiel für den Badumbau.

Zum Abbau von Barrieren für altersgerechtes Wohnen - und auch zum besseren Schutz gegen Einbruch – gibt es bis zu 50.000 Euro Förderkredit nahezu ohne Zinsen. Oder einen Zuschuss bis zu 6.250 Euro. Die gibt es auch beim Kauf entsprechend umgebauter Immobilien und unabhängig vom Lebensalter der Bewohner. In der Vergangenheit waren die Mittel allerdings recht früh im Jahr ausgeschöpft. Also rechtzeitig planen und Antrag stellen.

So geht’s: Energieberater einschalten

Ohne Fachleute geht beim Bauen und Sanieren wenig. Gerade bei der Altbausanierung ist Beratung wichtig. Dazu kommt ein zugelassener Energieberater ins Haus, zu finden unter energie-effizienz-experten.de. Er oder sie schaut sich Haus und Heizung an und ermittelt, wo das Geld in welcher Reihenfolge am sinnvollsten angelegt ist. Gefördert werden satte 80 Prozent des Honorars, bei Ein-und Zweifamilienhäusern bis 1.300 Euro, ab drei Wohneinheiten bis 1.700 Euro. Voraussetzung: Es handelt sich um ein Wohnhaus, dessen Baugenehmigung oder Bauanzeige mindestens zehn Jahre zurückliegt. Die Abwicklung der Förderung übernimmt der Energieberater.

Heizung sanieren

Möglichkeiten, mit einem neuen Heizsystem und erneuerbaren Energien den Geldbeutel und das Weltklima zu entlasten, gibt es viele.

Der Staat bezuschusst nahezu alle Arbeiten rund um den Austausch der Heizung. Das fängt beim Ausbau der alten Öltanks an und hört bei der Dämmung der bestehenden Heizungs- und Warmwasserrohre lange nicht auf. 30 Prozent Zuschuss gibt es zum Beispiel, wenn eine thermische Solaranlage die Heizung und/oder die Warmwasserbereitung unterstützt. Mindestens 50 Prozent der jeweils verbrauchten Wärme muss von der Sonne kommen. Die früher geltenden Mindestgrößen sind aufgehoben. Die Kollektoren müssen mit dem Zertifikat Solar-Keymark ausgestattet und pro Jahr mindestens 525 Kilowattstunden pro Quadratmeter vom Himmel holen. Für die sehr großen Solaranlagen von Sonnenhäusern gibt es eigene Förderbedingungen.

Lüftungsanlagen sorgen für gesündere Luft und sparen Heizenergie.

Wärmepumpen sind eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende im Heizungskeller. Mittlerweile ist die Technologie so weit, dass man sie unter bestimmten Umständen sogar im Altbau einsetzen kann. Eine Liste förderfähiger Geräte gibt es beim Bafa, der Zuschuss beträgt 35 Prozent. Diese Zuschusshöhe gilt auch für Pellet- und Hackschnitzelkessel sowie Pelletöfen mit Wassertasche. Auch hier ist die Liste mit anerkannten Geräten beim Bafa erhältlich. Mindestens 50 Prozent der benötigten Wärme müssen aus der geförderten Holzheizung stammen. Für luftgeführte Pelletöfen und Scheitholzöfen ohne Wassertasche gibt es kein Geld. Der Austausch einer alten Ölheizung bringt noch mal zehn Prozent mehr Zuschuss: insgesamt 45 Prozent beim kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien, 35 Prozent beim Wechsel auf eine Gasheizung mit Öko-Anteil, zum Beispiel mit einer Solaranlage.

So geht’s: Zuschüsse für Einzelmaßnahmen

Einen Kredit für einzelne Maßnahmen, etwa fürs Dämmen, eine Lüftungsanlage oder neue Fenster, bekommt man bei der KfW. 20 Prozent Tilgungs zuschuss gibt es, die Kreditsumme beträgt jetzt maximal 60.000 Euro je Wohneinheit. Wer zum Beispiel über eine Einliegerwohnung verfügt, erhält bis zu 120.000 Euro Kredit. Ist das Haus älter als fünf Jahre, sind außen liegender Sonnenschutz wie Markisen oder Raffstores und digitale Systeme, die den Energieverbrauch verringern, Stichwort Smart Home, förderfähig.

Den Zuschuss direkt aufs Konto für Einzelmaßnahmen gibt es seit Jahresbeginn vom Bafa. Auch hier erhält man 20 Prozent obendrauf für Investitionen in Dämmung, Lüftung und andere Haustechnik oder bei Optimierung (jedoch nicht Austausch) der Heizanlage. In beiden Varianten bringt die Einbindung eines individuellen Sanierungsfahrplans zusätzliche fünf Prozent. Wer dämmt, Fenster erneuert oder eine Lüftung einbauen lässt, muss einen Experten für Energieeffizienz einschalten.

Bei einer bestehenden Heizungsanlage lässt sich vieles besser einstellen und an den aktuellen Stand anpassen: Das Rohrnetz hydraulisch abgleichen, Thermostatventile austauschen, Effizienzpumpen einbauen und Heizungsrohre dämmen. In vielen Programmen ist zum Beispiel ein hydraulischer Abgleich Pflicht. Extra gefördert wird die Optimierung vom Bafa mit 20 Prozent.

Lüftungsanlage einbauen

Frische Luft ist wichtig für gesundes Wohnen. Dauerhaft zu feuchte Luft fördert Schimmelwachstum. Schadstoffe belasten Wohlbefinden und Gesundheit, und ein zu hoher CO 2 -Gehalt macht müde und verhindert guten Schlaf. Abhilfe schafft eine Lüftungsanlage – entweder als zentrale Einheit, die über Rohre mit den einzelnen Zimmern verbunden ist, oder mit dezentralen Geräten, die in ein Loch in der Außenwand eingebaut sind und raumweise für gute Luft sorgen. Geräte mit Wärme tauscher entziehen der Abluft einen Großteil der Wärme und übertragen sie an die angesaugte Frischluft. Das spart in der Heizperiode viel Heizenergie, die sonst über die Fenster ins Freie gelüftet wird. Höhere Energiestandards ab dem Effizienzhaus 55 sind ohne Lüftungsanlage nur schwer zu schaffen.