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Viel hilft nicht viel


ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 10/2010 vom 22.10.2010

Generationen von Kindern sind ohne Babyshampoo und Feuchttücher groß geworden, und dennoch hat es ihnen an nichts gefehlt. Im Gegenteil: Zu viele Pflegeprodukte sind eher schädlich als hilfreich.


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Foto: Elena Schweitzer/Fotolia.com

Wenn frischgebackene Eltern die Entbindungsklinik verlassen, haben sie meist ein Werbegeschenk dabei: eine Tüte voll gepackt mit Babyöl, Creme, Wundschutz, Babybad und anderen Artikeln. Das meiste davon ist schlicht überfl üssig. Außerdem enthalten einige Produkte Inhaltsstoffe, von denen die empfi ndliche Babyhaut besser verschont bleibt. Immerhin ist sie drei- bis fünfmal ...

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Wenn frischgebackene Eltern die Entbindungsklinik verlassen, haben sie meist ein Werbegeschenk dabei: eine Tüte voll gepackt mit Babyöl, Creme, Wundschutz, Babybad und anderen Artikeln. Das meiste davon ist schlicht überfl üssig. Außerdem enthalten einige Produkte Inhaltsstoffe, von denen die empfi ndliche Babyhaut besser verschont bleibt. Immerhin ist sie drei- bis fünfmal dünner als Erwachsenenhaut und ihre Talg- und Schweißdrüsen sind noch nicht ausgereift. Damit ist ihre natürliche Barriere gegen Einfl üsse von außen noch nicht stabil.

Qualität statt Masse

„Bei der Babypfl ege kann man viel Geld sparen, indem man sich auf wenige gute Produkte beschränkt“, erklärt die Hebamme Ines Junge. Besonders problematisch fi ndet sie Parfümzusätze, weil die Duftstoffe Hautunverträglichkeiten und Allergien auslösen können. „Ich beobachte eine erschreckende Zunahme von Hauterkran kungen, daher würde ich von Anfang an bei der Pfl ege meines Kindes auf kritische Stoffe verzichten.“ Am besten riecht ohnehin Babyhaut, ganz ohne irgendwelche Pfl egeprodukte. Vielleicht haben die Hersteller von Babykosmetik auch nicht die Säuglinge im Sinn, wenn sie duftende Cremes und Schaumbäder kreieren. Denn Kinderpfl ege wird besonders gern von Erwachsenen gekauft – für den eigenen Gebrauch, versteht sich. Eine Nielsen-Verbraucheranalyse ergab: Fast 60 Prozent der Verwender von Babypfl egeprodukten sind älter als 15 Jahre. Die meisten Babykosmetika schneiden übrigens in aktuellen ÖKO-TESTs tatsächlich besser ab als vergleichbare Produkte für Erwachsene.

Das kann man sich sparen

Babyseife

Wenn der Vierjährige völlig verdreckt aus dem Sandkasten kommt, mag das Einseifen seinen Sinn haben. Babys allerdings brauchen keine Seife. Seife erhöht den pH-Wert auf der Haut und entzieht ihr das Fett. Empfi ndliche Babyhaut sollte damit nicht belastet werden, denn sie kann sich noch nicht so gut regenerieren wie Erwachsenenhaut, weil ihre Talgproduktion noch nicht ausgereift ist.

Viele Babyseifen enthalten Tenside, die den Säureschutz der Haut aus dem Gleichgewicht bringen und die Haut austrocknen. Klares Wasser reicht für die Babywäsche völlig aus.

Foto: photodisc

Feuchttücher

Feucht- oder Öltücher mögen praktisch sein, wenn man eine lange Zug- oder Autofahrt mit dem Baby unternimmt. Aber für den täglichen Gebrauch sind sie nichts. Denn damit sie in der Aufbewahrungsbox nicht gammeln, müssen sie konserviert werden, etwa mit umstrittenen halogenorganischen Verbindungen oder Formaldehyd/-abspaltern. Polyethylenglykole und deren Abkömmlinge (PEG/PEG-Derivate) werden als Emulgatoren oder als Reinigungsstoffe eingesetzt, können die Haut aber durchlässiger für Fremdstoffe machen. Viele Feuchttücher enthalten zudem künstliche Öle und kommen nicht ohne Duftstoffe aus. Wer seinem Kind das alles ersparen will, nimmt Wasser und Waschlappen oder reibt den Po mit Pfl anzenöl sauber.

Foto: Banana Stock

Badezusatz

Babybadezusätze sind häufi g parfümiert und enthalten waschaktive Substanzen, die die Haut austrocknen. Wenn man überhaupt etwas ins Badewasser geben will, dann einen Schuss Pfl anzenöl, Sahne oder einfach etwas Muttermilch.

Babyshampoo

Babys Schopf spült man mit reinem Wasser ab, Shampoo ist unnötig, solange sich das Kind nicht schmutzig macht und ohnehin noch nicht viele Haare hat – und das gilt mindestens für das erste Lebensjahr. Wird die Mähne später üppiger, kann man einmal pro Woche einen Klecks mildes Shampoo anwenden.

Foto: Adam Borowski/Fotolia.com

Babypuder

Babypuder ist in Deutschland kaum noch gefragt, und das ist kein Nachteil, denn in der Babypfl ege kann er mehr Schaden als Nutzen anrichten. Durch die Feuchtigkeit in der Windel oder zusammen mit ebenfalls aufgetragener Creme bildet er Klümpchen, die an der Babyhaut scheuern und damit gerade zu Hautreizungen führen. Außerdem kann es für das Kind gefährlich sein, größere Mengen Puder einzuatmen.

Das sollte man haben

Wundschutzcreme

Foto: sxc/esrasu

Sie sollte nur bei Bedarf angewendet werden, und zwar wenn er Po gerötet ist. Wundschutzcremes decken nämlich so gut, dass die Haut nicht normal atmen kann. Außerdem muss man kräftig reiben, um sie wieder zu entfernen. Klassische Wundcremes enthalten als Wirkstoff Zinkoxid. Je nach Marke kommen heilungsfördernde Zusätze wie Panthenol, Calendula oder Kamille hinzu. Leider sind Wundcremes oft parfümiert. Statt pfl anzlicher Fette enthaln manche minderwertige Paraffi nöle und Silikone.

Wchtig zu wissen: Wer Wegwerfwindeln benutzt und den Pomit Wundschutz eincremt, fördert damit erst recht das Wundsein. Pampers & Co. sind nämlich so konstruiert, dass sie Flüssigkeit effektiv aufsaugen. Mit Wundschutzcreme verkleistert man jedoch die Poren der Windel und dadurch klappt das Aufsaugen nicht mehr. Dann liegt das Baby im Nassen und seine Haut wird angegriffen.

Ein gutes Öl

Öl ist ergiebig und vielseitig. Man braucht es, um das Kleine nach dem Bad einzureiben und besonders, um die Körperfalten zu pfl egen. Mit Öl lässt sich beim Wickeln der Po gut säubern. Auch bei leichten Rötungen hilft etwas Öl, man braucht nicht sofort eine Wundcreme. Und eine liebevolle Babymassage mit Öl genießen die Kleinen ganz besonders.

Da Öl im Unterschied zu Cremes und Lotionen keine Konservierungsstoffe und Emulgatoren braucht, ist es sehr hautfreundlich. Allerdings sollte man nur pfl anzliche Öle ohne Mineralölzusatz und ohne Parfüm verwenden. Das Olivenöl aus der Küche tut es übrigens vollkommen. Wer etwas Feines haben möchte, besorgt sich eine Flasche Mandelöl

Babycreme

Normalerweise braucht man Säuglinge nicht einzucremen und sollte es auch nicht tun, damit die Haut ihr natürliches Gleichgewicht fi nden kann. Ausnahme: Wenn man einen Spaziergang bei kalten Temperaturen vorhat, schützt man das Gesichtchen mit Fettcreme. Darauf achten, dass die Creme fettreich ist, denn wasserhaltige Produkte kühlen das Gesicht noch stärker aus.

Foto: www.amw-photography.de

Für einen guten Start

Ein Schnuller für alle Fälle

Viele Babys und Kleinkinder fi nden ohne Schnuller nicht in den Schlaf, und auch tagsüber hat das Nuckeln am Sauger aus Silikon oder Latex oft eine überaus tröstliche Wirkung. Um Stillproblemen vorzubeugen, sollte das Baby in den ersten vier bis sechs Wochen jedoch noch keinen Schuller bekommen. In puncto Schadstoffe schneiden viele Schnuller gut ab, das hat ein ÖKO-TEST im September 2010 gezeigt. Allerdings können aus manchen fl üchtige Substanzen entweichen. Daher sollten neue Babysauger grundsätzlich vor dem ersten Einsatz sowie weiterhin auch täglich ausgekocht werden. Das hilft, eventuelle Schadstoffe zu minimieren und vernichtet außerdem Keime sicher. Weist der Sauger Kratzer oder Löcher auf, gehört er in den Müll. Eine abgefl achte Form ist für eine kiefergerechte Entwicklung empfehlenswert. Achtung: Den Schnuller nicht ablutschen, bevor Sie ihn ihrem Kind in den Mund stecken. So übertragen Sie Kariesbakterien.

Foto: ccvision.de

Fläschchen & Co.

Foto: brand X

Wer nicht immer selbst füttern kann oder will, braucht eine Milchpumpe, Fläschchen, eventuell Flaschenwärmer und eine Ther mo box, in der die Milch unterwegs mit genom men werden kann. Wer nicht stillt, sollte sechs Fläschchen und Sauger in Größe 1 anschaffen, einen Sterilisator und eine Flaschenbürste. Ein Flaschenwärmer ist praktisch, um die Milch auf die richtige Temperatur zu bringen.

Der richtige Schlafsack

Babys sollten grundsätzlich in einem Schlafsack schlafen. Er gewährleistet, dass sich die Kleinen beim Strampeln nicht die Decke über den Kopf ziehen und dass sie immer gut zugedeckt sind. Im Handel werden dünnere Modelle für die Sommermonate und dickere für den Winter angeboten. Schlafsäcke sind waschbar, sodass sie fi x gereinigt werden können, wenn zum Beispiel mal etwas durch die Windel gegangen ist. Wichtig ist, dass der Schlafsack auf die jeweilige Größe des Kindes abgestimmt wird. Die Hersteller geben dazu auf dem Etikett immer eine Spanne von Körpergrößen an, sodass der Schlafsack nicht gleich beim nächsten Wachstumsschub ausgewechselt werden muss. Achten Sie beim Kaufen unbedingt auf den Verschluss: Die Kleinen dürfen sich daran nicht verletzen oder hängen bleiben. Reißverschlüsse sollten daher durch eine Stoffl eiste verdeckt sein.

Foto: www.amw-photography.de

Eine Decke für viele Zwecke

Zusätzlich zum Schlafsack empfi ehlt sich eine weiche, fusselfreie und waschbare Decke. Man kann sie für viele Situationen nutzen: Unterwegs leistet sie gute Dienste, um das Kind warm einzupacken. Beim Stillen kann man das Baby darin einwickeln, damit es schön warm bleibt. Nicht zuletzt kann die Decke auch mal auf den Boden gelegt werden, etwa um das Kind zu wickeln oder um es ein wenig strampeln zu lassen.

Foto: irisblende.de

Ein Bett auf Rädern

Foto: irisblende.de

In vielen Familien hat die Wiege Tradition: Meist sind schon Generationen von Kindern darin größer geworden. Der Nachteil: Die Wiegen sind relativ klein, Baby braucht bald einen neuen Schlafplatz. Praktischer ist ein Stubenwagen, den man in verschiedenen Größen kaufen kann. Hier empfi ehlt sich gleich ein größeres Modell. Neugeborenen kann man darin zum Beispiel mit gerollten Handtüchern eine kuschelige Abgrenzung herrichten, denn sie fühlen sich in einem großen Wagen oft etwas verloren. Wachsen die Kinder, kommt die Abgrenzung weg, sie haben dann etwas mehr Platz. Weiterer Vorteil: Den Stubenwagen kann man an verschiedene Orte schieben, über Nacht zum Beispiel kann er ins Elternschlafzimmer gerollt werden, dann hat Mama das Kind beim Stillen gleich in der Nähe.

Polsterbett mit Babynestchen

Viele Eltern fürchten, dass sich die Babys an den Sprossen des Gitterbettes verletzen und bringen sogenannte Babynestchen an. Die etwa 30 Zentimeter hohen Poster werden mit Bändern an den Innenseiten des Bettes befestigt. Es gibt Babynestchen, die das ganze Bett auskleiden und solche, die nur den Kopfbereich des Babys umranden. Sie bestehen aus Schaumstoff oder Polyesterwatte mit einem Bezug aus Baumwolle oder Baumwoll-Polyester-Gemisch. Experten raten allerdings von der Polsterumrandung im ersten Lebensjahr ab. Das Baby könnte darin seine Nase vergraben, was das Risiko für einen plötzlichen Kindstod erhöht. Wenn Sie sich trotzdem für ein Nestchen entscheiden, achten Sie darauf, dass es fl ach und gut an den Gitterstäben befestigt ist. Kein Teil darf herunterhängen und so möglicherweise das Gesicht des Babys bedecken. Eltern sollten auch bedenken, dass die Nestchen zusätzliche Staubfänger sind.

Foto: Boca/Fotolia.com

Platz zum Wickeln

Locker ein paar Wochen Lebenszeit verbringen Eltern und Kinder gemeinsam mit dem Windelnwechseln. Da lohnt es sich schon, die Wickelecke ein bisschen behaglich zu gestalten und dafür zu sorgen, dass das Baby weich und etwas geschützt liegt

Die im Handel angebotenen Wickelaufl agen haben Füllungen aus Schaumstoff, Synthetikvlies, selten auch Baumwolle. Ihre Oberseiten sind aus Kunststoff, beschichteter oder unbeschichteter Baumwolle. Manche haben einen abnehmbaren Bezug, der mit einer wasserdichten Einlage ausgestattet sein kann. Besonders praktisch erscheinen die Wickelaufl agen mit abwaschbarem Kunststoff als Obermaterial – meistens sind sie aber mit bedenklichen Stoffen belastet.

Der Windelwechsel ist eine gute Gelegenheit, um zu schmusen, spielen und das Kind einmal „auslüften“ zu lassen. Versuchen Sie, das Ganze bewusst vergnüglich zu gestalten. Mobiles und Tierbilder sind ein guter Blickfang und liefern Gesprächsthemen beim Wickeln. Größere Kinder freuen sich, wenn sie mithelfen dürfen, zum Beispiel Utensilien holen oder anreichen.

Foto: Banana Stock

Der sichere Wickelplatz


■ Oberste Sicherheitsregel: Auch wenn man nur ganz schnell zur Tür, ans Telefon, oder etwas holen will, das Kind nicht alleine auf dem Wickeltisch lassen. Lieber kurz ins Bettchen oder auf den Boden legen.
■ Alle Utensilien in Greifweite drapieren.
■ Wenn der Wickeltisch in einer Ecke oder zwischen der Wand und einem tiefen Schrank steht, sind schon einmalzwei Seiten gesichert.
■ Die Außenabgrenzungen der Kommode sollten hoch genugsein und die Ränder der Wickelaufl age deutlich überragen.Die Kommode sollte stabil stehen und über abgerundete Kanten verfügen.
■ Damit der Fratz nicht friert, kann man eine Wärmelampe anbringen. Wichtig ist auch ein dicht schließender Windeleimer.

Ab in die Wanne

Neben der klassischen Babywanne gibt es auch Badeeimer. Allerdings wird das Kind dafür schnell zu groß. Wer sich für eine Wanne entscheidet, sollte sie in Hüfthöhe platzieren, das schont den elterlichen Rücken. Spezielle Gestelle sorgen für die richtige Höhe. Eine Gummimatte als Einlage erhöht die Sicherheit. Die richtige Badetemperatur liegt bei 37 Grad. Die misst man mit einem Badethermometer. Außerdem bereitlegen: fünf bis zehn kochfeste Waschlappen, ein oder zwei Kapuzenbadetücher und für die Nagelpfl ege eine abgerundete Babynagelschere.

Foto: Kablonk Micro/fotolia.com

Mobil mit Wagen

Die meisten modernen Kinderwagen sind mit wenigen Handgriffen zum Sportwagen umgebaut. Wichtig ist das Zeichen „GS“ für geprüfte Sicherheit. Weitere wichtige Kriterien: Stabilität, gute Bremsen, leichte Handhabbarkeit und Verstellbarkeit der Griffe. Mit größeren Rädern lässt sich der Wagen auch auf weichen oder unebenen Böden gut schieben. Und natürlich sollte der Wagen in den Kofferraum passen. Kinderwagen sind teuer: Wer nicht auf einer neuen Karosse besteht, kann viel sparen, wenn er sich auf Babybasaren umsieht. Selbst Luxuswagen gibt es dort für einen Bruchteil des Neupreises.

Hören statt Sehen: Babyphone

Eltern können ihre Babys nicht ständig im Auge behalten. Damit sie nicht verpassen, wenn das Kind aus seinem Mittagsschlaf erwacht oder nachts quengelt, können sie sich mit einem Babyphone ausrüsten. Doch die Geräte haben ihre Tücken: Insbesondere die mit DECT-Technologie ausgerüsteten Apparate erzeugen beträchtlichen Elektrosmog und können so zu Schlafstörungen und gesundheitlichen Schäden beitragen. Die Probleme sind bekannt, selbst das Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor der dauerstrahlenden, gepulsten DECT-Technologie. Im Kinderzimmer hat sie absolut nichts zu suchen. Auch auf Werbeaussagen wie „Eco-Mode“, „Elektrosmogreduziert“ oder „strahlungsarm“ die einige Hersteller auf die Verpackungen drucken, ist kein Verlass. Das hat ein ÖKO-TEST (Test 11/2009) gezeigt. Neben vielen schlechten Geräten gibt es immerhin einige empfehlenswerte, die mit analoger Technologie funktionieren.Tipp: Kaufen Sie nur Geräte ohne Reichweitenkontrolle oder mit abschaltbarer Reichweitenkontrolle. Das vermindert eine Zusatzbelastung durch elektromagnetische Funkstrahlung. Halten Sie mit dem Gerät einen Abstand von mindestens einem Meter zum Kinderbett, das reduziert die Strahlungsintensität.

Foto: brand X

Ein dickes Fell

Kuschelige Lammfelle sind als wärmende Unterlage im Buggy oder Kinderbett beliebt. Bei Kindern bis zu zwölf Monaten haben sie dort aber nichts zu suchen. Felle können zu einer Überwärmung führen und erhöhen damit das Risiko für den plötzlichen Kindstod. Außerdem besteht in Bauchlage Erstickungsgefahr und das Risiko, dass ausgeatmete Luft vom Kind rückgeatmet wird und es so zu wenig frischen Sauerstoff bekommt.

Geborgen im eigenen Bett

Im Kinderzimmer steht meist ein Babybettchen. Am gebräuchlichsten ist hierzulande die Größe 70 mal 140 Zentimeter. Darin hat ein Kind etwa vier, fünf Jahre Platz. Die Investition in ein gutes Massivholzmöbel lohnt sich. So ein Bett ist zwar teurer als ein billiges Spanplattenmöbel; dafür dünstet es kein Formaldehyd aus und ist deutlich robuster. Und das ist gerade bei Möbeln für Kinder besonders wichtig. Damit sich das Kleine in seinem ersten Bettchen geborgen fühlt, empfi ehlt sich gerade am Anfang – ähnlich wie im Stubenwagen –, mit fl ach zusammengerollten Handtüchern ein kleines Nest rund um den kleinen Körper zu „bauen“. Auf kuschelige Kissen im Bettchen sollten Sie verzichten, das erhöht gerade im ersten Jahr das Risiko für den plötzlichen Kindstod.

Grundsätzlich sind Babybetten sinnvoll, die mitwachsen oder sich später sogar noch zu einem Sessel umbauen lassen. Eine Gitterumrandung verhindert, dass Babys aus dem Bett fallen. Der Abstand der Gitterstäbe sollte maximal 6,5 Zentimeter betragen, damit das Kind seinen Kopf nicht durchstecken kann. Praktisch ist es, wenn einzelne Gitterstäbe herausnehmbar sind. So kann das Kleinkind später durch die Lücke auch mal herauskrabbeln.

Foto: Renee Jansoa/Fotolia.com

Für die Matratze gilt: Lieber etwas härter. Die Wirbelsäule von Babys hat noch nicht die spätere S-Form, sondern ist gerade, sodass die Unterlage nichts ausgleichen muss. Außerdem ist bei Kleinkindern der Kopf fast noch so breit wie die Schultern. Diese müssen deshalb nicht wie bei den Großen in die Matratze einsinken, um den Kopf gut zu betten. Erst wenn das Gitterbettchen durch ein großes Bett ersetzt wird, darf auch die Matratze etwas mehr nachgeben. Eine zu weiche Unterlage, die dann auch noch zu klein für den Bettrahmen ist, kann sogar gefährlich werden: Vor allem Babys können sich Hände, Füße oder den Kopf zwischen Gitterstäben und Matratze einklemmen. Deshalb statten viele Hersteller ihre Modelle mit einer Trittkante aus. Das ist eine Verstärkung des Außenrands, die das Abrutschen verhindert.

Der Lattenrost im Kinderbettchen sollte dreifach höhenverstellbar sein. Zunächst liegt das Baby auf Höhe der obersten Einstellung. Das schont den Rücken der Eltern. Sobald sich das Kind hochziehen kann, sollten Lattenrost und Matratze nach unten versetzt werden.

Mobil ohne Wagen

Im Tragetuch oder -sack ist der Nachwuchs immer dabei. Studien beweisen, dass Kinder, die viel getragen werden, weniger weinen und entspannter sind. Die Modellvielfalt der Tragesysteme reicht vom Tuch über den Tragebeutel bis zur Bauchtrage. Tragetücher erfordern anfangs etwas Übung. Ein gutes Tragetuch ist fest gewoben, in der Diagonale aber nachgiebig. Wer sich für eine Bauchtrage entscheidet, sollte darauf achten, dass das Kind nahe und hoch am Körper des Trägers hockt. Nicht zu empfehlen sind Systeme, in denen das Kind vor dem Bauch hängt und nach vorn schaut. Dadurch wird es ins Hohlkreuz gedrückt, das Gewicht liegt dann bei Jungs auf den Hoden, bei Mädchen auf dem Schambein. Der Kopf sollte immer gut abgestützt sein.

Foto: photo-fey/Fotolia.com

Mit Babyschale sicher im Auto mitfahren

Als Beifahrer im Auto liegt das Kind in einer Babyschale. Und zwar so, dass das Gesicht zur Rückbank weist. Nur in dieser Position schützt die Schale Kopf und Nacken des Kindes ausreichend. Niemals darf die Babyschale auf dem Beifahrersitz stehen, wenn dort der Airbag aktiviert ist. Besonders sicher sind Schalen mit Isofi x-System. Damit kann man die Babysitze fest mit der Karosserie des Fahrzeugs verbinden. Babyschalen mit der Alterskennzeichnung 0- eignen sich für Kinder bis neun Kilo, 0+ reicht bis 13 Kilo.