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Vom Suchen und Finden


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Landlust Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 02.11.2022

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Bildquelle: Landlust Sonderheft, Ausgabe 1/2023

Geheimnisse kann ich schlecht für mich behalten. Wenn ich für jemanden ein richtig schönes Geschenk entdeckt habe, kann ich es nicht bis Weihnachten aufheben, sondern muss es gleich überreichen. Mein Wunsch, sich an der Reaktion der Beschenkten zu erfreuen, geht dabei nicht immer in Erfüllung. Einmal stand eine gute Bekannte sichtlich enttäuscht mit meiner Spieluhr (lizensierte Ausgabe!) da und drehte und wendete das Teil ratlos hin und her. „Da ist sicher noch was drunter!“, trösteten die anderen Gäste, aber leider fand sich kein Hundert-Euro-Schein unter der Porzellandose, die leise Chopin erklingen ließ. Vielleicht wäre ein Gutschein für die ...

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Geheimnisvolle Pakete

Dieses spontane Schenken erspart mir andererseits ein Problem, das mein Vater manchmal hatte: sorgfältig versteckte Geschenke termingerecht wiederzufinden. Mein Vater wusste am Heiligabend genau, dass irgendwo noch eine Schachtel oder eine Tüte auf uns wartete – aber wo? So, wie andere Leute Ostereier suchen, fahndeten wir gespannt nach weiteren Weihnachtsgeschenken. Wobei ich gestehen muss, dass wir vier Kinder schon vorher in den Schränken nach geheimnisvollen Paketen Ausschau hielten. Zum Ärger unserer Mutter konnten wir auch die Überraschungen im Adventskalender kaum abwarten. Sie hatte 24 Tüten an einer Schnur

aufgehängt und stellte irgendwann fest, dass manche Tüten an der Rückseite von ungeduldigen Kinderhänden aufgebohrt waren … Nun, wir mussten schließlich erkunden, in welchen Tüten Legosteine und in welchen nur Erdnusskekse waren.

Das Geschenke-Karussell

Da ich meine Präsente gern sofort überreiche, stehe ich an Feiertagen manchmal mit leeren Händen da. Während mir eine „liebe Kollegin“ hübsch verpackte Dinge überreicht, für die sie in den letzten Jahren selber keine Verwendung gefunden hat: Pralinen mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum oder eingetrocknete Badeperlen. Trotz fester Vorsätze bringe ich es nicht fertig, mich für dieses Geschenke-Recycling zu rächen. Ich hätte genug Ladenhüter im Keller: ein paillettengeschmückter Holzelefant, Rentierhörner zum Aufsetzen, eine Fußballhupe, eine goldfarbene Handtasche, süßer Erdbeersekt, zwei Kerzenhalter aus Muscheln – um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Diese Sammlung inspiziert mein Mann alljährlich im Dezember, wenn er zum „Gruselwichteln“ geladen wird. Dabei verschenkt man keine schönen Dinge, sondern möglichst kitschige und „gruselige“. Letztes Jahr hat mein Mann eine Puppe mit Haarausfall heimgebracht, deren Flamenco-Kleid zum dezenten Verhüllen einer Klorolle gedacht war. „Die kommt mir nicht ins Haus!“, brach es aus mir heraus. Seither sitzt die arme Puppe in der Garage. In diesem Jahr war es ein singender, tanzender Elch. Aus lila Plüsch. Der sitzt jetzt in der Garage neben der Flamenco-Puppe und singt ihr „Last Christmas“ vor.

Wertvolles und Nützliches

Meine Oma ließ an allen Geschenken konsequent die Preisschilder. Womit sie vielleicht nicht ganz falsch lag. So einige Menschen messen den Wert eines Geschenks am Ladenpreis und sind erst dann ergriffen, wenn sich ihre Erwartungen erfüllt haben. Die Oma selber wollte nichts: „In meinem Alter braucht man keine Geschenke mehr! Höchstens etwas Nützliches für den Haushalt!“ Nachdem sie das mehrere Jahre lang proklamiert hatte, bekam sie einmal zu Weihnachten von mir lauter praktische Dinge: Scheuermilch, Waschpulver, Instant-Kaffee und Haushaltsbürsten. Und das alles in alte Zeitungen gewickelt, weil sie immer über das teure Geschenkpapier schimpfte: „Reine Verschwendung!“ Die praktischen Geschenke gefielen der Oma aber auch nicht richtig. Wenn es Sie beruhigt: Damals war ich 25. Heute bin ich älter und weiser und verschenke kein Waschpulver mehr …

Harmonie in Papierform

Im vorletzten Jahr haben mein Mann und ich beschlossen, uns zu Weihnachten nichts zu schenken, weil wir eigentlich schon alles haben. Den Beschluss hat allerdings nur mein Mann in die Tat umgesetzt, was dann doch ein klein wenig enttäuschend war. Im letzten Jahr vereinbarten wir „nur eine Kleinigkeit, nicht teurer als 30 Euro“. Begleitet von Bachs Weihnachtsoratorium und einem Gläschen Champagner überreichten wir uns zwei Päckchen, gleich groß und verdächtig gleich eingepackt, mit dem Geschenkpapier unserer Stamm-Buchhändlerin. – Ist es nicht ein Zeichen großer Harmonie, dass wir uns gegenseitig „Märchen aus aller Welt“ schenkten?!