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Von der Wiege bis zum Bett


ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 5/2013 vom 10.05.2013

Babys schlafen bis zu 18 Stunden, und auch Kleinkinder brauchen noch viel Schlaf. Ein guter Schlafplatz ist deshalb wichtig. Lesen Sie, worauf es dabei ankommt.


Artikelbild für den Artikel "Von der Wiege bis zum Bett" aus der Ausgabe 5/2013 von ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie, Ausgabe 5/2013

Das Schlafbedürfnis kleiner Menschen ist schon sehr individuell und hängt auch vom genetischen Programm ab: Wenig schlafende Kinder haben oft auch solche Eltern. Mediziner raten dazu, die kleinen Erdenbürger im ersten Lebensjahr im Elternzimmer schlafen zu legen. Die Atem- und Schlafgeräusche von Mutter und Vater stören sie nicht. Gitterbettchen, Wiege, Stubenwagen sollen an einem hellen, zugfreien Platz stehen. Sogenannte Anhängselbettchen ...

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... werden mit einem Gestell direkt am Elternbett befestigt. So brauchen Mutter oder Vater nachts nicht aufzustehen, wenn das Kleine quengelt oder gestillt wird. Untersuchungen zufolge sind Kinder, die im eigenen Bettchen in einem Raum mit den

Eltern schlafen, seltener vom plötzlichen

Säuglingstod (SIDS) betroffen.

Von Feder- oder Daunenbetten im Baby bett raten Experten in den ersten zwei Jahren wegen der möglichen Überhitzungsgefahr ab. Sie gilt als Risikofaktor für SIDS. Generell gehört alles, was zur Überwärmung des Babys führen kann, nicht ins Bett: Schaffelle, Kopfkissen, Decken, große Kuscheltiere, Kunststoffschonbezüge und Gummiauflagen zum Schutz der Matratze vor Urin.

Die Kleinen sollten auf dem Rücken und in Schlafsäcken schlafen, die mit einem Brustteil und zwei kleinen Öffnungen für die Arme so verschlossen sind, dass das Kind nicht in den Schlafsack hinein- oder herausrutschen kann. Die Hals öffnung darf deshalb nicht größer als der Kopfumfang sein. Mehr dazu erfahren Sie auf Seite 40.

Wie man sich bettet

Bei der Frage, welche Matratze für das Baby die richtige ist, sind sich viele Eltern unsicher. Während Federkernmodelle bei Erwachsenen beliebt sind, liegen Kinder am häufigsten auf Schaumstoff. Und das am besten nicht zu weich. Als Faustregel gilt: Kinder im Gitterbettchen dürfen ruhig etwas härter liegen. Ihre Wirbelsäule hat noch nicht die spätere S-Form, sondern ist gerade, sodass die Unterlage nichts ausgleichen muss. Außerdem ist bei Kleinkindern der Kopf fast noch so breit wie die Schultern. Diese müssen deshalb nicht wie bei den Großen in die Matratze einsinken, um den Kopf gut zu betten.

Erst wenn das Gitterbettchen durch ein großes Bett ersetzt wird, darf auch die Matratze etwas mehr nachgeben. Eine zu weiche Unterlage, die dann auch noch zu klein für den Bettrahmen ist, kann sogar gefährlich werden: Vor allem Babys können sich Hände, Füße oder den Kopf zwischen Gitterstäben und Matratze einklemmen. Deshalb statten viele Hersteller ihre Modelle mit einer Trittkante aus: Das ist eine Verstärkung des Außenrands, die das Abrutschen verhindert.

Leiden ein Elternteil oder Geschwister an einer Allergie, sollte die Matratze jeden Tag gut gelüftet werden, damit die nachts aufgenommene Feuchtigkeit wieder abgegeben wird. Das hemmt die Vermehrung von Hausstaubmilben und Schimmelbildung. Beide Faktoren sind für das Entstehen einer Allergie mitverantwortlich.

Sieht süß aus, bleibt aber besser draußen: Babynestchen mit Füllung bergen die Gefahr, dass das Baby sein Gesicht darin vergräbt – ein Risiko für den Kindstod.


Matratzenunterlagen und Bettlaken sollten dann auch mindestens bei 60 Grad gewaschen und möglichst wöchentlich gewechselt werden. Denn Encasings – das sind dicht gewebte und teilweise innen gummierte Matratzenbezüge, die vor Hausstaubmilbenkot schützen – sind für Babybetten wegen des Rückatmungs risikos und des damit verbundenen Risikos für den plötzlichen Kindstod nicht geeignet.

Natürlich muss die Matratze im Babybettchen generell schadstoffarm sein. Welche Schadstoffe in Matratzen stecken können und welche Modelle wir empfehlen können, erfahren Sie im ÖKO-TEST Matratzen auf Seite XY. Teuer muss eine Matratze übrigens nicht sein, es gibt bereits gute Modelle für 50 Euro.

Babynestchen als Risiko

Viele Eltern fürchten, dass sich ihr Baby an den Sprossen des Gitterbetts verletzen könnte und binden ein Babynestchen davor. Vielleicht ist es auch der gut gemeinte Versuch, Neugeborenen wenigstens ein bisschen vergangene Behaglichkeit aus der geschützten Umgebung im Mutterleib zu erhalten. Denn die nackten Gitterstäbe wirken wenig einladend. Und nebenbei ist auch das Babynestchen ein Produkt, das sich eignet, dem rundum gestylten Kinderzimmer mit Wandtattoo, Designermobile und klassischem Teddybär das Dekor-i-Tüpfelchen aufzusetzen.

Dabei erfüllen Babynestchen auch einen natürlichen Wunsch von Neugeborenen: „Es gibt Kinder, die eine Begrenzung suchen wie zum Ende der Schwangerschaft, zum Beispiel Kopfkontakt auch im Bettchen beim Schlafen. So robben sie sich gegen das Kopfteil des Bettes oder auch gegen die Stäbe. Das ist ein Relikt aus der Zeit im Mutterleib“, weiß Hildegard Jorch. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich die Mutter von sechs Kindern mit der Schlafumgebung für Kleinkinder und mit Kinderunfällen. Sie ist die Präsidentin der Elterninitiative zum plötzlichen Säuglingstod in Nordrhein-Westfalen und seit über 20 Jahren in der Landesinitiative zur Gesundheit von Mutter und Kind tätig. Die anerkannte Expertin für sichere Schlafumgebung sitzt außerdem in der Arbeitsgruppe der EU-Kommission für sichere Schlafumgebung.

Laut Jorch erfüllen Babynestchen neben dem Wunsch nach Begrenzung noch einen Zweck: „Das erste scharfe Sehen von Kindern findet im Abstand von 20 bis 30 Zentimetern auf das Gesicht des fütternden Erwachsenen hin statt. Im Bett kann in diesem Abstand eine Bettumrandung der Fokussierungspunkt sein. Das Kind schaut dann nicht ins Leere.“ Doch damit enden auch schon die positiven Aspekte, die laut Hildegard Jorch für Babynestchen sprechen. Was sie vehement ablehnt: Bettumrandungen mit Füllung. Für Jorch bergen wattierte oder geschäumte Babynestchen prinzipiell die Gefahr, dass ein Baby sein Gesicht oder sein Köpfchen darin vergräbt und durch die damit verbundene Rückatmung und Überwärmung das Risiko für den plötzlichen Säuglingstod nachweislich deutlich steigt.

Bänder haben für Jorch ebenfalls nichts an Babynestchen verloren, da sich Babys in kurzen Bändern mit den Fingerchen verheddern können. Von längeren Bändern geht eine akute Strangulationsgefahr aus. Bei einem ÖKO-TEST waren an fünf von dreizehn untersuchten Babynestchen zu lange Bänder. Und an den Stäben fixierte gepolsterte oder geschäumte Bettnestchen sind noch aus einem anderen Grund gefährlich: „Wenn Babys anfangen zu stehen, sich hochzuziehen, können derartige Bettumrandungen gefährliche Steighilfen werden, die einen Sturz aus dem Kinderbett ermöglichen können.“

EU-Kommission will Nestchennorm

Wer nun unbedingt eine Bettumrandung haben möchte, dem rät Hildegard Jorch: „Wenn Eltern ein Babynest im Kinderbett anbringen wollen, dann nur eines aus sehr dünnem Stoff, das sich von außen mit Klettverschlüssen befestigen lässt und das ein Baby niemals ins Bett hineinziehen oder in dem es sich verheddern kann. Der Stoff soll auch nur 20 bis 30 Zentimeter hoch sein, da auch eine solche Bettumrandung nur in den ersten Lebenswochen sinnvoll ist.“

Dass nicht nur Hildegard Jorch Gefahren sieht, erkennt man daran, dass die Europäische Kommission dem Europäischen Komitee für Normung (CEN) das Mandat erteilt hat, eine Norm für Bettnestchen zu erarbeiten. Grund für den Auftrag ist eine Studie, die die Europäische Kommission im Jahr 2006 in Auftrag gegeben hatte. Darin sollte die Sicherheit mehrerer Artikel für Säuglinge und Kleinkinder untersucht werden, darunter auch Babynestchen. Der Bericht zu Babynestern aus dem Jahr 2008 warnt unter anderem vor Strangulierungsgefahr durch zu lange Bänder und Schlaufen sowie vor der Gefahr des Erstickens durch Nestchen, die aufgrund ihrer Füllung so beschaffen sind, dass das Baby sein Gesicht so hineindrücken kann, dass die Atemwege verschlossen werden. Außerdem machen die Autoren des Berichts auf die Sturzgefahr aufmerksam, die von Babynestern als Steighilfen ausgeht. Darüber hinaus empfiehlt der Report Warnhinweise an den Produkten zur richtigen Nutzung der Nestchen. Innerhalb von drei Jahren soll das Komitee für Normung die Standards ausarbeiten.

Welche Modelle im ÖKO-TEST wie abgeschnitten haben, erfahren Sie unter www.oekotest.de, dort können Sie den Test kaufen


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