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Wärmepumpen: Das Zusammenspiel entscheidet


ÖKO-TEST Spezial Umwelt & Energie - epaper ⋅ Ausgabe 10/2016 vom 06.10.2016

Wärmepumpen sind ein Gewinn – für den Geldbeutel und die Umwelt. Vorausgesetzt, bei Auslegung und Installation wird sorgfältig gearbeitet.


Artikelbild für den Artikel "Wärmepumpen: Das Zusammenspiel entscheidet" aus der Ausgabe 10/2016 von ÖKO-TEST Spezial Umwelt & Energie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Spezial Umwelt & Energie, Ausgabe 10/2016

Grafik: Junkers Bosch-Gruppe

Wärmepumpen behaupten sich erfolgreich im Wettbewerb der Heizungssysteme. Rund 60.000 Stück verkauft die Branche jedes Jahr. Vor allem in Neubauten hat sich die Technologie als Nummer 2 hinter den Gasgeräten etabliert, auch wenn jüngst die Marktanteile rückläufig waren. Ob die Position ausgebaut werden kann, hängt nicht zuletzt vom Thema Qualität ab. Denn die Wärmepumpe ist ein Heizsystem, bei dem es wie bei keinem anderen auf eine ...

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... sorgfältige Berechnung, Auslegung und Installation ankommt. Der Grat zwischen ökonomisch wie ökologisch sinnvollen und wenig effizienten, in der Anschaffung und beim Betrieb teuren Anlagen, ist vergleichsweise schmal. Interessenten sind also gut beraten, Installateure auf deren Erfahrung und Sorgfalt zu prüfen. Auch ökologisch sind effiziente Anlagen ein Gewinn für die Umwelt.

In den vergangenen Jahren verkauften sich vor allem Luft-Wasser-Wärmepumpen gut. Sie nutzen die Außenluft als Wärmequelle und sind in der Gesamtbetrachtung preiswerter, weil keine teure Erdbohrung oder oberflächennah vergrabene Energiekörbe oder Kollektoren nötig sind. Allerdings ist ihre Effizienz geringer. Gerade wenn im Winter die meiste Wärme mit den höchsten Heizwassertemperaturen benötigt wird, ist das Wärmemedium Luft am kältesten, und die Wärmepumpe muss den größten Temperaturhub bewältigen. Ähnlich sieht es im Sommer aus. Zwar ist die Außenluft deutlich wärmer; da aber lediglich Wasser zum Baden und Duschen auf eine Temperatur von etwa 55 Grad erhitzt wird, ist auch hier das Verhältnis schlecht. Das zeigt die Herausforderung für Planer und Handwerker: Der Unterschied zwischen der Temperatur des Wärmemediums, also Luft, Erdreich oder Grundwasser, und der Heizwassertemperatur soll möglichst gering sein. Dann arbeitet die Wärmepumpe effizient mit wenig Stromeinsatz. Ein gut gedämmtes Haus und eine Flächenheizung in Bolden, Wand oder Decke sind optimal. Bei Altbauten sollte die Gebäudehülle gedämmt und eine Fußbodenheizung eingebaut werden, was die Kosten erhöht. Es gibt auch Hochtemperatur-Wärmepumpen, die laut den Anbietern Temperaturen von 65 bis 80 Grad liefern und mit Heizkörpern betrieben werden. Über Kosten und Effizienz sollte man sich aber genau informieren.


Große Heizflächen sind sinnvoll, damit die Wärmepumpe effizient arbeitet


Bei den Geräten selbst setzen sich mehr und mehr leistungsgeregelte Modelle zum Beispiel mit Invertertechnologie durch, vor allem bei Außenluft-Wärmepumpen. Sie haben mehr Leistungsstufen, passen sich besser an den mit der Außentemperatur schwankenden Wärmebedarf an und arbeiten im Teillastbereich effizienter, also beispielsweise in der Übergangszeit.

Entscheidend für die ökologische wie die wirtschaftliche Bewertung ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie gibt an, wie viel Wärme mit einem Teil Strom erzeugt wird. Eine JAZ von 4 sagt aus, dass aus einer Kilowattstunde Strom und drei Kilowattstunden Umweltenergie vier Kilowattstunden Wärme erzeugt wurden. Unterscheiden muss man zwischen berechneten und gemessenen Werten. Zudem müssen alle Systemkomponenten (Pumpen, Speicher usw.) in die Messung oder Berechnung mit einbezogen werden, um korrekte Ergebnisse zu erzielen. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt die Berechnungen des Installateurs noch einmal überprüfen. Die Vorgaben für die staatliche Förderung sind das Mindestmaß, nur damit lassen sich die hohen Anschaffungskosten reduzieren.

Mühe sollte sich der Installateur auch bei der Platzierung von Luft-Wärmepumpen geben. Denn bei kalten Temperaturen verursachen die Ventilatoren ein deutlich hörbares Rauschen. Ob das störend ist, hängt von der Entfernung und der Umgebung ab. Direkt unter dem Schlafzimmerfenster des Nachbarn wird aber niemand eine Anlage installieren. Nachteilig sind innenliegende Gebäudeecken und harte Untergründe wie Asphalt, die den Schall reflektieren. Einige Hersteller bieten passende Schallschutzverkleidungen an. Der Bundesverband Wärmepumpe hat einen Leitfaden Schall entwickelt, den Endkunden und Fachbetriebe kostenlos herunterladen können und der zahlreiche Tipps zur Optimierung bereithält.

Qualität ist auch das Stichwort bei Bohrungen für Erdwärmepumpen. Das Bohrunternehmen sollte die Region kennen und alle Formalitäten zur Genehmigung übernehmen. Zudem gilt es, die Entzugsleistung der Erdsonde exakt nach VDI 4640 zu ermitteln. Das ist die Energie, die pro Meter Sondenlänge dem Erdreich entnommen werden kann. Sie schwankt je nach Gestein, Grundwasserströmung und weiteren Faktoren. Hilfreich kann es sein, wenn das Bohrunternehmen auch die Anbindung der Sonde zum Haus übernimmt. Viele Unternehmen bieten Bohrung und Installation der Wärmepumpe aus einer Hand an.


Luft-Wasser-Wärmepumpen sollen schalloptimiert aufgestellt werden


Von der Effizienz und dem Strommix hängt auch die Umweltwirkung des Heizsystems ab. Wird ausschließlich Öko-Strom eingesetzt, ist die Heizung nahezu klimaneutral. Im normalen Strommix ist vor allem im Winter viel Kohle und noch ein erheblicher Teil Atomstrom enthalten. Immerhin gibt es heute die Möglichkeit, einen anderen Versorger als nur den örtlichen Grundversorger zu wählen. Das wirkt sich dämpfend auf den Strompreis aus. Preise: Erdwärmepumpe inklusive Bohrung etwa 15.000 bis 25.000 Euro. Luftwärmepumpen 8.000 bis 12.000 Euro.

Kurz-Check

Plus oder Minus?

+ bei guter Auslegung hohe Effizienz und niedrige Betriebskosten
+ größtenteils Nutzung von Umweltenergie
+ bei Bezug von Öko-Strom nahezu CO2-neutral
+ kein Schornstein und kein Lagerraum nötig
+ vor Ort keine Emissionen
+ leise im Betrieb (Erdwärmepumpe)
+ geringer Wartungsaufwand
+ staatliche Förderung

ohne Förderung hohe Anschaffungskosten
hohe Sorgfalt bei Planung und Ausführung nötig
für ungedämmte Altbauten nur sehr bedingt geeignet
teilweise hohe Geräuschemissionen bei Luft-Wasser-Wärmepumpen
Festlegung auf Strom als Energieträger mit unsicherer Preisentwicklung