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Wally im Hundealtersheim


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Servus Kinder - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 15.09.2022
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Bildquelle: Servus Kinder, Ausgabe 3/2022

Es ist schon ein paar Jahre her. Karli K. Rattes Eltern hatten sich noch nicht kennengelernt. Horst Adlers Mutter hatte das Ei, aus dem der kleine Horst schlüpfen sollte, noch nicht gelegt. Resi Mäh war ein kleines Lamm. Sie graste mit ihrer Mutter, ihrem Vater und ihren Schwestern und Halbschwestern auf der Weide eines Bauernhofes. Wally Wuff-Zack war ein Welpe. Sie lebte bei Menschen in der Stadt.

Wallys Familie bestand aus zwei Erwachsenen und einem Kind. Keiner von ihnen verstand die Hundesprache. Wally wiederum verstand die Menschensprache nicht. So kam es oft zu Missverständnissen. Zum Beispiel musste Wally als Welpe häufig Gassi. Aber die Menschen gingen zu selten mit ihr hinaus. Also machte sie ihr Häuferl schon mal im Wohnzimmer. Dann wurde sie geschimpft.

Das Kind zog Wally manchmal am Ohr. Umgekehrt zwickte Wally das Kind. Das ist bei Welpen am Anfang normal. Doch die ...

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... Erwachsenen dachten, sie sei bissig. Also setzten sie das Hundemädchen ins Auto und brachten es weg.

Wally kam in ein Haus, in dem schon viele andere Hunde wohnten. Die Menschen hier wussten besser, wie Tiere sich verhalten. Sie ließen sich ausgiebig beschnüffeln, bevor sie Wally berührten. Niemand zog sie am Hundeohr. Keiner schimpfte sie. Wally bekam Futter und Wasser und wurde viel gestreichelt. Das gefiel dem jungen Hund. Doch dann wurde Wally in einen Käfig eingesperrt.

Vor ihr und neben ihr wohnten fünf andere Vierbeiner. Im Käfig schräg gegenüber war ein breiter, schwerer Hund. Er knurrte: „Ich bin Bronco. Und ich bin lieb.“ Neben ihm teilten sich zwei weiße, wuschelige Rüden einen Käfig. „Hallo Hund. Wie heißt du?“, kläffte einer der beiden. Der andere kläffte: „Beißt du?“ Wally winselte: „Wally heiß ich. Ich beiß nicht!“ Doch der erste Hund kläffte wieder: „Wie heißt du, beißt du?“ So ging das hin und her, bis den beiden die Luft ausging. Später sollte Wally erfahren, dass Knut und Kurt so alt waren, dass sie fast nichts mehr hören und sehen konnten.

Auch rechts und links von Wally lebten zwei Hunde. Die Schäferhündin lag auf ihren Pfoten und schien Wally zu ignorieren. Der schwarze Mischling auf der anderen Seite besaß nur drei Beine. Er wedelte mit dem Schwanz und kläffte: „Ich bin Gonzo. Willkommen im Tierheim!“

In der Nacht konnte Wally kaum schlafen. Der dreibeinige schwarze Gonzo schnarchte laut. Der breite, schwere Bronco furzte manchmal. Knut und Kurt knirschten mit ihren letzten Zähnen. Wally fühlte sich einsam. Also begann sie laut zu heulen. Davon wachten alle anderen Hunde im Tierheim auf – insgesamt waren es 85 – und bellten durcheinander. Nur Knut und Kurt schliefen weiter. Sie hörten ja nichts.

Jeden Morgen brachte ein Mensch frisches Wasser und Futter. Danach reinigte ein anderer die Ställe. Viel mehr passierte nicht. Also war es im Tierheim sehr langweilig. Deshalb erzählten sich die Hunde Geschichten von früher, als sie noch Besitzer hatten. Bronco zum Beispiel war bei einem Mann aufgewachsen. Der war sehr schlecht mit dem Rüden umgegangen. Er hat ihn tagelang im Garten angebunden und sich nicht gekümmert. Dann wurde Bronco befreit und kam ins Heim. Das war vor fünf Jahren. Nun war Bronco zehn. Das ist für einen Hund schon alt.

Der schwarze Gonzo war als Welpe an einer Autobahnraststätte zurückgelassen worden. Dort war er vor einen Wagen gelaufen. Darum hatte er jetzt nur noch drei Beine. Er lebte also fast sein gesamtes Leben schon im Tierheim. Auch er war zehn.

Knut und Kurt waren Brüder. Ihr Alter verrieten sie nicht. Die Mischlinge waren eineinhalb Jahre hier. Sie hatten bei einer alten Frau gewohnt. Die hatte kaum noch die Wohnung verlassen, weshalb die Hunde aufs Katzenklo hatten gehen müssen. Dann war die Frau in ein Heim für alte Menschen gekommen. Da sie Knut und Kurt nicht mitnehmen durfte, waren sie hier. Und die Schäferhündin? „Die ist ein armer Hund“, knurrte Bronco.

Am späteren Nachmittag durften Hunde, die sich gut verstanden, miteinander in den Garten – so wie Wally, Bronco, Gonzo, Knut und Kurt. Erst beschnüffelten sie ihre Hinterteile. Dann spielte Gonzo mit Wally Fangen. Knut und Kurt legten sich in die Wiese und dösten. Der breite Bronco machte viele kleine Lackerl. So hinterließ er anderen Hunden die Nachricht: „Ich war hier!“ Vor 17 Uhr mussten die Hunde wieder in ihre Käfige. Dann gab es Abendessen.

Manchmal wurden Hunde zu ungewöhnlichen Zeiten geholt. Manche kamen wieder, andere nicht. Wally erfuhr von Gonzo, weshalb. Fremde Menschen sahen sich die Tiere an. Sie überlegten dann, ob sie den Hund adoptieren sollten. Für Bronco, Gonzo, Knut und Kurt schien sich allerdings niemand zu interessieren. Ebenso schien es auch bei der Schäferhündin zu sein. Bronco und Gonzo waren deshalb traurig. Der breite Bronco vermutete, dass es an seiner

DANKE!

Die frei inte rpretierten Infos zum Tierheim stammen von Stephan Sch eidl, Leiter des Tierschutzhauses in Vösendorf. Dort leben über 1.500 Tiere, darunter viele ältere Hunde , die ähnliche Geschichten haben wie Bronco, Gonzo, Knut und Kurt.

Sie hatte eine tolle Ausbildung gehabt. Maggie konnte Schafe hüten. Außerdem hatte sie früher Menschen erschnüffelt, die am Berg verschüttet worden waren. Eines Tages kam ihr Herrchen von einer Bergtour nicht zurück. Seit zwei Jahren musste sie nun im Tierheim leben. Sie trauerte immer noch um ihren Menschen. „Sie denkt nur an die Vergangenheit „

Hunderasse lag. American Staffordshire Terrier wie er hatten einen schlechten Ruf. Darum übte Bronco jeden Tag, lieb dreinzuschauen. Gonzo wiederum vermutete, dass es an seinen drei Beinen lag. Darum versuchte er sich fit zu halten.

Kurt und Knut wollten ohnehin im Tierheim bleiben. Denn sie fürchteten, sonst getrennt zu werden. Wally wusste gar nicht, was sie wollte. „Bleib hier wie wir!“, bellten Knut und Kurt. „Geh weg“, riet ihr Bronco. Und Gonzo erzählte ihr die Geschichte der traurigen Schäferhündin, die übrigens Maggie hieß.

„Darum fehlt ihr die Hoffnung.“ Darüber musste Wally viel nachdenken.

Weil Wally jung war, wurde sie oft Menschen vorgestellt. Einmal hüpfte Wally so lange am Bein einer Frau empor, bis sie ihr die Strumpfhose zerriss. Einem Mann biss sie in die Hand. Sie hatte gedacht, er wolle sie an den Ohren ziehen. Kein Mensch wollte Wally mitnehmen. Da bekam sie langsam Angst, für immer im Käfig leben zu müssen. In der Nacht heulte sie deshalb wieder und weckte die anderen Hunde auf – natürlich bis auf Knut und Kurt.

Die anderen Hunde gaben Wally Ratschläge. „Du musst dich besser benehmen als wir“, bellten Knut und Kurt. „Du sollst lieb schauen“, knurrte Bronco. „Lern die Menschensprache“, ermahnte sie Gonzo. Doch gerade das fiel Wally schwer. An der Leine war sie eine Plage, obwohl ein Pfleger öfter mit ihr übte. Er zog in die eine Richtung. Sie zog in die andere. Immer gab ihr der Mensch Kommandos. Aber weil Wally das Vertrauen fehlte, lernte sie fast nichts. Da nahm der Pfleger eines Tages die Schäferhündin Maggie mit. Die verstand jedes Wort, das der Mensch zu ihr sagte, und bekam viel Lob und Leckerlis.

Also begann Wally, der Schäferhündin alles nachzumachen. So lernte sie die wichtigsten Wörter der Menschensprache: „Sitz!“ und „Platz!“,

GEWINNSPIEL

Was ist aus Bronco, Gonzo, Knut & Kurt geworden? Such dir einen Hund aus und schreibe Wally, wie es für ihn weiterging. Adresse und Teilnahmebedingungen findest du auf Seite 74. Gewinne 1 von 3 Büchern: „Hunde am Werk. Vierbeiner und ihre Berufe“ von Valeria Aloise & Margot Tissot; Helvetiq Verlag.

wenn sie sich setzen oder hinlegen sollte. „Fuß!“ hieß, direkt neben dem Menschenbein zu gehen. Bei „Aus!“ galt es, alles fallen zu lassen, was man zwischen den Zähnen hatte. Zwicken und anspringen waren verboten. Nun kam Wally auch, wenn man ihren Namen rief. Und weil Maggie einen so guten Einfluss auf Wally hatte, sperrte sie der Pfleger gemeinsam in einen Käfig. Wally war nicht mehr einsam. Deshalb schliefen nun alle Hunde besser.

Dann wurde Wally einem Menschen vorgeführt. Weil sie sich vorbildlich benahm, nahm er sie mit zu sich nach Hause auf einen Bauernhof mit vielen Schafen. Eigentlich freute sich Wally sehr. Doch sie vermisste auch ihre Freunde. Das Futter schmeckte ihr deshalb nicht mehr. Eine Woche fraß sie kaum. Da fuhr der Bauer mit Wally ins Tierheim. Aber er gab Wally nicht zurück. Maggie kam mit auf den Hof und hütete noch ein paar Jahre die Schafe – bevor sie in den Hundehimmel kam. Davor schenkte sie Wally noch ihr Halsband.

Auf dem Hof lernte Wally übrigens das Lamm Resi Mäh kennen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Lösungen Rätselseiten

Wer bin ich: Pippi Langstrumpf

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