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Wege aus der seelischen Bedrängnis


NaturApotheke - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 08.09.2021

Artikelbild für den Artikel "Wege aus der seelischen Bedrängnis" aus der Ausgabe 5/2021 von NaturApotheke. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Tu deinem Leib Gutes, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.

Teresa von Ávila (1515–1582)

wir können auf unsere Gefühle und unsere kognitiven Fähigkeiten, also unser Denken, Einfluss nehmen, wenn wir auf einen gesunden Körper und auf einen gesunden Geist achten. Im Volksmund sagt man: „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“. Ein glücklicher und zufriedener Mensch wird seltener körperlich krank, wie wir wissen.

Seelische Gesundheit bezieht sich auf unser inneres Erleben, das jeder von uns anders wahrnimmt. Zugehörigkeitsgefühle und Selbstbestimmung sind dabei von zentraler Bedeutung.

Das lässt sich bis zu einem gewissen Grad üben und mit Ernährung und naturheilkundlichen Therapien ganzheitlich unterstützen.

DIE KUNST, IM SEELISCHEN GLEICHGEWICHT ZU BLEIBEN

Gefühle bestimmen unsere Lebensqualität und unser Wohlbefinden. In den letzten Jahren, insbesondere seit der Corona-Pandemie, ist eine ...

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... stetige Zunahme an Erkrankungen zu verzeichnen, die unsere Psyche sowie unsere kognitiven Fähigkeiten betreffen. Inzwischen sind es so viele Patienten, dass es zu immer größeren Versorgungslücken in der Therapie kommt.

Demenzerkrankungen, Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen sowie Suchterkrankungen sorgen mitunter für lange Wartezeiten bei den niedergelassenen Therapeuten, denn in Deutschland leiden etwa 30 Prozent der Bevölkerung an einer psychischen Erkrankung (Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 2013; DGPPN 2020).

Am häufigsten entwickeln sich Störungen durch Stress, in dessen Folge dann Depressionen, Ängste und Erschöpfungszustände bis hin zum Burnout entstehen können. Die Ausprägungen reichen von leichten Befindlichkeitsstörungen bis hin zu schweren Krankheitsbildern, die in psychiatrischen Kliniken mit Medikamenten behandelt werden müssen.

WARNSIGNAL VERGESSLICHKEIT

Ist Ihnen das auch schon passiert? Sie gehen in den Keller, um etwas zu holen, und dann haben Sie plötzlich vergessen, was Sie dort eigentlich wollten. Das passiert jedem von uns hin und wieder und ist in der Regel auf fehlende Aufmerksamkeit zurückzuführen, wenn wir mit den Gedanken woanders sind. Passiert das häufiger und kommen weitere Anzeichen hinzu, könnte auch eine Demenz dahinterstecken.

Symptome können sich in Vergesslichkeit und Stimmungsschwankungen zeigen, zeitlicher und örtlicher Orientierungslosigkeit oder wenn man gewohnte Alltagsaufgaben plötzlich nicht mehr alleine durchführen kann. Treten diese Symptome gehäuft auf, spricht man von Demenz. Die Ursachen können vielfältig sein. Am häufigsten ist die Alzheimer-Demenz, doch auch andere hirnorganische Störungen, beispielsweise ausgelöst durch einen Schlaganfall oder Medikamente, können solche Symptome hervorrufen. Speziell bei der Alzheimer-Demenz zeigen sich bei der Untersuchung des Hirnwassers bestimmte Eiweißstoffe in veränderter Konzentration, was eine Diagnose schließlich sichert.

Heilen lässt sich eine fortgeschrittene Demenz nicht, aber einfühlsam gut begleiten. Selbsthilfegruppen unterstützen Betroffene und Angehörige oft dabei, das Krankheitsbild besser zu verstehen. Eine individuell gut eingestellte Medikation ist häufig zusätzlich erforderlich und hilfreich, kann aber auch Nebenwirkungen verursachen.

Allerdings können wir vorbeugend einiges tun, um gesund zu bleiben.

Deutschlands bekanntester Hirnforscher Gerald Hüther beschreibt Demenz als eine soziale Erkrankung, die insbesondere an den Lebensstil gekoppelt ist. Fühlen wir uns geborgen in einem erfüllten Leben mit vielen sozialen Kontakten, ist das Gehirn bis ins hohe Alter in der Lage, Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Wir wissen heute, dass sich die Neuronen im Gehirn bis ins hohe Alter neu verknüpfen und regenerieren können.

REZEPT

Kräutertee gegen Vergesslichkeit

Salbei, Melisse und Rosmarin gedeihen wunderbar in unseren Gärten und sind für die Küche stets griffbereit. Weniger bekannt ist, dass man sie auch zur Verbesserung der Gedächtnisleistung einsetzen kann. Alle drei Pflanzen verbessern zudem die Konzentrationsfähigkeit. Am besten werden sie dazu als Tee angewendet.

Zutaten

Frische oder getrocknete Kräuter: Je 20 g Salbei, Zitronenmelisse und Rosmarin mischen.

Zubereitung

1 TL pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen. 3-mal täglich 1 Tasse genießen.

DER EINFLUSS DES DARMS AUF UNSER GEHIRN

In unserem Darm finden wir eine ebenso große Anzahl von Nervenzellen wie in unserem Gehirn. Wir sprechen vom Kopfhirn und vom Darmhirn, die über Botenstoffe Informationen austauschen und stets miteinander in Verbindung stehen. Die Bakterien im Darm, in ihrer Gesamtheit auch Mikrobiom genannt, ernähren sich von dem, was wir essen, und scheiden ihrerseits wieder Stoffwechselprodukte aus. Diese können dann biochemische Reaktionen im Gehirn auslösen. So gibt es schon länger den Verdacht, dass die Entstehung von Alzheimer, aber auch von Depressionen, Diabetes und Herz- Kreislauf-Erkrankungen mit unserem Mikrobiom in Verbindung zu bringen ist und auf ein Ungleichgewicht der Darmflora hinweist. Diese Erkenntnis rückt die Bedeutung einer gesunden Ernährung noch weiter in den Fokus, weil diese bislang in der Vorsorge wohl unterschätzt wurde.

GESUNDE ERNÄHRUNG IST DIE BASIS UNSERES WOHLERGEHENS

Im Grunde ist es ganz einfach, sich gesund zu ernähren. Wenn wir uns eine frische, mediterrane Küche vorstellen, kommen wir der Sache schon ziemlich nahe. Saisonale, biologisch angebaute Gemüse jeder Art und Salate, Olivenöl, das reich an ungesättigten Fettsäuren ist, frischer Fisch und wenig Fleisch bilden das Grundgerüst. Getreide darf vollwertig und soll abwechslungsreich sein. Zucker und Kohlenhydrate in Form von Weißmehl genießen wir besser nur in ganz kleinen Mengen als Ausnahme. Verzichten wir auf Snacks zwischendurch und gewöhnen wir uns regelmäßige Essenszeiten an, aktivieren wir die richtigen Verdauungshormone zur richtigen Zeit. Zwei bis drei Mahlzeiten am Tag sind ausreichend, da der Darm auch mal eine Essenspause braucht, um seine Arbeit gut zu verrichten. Unsere Verdauungsorgane freuen sich, wenn sie keine Zusatzstoffe aus vorgefertigter Industrienahrung verarbeiten müssen. Diese fördern Unverträglichkeiten und Entzündungen im Darm und damit auch eine schlechte Gemütslage. Die Rede ist von Emulgatoren, Farbstoffen, Zuckerstoffen, Konservierungsmitteln und anderen Hilfsstoffen, um die Nahrung süßer, billiger, haltbarer und optisch ansprechender zu machen. Sie tun sich schon Gutes, wenn Sie einen großen Bogen um diese Nahrungsmittel machen. Kochen Sie selbst und naturbelassen! Ausreichend viel Flüssigkeit in Form von Wasser, Tee und verdünnten Säften sollten selbstverständlich sein, denn unser Hirnstoffwechsel funktioniert nur, wenn wir genug trinken. Man rechnet am Tag mit etwa 30-40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht, je nach Alter und Konstitution.

WIE SINNVOLL SIND NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL?

Es gibt Situationen, in denen unsere Nahrung nicht ausreicht, um uns mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Das betrifft vor allem Menschen, die nicht regelmäßig kochen oder besonderen Stressbelastungen, beispielsweise unregelmäßigen Arbeitszeiten, ausgesetzt sind. Auch Vorerkrankungen können eine Rolle spielen und den Bedarf an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen erhöhen (siehe dazu auch unsere Serie „Nahrungsergänzungsmittel“). Insbesondere Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind hier betroffen. Besonders wichtig für den Hirnstoffwechsel und seine kognitiven Fähigkeiten sind die B-Vitamine B1, B6 und B12 sowie Omega-3-Fettsäuren, Selen, Zink und Vitamin D. Es gibt inzwischen mehrere Studien, die nahelegen, dass ein Mangel an diesen Mikronährstoffen das Demenzrisiko erhöhen kann. Doch auch Depressionen, Konzentrationsstörungen, Ängste und Suchtverhalten können auf unterschiedlichste Mangelzustände zurückzuführen sein. Welche das dann im Einzelfall sind, lässt sich über eine aussagekräftige Laboruntersuchung beim Arzt oder Heilpraktiker herausfinden.

TIPP

Das Gehirn braucht Herausforderungen

Jeden Tag eine kleine Herausforderung zu meistern, trainiert unseren Geist und hält ihn jung. Putzen Sie sich doch mal die Zähne mit der linken Hand oder auf einem Bein. Sie können auch ein schönes Gedicht auswendig lernen, weil es Ihnen gefällt, oder anfangen, für den nächsten Urlaub eine neue Sprache zu lernen. Vielleicht nehmen Sie öfter mal einen anderen Weg ins Büro als sonst und schauen, was es Neues zu sehen gibt. Selbst der vergessene Einkaufszettel ist ein gutes Training für Ihr Gehirn. All diese Kleinigkeiten halten uns in der Summe geistig rege und machen froh, wenn wir uns dafür öffnen können.

PFLANZEN ZUR UNTERSTÜTZUNG DER KOGNITIVEN FÄHIGKEITEN

Der Ginkgobaum hat Jahrtausende überdauert

Der Ginkgo (Ginkgo biloba) ist ein bis zu 15 m hoher Baum, der aus China stammt, bei uns aber ebenfalls sehr häufig anzutreffen ist. Pflanzenextrakte der Blätter enthalten Flavonoide, die die Fließeigenschaften des Blutes im Gehirn verbessern und Nervenzellen vor schädlichen Einflüssen schützen können. Zudem zeigt Ginkgo-Extrakt eine antioxidative und antientzündliche Wirkung.

Das macht ihn zu einer idealen Heilpflanze bei allen Durchblutungsstörungen des Gehirns, die mit Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen einhergehen, aber auch bei Schwindel und Tinnitus.

Das kleine Immergrün, der Bienenfreund

Meistens begegnet uns das kleine Immergrün (Vinca minor) als Bodendecker mit seinen hübschen, blauen Blüten. Das Immergrün zählt zu den Hundsgiftgewächsen und enthält unter anderem das Alka loid Vincamin, das die zerebrale Durchblutung sowie die Durchblutung des Auges und des Innenohrs verbessert. Heute sind Präparate zur Sicherheit in homöopathischer oder spagyrischer Zubereitung ab einer D2 im Handel, da das Alkaloid Vincamin in reiner Form möglicherweise Blutbildveränderungen auslösen kann. Deshalb wird von einer Zubereitung als Tee oder Tinktur abgeraten.

Der Ginseng, ein altbewährtes Tonikum

Der rote Ginseng (Panax ginseng) wird in Ostasien seit Jahrtausenden als Tonikum und Stimulans bei nachlassenden geistigen und körperlichen Kräften eingesetzt. Er zählt zu den Adaptogenen, die die Anpassungsfähigkeit des Organismus gegenüber äußeren Störungen verbessern. Im Gegensatz zum Ginkgo wirkt er auch stärkend bei nachlassenden Körperkräften. Die Wirksamkeit des Ginsengs auf unsere Gedächtnisleistung ist mittlerweile in zahlreichen Studien belegt (siehe Quellen & Infos, Wolfgang Blaschek). Entsprechend groß ist das Angebot an verschiedenen Präparaten im Handel. Achten Sie beim Kauf auf eine seriöse Quelle, beispielsweise über Ihre Apotheke, da Ginseng oft als Fälschung im Internet verkauft wird.

KÖRPERLICHE URSACHEN EINER DEPRESSION

Depressionen treten nicht selten aufgrund einer körperlichen Ursache auf. So können Schilddrüsenstörungen, die Wechseljahre oder Störungen der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse sehr häufig zu depressiven Verstimmungen führen.

Auslöser hierfür sind in vielen Fällen zu viel Stress und chronische Überlastung. Regulationsstörungen mit hormonellen Ungleichgewichten jeder Art betreffen immer unser gesamtes System und vor allem unsere Gefühlswelt. Grundsätzlich kann auch immer ein Mangel an Mikronährstoffen psychische und kognitive Störungen auslösen. Fehlt es beispielsweise an Vitamin C, Jod, Magnesium, Zink und Selen, stellt der Körper wichtige Hormone nur unzureichend her und aktiviert notwendige Co-Faktoren für Umwandlungs- und Transportvorgänge nicht ausreichend. Störend können sich des Weiteren endogene Disruptoren auswirken. Das sind Stoffe in der Umwelt, die an unseren Hormonrezeptoren eine Wirkung entfalten können und fast überall vorkommen. Beispiele sind das Pestizid Glyphosat oder der Weichmacher Bisphenol A in Kunststoffen.

TIPP

DIE BESTEN TIPPS GEGEN DEPRESSIONEN

• Kontakt mit Betroffenen suchen, beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe Sport treiben, regt die Endorphine an.

• Auf eine gesunde ballaststoffreiche Ernährung mit genügend Vitamin B12 und Folsäure achten.

• Hobbys nachzugehen und kreativ tätig zu sein, hilft der Seele, heil zu werden.

• Keine Überforderung, Stress reduzieren

• Freundschaften pflegen

• Meditation, Naturerlebnisse und Entspannungstechniken regenerieren den Hirnstoffwechsel.

DEPRESSION HAT VIELE GESICHTER

Während kognitive Störungen eher in fortgeschrittenem Alter auftreten, finden sich Depressionen bereits bei Kindern und bis ins hohe Alter. Dabei zeigen sie unterschiedliche Symptome.

Oft ist für den Außenstehenden zunächst nicht erkennbar, dass jemand an einer Depression leidet. Betroffene verstecken ihre Traurigkeit, manchmal auch unbewusst, hinter einer Fassade des Funktionierens, damit niemand bemerkt, wie leer sie sich innerlich fühlen. Auch unklare Schmerzen, beispielsweise im Rücken, oder starke Erschöpfung, können als Symptom neben Antriebslosigkeit auftreten.

Als Ursache kommen sowohl körperliche als auch seelische Auslöser infrage.

Bekannt ist auch, dass Depressionen infolge von Viruserkrankungen wie etwa dem Influenzavirus auftreten können. Seit einiger Zeit werden außerdem Streptokokken, Borrelien und Herpesviren als Auslöser diskutiert.

Auch das Cronavirus steht hier neuerdings im Fokus.

TIPP

Allgemeine Informationen und solche für den Notfall erhalten Sie etwa über die Stiftung Deutsche Depressionshilfe: Info-Telefon 0800-3344533, www.deutsche-depressionshilfe.de

PFLANZEN ALS STIMMUNGSAUFHELLER

Das Johanniskraut, der Lichtbringer

Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) hat einen starken Bezug zum Licht. Es heilt als Rotöl nicht nur Verbrennungen auf der Haut, sondern bringt auch Licht in unsere Seele.

Das Johanniskraut kann bei leichten bis mittelschweren Depressionen erfolgreich eingesetzt werden, wobei es deutlich weniger Nebenwirkungen zeigt als handelsübliche Antidepressiva. In der Regel kommen hier hochdosierte Präparate aus der Apotheke zum Einsatz. Allerdings muss man zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln berücksichtigen. So kann Johanniskraut hochdosiert etwa die Wirksamkeit der Antibabypille herabsetzen und die Lichtempfindlichkeit erhöhen. Auch die Kombination mit anderen Psy chophar - maka ist problematisch. Hier sollte der behandelnde Arzt bitte immer mit einbezogen werden.

REZEPT

Tee für gute Stimmung

Zutaten

Je 20 g Johanniskraut, Hafer, Lavendel, Rose, Melisse und Passionsblume mischen.

Zubereitung

1 TL der Mischung pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Täglich 1–3 Tassen genießen.

Der Safran – bringt das Lachen zurück

Safran (Crocus sativus) ist eine Krokusart und zählt zu den teuersten Gewürzen der Welt, da man rund 200 000 Blüten benötigt, um 1 kg Safran zu gewinnen. Anbaugebiete finden sich unter anderem in Marokko, Griechenland, Südfrankreich und dem Iran, wo er bereits seit Jahrtausenden einen wichtigen Stellenwert innehat. Safran wirkt stimmungsaufhellend, steigert den Serotoninspiegel und zeigt bei leichteren Formen der Depression auch in Studien seine Wirksamkeit. Sie können Ihre Stimmung schon mit einer Tasse Safrantee verbessern, indem Sie einfach ein paar Fäden des kostbaren Gewürzes mit heißem Wasser übergießen. Abseihen ist hier nicht notwendig. Probieren Sie es doch mal aus und werden Sie fröhlich dabei.

Mit Stressadaptogenen gegen die Erschöpfungsdepression

Zu große und zu lang andauernde Überforderungen führen unter Umständen auch in die Depression. Hier kann die vorübergehende Einnahme von Stressadaptogenen für etwa zwei bis drei Monate helfen. Es handelt sich dabei um Wirkstoffe, die dem Körper helfen, Stress besser zu verarbeiten. Wir finden sie zum Beispiel in der Taigawurzel, die in Sibirien heimisch ist und vor allem in der körperlichen Regeneration eingesetzt wird, oder in der Rosenwurz, die in Höhenlagen den klimatischen Extremen trotzt und insbesondere die Konzentration fördert. Auch Maca, die Wurzel aus den Anden, ist eine solche Powerpflanze, die überdies noch die sexuelle Kraft stärkt und aphrodisierend wirkt. Der Schlauchpilz Cordyceps, beheimatet in Tibet, wirkt leistungssteigernd, antidepressiv und konzentrationsfördernd. Diese Pflanzen sollten aber immer nur über einen begrenzten Zeitraum ohne ärztlichen Rat eingesetzt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Nebenniere in ihrer Funktion überfordert wird.

Heimische Alternativen sind die Brennnessel mit ihrem hohen Eisengehalt, der beruhigend wirkende Lavendel oder die harmonisierende Rose, die sich in ihren Eigenschaften sehr gut mit Lavendel ergänzt und kombinieren lässt.

Gut zu wissen

Medikamente wie die Antibabypille oder Betablocker lösen unter Umständen Depressionen aus, weswegen hier besonders gute Aufklärung notwendig ist.

CBD-Öl

Der Wirkstoff Cannabidiol aus dem Öl der Hanfpflanze Cannabis kann Schmerzen, Angst und Schlafstörungen lindern. Dieses Öl wird aus den Blüten und Blättern THC-armer und CBD-reicher Hanfpflanzen gewonnen, die keinen Rausch erzeugen, aber trotzdem die Blut-Hirn-Schranke passieren, um ihre Wirkung zu entfalten. CBD-Öl ist legal und über den Fachhandel in verschiedenen Stärken erhältlich, wobei man hier unbedingt auf Bioqualität achten sollte. Nach Rücksprache mit dem Arzt und nicht bei Kindern und Schwangeren einsetzen.

Mit Ängsten umgehen lernen

Angst ist ein normales Gefühl, das uns vor gefährlichen Situationen schützt.

Trotzdem kann sie auch bei eher harmlosen Situationen oder Dingen auftreten. Der eine Mensch fürchtet sich vor Spinnen oder Mäusen, der andere davor, eine fremde Person anzusprechen. Diese Ängste treten mittlerweile verstärkt auch in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie auf. Ängste lassen sich nicht verdrängen, aber der Umgang mit ihnen ist in der Regel erlernbar. Da sich angstbesetzte Situationen nicht völlig vermeiden lassen, hilft es, durch sie zu lernen, sie einzuordnen und sich zu üben. Eine Verhaltenstherapie und Entspannungsverfahren können das notwendige Rüstzeug vermitteln, um den Alltag gut zu meistern. Zusätzlich lässt sich die Therapie mit homöopathischen Mitteln wie Kava Kava, dem Rauschpfeffer, oder mit Bachblütenmischungen unterstützen. Auch Baldrian, Lavendel und die Passionsblüte zeigen eine angstlösende Wirkung.

FAZIT

Belastender Stress fördert jede Art von Erkrankung. Hierzu zählen auch das Fehlen von sozialen Bindungen, von Zugehörigkeitsgefühlen und der Möglichkeit zur Selbstbestimmung. Es geht am Ende immer um die universelle Liebe und um Freiheit. Wir brauchen beides, um seelisch und körperlich gesund zu bleiben, was vielen von uns gerade in Zeiten der Pandemie unmittelbar gefehlt hat. Es ist gut, wenn wir all das pf legen, um unsere Seele auch in stürmischen Zeiten im Gleichgewicht zu halten.

Sich selbst so anzunehmen, wie man ist, und dabei authentisch im Leben zu bleiben, sind wohl die wichtigsten Eigenschaften, die es zu kultivieren gilt. Denn das verschafft uns einen echten Zugang zu unserer Gefühlswelt, wir lernen uns dabei selbst kennen und schätzen. Genau das stärkt unsere Selbstheilungskräfte am allermeisten. Wir alle dürfen Ecken und Kanten haben und damit die Welt auf wundervolle Weise bereichern.

Bisherige Folgen dieser Serie

Folge 1: Infektionskrankheiten 3/21, Seite 18ff

Folge 2: Rückenschmerzen, 4/21, Seite 16ff

TIPP

Passende Bachblüten lassen sich über die Apotheke mischen und anwenden. Bei Angst und Überforderung käme etwa eine Kombination aus der Ulme, dem gelben Sonnenröschen und der Edelkastanie in Betracht.

▶ Quellen & Infos

• Robert-Koch-Institut: www.rki.de

• www.bundesgesundheitsministerium.de

• Wolfgang Blaschek: Wichtl-Teedrogen und Phytopharmaka, Verlag WVG, 6. Auflage, 2015

• Gerald Hüther: Raus aus der Demenzfalle, Arkana Verlag, 2017

• CBD-Öl bei alphavital24.de

• www.deutsche-depressionshilfe.de

• www.deutsche-alzheimer.de