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WESTFALEN IM HERBST


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Westfalium - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 01.09.2022
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Bildquelle: Westfalium, Ausgabe 3/2022

Westfälische Panzerfäuste für die Ukraine

In den Medien wurde berichtet, dass die Ukraine rund fünftausend Panzerabwehrwaffen aus deutscher Herstellung gekauft hat. Die Panzerfäuste stammen aus Westfalen – vom Siegerländer Unternehmen DND („Dynamit Nobel Defence“). Die mittelständische Waffenschmiede in Burbach an der Sauerlandlinie zwischen Herborn und Siegen gilt als globaler Technologieführer im Bereich „ballistischer Schulterwaffen“. Auf dem hundert Hektar großen Firmengelände im Kreis Siegen-Wittgenstein arbeiten 400 Fachkräfte an der stetigen Weiterentwicklung des „Panzerschreck“ aus dem Zweiten Weltkrieg. Armeen auf dem ganzen Globus zählen zum Kundenkreis. Die Geschichte des Unternehmens beginnt 1865 mit dem schwedischen Wissenschaftler Alfred Nobel, dem Erfinder des Nitroglycerins. Ein erstes Labor bei Hamburg explodierte 1916. Der Betrieb in Burbach blieb während des gesamten Zweiten ...

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... Weltkrieges unbeschadet. 1986 wurde das Modell „Panzerfaust III“ zum Verkaufsschlager und internationalen Durchbruch. Doch die Burbacher können noch mehr: Sie entwickelten zum Beispiel das Brandschutzsystem in den russischen Sojus-Raumkapseln und machten sich einen Namen in der Panzerung von Politiker-Limousinen. Doch der Schwerpunkt der Fertigung liegt weiter auf der Produktion von leichten, tragbaren Panzerbrechern, die unter anderem von der Bundeswehr, dem israelischen Militär und Streitkräften von rund zwei Dutzend weiterer Staaten geschätzt und gekauft werden.

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Dynamit Nobel Defence GmbH, Dr.-Hermann-Fleck-Allee 8, 57299 Burbach, Tel. 02736/462014, www.dn-defence.com

Künstler zwischen den Kriegen

Der westfälische Maler Peter August Böckstiegel war ein Künstler zwischen den Kriegen. Das ihm gewidmete Museum in Werther zeigt aktuell die Ausstellung „Peter August Böckstiegel – Neue Anfänge 1919/1945“ mit rund 70 Gemälden, Grafiken, Aquarellen und Zeichnungen des Künstlers aus privaten Sammlungen und aus dem Museumsbesitz. Die Werke stammen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges und der Nachkriegszeit sowie aus den Jahren nach 1945. Sie entstanden im unmittelbaren Erleben von historischen Zäsuren und Entwicklungen, die der Künstler sensibel wahrnahm und auf die er reagierte, während er in seinem Schaffen vor allem nach Kontinuität strebte. Beeinflusst von beiden Weltkriegen spiegeln sich in seinen Werken die dramatischen Erlebnisse als Soldat und die historischen Zäsuren und Entwicklungen von Gesellschaft und Politik wider. Als Mitglied der Dresdner Künstlergruppe „Gruppe 19“ wagte er den künstlerischen Neuanfang. Daraus stammen expressionistische Holzschnitte. Zurück in Westfalen wandte er sich der Landschaftsmalerei, Portraits und Stillleben zu, in denen er versuchte, einen Kommentar auf die Fragen seiner Zeit zu geben. Die Ausstellung wird vom P.A. Böckstiegel-Freundeskreis gefördert.

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Museum Peter August Böckstiegel, Schloßstr. 109, 33824 Werther, Öffnungszeiten Mi-So 12:00-18:00 Uhr, Tel. 05202/2961220, www.museumpab.de

Josefsbräu jetzt aus Bad Lippspringe

Die vor 22 Jahren von der gemeinnützigen Josefsheim GmbH gegründete Josefsbrauerei ist von Olsberg-Bigge nach Bad Lippspringe umgezogen. Die einzige Inklusionsbrauerei Deutschlands hat im Kurort einen Investor gefunden, der das Konzept des Inklusionsbetriebes aufrechterhalten wird. Im Jahr 2018 hatte das Josefsheim beschlossen, die Brauerei aus Rentabilitätsgründen zu schließen. Dies veranlasste den Bad Lippspringer Unternehmer Ralf Eckel, der selbst einen behinderten Sohn hat, die Brauerei zu übernehmen. Das Inklusionsprinzip, nach dem beeinträchtigte Menschen mit eigener Sozialversicherung, Krankenversicherung und Altersvorsorge beschäftigt sind, wird fortgeführt. Zudem ist es möglich, die Produktion zu erweitern, was in Bigge aus baulichen Gründen nicht möglich war. Im Gewerbegebiet „Am Vorderflöß“ entstand ein neues Brauereigebäude mit speziell ausgestatten Arbeitsplätzen sowie einer großen Almhütte für Feierlichkeiten. Die Vielfalt der Biersorten, abgefüllt in Bügelverschluss-Flaschen, bleibt bestehen. Seit der Neueröffnung am 6. August (Bild), gibt es zudem Weizenbier. Auch nichtalkoholische Getränke werden in Bad Lippspringe abgefüllt.

hfg

Josefs Bräu Produktions gGmbh, Tel. 0170/1221224, www.josefsbraeu.de

Herbstliches Gartenfest auf Schloss Harkotten

Beim großen herbstlichen Gartenfest auf Schloss Harkotten-von Korff bei Sassenberg-Füchtorf erwarten den Besucher vom 9. bis zum 11. September wieder eine große Anzahl an Ausstellern, die in weißen Pagodenzelten erlesene Produkte rund um Heim und Garten anbieten. Nützliches, Dekoratives und Antikes ist ebenso zu finden wie Lebensmittel direkt vom Erzeuger und kulinarische Köstlichkeiten zum gleich Aufessen. Traumhafte Pflanzen- und Blumenarrangements werden ebenso präsentiert wie Kunst und Accessoires für drinnen und draußen. Ein Rahmenprogramm mit Performances macht das Gartenfestival komplett. Schloss Harkotten hat in den Jahrhunderten viele Veränderungen erfahren. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts legte Heinrich II. von Korff hier eine große Burganlage an. Bestimmend für die Burg Harkotten wurde die schon im Jahre 1334 erfolgte Teilung der Burg und der zugehörigen Besitzungen unter die beiden Söhne Heinrichs II. von Korff, so dass eine Doppelschlossanlage mit zwei Herrenhäusern entstand. Weitverzweigte Wasserläufe und Teichanlagen, zwei alte Torhäuser und wenige Mauerreste sind alles, was sich von der mittelalterlichen Wasserburg bis in die neueste Zeit erhalten hat. Ein besonderer Blickfang ist dabei die imposante Atlasfigur mit Weltenkugel. Mit einer Gesamthöhe von etwa acht Metern gehört sie zu den größten barocken Parkskulpturen in Westfalen.

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Gartenfestival Schloss Harkotten, 48336 Sassenberg-Füchtorf, Öffnungszeiten 9.-11.9.2022 von 10:00-18:00 Uhr, Tel. 05197/99950, www.gartenfestival-schlossharkotten.de

PGI stellt Schulbetrieb ein

Das Privatgymnasium in Iserlohn (PGI) hat seinen Schulbetrieb eingestellt. In einer Pressemitteilung zur Schulschließung heißt es: „Die Rahmenbedingungen für das Betreiben eines Privatgymnasiums mit Internat haben sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Gravierende, unvorhersehbare Entwicklungen haben die ohnehin schon schwierigen Rahmenbedingungen in den letzten drei Jahren spürbar weiter belastet. Die Geschäftsführung des Privatgymnasiums Iserlohn und des angeschlossenen Internats haben daher entschieden, beide Einrichtungen im neuen Schuljahr 2022/2023 nicht weiter zu betreiben.“ Vor allem die Corona-Pandemie hat den Schulbetrieb getroffen: „Aktuell vier Anmeldungen für die 5. Klasse: Dass die Zahlen so gering waren, hatte unter anderem damit zu tun, dass durch die Corona-Rahmenbedingungen der Anteil von Neuanmeldungen aus dem Ausland wegfiel.“ Gymnasium und Internat, so die PGI-Information, hatten jährlich in der Regel 30 Schülerinnen und Schüler allein aus China. Diese durften in den Pandemie-Jahren nicht mehr einreisen bzw. aus ihrem Heimatland nicht ausreisen. Im Mai besuchten 93 Schülerinnen und Schüler das Gymnasium. Nach Abitur und Schulabgang in Klasse zehn hätte für die künftigen Klassen 6 bis 13 die Gesamtschülerzahl 65 betragen. Geschäftsführerin Iris Hermann: „Wir bedauern die Schließung sehr. Viel Zeit, Kraft, Kreativität, Emotion und finanzielle Mittel wurden von uns in die Fortführung der beiden Einrichtungen gesteckt. Die Änderung der Schulform, Corona, der Krieg in der Ukraine, die Personal- und Raumkosten stehen einer pädagogisch und ökonomisch vertretbaren Fortführung und einer nachhaltigen wie sinnvollen Perspektive entgegen.“

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Privatgymnasium Iserlohn, Reiterweg 28-32, 58636 Iserlohn, Tel. 02371/90430, www.privatgymnasium-iserlohn.de

Hier spielt die Musik

Diese Konzertreihe der Kammermusik ist buchstäblich eine musikalische Reise wert: Die Westfalen Classics präsentieren zur Herbstedition 2022 vom 9. bis zum 18. September 2022 sieben hochkarätige Konzerte an sieben reizvollen Orten. Der Bogen reicht von Schloss Erwitte über Gut Holthausen, das Rittergut Störmede, die Jakobikirche Lippstadt, die Hohnekirche Soest und die Firma Lönne bis hin zum Schloss Körtlinghausen. Bei dem vielseitigen und bunten Programm können Musikfreunde Klassisches, Romantisches, Modernes wie auch Jazz erleben, gespielt von wechselnden Besetzungen vom Streichquartett bis zum Saxophonensemble und von hochklassigen Künstlerinnen und Künstlern. Zum Auftakt von „Westfalen Classics“ tritt am 9. September ab 19.30 Uhr das Weimarer „Klenke Quartett“ im Schloss Erwitte auf. Beim Konzert am 10. September ab 16 Uhr auf Gut Holthausen konzertiert Festivalintendant Gernot Süßmuth an der Violine gemeinsam mit dem Cellisten Ramón Jaffé und der Klaviervirtuosin Monica Gutmann. An den folgenden Tagen der Konzertreihe spielen außerdem das „Frank Dupree Trio“, das „Ardemus Saxophonquartett“ und Musiker der Staatskapelle Berlin und Weimar sowie der charismatische Geiger David Castro-Balbi auf.

jb

Westfalen Classics, Ticket-Hotline 02941/2737194, www.westfalenclassics.de

Geschichten aus der Geschichte

Als letztes Werk des kürzlich verstorbenen stellvertretenden Westfalium-Chefredakteurs Dr. Peter Kracht sind die „Unnaer Beiträge zur Geschichte 2021/2022“ erschienen. Als 1. Vorsitzender des Historischen Vereins zu Unna war er der Herausgeber dieses Jahrbuchs. Die Themen des Bandes sind breit gestreut – von der Jungsteinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Den Auftakt machen jungsteinzeitliche Menschenschädel aus dem Museum in Werne. 300 Jahre alt ist dagegen der „Motzfeldbericht“ aus der Stadt Kamen. Interessant ist auch, welchen Weg durch die Zeit eine Laurentiusreliquie aus Fröndenberg nahm. Zwei weitere Beiträge nehmen die Jahre um Christi Geburt ins Visier: Spannend ist die Theorie, dass sich in Hemmern, einem Ortsteil von Rüthen, ein römisches Lager befand. Und nicht minder interessant ist die Frage, wie die Landschaften im Gebiet des heutigen Deutschlands um die Zeitenwende aussahen.

hfg

Dr. Peter Kracht (Herausgeber): Unnaer Beiträge zur Geschichte – Jahrbuch des Historischen Vereins zu Unna e.V., Unna 2022, ISSN:0175-9345, 10 €

Jetzt bestellen im www.westfalium-shop.de

LAUFZIEL PRINZIPALMARKT: Münster feiert den diesjährigen Volksbank-Marathon am 11. September mit einem bunten Rahmenprogramm. Zum 20. Jubiläum des spektakulären Events wird der Prinzipalmarkt besonders herausgeputzt. Mehr als 1.000 Flaggen erwarten die Ausdauersportler in Münsters guter Stube und zum Zieleinlauf gibt es einen leuchtend roten Teppich. Tausende von Zuschauern säumen die letzten Meter bis zum Ziel. Zum Start des 20. Volksbank-Münster-Marathons haben sich mehr als 9.000 Läuferinnen und Läufer aus insgesamt 45 Nationen angemeldet. Damit wurde die Nationen-Teilnahme nochmals deutlich gegenüber den Vorjahren überboten. Prominenz ist ebenfalls in Münster vertreten. Heiner Brand, der ehemalige Bundestrainer der Herren-Handball-Nationalmannschaft, bekannt durch seinen „Walrossbart“, wird gemeinsam mit dem Vorstand der Volksbank Münsterland Nord und dem Oberbürgermeister den Startschuss geben. 45 Nationen sind ein neues Rekordergebnis, kommen doch Teilnehmer aus der ganzen Welt nach Münster, um dieses Laufevent zu feiern und dabei zu sein. Mehrere Top-Eliteläufer haben den Streckenrekord ins Visier genommen. Immer mehr Läufer melden sich für die interessanten Prämien für die schnellsten deutschen Läufer im Feld. Hier winken 2.000 Euro.

jb

Münster-Marathon, 48143 Münster, www.volksbank-muenster-marathon.de

200 Jahre Gasthof Bredeck-Bakker

Seit 1822 steht der Name Bredeck im westmünsterländischen Ahaus-Alstätte für familiäre Gastlichkeit – anlässlich des runden Jubiläums überreichten Peter Geusendam (stellvertr. Vorsitzender des DEHOGA-Kreisverbands Borken, Bild l.) und Renate Dölling (Geschäftsführerin Münsterland beim DEHOGA Westfalen, Bild r.) jetzt eine Anerkennungs-Urkunde an Änne Bredeck (Mutter des jetzigen Betreibers, Bild 2.v.l.), Sylvia Biedermann (Lebensgefährtin des jetzigen Betreibers, Bild M.) und Bernd Bredeck (jetziger Betreiber, Bild 2.v.r.). In der sechsten Generation führt Bernd Bredeck den Hotel- und Gastronomiebetrieb, der im Jahr 1822 vom „Schenkwirth“ und Bäcker Heinrich Bredeck und seiner Frau Gertrud Osterkamp gegründet wurde. Im Laufe der Jahre hat der Betrieb eine wechselvolle Geschichte durchlebt. So wurde im Jahr 1925 die Bäckerei geschlossen, dafür aber ein „öffentlicher Fernsprecher“ in einem separaten Telefonzimmer für die Gäste bereitgestellt. Der Betrieb wurde dann als Kolonialwarengeschäft und Gastwirtschaft weitergeführt. Nach der Zerstörung des Gasthofs im zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb wieder aufgebaut und sowohl der Gastronomiebetrieb wie auch die Landwirtschaft erfolgreich fortgeführt. Die 5. Generation – Heinrich Bredeck, der mit Änne Wigbur verheiratet war – hat mit mutigen Investitionen einen beeindruckenden Ausbau des Familienbetriebs bewerkstelligt und einen besonderen Schwerpunkt in Ahaus-Alstätte auf die Gastronomie und das Vereinswesen gelegt. Heute betreibt Bernd Bredeck mit seiner Lebensgefährtin Sylvia Biedermann den Hotelbetrieb mit Appartements und den Gaststättenbetrieb, wobei neben Planwagenfahrten ein Fahrradverleih und die Bundeskegelbahnen angeboten werden. Auch die 7. Generation hat schon Ambitionen, den gut eingeführten Familienbetrieb weiterzuführen, da eine Ausbildung im gastgewerblichen Bereich schon ins Auge gefasst ist.

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Alter Gasthof Bredeck-Bakker, Kirchstraße 20, 48683 Ahaus, Tel. 02567/93130

Regional und nachhaltig seit 25 Jahren

Eine Region definiert sich auch über ihre Ess- und Trinkkultur. Diesen Gedanken setzen Heidi und Dirk Eggers in ihrem Hotel & Restaurant Eggers in Sprockhövel seit 25 Jahren in die Tat um. Leidenschaft und Fleiß des Gastronomenpaares machten den Betrieb schnell zu einer beliebten Adresse in der Region. Nun gibt es in diesem Jahr noch einen weiteren Grund zum Feiern: Seit zehn Jahren führt Dirk Eggers mit seinem Betrieb das Gütesiegel „Westfälisch Genießen”, das Häusern verliehen wird, die sich in besonderer Weise für die regionale Küche einsetzen. Der Bezug des Kochs zu Land und Region zeigt sich auch bei der Wahl seiner Zutaten. Wo immer es geht, werden regionale Produkte eingesetzt – das Rind vom Sprockhöveler Züchter, der Waltroper Spargel oder das Lamm aus Paderborner Schafzucht. Um auch für die nächsten Jahre gerüstet zu sein, setzen Heidi und Dirk Eggers nicht nur auf ihr Team, sondern auch auf den Nachwuchs: „Wir sind immer auf der Suche nach Auszubildenden für die Berufe Koch bzw. Köchin und im Hotel- und Restaurantfach“, sagen sie. Noch bis zum 30. September gibt es unter dem Motto „Glückauf aus Sprockhövel“ ein dreigängiges Jubiläums-Menü für – passend zum Jubiläum – 25 Euro.

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Hotel & Restaurant Eggers, Hauptstr. 78, 45549 Sprockhövel, Tel. 02324/71780, www.hotel-restaurant-eggers.de

Auf dem Weg der Stille

Der ökumenische Pilgerweg „Weg der Stille“ verläuft mit drei Etappen auf insgesamt 41 Kilometern durch den Naturpark Teutoburger Wald/ Eggegebirge. Beginnend im malerischen Schwalenberg sind seine 10 bis 15 Kilometer langen Abschnitte auch für ungeübte Wanderer recht gut zu meistern. Ziel ist die ehemalige Bendiktinerabtei Corvey, das einzige Weltkulturerbe Westfalens. Natur erleben und ihr zuhören – mehr braucht es bei dieser Wanderung nicht. Durch Wälder, über Forstwege, durch Alleen und über mittelalterliche Kirchpfade: am Ende des Tages erwarten die Pilgerinnen und Pilger gemütliche Herbergen und regionale Köstlichkeiten. Entlang des Weges ist das Benediktinerkloster Marienmünster ein ganz besonderer Ort. Bereits im Jahr 1128 gegründet, ist die Klosterkirche mit ihrer barocken Johann-Patroclus-Möller-Orgel weithin bekannt. Von hier geht es hinauf zur Kapelle auf dem Hungerberg. Ein historischer Klosterpfad geleitet dann die Wanderer weiter zum koptisch-othodoxen Kloster Brenkhausen. Besucher sind eingeladen, die koptische Kultur kennenzulernen und an den Gottesdiensten oder an einem Frühstück im Kloster teilzunehmen. Der Endpunkt der Pilgertour, Corvey, war früher ein von einer blühenden Stadt umgebenes Kloster von weiter Strahlkraft und großem Einfluss. Die „Civitas Corvey“ entlässt die Wanderer schließlich wieder zurück in die laute Welt.

hfg

Kulturland Kreis Höxter, Corveyer Allee, 37671 Höxter, Tel. 05271/974323, www.kulturland.org

Paderborner trotzen Tornado

Die am Freitag, 20. Mai, durch einen Tornado angerichteten Schäden haben in der Domstadt an der Pader niemanden kaltgelassen. Zwar gab es glücklicherweise keine Todesopfer. Aber viele, teils schwer Verletzte und hohe Sachschäden trafen besonders die Einwohner der Kernstadt und des Riemekeviertels ins Mark. Die beliebte, zentrale Parkanlage Paderborns, das Paderquellgebiet, verlor an diesem Tag mehr als 1.000 Bäume und bot ein Bild der Verwüstung. Nun wollen die Paderborner wieder aufforsten. Aus dem Astholz der gefallenen Bäume hat der Verein „Freunde der Pader“ Baumscheiben herstellen lassen. Sie tragen die Gravur „Tornado Paderquellgebiet 20.05.2022“ und werden zum Preis von acht Euro pro Stück verkauft. Allein während der Libori-Festwoche im Juli konnte der Verein so einen Erlös von rund 10.000 Euro erzielen. In der Summe ist auch eine Spende enthalten, welche von Schaustellern und Pottmarktbeschickern eingebracht wurde. Und während die ersten Astscheiben schon bei ebay angeboten werden, können diese auch weiterhin über die Tourist-Information der Stadt Paderborn bezogen werden. Vom Erlös der Aktion sollen nun im Paderquellgebiet neue Bäume gepflanzt werden.

hfg

Tourist Information Paderborn, Marienplatz 2a, 33098 Paderborn, Tel. 05251/8812980, www.paderborn.de/tourismus

Welterbe trifft Gartenkunst

Westfalens bislang einzige Welterbe-Stätte in Corvey ist eines der zentralen Themen der Landesgartenschau Höxter im kommenden Jahr 2023. In und um Höxter und Corvey laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Auf einer Gesamtfläche von 35 Hektar wird das Gartenschaugelände die Weserpromenade (Bild), den Stadtwall, den alten Hafen und den Renteigarten in Corvey zu einer Erlebniswelt verbinden, die das Thema Garten und Welterbe miteinander vereint. Der historische Hellweg, der durch das Gartenschaugelände verläuft, wird gestalterisch hervorgehoben und die Civitas Corvey wird in ihrer historischen Bedeutung erklärt. Schon jetzt wachsen in Sichtweite des Corveyer Westwerks ein Hopfengarten und ein Lavendelfeld heran. In der historischen Rentei am Schloss wird es einen Kräuter- und Heilgarten geben, der die Klostermedizin zum Thema hat. Das bei Landesgartenschauen übliche „Grüne Klassenzimmer“ wird in Höxter zum „Bunten Klassenzimmer“, da es historische und biologische Inhalte miteinander verknüpft. Während der gesamten Gartenschauzeit von April bis Oktober können Schulklassen diese Angebote buchen. Ein Förderscheck der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW in Höhe von 199.806 Euro für das „Bunte Klassenzimmer“ wurde an die Gartenschau GmbH übergeben. hfg Landesgartenschau Höxter 2023 gGmbH, Tel. 05271/9631005, www.landesgartenschau-hoexter.de

Fest im Sattel für die gute Sache

Auf Rädern sind sie top: Beim 3. A.L.S.-Radmarathon Anfang August legten 33 ambitionierte Rennradsportler zwischen 18 und 72 Jahren über 220 Kilometer und 3.000 Höhenmeter quer durch Südwestfalen für einen guten Zweck zurück. Und noch können sich alle an der Aktion der Hüstener Allgemeinen Land- und Seespedition beteiligen. Der Einsatz der 33 Hobbyradsportler soll nicht umsonst gewesen sein. Die A.L.S. hofft auf Spendenwillige, die den Spendenmarathon für die gute Sache finanziell unterstützen möchten. Noch bis zum 20. September ist es möglich, pro gefahrenen Kilometer einen Cent, einen Euro oder einen Betrag nach Wahl spenden. Davon profitieren sollen der ambulante Hospizdienst für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Arnsberg „Sternenweg“ sowie die Csilla von Boeselager Stiftung mit Sitz unter anderem in Voßwinkel, die sich um Geflüchtete aus der Ukraine sowie die Kinderbetreuung in Rumänien kümmert. Die Tour startete bei gutem Wetter frühmorgens in Hüsten am A.L.S. Bürogebäude und ging durch das hügelige Sauerland, mit Zwischenstopp am Rhein-Weser-Turm und einer Mittagspause an der Wisent-Hütte bei Jagdhaus. Verpflegungsfahrzeug, Besenwagen und Motorrad begleiteten das Teilnehmerfeld. Letztes Jahr wurden 12.500 Euro erstrampelt.

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A.L.S. Allgemeine Land- und Seespedition GmbH, Tel. 02932/930634, www.als-arnsberg.de, Spendenkonten (SPK Arnsberg-Sundern): „Sternenweg“, Spendenkonto des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern, IBAN: DE50 4665 0005 0001 0000 66, Verwendungszweck: Sternenweg, A.L.S. Radmarathon, oder „Csilla v. Boeselager Stiftung, Osteuropahilfe“, IBAN: DE41 4665 0005 0000 0333 32, Verwendungszweck: Satu Mare/Beregovo, A.L.S. Radmarathon