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Wie geschmiert


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ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik - epaper ⋅ Ausgabe 12/2020 vom 10.12.2020

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RATGEBER

Unsere Testergebnisse zeigen: Mit Naturkosmetik liegen Sie in aller Regel richtig. Und: 200 Milliliter einer „sehr guten“ konventionellen Körpermilch bekommen Sie schon für weniger als einen halben Euro. 

Körperlotion direkt nach dem Duschen oder Baden auftragen. 

Die synthetischen Polymere in diesem Test erkennen Sie an Begriffen wie Acryl/-ate, Carbomer, Crosspolymer, Copolymer oder Polybutene.

Aus dem riesigen Angebot an Körperlotionen, die es auf dem Markt gibt, haben wir uns 46 herausgesucht und genauer unter die Lupe genommen – darunter 19 aus zertifizierter Naturkosmetik. Viele sind als ...

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... reichhaltig oder speziell für trockene Haut ausgelobt.

Kompromisse? Nicht nötig! 

An 27 der untersuchten Lotionen haben wir so gut wie nichts auszusetzen. Sehr günstige Eigenmarken sind ebenso dabei wie Naturkosmetik, die zum Teil deutlich mehr kostet. Also kein Grund, irgendwelche Kompromisse einzugehen.

Alle 19 Körperlotionen aus zertifizierter Naturkosmetik schneiden mit „sehr gut“ ab. Der gewohnt grüne Anblick der Testtabelle kommt bei dieser Produktgruppe nicht von ungefähr: Die Kriterien der Naturkosmetikstandards verbieten weitgehend jene Substanzen, die wir in unseren Kosmetiktests immer wieder kritisieren – und die sich bei konventioneller Pflege schnell zum Testergebnis „mangelhaft“ oder gar „ungenügend“ summieren. Beispielsweise umstrittene Emulgatoren wie PEG/PEG-Derivate, erdölbasierte Öle und Wachse wie Paraffine oder synthetische Polymere.

Aber auch acht konventionelle Körperlotionen sind mit „sehr gut“ im sattgrünen Bereich gelandet, darunter Eigenmarken etlicher Discounter und Supermärkte sowie von Drogeriemarktketten.

Danach geht’s bergab 

Die restlichen 19 getesteten Körperlotionen teilen sich die gesamte Bandbreite unserer Testurteile: Von „gut“ bis „ungenügend“ ist alles vertreten. Vor allem bekannte Kosmetikmarken wie Nivea, Neutrogena oder Dusch das enttäuschen und schmieren mit der schlechtesten Bewertung ab.

Lilial kommt sanft blumig daher. Doch ansonsten ist nichts sanft an dem Duftstoff, der an Maiglöckchen erinnert und in fünf Körperlotionen enthalten ist. Im Gegenteil: Lilial hat sich in Tierversuchen als fortpflan­ zungsschädigend erwiesen. Das EU-Verbraucherschutzkomitee für Kosmetik bewertet den Duftstoff daher als nicht sicher – weder in Kosmetik, die auf der Haut bleibt, wie bei Körperlotionen, noch in abwaschbarer Kosmetik wie bei Duschgelen. Dennoch beduften einige Anbieter ihre Kosmetika weiter mit Lilial.

Die Bettina Barty Vanilla Rich Body Milk verdankt ihre Duftnote neben Lilial auch einem künstlichen Moschusduft. Moschus-Keton zählt zu den Nitromoschusverbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern. Grund genug, in Kosmetika darauf zu verzichten – erst recht in solchen, die auf der Haut bleiben. Anbieter Straub sieht das offenbar anders und kassiert für Lilial und künstlichen Moschusduft Notenabzug.

Erdöl auf der Haut 

Das will sicher niemand. Dennoch sind künstliche Stoffe wie Paraffine aus Erdöl hergestellt. Künstliche Erdölabkömmlinge, aber auch Silikone sind zwar in ausgefeilte Rezepturen gebettet und sorgen für ein scheinbar schönes Hautgefühl: Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich die Substanzen nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut integrieren wie natürliche Öle und Fette. Schlimmer noch: Sofern sie nicht gründlich genug aufgereinigt sind, enthalten Paraffine darüber hinaus noch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Es ist nicht auszuschließen, dass unter MOAH auch Verbindungen sind, die möglicherweise Krebs erzeugen. Wir meinen: Solche Pflegeprodukte haben nichts auf der Haut zu suchen.

Gefahr fürs Wasser 

Zwei Produkte im Test – die Fenjal Intensive Body Milk und die Dove Reichhaltige Body Milk, tro- ckene Haut – enthalten die problematische Silikonverbindung Cyclopentasiloxan. Die ist nur schwer abbaubar, reichert sich deshalb in der Umwelt an und gefährdet dort das Wasser. Seit Ende Januar 2020 gibt es in der EU für diese Substanz – neben anderen – eine Mengenbeschränkung. Allerdings gilt diese nur für Kosmetika, die Verbraucher wieder abwaschen, zum Beispiel Shampoos oder Duschgele.

Problematischer Konservierer 

Natürlich ist es wichtig, Kosmetik zu konservieren. Aber bitte nicht mit Stoffen, die unter Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Das ist jedoch bei Propylparaben der Fall. Umwelthormone sind etwa dafür verantwortlich, dass die Pubertät von Mädchen früher einsetzt. Das haben Wissenschaftler der Universität Berkeley festgestellt.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 3) Enthält Paraffine/Silikone/Erdölverbindungen. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 4) Enthält PEG/ PEG-Derivate. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 5) Enthält Lilial. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 6) Enthält Lilial, künstlichen Moschusduft. 7) Enthält Paraffine/Silikone/Erdölverbindungen, MOAH. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 8) Enthält Paraffine/Silikone/Erdölverbindungen, PEG/PEG-Derivate. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 9) Enthält Lilial, PEG/PEG-Derivate. Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 10) Enthält Lilial, Paraffine/Silikone/Erdölverbindungen. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. Lilial im Labor nachgewiesen, aber nicht deklariert. 11) Enthält Lilial, Paraffine/Silikone/Erdölverbindungen, PEG/PEG-Derivate, Propylparaben. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 12) Enthält Paraffine/Silikone/ Erdölverbindungen, PEG/PEG-Derivate, MOAH. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 13) Enthält Paraffine/Silikone/Erdölverbindungen, PEG/PEG-Derivate, MOAH. 14) Enthält Propylparaben, Paraffine/Silikone/Erdölverbindungen. 

Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. 

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Butylphenyl Methylpropional (Lilial); b) PEG/PEG-Derivate; c) mehr als 10 mg/kg Nitromoschusverbindungen (in der Tabelle: künstlicher Moschusduft); d) MOAH. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als ein Prozent Silikone/ Paraffine/Erdölprodukte; b) Propylparaben. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: a) Silikone, die weniger als ein Prozent ausmachen, wenn nicht schon Paraffine/Silikone unter den Inhaltsstoffen abgewertet wurden, und/oder synthetische Polymere (hier: Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer, Ammonium Acryloyldimethyltaurate/VP Copolymer, Ammonium Polyacryloyldimethyl Taurate, Carbomer, Hydroxyethyl Acrylate/Sodium Acryloyldimethyl Taurate Copolymer, Sodium Carbomer). Zur Abwertung um eine Note führt: Umkarton, der kein Glas schützt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern ausgelobten Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden, Glossar und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/J2012 

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 10/2019 und 5/2020. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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