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Wir brauchen ein neues Geldsystem!


raum&zeit thema - epaper ⋅ Ausgabe 47/2021 vom 30.06.2021

Fiat-Money am Ende

Artikelbild für den Artikel "Wir brauchen ein neues Geldsystem!" aus der Ausgabe 47/2021 von raum&zeit thema. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: raum&zeit thema, Ausgabe 47/2021

Geld regiert die Welt und wir alle haben tagtäglich mit Geld zu tun. Doch kaum einer weiß, wie unser Geldsystem eigentlich funktioniert, wie Geld in die Welt kommt, wie Geld eigentlich geschaffen wird. Umso erstaunter sind die Leser meiner Bücher oder die Zuhörer meiner Vorträge, wenn ich ihnen erzähle, dass unser Geld, wie beieinem Zaubertrick, aus dem Nichts geschaffen wird. Die Basis unseres Geldsystems sind Schulden, da wir ein sogenanntes Schuldgeldsystem haben. Neues Geld kommt nur in die Welt durch Schulden, also durch Kredite, die Banken vergeben.

Nicht nur Notenbanken (staatliche Zentralbanken) kreieren Geld aus dem Nichts, sondern vor allem die Geschäftsbanken durch die Kreditvergabe. Jedes Mal, wenn ein Kredit vergeben wird, wird neues Geld geschaffen. Es entstehen Schulden. Die Bank muss lediglich 1 Prozent der Aufbruch Kreditsumme – in eine Form freie von ...

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... Notenbankgeld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegen. Die restlichen 99 Prozent werden buchstäblich aus der Luft neu geschaffen. Das ist das Wesen von „Fiat-Geld“ (von lat. fiat = es werde).

Das Übel der Notenbanken

Schulden sind ein schlechtes Fundament für ein nachhaltiges Geldsystem. Die Art, wie wir Geld kreieren, ist das Grundübel der immer wiederkehrenden Krisen und Finanzmarktblasen. Es ist aber auch die Basis für Kriegsfinanzierung und wahnwitzige Staats-Projekte jeglicher Art wie die heutige EU. Spekulationen und Exzesse sind regelmäßig die Folgen. Seit Jahren sind die Notenbanken dazu verdammt, jede Krise mit noch mehr Geld und noch niedrigeren Zinssätzen zu überdecken und in die Zukunft zu verschieben, statt sie zu lösen. Damit sind die Notenbanken dann Feuerwehr und Brandbeschleuniger in einem. Denn das viele neue Geld kreiert und garantiert die nächste Finanzmarktblase, die dann mit noch gigantischeren Rettungspaketen und noch mehr Gelddrucken beantwortet werden muss.

Es ist eine Teufelsspirale ohne Entkommen. Diese Entwicklung verläuft exponentiell. Und wir alle wissen: Exponentielles Wachstum ist zum Scheitern verurteilt. Es entstehen immer wieder neue Spekulationsblasen, und Teil eines solchen Systems ist auch die Umverteilung von Vermögen von unten, der Mitte und oben nach ganz, ganz oben. Das heißt, die Kluft zwischen arm und superreich wird immer größer. Die Superreichen werden immer reicher und die Fleißigen immer ärmer (so auch der Untertitel meines ersten Buches).

Zuletzt besaßen 20 Superreiche so viel Vermögen wie die Hälfte der Menschheit (3,8 Milliarden Menschen). Das ist der sogenannte Cantillon-Effekt. Richard Cantillon (1680–1734) war ein irischer Ökonom, der sich Gedanken um den Geldkreislauf und die Geldschöpfung machte. Schon 1755 wurde posthum seine Abhandlung über die Natur des Handels im Allgemeinen veröffentlicht. Darin beschrieb er erst mals einen wichtigen Zyklus: Eine Erhöhung der Geldmenge durch die Giral-Geldschöpfung (Giralgeld = Geld auf dem Girokonto) wird nicht in allen volkswirtschaftlichen Bereichen gleichmäßig und gerecht verteilt, sondern Bereiche, die dem Quell nahestehen, profitieren zuerst und übermäßig davon: Staat, Finanzsektor, Konzerne und so weiter. Verlierer sind diejenigen, bei denen das Geld erst spät oder gar nicht ankommt, weil sie durch eine steigende Inflation (Kaufkraftverlust) benachteiligt werden.

Vermögende am Kredithebel

Aktuell ist das bei den Immobilien- und Aktienmärkten zu sehen sowie bei anderen Vermögenspreisblasen. Die benachteiligten Schichten erhalten auch keine günstigen Kredite, da sie im Gegensatz zu den Vermögenden keine Sicherheiten haben und ihr Vermögen daher nicht günstig hebeln können, um am Spekulationsboom teilzuhaben. Dagegen können sich Vermögende und diejenigen, die nahe am „Schweinetrog“ sitzen, mit dem Kredithebel immer mehr Werte aneignen und schaffen. Aus diesem Grund sind die Vermögenden in den letzten Jahren seit der Finanzkrise 2008 mit jedem Rettungspaket noch wohlhabender geworden.

In der Corona-Krise haben sich die Vermögen der Milliardäre auf geradezu obszöne Weise in relativ kurzer Zeit nach oben entwickelt. Freiwillig will man das alte System wohl nicht ad acta legen. Aus dem Grund wird es wohl mit einem großen Knall enden wie zumeist in der Vergangenheit. Daher fordere ich ein neues und gesundes Geldsystem, das dem Menschen dient, gerecht, demokratisch und stabil ist.

Immer wieder beginnt die Menschheit mit einem stabilen und wertgedeckten Geldsystem (zum Beispiel dem Goldstandard) und endet mit einer Währung, die mehr und mehr an Vertrauen und Wert verliert. Ein stabiles und gedecktes Geldsystem ist das Fundament für eine funktionierende Gesellschaft und für ein hinreichendes Vertrauen der Bürger in das System. Sobald dieses Vertrauen schwindet, bröckelt auch das gesamte System. Mit der Entwertung des Geldes geht seit jeher auch der Untergang ganzer Imperien, Reiche und Nationen einher.

Zuletzt besaßen 20 Superreiche so viel Vermögen wie die Hälfte der Menschheit.

Münzverschlechterung

Denn immer wurde mit der Zeit das stabile und gedeckte Geld nach und nach ausgehöhlt und aufgelöst. Die Gründe hierfür sind immer dieselben: Missmanagement, Korruption, steigende Ausgaben durch Kriege und Sozialprogramme, Pandemien, Ernteausfälle und Rezessionen. Um die Inflation in den Griff zu bekommen, wird dann das gedeckte Geldsystem immer mehr aufgeweicht. In früheren Zeiten geschah das durch Münzverschlechterung. So wurden im Römischen Reich zum Beispiel die Münzen abgefeilt oder beschnitten. Neue Münzen wurden etwa aus Legierungen mit einem höheren Kupferanteil geprägt, der Anteil an Silber und Gold wurde immer weiter reduziert.

Schon damals führte die Inflation zu einer sich ausweitenden Ungleichheit zwischen den Wohlhabenden und der breiten Masse. So, wie wir es aktuell auch wieder sehen. Das Vermögen konzentriert sich in immer wenigeren Händen, diese Entwicklung schreitet exponentiell voran. Dies hat dann auch das Potenzial, soziale Unruhen auszulösen. Herrscher und Politiker wollen in der Regel soziale Unruhen, Revolutionen und Aufstände vermeiden, um die privilegierte Position langfristig zu sichern. Die Mächtigen müssen dann die Sozialprogramme ausweiten und „Brot und Spiele“ bieten – zur Ablenkung von den eigentlichen Problemen. Um den „Pöbel“ ruhig zu halten, werden die Transferleistungen hochgefahren, was natürlich viel Geld kostet. Deshalb steigen die Steuern und Abgaben. Dies war im Römischen Reich der Fall, aber in unserer Zeit ist es das Gleiche. Seit Jahren steigen die Steuern in immer neue Höhen. Ständig werden neue Abgaben erfunden, um neue Einnahmequellen zu generieren. Deutschland hat jetzt offiziell die höchste Steuer- und Abgabenbelastung weltweit.

Wenn das Volk satt ist, dann braucht es nur noch Unterhaltung. Das ist die zweite Beruhigungspille für die breite Masse. In der Römerzeit waren das die berühmten Gladiatorenkämpfe, bei denen es kostenlos Essen und Wein gab. Über 20 Prozent der Bevölkerung im Römischen Reich waren von staatlichen Almosen abhängig. Mit der Belustigung fürs Volk wollten die Magistrate, die höchsten Amtsträger, verhindern, dass Aufstände entstehen. Durch die Spiele sicherten sie sich aber auch die Zustimmung der Bevölkerung bei den Wahlen. De facto war es nichts anderes als ein banaler Stimmenkauf.

Die einfachste und schnellste Art in der damaligen Zeit, vermögend zu werden, war eine Stellung im Staatsapparat. Denn hier konnte man sich dann durch Gefälligkeiten und Vetternwirtschaft schnell ein gutes Zubrot verdienen. All das führte zur Aushöhlung und Korrumpierung des Römischen Reiches und damit schließlich zum Ende des Imperiums. Und all das als Folge des ungebremsten Gelderzeugens aus dem Nichts.

Nichts Neues unter der Sonne

Fällt Ihnen beim Lesen der Zeilen etwas auf? All diese Punkte sind in unsere jetzige Zeit übertragbar. Auch dieser Zyklus wiederholt sich im Laufe der Geschichte immer und immer wieder. Die Parallelen zu heute sind frappierend.

Vertrauen ist die wichtigste Währung.

Diese Umverteilung, die Preisblasen und Gelddruckorgien sind anscheinend wiederkehrende Zyklen mit immer demselben Ausgang. Vor genau 100 Jahren erlebte die Welt nach dem ersten Weltkrieg die Goldenen Zwanzigerjahre. Durch eine zügellose Notenbankpolitik wurden einige wenige maßlos reich und es gab die größte Kluft zwischen arm und reich in der Geschichte der Menschheit. Während die breite Masse verarmte, wurden die Rockefellers, Vanderbilts, Carnegies und J. P. Morgans immer reicher. Dies führte zu Unmut in der Gesellschaft, der sich in der Wahl von immer extremeren populistischen Parteien ausdrückte. Der Aufstieg kollektivistischer Ideologien wie Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus in Europa war das Ergebnis – und wir alle wissen, wie schrecklich diese Entwicklung endete.

Sound Money

Was lernen wir aus alldem? Ein gesundes, stabiles und gedecktes Geld, so genanntes „Sound Money“, führt zu stabilen Verhältnissen, Strukturen und Vertrauen! Vertrauen ist die wichtigste Währung in einer Gesellschaft und im Zwischenmenschlichen. Wenn dieses Vertrauen bröckelt, wanken die Fundamente des ganzen Systems. Das sehen wir in der Geschichte der Menschheit immer und immer wieder. Aus diesem Grund ist es essenziell, Geld zu haben, in das die Menschen ihr Vertrauen setzen. Und es muss durch mehrere limitierte Werte gedeckt sein, also ein Korb aus beispielsweise Gold, Silber, Platin, vielleicht sogar noch Öl und Bitcoin (s.u.). Bis dato waren der Wert-Anker und Vertrauensspender im Geldsystem Edelmetalle wie Gold und Silber. Dies hat immer funktioniert, und alle einigten sich darauf, dass diese beiden geologisch raren Edelmetalle Vertrauen speichern. Sie sind von Natur aus limitiert, können als nicht beliebig vermehrt werden. Dieses Vertrauen hat immer nur der Mensch untergraben. Durch Inkompetenz oder Gier wurde das stabile Geldsystem aufgebrochen und das Vertrauen damit beschädigt. Ein gutes Beispiel, wie sich Länder mit gutem Geld einerseits und schlechtem Geld andererseits entwickeln, ist wieder das Römische Reich. Das Römische Reich hatte ab 27 v. Chr. die Goldmünze Aureus („aurum“ ist das lateinische Wort für „Gold“). Der Aureus verlor im dritten Jahrhundert durch Beimischung von Kupfer und anderen Legierungsmetallen massiv an Feingehalt. Somit sanken auch der Wert und schlussendlich auch das Wichtigste: das Vertrauen in die Werthaltigkeit! Um das Vertrauen wieder herzustellen, wurde dann 309 n. Chr. die Goldmünze „Solidus“ (der Name ist Programm) durch Kaiser Augustus eingeführt. Das war übrigens ein Produkt „Made in Germany“, denn der Solidus wurde in Trier geprägt. Hier residierte Kaiser Augustus. Offenbar genoss Deutschland schon damals einen vertrauenswürdigen Ruf. Die Geschichte zeigt uns mannigfach: Staaten, Berufspolitiker und Bürokraten können mit Geld nicht umgehen. united Sie zerstören immer wieder gute und gesunde Geldsysteme. Aus diesem Grund brauchen wir ein neues Geld- und ein neues Politiksystem. Ich plädiere dafür, das neue Geldsystem auf einer Blockchain, einem unbestechlichen Algorithmus, zu basieren, statt es in die Hand korrupter Politiker und nicht demokratisch kontrollierbarer Notenbanken zu geben.

Buchtipp

Marc Friedrich: „Die grösste Chance aller

Zeiten“, Finanz- Buch Verlag, 2021, 22,- €,

ISBN: 9783959724579

Digitalisierung des Fiat-Geldes

Um das Spiel in die Länge zu ziehen, versuchen die verzweifelten Notenbanken als nächstes die Digitalisierung des Fiat-Geldsystems voranzutreiben. Damit erschlagen sie mehrere Fliegen mit einer Klappe:

• Sie erhalten einen kompletten Überblick in Echtzeit zur Steuerung der monetären und fiskalischen Politik.

• Sie erstreben einen Schutz vor Geldwäsche und kriminellen Machenschaften.

• Sie können die Zinsen problemlos in den Minusbereich senken, ohne dass die Bürger das Geld von der Bank abheben und sich dem Negativzins entziehen können. Ein Bank-Run wird damit in Zukunft unmöglich sein.

• Jeder Kunde, jede Transaktion ist dann komplett transparent und nachvollziehbar. Eine digitale Währung kann unzählige Daten über die Zahlungsströme und das Nutzerverhalten der Bürger liefern. Der wahre feuchte Traum der Stasi und der Albtraum, vor dem uns George Orwell gewarnt hat.

• Strafzinsen oder eine Strafsteuer (Vermögensabgabe/Vermögenssteuer) können schnell und effizient eingesetzt und von jedem Konto eingezogen werden.

• Die EZB baut ihre Befugnisse und Macht aus. Seit Jahren sagt die Notenbank, Europa sei „overbanked“, habe also zu viele Banken. Mit dem digitalen Euro wird sie sich so einiger Banken entledigen und in Zukunft dann ganz praktisch den Bürgern direkt ein EZB-Konto anbieten können, sodass sie die komplette Macht und Übersicht hat.

Im Grunde ist unser Geldsystem schon fast komplett digital, weil das meiste über digitale Prozesse läuft: Onlinebanking, Handy-Zahlungen, Plastikgeld und Giralgeld. Natürlich versuchen die Beteiligten jetzt schon von allen Seiten, uns diese schöne neue Welt des Bezahlens schmackhaft zu machen: praktisches, hygienisches, kontaktloses Bezahlen, das effizienter, günstiger und schneller ist.

Im Endeffekt ist der digitale Euro nichts anderes als das ungedeckte Fiatgeld-System, das zu 100 Prozent digitalisiert ist. Für uns Bürger hat es nur Nachteile, weil wir dann problemlos überwacht und durch Negativzinsen enteignet werden. Diese Entwicklung wird von den Notenbanken weltweit vorangetrieben: CBDCs (Central Bank Digital Currencies) heißt die Maßnahme, mit der das mathematisch sterbende Geldsystem in die Verlängerung bugsiert wird.

Die Bitcoin- Revolution

Seit jeher ist das Geld in einem Evolutionsprozess. Von Muscheln über Perlen zu Papiernoten, Plastikgeld, Smartphones und jetzt kommt die logische Schlussfolgerung – das digitale Geld. Allerdings sind die digitalen Versuche der Notenbanken nicht die Lösung. Sie stehen unter staatlicher Kontrolle durch eine Zentralbank. Kryptowährungen wie Bitcoin dagegen haben extrem viel Potenzial. Sie können nicht zentral kontrolliert werden.

Bitcoin ist ein Kind der Finanzkrise 2008. Satoshi Nakamoto – der Legende nach soll ein Japaner dieses Namens Bitcoin und die Blockchain entwickelt haben – erkannte die Schwächen unseres jetzigen Geldsystems und kreierte eine bessere Lösung, nämlich den Bitcoin. Es ist die beste Form von Geld, die Menschen jemals erfunden haben. Seine monetären Eigenschaften sind allen heutigen Arten von Geld überlegen. Bitcoin ist transportabel, knapp, leicht teilbar, langlebig, fungibel und zensurresistent. Das Besondere: Keine zentrale Behörde kann die Eigenschaften von Bitcoin verändern oder anpassen. Gegenüber Bitcoin sind alle Papierwährungen schon lange in Hyperinflation. Sie haben 99,99 Prozent an Kaufkraft verloren.

Bitcoin ist ein supranationaler, unveränderbarer, digitaler und dezentraler Wertspeicher. Es ist eine Versicherung gegen die wahnsinnige Geldpolitik der Notenbanken. Aber es ist noch viel mehr als das, Bitcoin ist eine Revolution. Und machen Sie nicht den Fehler, die Konsequenzen für Staaten und Banken zu unterschätzen. Das Monopol über die Geldschöpfung ist wichtiger als alles andere. Daher ist Bitcoin der Staatsfeind Nummer eins. Es ist der Alptraum einer jeden autoritären Regierung. Er kann nicht reguliert, kontrolliert oder ausgeschaltet werden.

Gefährdetes Bargeld

Wir sind mitten in der digitalen Revolution, die viele Chancen und Gefahren birgt. Bargeld, eine der letzten Möglichkeiten für private und anonyme Transaktionen, wird zunehmend zurückgedrängt. Mobile Bezahl-Apps und Kreditarten machen uns immer transparenter und leichter zu überwachen. Vielleicht werden bald digitale Zentralban kwährungen dazukommen. Der gläserne Mensch wäre vollendet: Jeder einzelne Schritt, jede Nachricht, jede Finanztransaktion wird erfasst und aufgezeichnet.

Gegenüber Bitcoin sind alle Papierwährungen schon lange in Hyperinflation.

Alle digitalen Transaktionen im herkömmlichen System müssen über einen Mittelsmann wie eine Bank laufen, der das Monopol über das System besitzt und die Macht hat zu entscheiden, wer mit wem handeln darf, und wer an wen Geld transferieren kann. Bitcoin-Transaktionen hingegen können nicht gestoppt werden. Es besteht sogar die Möglichkeit (bei Verwendung einer eigenen Node oder eines Hardware- Wallets), völlig anonym am Zahlungsverkehr im Bitcoin-Netzwerks teilzunehmen.

Banken oder andere Mittelsmänner werden nicht mehr benötigt, wir können Geld in Form von Bitcoin direkt untereinander verschicken: peer to peer heißt das aus der Netzwerktechnik bekannte Verfahren. Niemand kann es verhindern, keine Regierung, keine Grenzen, keine Bank.

Bitcoin ist das fairste und neutralste Geld, das es jemals gab.

Bitcoin ist ein Werkzeug für Menschen rund um die Welt, um ihr Einkommen und Erspartes vor Entwertung und Enteignung zu schützen. Seine derzeit noch hohe Volatilität (Wertschwankungen) wird voraussichtlich abnehmen. Und Sie können ihn in Minutenschnelle um den gesamten Erdball transferieren. Er ist nicht aufzuhalten. Natürlich sind wir bei aller Euphorie noch ganz am Beginn dieser Revolution und keiner weiß, wie sich die Zukunft entwickeln wird.

Keine Kontrolle für niemand!

Bitcoin ist das fairste und neutralste Geld, das es jemals gab. Bitcoin wird von niemandem kontrolliert, ist für alle überprüfbar und anwendbar. Bitcoin kann von jedem genutzt werden, frei von Glauben, Nationalität, Hautfarbe oder politischer Überzeugung. Bitcoin urteilt nicht, es dient jedem gleichermaßen. Wird es mit direkten Verfahren wie peer to peer oder via Coin-Mixer transferiert, ist ein hoher Grad an Anonymität sichergestellt.

Bitcoin ist dezentral und unabhängig von Lobbyinteressen, menschlichen Schwächen, Gier und Korruption. Auf das System Bitcoin hat keine Zentralbank und kein Berufspolitiker Zugriff. Es kann nicht manipuliert werden und ist leicht portabel. Im Gegensatz zu unserem jetzigen Geldsystem ist es deflationär. Ebenso ist Bitcoin limitiert und das einzige Gut, dessen vorhandene Menge wir wirklich mit einer Zahl beziffern können. Wir wissen nicht, wie viel Gold, Silber und Kupfer noch in der Erdkruste liegen oder wie viel Öl noch gefördert werden kann. Aber wir wissen, dass der Algorithmus von Bitcoin begrenzt ist und dass das Ende bei knapp 21 Millionen Einheiten erreicht sein wird.

Aus all diesen Gründen ist Bitcoin DIE Chance für ein neues Geld- und Wertesystem. ■

Der Autor

Marc Friedrich (ist Finanzexperte, sechsfacher Bestsellerautor, gefragter Redner, Vordenker, Freigeist und Gründer der Honorarberatung Friedrich Vermögenssicherung GmbH für Privatpersonen und Unternehmen. Mehr Informationen unter https://friedrich-partner.de sowie bei Twitter und Instagram: @marcfriedrich7