Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

Wohlfühlklima


Das Einfamilienhaus Energie + Zukunft - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 22.05.2019

Längst regeln Gesetze, dass und wie Häuser gedämmt werden müssen. Es geht um mehr als nur Umweltschutz, es geht vor allem um ein behagliches Zuhause. Dazu braucht es Experten. Doch das Prinzip hinter Dämmung sollte jeder kennen, der sich mit einem Neubau oder einer Sanierung beschäftigt.


Artikelbild für den Artikel "Wohlfühlklima" aus der Ausgabe 2/2019 von Das Einfamilienhaus Energie + Zukunft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Das Einfamilienhaus Energie + Zukunft, Ausgabe 2/2019

Es gibt durchdachte und perfekt abgestimmte Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS): für jede Fassade, jedes Anforderungsprofil, jeden Untergrund und Anwendungszweck. Brillux


ganz oben: Grundsätzlich gibt es beim Wärmedämmen von Dächern drei Methoden: die Dämmung auf den Sparren, die Dämmung zwischen den Sparren oder die ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Das Einfamilienhaus Energie + Zukunft. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 2/2019 von Verantwortung übernehmen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Verantwortung übernehmen
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von MitGemütlichkeitsfaktor. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
MitGemütlichkeitsfaktor
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von SONNENENERGIE PHOTOVOLTAIK:Solare Unabhängigkeitserklärung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SONNENENERGIE PHOTOVOLTAIK:Solare Unabhängigkeitserklärung
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von SMART HOME DIGITALE HEIZUNG UND RAUMKLIMASTEUERUNG:Höchster Komfort oben und. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SMART HOME DIGITALE HEIZUNG UND RAUMKLIMASTEUERUNG:Höchster Komfort oben und
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von Hier kommt dieErleuchtung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Hier kommt dieErleuchtung
Titelbild der Ausgabe 2/2019 von UMWELTENERGIE WÄRMEPUMPEN:Breit aufgestellt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
UMWELTENERGIE WÄRMEPUMPEN:Breit aufgestellt
Vorheriger Artikel
REPORTAGE ENERGIEWENDE IM 20ER-JAHRE-HAUS:Älter werden,besse…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel ENERGIESPAREN KONTROLLIERTE WOHNRAUMLÜFTUNG:Wärmeretter…
aus dieser Ausgabe

... Kombination aus beiden. Bauder


oben: Bei der Aufsparrendämmung, der bauphysikalisch besten Dämm-Methode, wird über die gesamte Dachfläche eine geschlossene Haube aus Dämmelementen verlegt. Bauder


Für eine warme Wohnung im Winter und eine kühle im Sommer sorgen allen voran gut gedämmte Außenwände. Sie regulieren das Wohnklima, indem sie Wärme und Feuchtigkeit sowohl speichern als auch wieder abgeben. Das betrifft auch die Heizungswärme und somit spart eine gute Dämmung auch Energiekosten. Sind die Außenwände massiv, speichern sie einfallende Sonnenwärme. Kühlt es draußen ab, geben sie die gespeicherte Wärme wieder an den Raum ab, sodass nicht mehr extra geheizt werden muss. Umgekehrt schützen massive Außenwände im Sommer vor Überhitzung. Gedämmt wird auf ganz unterschiedliche Art und mit unterschiedlichen Materialien, ganz gleich, ob neu gebaut oder ein Bestandsgebäude saniert wird. Wenn der Wandbaustoff selbst hochdämmende Eigenschaften hat wie Ziegel, Poren- oder Leichtbeton, ist keine extra Dämmschicht nötig. Wenn die Baustoffe der Außenwand rein konstruktive, statische Eigenschaften haben, müssen zusätzlich Dämmplatten oder -putze angebracht werden.

Hochdämmendes Mauerwerk

Beim hochdämmenden Mauerwerk ist die Wärmedämmung quasi schon „eingebaut“ und es sind keine zusätzlichen Dämmschichten erforderlich. Deshalb werden solche Wandkonstruktionen als monolithisch oder einschalig bezeichnet. Bei solchen Baustoffen handelt es sich um hochwärmedämmende Leichtziegel, Leichtbeton- oder Porenbetonsteine. Diese Steine werden in der Regel als Wand mit 36,5 cm Dicke gefertigt. Je dicker sie sind, desto besser ist der Wärmeschutz. Diese Dämmvariante eignet sich für den Neubau.

Verklinkerte Außenwand mit Hinterlüftung

Eine weitere Variante einer gedämmten Außenwand ist die sogenannte „Klinkerfassade“. Konstruktiv handelt es sich hier um eine zweischalige Bauweise. Die Wärmedämmung liegt zwischen zwei massiven Wänden, den Schalen. Eine davon ist tragend, die andere dient als Verblendung wie z. B. Klinker. Meistens muss zwischen der Verblendung und der Dämmung ein Luftspalt sein, damit die Dämmung „atmen“ kann. Die Vormauersteine – so wird die Verblendung auch genannt – sind witterungsbeständig und halten die dahinterliegende Dämmschicht und das Innenmauerwerk trocken. Diese Variante eignet sich für Neubauten ebenso wie für die Bestandssanierung.

Die Außenwände eines Hauses haben mit über 40 % den größten Flächenanteil an der Gebäudehülle, dementsprechend viel Heizenergie kann hier ohne ausreichende Dämmung auch verloren gehen. Brillux


unterganz links: PU-Dämmsysteme verbessern den Wärmeschutz, ohne die Wanddicke zu erhöhen, wie hier als Kerndämmung beim zweischaligen Mauerwerk. IVPU


links: Bei manchen Gebäuden geht nur eine Innendämmung, beispielsweise, wenn Fassaden nicht verändert werden dürfen. Oder eine Innendämmung ist die einzige wirtschaftliche Lösung, um die unzureichende Fassadendämmung zu verbessern. Holzfaserdämmstoffe sind dafür ideal geeignet. VHD


links: Zu robusten Platten gepresst oder zu flexiblen Dämmmatten verarbeitet, eignen sich die Holzfaser-Dämmungen für Fassaden, Dächer, Innenwände und Böden. VHD


Auch beim Thema Wärmedämmung spielen ökologische Aspekte eine immer größere Rolle. Denn ökologische WDV-Systeme leisten nicht nur während der Nutzung einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Dank ihrer positiven Öko-Bilanz sparen sie mehr Energie ein, als für ihre Herstellung benötigt wird. Brillux


Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS)

Eine sehr häufig verwendete Dämmung ist das Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS). Es wird direkt auf der tragenden Außenwand geklebt, gedübelt oder mit Schienen befestigt und anschließend verputzt. WDV-Systeme bestehen aus Komponenten, die vom Hersteller aufeinander abgestimmt und geprüft werden. Für das Dämmmaterial ist die Auswahl groß: Polystyrolplatten (EPS), Mineralwolle (MW), Mineralschaum-, Holzfaser-, Polyurethan- Dämm-, Phenolharzhartschaum-, XPS-Platten (Styrodur), Vakuumpaneele, Aerogel, Naturdämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Flachs, Hanf, Zellulose, Wolle, Stroh, Schilf oder Kork. Ähnlich wie die Klinkerfassade eignet sich das WDVS für Neubauten ebenso wie für die Altbausanierung.

Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade

Die Funktionen Witterungsschutz und Wärmedämmung sind bei der vorgehängten, hinterlüfteten Fassade konstruktiv voneinander getrennt. Der Aufbau ähnelt der Klinkerfassade, allerdings ist der Abstand zwischen der Dämmstoffebene und dem Witterungsschutz deutlich größer. Die Luft in diesem Zwischenraum zirkuliert zwischen den Bauteilen und belüftet das Dämmmaterial. Als Witterungsschutz dienen Fassadenelemente aus ganz unte schiedlichem Material. Verwendet werden etwa Glas, Aluminium, Naturstein, Holz, Kunststoff u.v.m. Auch Photovoltaik- Paneele gehören dazu. Die Fassadenelemente werden an einer Unterkonstruktion befestigt. Bei Oberflächenstrukturen und -farben sind keine Grenzen gesetzt. Und so eignet sich dieses Dämmsystem für den Neubau gleichermaßen wie für Modernisierungszwecke.

Innendämmung

Die Innendämmung kann als Dämmvariante herangezogen werden, wenn die Außendämmung nicht möglich ist. Das kommt zum Beispiel häufig in der Denkmalsanierung vor, aber auch bei sehr dichter Bebauung. Gleichzeitig ist höchste Gründlichkeit in der Planung und Umsetzung erforderlich, weil die Innendämmung bei nicht fachgerechter Ausführung und Nutzung aufgrund bauphysikalischer Eigenschaften eine hohe Anfälligkeit für Schimmelbildung aufweisen kann. Diffusionsoffene Innendämmsysteme wie Calciumsilikatplatten mit einem hohen PHWert (10) können hier Abhilfe schaffen. Diese können große Mengen an Wasserdampf aufnehmen, sodass Feuchteschäden gar nicht erst entstehen können. Beim Einbau werden die Platten vollflächig auf die Innenwand geklebt. Dank der Diffusionsoffenheit des Materials trocknet die Feuchtigkeit nach kurzer Zeit wieder aus.

Wärmebrücken

Generell gilt es beim Dämmen, Wärmebrücken zu vermeiden. Dieser Begriff umschreibt Bereiche der Gebäudehü lle mit signifikant verändertem Wärmedurchgang. In der Regel sind das Schwachstellen, die zu einem höheren Energieverbrauch fü hren und die Entstehung von Schimmelpilzschäden fördern können. Eine Schwächung der wärmetechnischen Eigenschaften der Fassade durch Wärmebrücken kann die energetische Planung eines Hauses zunichtemachen. Die energetische Qualität einer Außenwand wird durch den sogenannten U-Wert bestimmt. Er bezieht sich immer auf ein ganzes Bauteil, z. B. eine Außenwand mit einer gewissen Dicke und beschreibt den Wärmestrom, der je Quadratmeter Wand durch den betrachteten Gesamtwandaufbau fließt, wenn der Temperaturunterschied auf beiden Seiten 1 Kelvin beträgt. Je höher der U-Wert, umso schlechter kann das Bauteil die Wärme im Gebäude halten.

Gebäudedichtheit

Zum energieeffizienten Bauen gehört neben einer guten Wärmedämmung eine luftdichte Gebäudehülle. Natürlich muss ein Gebäude gelüftet werden, dies sollte aber kontrolliert über die geplanten Lüftungsmöglichkeiten geschehen. Undicht kann eine Gebäudehülle werden, wenn ungewollt Schlitze oder Fugen auftauchen. Das kann zu Bauschäden und Wärmeverlusten sowie zu einem unbehaglichen Innenraumklima führen. Diese Bauschäden entstehen z. B. durch ausfallendes Tauwasser in der Konstruktion. Weitere Folgen können Wärmeverluste durch ausströmende warme Luft sein, und an sehr windigen Tagen sind Zuglufterscheinungen nicht selten. Eine luftdichte Gebäudehülle verhindert solche ungewollten Folgen zugunsten eines behaglichen Raumklimas und sorgt dafür, dass Bauteile nicht ungleichmäßig auskühlen und dass weder Bauschäden noch Schimmelbildung entstehen. Wie dicht genau ein Gebäude sein muss, regeln Gesetze. Geprüft und nachgewiesen werden die Werte mit Luftdichtheitsmessungen, sogenannten „Blower-Door-Tests“. Diese ermitteln den stündlichen Luftwechsel in Bezug auf das Raumvolumen und stellen einen Qualitätsnachweis über die Dichtheit der Gebäudehülle dar. Da auch in massiven Außenwandkonstruktionen Undichtheiten auftreten können, müssen Konstruktionen zweifach geschützt werden: von außen nach innen und von innen nach außen. An der Außenseite ist eine diffusionsoffene Winddichtung erforderlich, innen empfiehlt sich eine vollflächig luftdichte Dampfbremse oder -sperre.

Dämmen – ja oder nein?

Beim Neubau kommt man per Gesetz vermutlich nicht um eine Wärmedämmung herum. Beim Sanieren dagegen stellt sich die Frage, wann eine Dämmung sinnvoll ist. Hier lohnt es sich, die folgende Rechnung aufzustellen: die jährlichen Heizkosten durch die Quadratmeteranzahl der beheizten Fläche dividieren. Ist der Wert größer als zehn Euro pro Quadratmeter, sind Wärmedämmmaßnahmen sinnvoll. ■Melanie Schlegel