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Lesen Sie das Editorial von SuchtMagazin - epaper

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift SuchtMagazin - epaper die aktuelle Ausgabe 1/2019 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen.

Liebe Leserin, lieber Leser

«107 Umzüge in sieben Jahren» – so viele Male ist die Basler «Stadtnomadin» Sabine Schäfer umgezogen. Wie sie der Basler Zeitung vor einem Jahr erzählte, scheiterte die Suche nach einer eigenen Wohnung, weil ihr Kleinstbudget nicht ausreichte. Auch Roger Meier war lange wohnungslos und lebte als «versteckter Obdachloser». In diesem Heft schildert er im Interview, wie er von Minute zu Minute leben musste und ihm die Energie fehlte, um sich Hilfe zu holen. Solche Schicksale sind keineswegs selten. Die Zahl der Wohnungslosen ist in den letzten Jahren europaweit kontinuierlich angestiegen. Allerdings bleibt die gegenwärtige Wohnungsnot nicht auf die Gruppe der Obdachlosen begrenzt: Besonders hart trifft es die weitaus größere Gruppe der armutsbetroffenen Haushalte. Carlo Knöpfel und Yann Bochsler zufolge sind mehr als vier Fünftel von ihnen ungenügend wohnversorgt. Viele Personen und Familien mit Suchtproblemen gehören hier dazu. Grund genug dem Thema «Wohnen» einen Schwerpunkt im SuchtMagazin zu widmen.

Die Versorgung mit angemessenem Wohnraum ist als wesentlicher Bestandteil der Existenzsicherung (Art. 12) und mit den Artikeln 41 und 108 als Sozialziel in der Schweizer Bundesverfassung verankert. In vielen Schweizer Städten hat sich jedoch die Wohnungsnot in den letzten Jahren zugespitzt. Wohnungssuchende in sozial belasteten und prekären Lebenslagen sind dabei faktisch vom regulären Wohnungsmarkt ausgeschlossen. Die Wohnungsnot als neue «soziale Frage» schlägt sich auch in politischen Vorstößen nieder. In Basel-Stadt wurden im vergangenen Juni vier Wohnschutzinitiativen angenommen, u. a. auch die explizite Verankerung des «Rechts auf Wohnen» in der Kantonsverfassung. Auf Bundesebene kam Ende 2016 die Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» zustande.
Eveline Althaus weist in ihrem Beitrag darauf hin, dass wohnen mehr ist als ein Dach über dem Kopf zu haben. Das eigene Zuhause steht auch für privaten Rückzug und Schutz. Andreas Manz setzt sich in seinem historischen Rückblick mit den the- Editorial Liebe Leserin, lieber Leser rapeutischen Qualitäten des gemeinschaftlichen Wohnens auseinander. Immer treffen wir auf einen persönlichen, stark emotionalisierten Ort. Die Wohnung kann aber auch Ort der Isolation oder von häuslicher Gewalt sein. Der (mögliche) Verlust der Wohnung bleibt dennoch immer existenziell bedrohlich und zieht viele weitere soziale und gesundheitliche Probleme nach sich.

Speziell betroffen sind Menschen mit einer Suchtproblematik. Zwischen Wohnungslosigkeit oder ungenügender Wohnversorgung einerseits und der Suchtproblematik andererseits bestehen viele Zusammenhänge. So sind Personen, die keine eigene Wohnung haben, häufig von Drogen- oder Alkoholproblemen betroffen. In Zürich bilden Drogenabhängige die größte Gruppe der KlientInnen des Begleiteten Wohnens. Claudia Steckelberg plädiert in ihrem Beitrag deshalb für eine «handlungsübergreifende Öffnung von Hilfen» bei der Vermittlung von Wohnraum und der Bearbeitung von Suchtproblemen.

Vielversprechend scheint in diesem Zusammenhang das Konzept «Housing First», bei dem es vor allen anderen Interventionen zuerst darum geht, den Betroffenen eine eigene Wohnung zu geben. Im Bereich der Suchthilfe ist dieser Ansatz allerdings nicht neu, sondern bildet in Städten wie Zürich oder Basel seit vielen Jahren einen festen Bestandteil des Hilfeangebots. Karin Stoop und Manuel Herrmann zeigen, wie wichtig solche Angebote des Begleiteten Wohnens für suchtbetroffene Menschen sind.

Niederschwellige Wohnangebote sind ein zentrales Element der Überlebenshilfe für süchtige und psychisch kranke Menschen. Auch im therapeutisch orientierten Suchtbereich bildet die Wohnhilfe einen Dreh- und Angelpunkt. Allerdings sind wirksame Wohnangebote auf geeigneten Wohnraum angewiesen. Die Akquise und Sicherung von Wohnraum, um überhaupt suchthilfespezifische Wohnangebote realisieren zu können, wird immer wichtiger.

Wir wünschen eine anregende Lektüre
Esteban Piñeiro und Marcel Krebs
Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift SuchtMagazin - epaper die aktuelle Ausgabe 1/2019 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen. …
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Praktisch so Digital - ersetzt die Printausgabe aber nicht... als Zusatz super
22.01.2019

Inhaltlich leider wenig mit Sucht zu tun :-(
13.10.2018

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