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Aller Anfang ist schwer


ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit - epaper ⋅ Ausgabe 10/2013 vom 18.10.2013
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Bildquelle: ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit, Ausgabe 10/2013

Windeln wechseln, umziehen, baden, stillen oder Fläschen machen – ein Baby hält frischgebackene Eltern ziemlich auf Trab. Wenn das Kleine dann nachts noch ständig quengelt, liegen Mamas und Papas Nerven schnell blank. Ganz vermeiden lässt sich die nächtliche Unruhe nicht. Hilflos ausgeliefert ist man ihr aber auch nicht.

Neugeborene haben keinen Tag-und-Nacht- Rhythmus. Warum sollten sie auch? Im Bauch der Mutter gab es immer Nahrung, und es war gleichmäßig warm und dunkel. Viele Ungeborene haben sogar nachts, wenn das Dauergeschaukel aufhört und die werdende Mama mal still liegt, eine besonders muntere ...

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... Phase. Und macht das Baby regelmäßig im Bauch die Nacht zum Tag, kann es gut sein, dass es diese Angewohnheit auch nach der Geburt erst einmal beibehält. Feste Regeln, ab wann ein Baby oder Kleinkind durchschlafen muss, gibt es nicht. Die wichtigste Frage lautet: Wie fühlen Sie sich dabei, schadet der Schlafrhythmus des Kindes Ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit? Dann sollten Sie etwas ändern, sich in den Nächten abwechseln oder Oma um Hilfe bitten. Und es gibt auch noch einen schwachen Trost für gestresste Mütter und Väter: Irgendwann schlafen alle Kinder durch.

Kindliche Schlafstörungen

Die meisten Kinder haben hin und wieder Probleme beim Schlafen, etwa wenn sie etwas tagsüber sehr beschäftigt hat. Das ist normal und vergeht meistens nach kurzer Zeit von selbst. Manchmal sorgen aber auch Ängste oder Alpträume dafür, dass die kindliche Nachtruhe gestört ist. Lesen Sie, wann man von Schlafstörungen spricht, wann es Anlass zur Sorge gibt und wie Ihr Kind am besten zur Ruhe kommt.

Wie viel Schlaf braucht ein Kind in welchem Alter?

Auch wenn der Schlafbedarf mit dem Alter abnimmt, ist er doch in jeder Lebensphase auch von Kind zu Kind verschieden. Schlafen Säuglinge in den ersten drei Monaten durchschnittlich noch 15 bis 16 Stunden über den Tag verteilt, reduziert sich der kindliche Schlafbedarf nach und nach. Kleinkinder schlafen rund 13 bis 14 Stunden täglich, bei Vorschulkindern beträgt die Schlafmenge dann ungefähr elf Stunden. Sieben- bis Zehnjährige benötigen im Schnitt zehneinhalb bis knapp zehn Stunden.

Schlafen schon kleine Kinder unterschiedlich lange?

Ja, auch kleine Kinder sind schon sehr individuell, was die Dauer des Schlafes betrifft. Ihr Schlafbedürfnis entscheidet auch darüber, wie lange sie noch Mittagsschlaf halten. Manche Kinder brauchen das Schläfchen am Tage noch bis zur Einschulung oder hin und wieder sogar noch während der Grundschulzeit, andere verzichten bereits mit zwei Jahren darauf. Genetisch angelegt ist auch, ob ein Kind eine Lerche und schon morgens früh putzmunter ist oder doch eher zu den Eulen gehört, die morgens schwer wach werden und dafür abends kaum ins Bett finden. Eltern sollten, solange es mit dem Alltag vereinbar ist, darauf Rücksicht nehmen.

Ab wann entwickelt ein Baby einen regelmäßigen Schlafrhythmus?

Auch das ist von Kind zu Kind verschieden. In der Regel pendelt er sich nach etwa einem halben Jahr ein. Die Kinder sind dann tagsüber aktiver und schlafen nachts länger. Um ihnen das Erlernen des Schlafrhythmus zu erleichtern, sollten Eltern darauf achten, dass nachts kein großes Programm abläuft. Versorgen Sie das Kind im Halbdunkeln und möglichst, ohne groß mit ihm zu reden. Es soll nicht hellwach werden und sich nicht an eine Bespaßung in der Nacht gewöhnen.

Wann spricht man von Schlafstörungen?

Von Schlafstörungen spricht man erst, wenn das Kind an mindestens vier Nächten in der Woche dreimal oder häufiger aufwacht, jeweils länger als 20 Minuten wach ist und wenn es nur mithilfe der Eltern in den Schlaf findet. In den ersten sechs Monaten spricht man allerdings grundsätzlich nicht von Schlafstörungen, da das Kind in diesem Alter noch seinen eigenen Schlafrhythmus erlernen muss.

Bei welchen Schlafstörungen ist ein Arztbesuch notwendig?

Wenn Schlafstörungen über längere Zeit auftreten, wenn das Kind tagsüber sehr müde und unausgeglichen ist, oder wenn es selbst und die ganze Familie unter der Situation leiden, sollten Sie zur Sicherheit einen Kinderarzt aufsuchen. Denn auf Dauer gefährdet mangelnder Schlaf die gesunde Entwicklung Ihres Kindes. In den meisten Fällen hilft jedoch schon eine Umstellung der (Ein-)Schlafgewohnheiten.

Welche Ursachen haben Schlafstörungen?

Häufig liegt es nur daran, dass die Kinder keinen festen Tagesrhythmus haben oder sich mit der Zeit Rituale eingeschlichen haben, die das Kind davon abhalten, allein ein- oder durchzuschlafen. Auch Entwicklungsschritte wie das Laufenlernen oder der Übergang in den Kindergarten können dazu führen, dass das Kind unruhig schläft. Andere mögliche Ursachen sind seelische Belastungen wie die Trennung der Eltern, ein neues Geschwisterchen oder auch Angst vor Monstern in der Dunkelheit. Manchmal sind auch äußere Faktoren wie ein zu warmes oder zu helles Zimmer oder zu viel Aufregung durch Fernsehen oder Computerspiele der Grund. Natürlich können Schlafstörungen aber auch ein Hinweis auf akute oder chronische Erkrankungen sein.

Welche Hilfe bekomme ich in einer Schreiambulanz?

Dort wird man versuchen, die Ursachen für das übermäßige Schreien und die damit oft verbundenen Schlafstörungen zu finden. Häufig sind es Anpassungsstörungen an die Welt außerhalb des Mutterleibs, Reizüberflutung oder auch Stress oder Spannungen in der Familie. In Schreiambulanzen werden Alltagssituationen mit dem Kind wie Wickeln, Füttern und Beruhigen aufgezeichnet und mit den Eltern ausgewertet. Das soll ihnen helfen, die Signale des Kindes besser zu verstehen und gelassener zu werden. Eine Übersicht zu Schreiambulanzen und Anlaufstellen für Probleme in der frühkindlichen Entwicklung bietet die Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit (GAIMH) unter www.gaimh.de → Für Eltern

In Frankreich wird Kindern angeblich auch mal ein Schlafmittel gegeben. Was ist davon zu halten?

Nichts. Kinder brauchen keine Schlafmittel, sondern jemanden, der nach den Ursachen der Schlafstörung sucht – Schmerzen, Ängste oder Stress – und auch hilft, sie zu beheben. Einige pflanzliche Präparate sind zwar für Kinder ab sechs Jahren oder sogar ganz ohne Alterseinschränkung empfohlen, doch es könnte fatal für die Entwicklung von Kindern sein, wenn sie merken, dass sie nur mithilfe von Medikamenten ein- und durchschlafen können.

Was tun bei Albträumen?

Albträume haben mit Belastungen oder Konflikten zu tun. Bereits Zweijährige haben schlechte Träume, häufiger kommen sie mit drei oder vier Jahren vor. Meist sind die Träume kein Grund zur Beunruhigung. Im akuten Fall trösten und beruhigen Sie Ihr Kind und warten, bis es wieder eingeschlafen ist. Vorbeugend hilft ein Abendritual dem Kind in einen entspannten Schlaf.

Was versteht man unter Aufwachstörungen?

Zu den Aufwachstörungen (Parasomnien) gehören das Schlafwandeln, der Nachtschreck (Pavor nocturnus) und Schlaftrunkenheit, aber auch das Sprechen im Schlaf. Sie treten im Kindesalter gehäuft auf, sind in der Regel harmlos und verschwinden nach einer Weile von selbst.

Was sind nächtliche rhythmische Bewegungsstörungen?

Manche Kinder schlagen kurz vor dem Einschlafen, etwa mit dem Kopf oder dem Körper, gegen die Gitterstäbe des Bettchens oder werfen den Kopf schnell von einer Seite auf die andere. Normalerweise verletzen sie sich dabei nicht – und spätestens ab dem Alter von vier Jahren verschwindet dieses Verhalten von selbst. Ein solches Verhalten ist harmlos und dient dem Kind vermutlich dazu, sich zu beruhigen.

Ist es schädlich, wenn Kinder nachts häufig mit den Zähnen knirschen?

Nein, das ist normal. Bei Babys und Kleinkindern zwischen dem achten Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr ist das Zähneknirschen sogar ein natürliches Entwicklungsphänomen. Bei älteren Kindern dagegen deutet Zähneknirschen oft auf psychische oder stressbedingte Ursachen hin. Manchmal ist es aber auch ein Hinweis auf eine Fehlstellung des Gebisses. Sobald das Zähneknirschen längere Zeit anhält, sollte man es ärztlich abklären lassen.


Foto: iStock/©Thinkstock

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