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AN JAGST UND KOCHER


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Landlust - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 15.06.2022
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Bildquelle: Landlust, Ausgabe 4/2022

Die Hohenloher Ebene dehnt sich sanft gewellt vor den Waldenburger Bergen aus.

Landpartie

Sanft gewellt liegt die Hohenloher Ebene auf 300 bis 500 Metern.

An steilen Hängen säumen Weinberge und Streuobstwiesen die Flüsse Jagst und Kocher. Hoch oben thronen Burgen und Schlösser.

Eine Entdeckungsreise.

Einträchtig fließen Jagst und Kocher dem Neckar entgegen.

Kaum mehr als 20 Kilometer voneinander entfernt bahnen sich die beiden Zwillingsflüsse ihren Weg durch die Hohenloher Ebene im Nordosten Baden-Württembergs. An ihren Ufern werden sie von Fahrradund Wanderwegen flankiert, die durch Dörfer und Städte mit dem Charme vergangener Zeiten führen. 90 Burgen und Schlösser, herrlich gelegene Klöster, aber auch Kunstmuseen von Weltrang lassen sich entlang der Flüsse entdecken.

Durchs Jagsttal

Besonders schön ist das mittlere Jagsttal mit seiner intakten Natur.

Metallisch glänzende Prachtlibellen tanzen am Flusssaum. Im Wasser leben noch Steinkrebse und die Kleine Flussmuschel. Mit etwas ...

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... Glück lässt sich der Eisvogel beobachten, der im Fluss nach kleinen Fischen wie Bitterling oder Groppe taucht.

An den sonnigen Hängen blühen Orchideen wie die Fliegenragwurz, und es duftet nach Wildem Majoran oder Thymian. Auf den sonnenabgewandten Seiten der Flussläufe ziehen sich Laubwälder am Hang entlang, die zu Wanderungen im Schatten verlocken. Auch Abstecher in das idyllische Kupfer- oder das Bühlertal lohnen sich.

„In jedem Nest ein Schloss“

Viele der Burgen und Schlösser, die an beiden Flussläufen auf Bergspornen und Felsen thronen, waren oder sind vom Adelsgeschlecht derer zu Hohenlohe bewohnt. Die treuen Gefolgsleute der Stauferkaiser bekamen Mitte des 13. Jahrhunderts die Vogtei über das Stift Öhringen übertragen. Sie konnten damit den Schwerpunkt ihres Herrschaftsgebietes nach Südwesten verlagern – in die Region, die heute ihren Namen trägt.

Ab dem 16. Jahrhundert verfügte das Haus derer zu Hohenlohe über ein mehr oder weniger geschlossenes Herrschaftsgebiet, das aber auf verschiedene Linien aufgeteilt war.

So gab es auch eine Reihe anderer Adelsfamilien, die ihre Burgen und Schlösser in Hohenlohe erbaut hatten. Die Einheimischen sagen in ihrem Dialekt, der sie als Franken in Baden-Württemberg ausweist: „In jedem Neschd a Schlouss“ – in jedem Nest ein Schloss.

Zeitreise in Schloss Langenburg

Der Bau der Schlösser sorgte in Residenzstädtchen wie Langenburg im 16. und 17. Jahrhundert für einen Aufschwung – Beamten- und Bürgerhäuser entstanden. Die Altstadt steht heute mit ihrem weitgehend erhaltenen Gebäude-Ensemble unter Denkmalschutz. Hier, hoch über dem Fluss Jagst, flanieren Besucher und genießen bei einem Cafébesuch die Aussicht ins Tal. Viele kommen, um das Langenburger Schloss zu besichtigen, das seit dem 13. Jahrhundert in Familienbesitz und heute Wohnsitz des Fürsten Philipp zu Hohenlohe-Langenburg und seiner Frau Saskia ist. Einblicke in die herrschaftliche Wohn- und Lebenskultur seiner Vorfahren bekommen die Besucher im Schlossmuseum.

Es zeigt Tapisserien, Bilder, Fayencen, Porzellan sowie eine Sammlung von Waffen, Rüstungen und Jagdtrophäen.

Nach dem Museumsbesuch lohnt sich ein sommerlicher Spaziergang im barocken Schlossgarten mit seinen blühenden Rabatten.

Unterirdisch und rätselhaft

Der Schlossgarten von Langenburg ist nur einer von vielen sehenswerten Gärten in Hohenlohe. Auf historischem Boden liegt der Archäologie-Garten bei der Pfarrkirche in Unterregenbach, einem dörflichen Stadtteil von Langenburg: Zwischen den Beeten mit Stauden, Gemüse und Kräutern sind graue Grundmauern zu erkennen – Fundamente einer wohl schon im 12. Jahrhundert abgebrochenen Stiftskirche. Doch der Garten ist nur ein Teil eines archäologisch interessanten Gebietes rund um die Kirche. Hier ist das Reich von Hans-Jörg Wilhelm, der Gästen die Anlage zeigt und gleich gegenüber im Pfarrhaus wohnt. Einige Stufen führen dort hinab in eine Krypta aus dem 10. Jahrhundert. „Die Kapitelle der Stützpfeiler weisen auf einen Baumeister aus Byzanz hin, weil ähnlich Kunstvolles bei uns damals noch nicht gebaut wurde“, erläutert er. Archäologische Funde sind im Grabungsmuseum gegenüber der Kirche untergebracht, das Hans-Jörg Wilhelm ehrenamtlich leitet.

Im Hauptberuf stellt der Unterregenbacher „Prickelndes von der Streuobstwiese“ her. „Most gab es früher als Hausgetränk in jedem Keller“, erzählt er. In einer Selbstbedienungsecke draußen und einem kleinen Ladenraum im Pfarrhaus können Besucher seine selbst hergestellten Produkte kaufen. Es gibt Apfelsaft für durstige Fahrradfahrer. Aus seltenen alten Apfelsorten stellt Hans-Jörg Wilhelm Apfelcider nach der Champagnermethode her.

Besonders stolz ist er auf seinen Birnenschaumwein aus der Schweizer Wasserbirne und der Kirchensaller Birne aus Hohenlohe.

Das Ingelfinger Fass

Nahe Öhringen und im Mittellauf von Jagst und Kocher lösen Weinberge die Streuobstwiesen ab. Ein Blickfang ist das hoch über dem Kocher gelegene Ingelfinger Fass, das mit einem Volumen von 717 000 Litern als Europas zweitgrößtes Holzfass gilt. Es beherbergt ein kleines Weinbaumuseum, dessen Exponate durch Glasscheiben von außen zu sehen sind. Die Geschichte des Weinanbaus in Hohenlohe ist lang. Bereits seit dem Mittelalter wuchsen hier Reben. Heute erzeugen 19 Weingüter und eine Genossenschaft im Schnitt gut sieben Millionen Liter Wein im Jahr auf insgesamt 800 Hektar Anbaufläche.

Hohenloher Bauernland

Auf den fruchtbaren Böden der sanft gewellten Hohenloher Ebene wird seit alters her Ackerbau betrieben.

Kartoffeln, Raps und Zuckerrüben reifen auf den Feldern neben dem Getreide, das am meisten angebaut wird. In Hohenlohe wird es traditionell als Futter für die Aufzucht von Ferkeln gebraucht. Sie werden an Mastbetriebe in ganz Deutschland verkauft, aber auch wieder vermehrt in Hohenlohe gemästet.

Bei Feinschmeckern ist besonders das Fleisch der Schwäbisch-Hällischen Landschweine beliebt. Mit ihrem schwarzen Kopf und schwarzen Hinterteil sind sie unverwechselbar. 1821 wurden heimische Landschweine mit aus China eingeführten Schweinen gekreuzt. Eine gute Fruchtbarkeit, Umgänglichkeit und die Qualität ihres Fleisches zeichnen die Schwäbisch-Hällischen Landschweine seitdem aus. Dennoch gab es vor 40 Jahren so gut wie keine Tiere der Rasse mehr. Rudolf Bühler, Landwirt aus Wolpertshausen, rettete die Landschweine: „1984 habe ich sieben der letzten Zuchtsauen eingesammelt“, erzählt er. Gemeinsam mit anderen Landwirten gründete er einige Jahre später die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall zur Vermarktung des Fleisches. Es steht heute wie das „Bœuf de Hohenlohe“ (s. Beitrag ab Seite 116) in vielen Restaurants auf der Speisekarte und hat den guten Ruf Hohenlohes bei Genießern mitbegründet.

Hochkarätige Kunstmuseen

Hohenlohe hat sich seinen ländlichen Charakter bewahrt. Dennoch gibt es viele Arbeitsplätze in der Industrie. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten dort viele Unternehmen einen Wachstumsschub. Der bekannteste mittelständische Unternehmer in der Region ist Reinhold Würth, der 1949 seine Lehre in der väterlichen Schraubenhandlung begann und das Familienunternehmen ausbaute.

Am Sitz des Stammwerkes in Künzelsau eröffnete Reinhold Würth vor 30 Jahren ein Museum für Schrauben. Mit seiner Frau Carmen legte er zudem eine bedeutende Kunstsammlung mit 18 500 Werken an. Um die Bilder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, eröffnete er alleine in Hohenlohe zwei Museen für moderne Kunst.

Die dort gezeigten Werke sind hochkarätig und machen einen Besuch überaus lohnend. Eines der bedeutendsten Gemälde im Besitz von Reinhold Würth ist jedoch ein Meisterwerk aus dem 16. Jahrhundert: die Schutzmantelmadonna von Hans Holbein dem Jüngeren. Ausgestellt ist es in der zum Museum für Alte Meister umgebauten Johanniterkirche in Schwäbisch Hall.

Wie im Theater

Vom Kocher aus betrachtet gleicht das Stadtbild von Schwäbisch Hall einer Theaterkulisse für eine Märchenaufführung. Wie übereinander aufgereiht muten die spitzgiebligen Dächer der Fachwerkhäuser an. Das Auge kann sich an der Szenerie mit den beiden Kocherinseln im Vordergrund kaum sattsehen. Überdachte Holzbrücken oder Stege führen an der Stadtmauer und vielen Türmen vorbei zu lauschigen Plätzen mit Cafés und Restaurants. Besonders schön ist der großzügig gestaltete Marktplatz mit den barocken Bürgerhäusern. Gegenüber dem Rathaus ragt die 1156 geweihte Kirche St. Michael auf, die etwas erhöht auf einem Bergsporn liegt. Eine Freitreppe mit 53 Treppenstufen, acht Meter hoch und bis zu 48 Meter breit, führt zu ihrem Hauptportal. Platz genug für die Aufführung von Theaterstücken, dachten sich die Schwäbisch Haller schon vor mehr als 100 Jahren. Bis heute wird auf der Freitreppe den ganzen Sommer über Theater gespielt.

STIPPVISITE IN GROßCOMBURG

Außerhalb des Zentrums von Schwäbisch Hall ragt die Silhouette des ehemaligen Benediktinerklosters und späteren Ritterstifts Großcomburg auf. Es liegt hinter hohen Mauern mit einem umlaufenden Wehrgang und erinnert eher an eine Festung als an ein Kloster. In der barocken Stiftskirche St. Nikolaus, die bei Führungen besichtigt werden kann, ist einer der wenigen erhalten gebliebenen Radleuchter Deutschlands aus der Zeit der Romanik zu sehen. Er ist vergoldet und hat einen Durchmesser von fünf Metern.

Die Altstadt von Waldenburg thront auf einem Bergsporn.

Der Balkon Hohenlohes

Nur wenige Kilometer von Schwäbisch Hall entfernt erheben sich im Südwesten die Waldenburger Berge.

Dort liegt auf einer Höhe von 523 Metern das Städtchen Waldenburg.

Es wird aus gutem Grund der Balkon Hohenlohes genannt. „Die Altstadt thront auf einem engen Bergsporn, der sich wie ein Nadelöhr zum Schloss hin öffnet“, sagt Sabine Richwalski, die rechte Hand des Bürgermeisters.

Entlang der hoch aufragenden mittelalterlichen Befestigungsmauern des Renaissanceschlosses und rund um die Stadt führt ein Höhenrundweg.

Durch die Lage auf dem Bergsporn lässt sich von jedem Punkt des Weges aus in alle Himmelsrichtungen blicken. Am Horizont zeichnen sich im Nordwesten der Odenwald und im Osten der Naturpark Frankenhöhe ab.

Davor breitet sich die Hohenloher Ebene aus.

Der Gipsapostel

Am Fuße der Waldenburger Berge gibt es reiche Gipsvorkommen. Johann Friedrich Mayer (1719–1798) war dort 53 Jahre lang Pfarrer in Kupferzell.

Im Pfarrgarten probierte er allerlei Dünger aus. Er empfahl den Bauern neben Gülle, Stallmist und Kompost vor allem den Gips, der wegen seines Kalkreichtums zu besseren Erträgen auf den Äckern führte. Seine Schrift „Die Lehre vom Gyps als einem vorzüglich guten Dung zu allen Erdgewächsen auf Äckern und Wiesen, Hopfen und Weinbergen“ machte den später als Gipsapostel bezeichneten Pfarrer bekannt.

Alabaster aus Forchtenberg

Gipssteine, als Alabaster bekannt, beflügelten auch das künstlerische Wirken in Hohenlohe. Am Haus der Künstlerfamilie Kern in Forchtenberg befand sich ein Stollen zum Abbau des Materials. Leonhard Kern (1588 –1662) wuchs dort in einer Familie von Steinmetzen und bedeutenden Baumeistern auf und wurde wegen seiner Kleinplastiken aus Alabaster berühmt. Sie waren begehrte Sammlerstücke an den großen europäischen Fürstenhöfen.

Sein Bruder Michael III. (1580–1649) schuf als Bildhauer Portale, Kanzeln, Altäre und Grabdenkmäler der Hohenloher Grafen, die ihm einen Ruf als Wegbereiter des Barock einbrachten. Werke von Mitgliedern der Künstlerfamilie finden sich in Schlössern, aber auch in sakralen Gebäuden wie der Zisterzienserabtei Schöntal.

Barocke Klosterpracht

Schöntal trägt seinen Namen völlig zu Recht. Das heute als Bildungshaus genutzte ehemalige Kloster liegt inmitten schöner Natur an einer Jagstschleife. Die Kuppeln der Klosterkirche sind schon von Weitem zu sehen. Sie strahlen wie die Neue Abtei barocken Glanz aus. Es war Abt Benedikt Knittel (1650–1732), der die schlossartige Neue Abtei errichten und die Gebäude von Baumeistern aus der Region prunkvoll umgestalten ließ. Von ihm erdachte lehrreiche, aber auch komische Verse schmücken Portale, Weinfässer und vieles mehr im Kloster. Gedichtet hat er die sogenannten Knittelverse nach einem Versmaß, bei dem sich aufeinanderfolgende Zeilen reimen.

Dies war schon im 15. Jahrhundert bekannt, wurde aber auch von Schiller und Goethe genutzt. Trotz der Namensgleichheit wurden die Knittelverse also nicht nach dem humorvollen Abt benannt.

Götz von Berlichingen

Besucher des Klosters können sich die Tür zum Kreuzgang aufschließen lassen. Dort ist die Grablege der Familie von Berlichingen. Der bekannteste Spross der Familie ist Götz von Berlichingen (1480–1562), dem Johann Wolfgang von Goethe mit seinem Schauspiel „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“ ein literarisches Denkmal setzte. Die Hand des Ritters wurde in jungen Jahren während des Erbfolgekrieges zwischen Rheinpfalz und Bayern von einer Kanonenkugel zerfetzt. Fortan stürzte er sich mit einer geschmiedeten Handprothese in viele weitere Schlachten. Als er bei der Verteidigung von Burg Möckmühl aufgefordert wurde, sich zu ergeben, soll er mit dem berühmten Zitat „Er kahn mich hinden lekhen!“ geantwortet haben.

Von der auch als Götzenburg bezeichneten Burg an der Jagst ist es nicht allzu weit bis nach Bad Friedrichshall. Nahe der Stadt mündet der Fluss nur wenige Kilometer von seinem Zwillingsfluss Kocher entfernt in den Neckar.

KUNST AUS ALABASTER UND WEIßE ROSE

Im heutigen Kern- und Heimatmuseum in Forchtenberg lebten drei Generationen der Künstlerfamilie Kern, die Werke aus Alabaster schufen. An ihrem Haus befand sich der Zugang zu einem Stollen des feinkörnigen Gipses. Der heimatgeschichtliche Teil des Museums zeigt eine Dokumentation über Sophie und Hans Scholl, die mit der „Weißen Rose“ gemeinsam Geschichte im Widerstand gegen die Hitler-Diktatur schrieben. Der Vater der Geschwister war von 1919 bis 1930 Bürgermeister in der kleinen Stadt am Kocher. Sophie wurde hier 1921 geboren. Bis die Familie 1930 nach Ludwigsburg umzog, verbrachte das Mädchen eine unbeschwerte Kindheit in Hohenlohe. Schwimmen lernte sie am Kocherwehr vor der Stadtmauer. Dort erinnert heute eine Station des Hans und Sophie Scholl-Pfades an die ermordeten Geschwister.

INFORMATIONEN

Touristikgemeinschaft Hohenlohe, Allee 17, 74653 Künzelsau, Tel.: 0 79 40/1 8-12 06, www.hohenlohe.de

Hohenlohe + Schwäbisch Hall Tourismus, Karl-Kurz-Straße 44, 74523 Schwäbisch Hall, Tel.: 07 91/7 55 74 44, www.hohenloheschwaebischhall.de

KUNST UND KULTUR

Schloss Langenburg, Schloss 1, 74595 Langenburg, Tel.: 079 05/9 41 90-34, www.schloss-langenburg.de

Hällisch-Fränkisches Museum, Keckenhof 6, 74523 Schwäbisch Hall, Tel.: 07 91/7 51-2 89, www.haellisch-fraenkisches-museum.de

Museen Würth, www.kunst.wuerth.com Kunsthalle Würth, Lange Straße 35, 74523 Schwäbisch Hall, Tel.: 07 91/9 46 72-0

Museum Würth 2, Am Forumsplatz 1, 74653 Künzelsau, Tel.: 0 79 40/15 22 30, Johanniterkirche, Im Weiler 1, 74523 Schwäbisch Hall, Tel.: 07 91/94 672 330

Hirschwirtscheuer, Museum für die Künstlerfamilie Sommer, Scharfengasse 12, 74653 Künzelsau, Tel.: 079 40/57-1 55

Kern-Haus Forchtenberg, Hafenmarktgasse 29, 74670 Forchtenberg, Tel.: 0 79 47/91 11-2 23 www.forchtenberg.de

Kloster Schöntal, Bildungshaus Kloster Schöntal, Klosterhof 6, 74214 Schöntal, Tel.: 0 79 43/89 40, www.kloster-schoental.de

Kloster Großcomburg, Comburg 5, 74523 Schwäbisch Hall, Tel.: 07 91/9 30 20 82, www.kloster-grosscomburg.de

Krypta und Grabungsmuseum Unterregenbach, Hans-Jörg Wilhelm, Mühlgasse 4, 74595 Langenburg-Unterregenbach, Tel.: 079 05/94 06 00

ESSEN UND EINKEHREN

Zum Löwen Braunsbach Marktplatz 4, 74542 Braunsbach, Tel.: 0 79 06/9 10 50, www.zum-loewen-braunsbach.de

Landgasthof Jagstmühle, Jagstmühlenweg 10, 74673 Mulfingen-Heimhausen, Tel.: 0 79 38/9 03 00, www.jagstmuehle.de

Der Rote Ochsen, Dorfstraße 51, 74523 Schwäbisch Hall-Wackershofen, Tel.: 07 91/9 46 88 86, www.der-rote-ochsen.de

Landhaus Rössle Veinau, Zeilwiesen 5, 74523 Schwäbisch Hall-Veinau, Tel.: 07 91/25 93, www.roessle-veinau.de

Zum Lamm, Kirchstraße 15, 74532 Ilshofen, Tel.: 01 60/95 90 83 94

NATUR ERLEBEN

Kulturwanderweg Jagst www.hohenlohe.de

Kocher-Jagst-Radweg www.kocher-jagst.de

Bühlertalwanderweg Landwirtschaft gestern und heute

Pfarrer-Mayer-Radweg www.pfarrer-mayer-gesellschaft.de

Muschelkalkmuseum Hagdorn, Schlossstraße 3, 74653 Ingelfingen, Tel.: 079 40/5 59 64, www.muschelkalkmuseum.de

INS KÜHLE NASS

Zur Abkühlung zieht es viele Hohenloher zu den kleinen Badeseen, die es an vielen Stellen gibt. Besonders beliebt sind beispielsweise die Tiroler Seen bei Schleierhof oder der Starkholzbachersee bei Schwäbisch Hall. Aber auch am Kocher und noch mehr an der mäandernden Jagst sind Badestellen zu finden, teils sogar mit Sprungbrettern oder Umkleidekabinen. Schilder warnen allerdings vor dem Schwimmen in den Flüssen, weil das Wasser nicht auf seine Badequalität geprüft wird. Einheimische und Touristen rollen dennoch gerne ihre Decken aus und genießen ruhige Sonnenstunden am Fluss.