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APPLAUS!


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Wohn!Design - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 29.06.2022
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Bildquelle: Wohn!Design, Ausgabe 4/2022

Ob Urlaub oder direkt auswandern – Portugals Algarve scheint viele Menschen magnetisch anzuziehen. So erging es auch der Französin Veronique Polaert (Bild rechts oben). Nach einigen Jahren in London sehnte sich die Investmentbankerin nach einem Ort, an dem sie ankommen konnte – und fand ihn in Lagos. „Als ich Portugal 2014 zum ersten Mal besuchte, habe ich mich gleich in seine Schönheit, seine Einfachheit und die Freundlichkeit seiner Menschen verliebt“, erzählt sie. Ein altes, verfallenes Anwesen, fußläufig zum Strand, mit einem 6.000 Quadratmeter großen Gemüsegarten zog sie in den Bann. Zwei Jahre verbrachte sie damit, das Anwesen zu renovieren und in ihren Traum von einem Feriendomizil zu verwandeln: die Casa Mae. Heute stehen den Gästen 34 Zimmer zur Verfügung, die sich auf das Haupthaus, vier Cabanas in den Gärten, zwei weitere kleine Häuser mit je einem Schlafzimmer und auf das neue ...

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... Jogo-da-Bola-Gebäude verteilen. Der Einrichtungsstil ist authentisch, ein gekonnter Mix aus Boho-Chic und einem raffinierten Vintage-Stil. Von den Keramikfliesen über die Teppiche, die Wände und Böden schmücken, bis zum Geschirr, den Lampenschirmen und den Massivholzmöbeln stammen alle Produkte von portugiesischen Herstellern.

Nachhaltigkeit ist ein gelebtes Versprechen, das auf allen Ebenen Anwendung findet. „In unseren Gärten, die nach dem Permakultur-Prinzip bewirtschaftet werden, bauen wir unser eigenes Obst, Gemüse und Kräuter an. Alle weiteren Produkte beziehen wir von lokalen Qualitätserzeugern, die wir persönlich kennen und die unsere Werte teilen“, sagt Polaert. Im angrenzenden Restaurant Orta werden die Gäste nach dem Farm-to-table-Prinzip verköstigt. Auch im Winter ist die Casa Mae eine Reise wert. Polaert: „Mit unserem Programm »share & stay – 3 Workshops für 7 Nächte« möchten wir kreative Menschen dazu animieren, Workshops abzuhalten und sich mit unseren Gästen auszutauschen.“ Auch Freiberufler sind gerne gesehen. „Einen anderen Lebensstil zu genießen und in einer neuen Umgebung zu arbeiten, kann sehr inspirierend sein.

Deshalb bieten wir ermäßigte Preise für Aufenthalte von mehr als 20 Nächten an.“ Für dieses Jahr plant die Französin die Erweiterung des Spas um einen beheizten Innenpool und Entspannungsräume. „Wir empfangen im Winter viele Familien mit kleinen Kindern, für die wir, neben den bereits bestehenden Treatments, eine neue Art von Wellness-Erlebnis schaffen. Wir freuen uns, dass wir viele Gäste durch unsere Lebensweise inspirieren können.“

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Alles eine Frage der Einstellung

Tatsächlich besteht das kuratorische Team der 8. Phototriennale in Hamburg nur aus Frauen – fünf an der Zahl – die Leiterin der Ausstellung, Koyo Kouoh, inklusive. Seit 2019 ist sie Chefkuratorin des Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (MoCCA). Die gebürtige Kamerunerin war Mitglied des Gremiums der Documenta 12 und 13, um einige Aktivitäten zu nennen. Als Spezialist für Fotografie ist auch ein Mann involviert, allerdings auf der Sponsorenseite des Events, das einen Parcour von 12 Veranstaltungsorten und 77 Positionen zur Kunst umfasst: Alexander Nieswandt, Frontmann des Fotolabors Whitewall und Anlaufstelle vieler Künstler und Künstlerinnen, nicht zuletzt wegen der Whitewall-Masterprints, die Motive in einer Größe von bis zu 5 auf 4,2 Metern verewigen. „Fotofestivals und Ausstellungen wie jetzt die Phototriennale sind für uns sehr wichtig. Schließlich ist die Qualität der produzierten Werke am Ende ausschlaggebend für den Erfolg. Aus diesem Grund ist der Austausch mit den Kuratorinnen eng.“

Als Spezialist berät Nieswandt, spricht Empfehlungen aus, nimmt aber keinen Einfluss auf ihre Auswahl: „Wir kommen ins Spiel, wenn diese getroffen ist.“ Zu den 2022 vertretenen Fotografinnen und Künstlerinnen gehören Cecilia Reynoso (oben ihre Arbeit „Gaviota serving Nieswandt schwärmt für Charlotte March, deren Werke in den Deichtorhallen zu sehen sind, einer der Ausstellungsstationen. „Insbesondere die Schwarzweiß-Motive, die wir als Foto im Passepartout Rahmen auf Ilford Papier produziert haben, sind beeindruckend“ – linke Seite unten ihre Aufnahme „Fischmarkt, Hamburg“ von 1955. „March war eine deutsche, mehrfach ausgezeichnete Fotografin mit internationalem Einfluss, ihre Motive und ihr Lebenswerk sind wirklich sehenswert“, begeistert sich der Unternehmer und gerät ins Schwärmen: „Fotografie, Kunst und Kultur sind essenziell für die Gesellschaft und Ausdruck des menschlichen Daseins. Ein Lebensnerv, der neue Welten öffnet, individuelle Kreativität und künstlerisches Schaffen fördert.“

Kaum ein anderes Medium fängt soziale Kalamitäten so unverblümt ein, links ein Motiv von LaToya Ruby Frazier, oder bildet Fantasien ab wie in Viktoria Binschtoks Arbeit „Lines & Clouds“ von 2020 (oben). Wir brauchen nicht zu erwähnen, dass Nieswandt Fotografie als wichtigsten Bestandteil der Kunstwelt favorisiert.

Bis zum 18. September lässt sich die Power des Mediums mit all seinen Facetten in Hamburg erleben. Übrigens beleuchten alle Events das Thema „Currency“ und damit die Möglichkeiten, mit denen Fotografien produziert, zirkuliert und interpretiert werden. Kouoh als künstlerische Leiterin sieht als erste Inspiration für den kuratorischen Rahmen, „dass wir gelernt haben, dieWelt fotografischzusehenundimmermehrvonMedienplattformen geprägt sind, die diese Bilder bereitstellen und damit die Art und Weise beeinflussen, wie wir uns mit der Welt auseinandersetzen. Die Gegenwart ist daher eine retinale Ära, die eine andere Grammatik für das Betrachten, Lesen und Reagieren auf Bilder erfordert.“

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Wunderbares Esserlebnis

Am französischen Lac d‘ Annecy gelegen, nur unweit von Genf entfernt, hat Jean Sulpice das (Küchen-)Zepter in der Hand. Der Sternekoch und seine Frau Magali betreiben hier in Talloires die „Auberge du Père Bise“ und das dazugehörige Restaurant „Le 1903“. „Die geschwungene Glasfassade des Restaurants öffnet sich wie ein Wintergarten zu See und Bergen und offenbart ein traumhaftes Panorama“, so Émilie Bonaventure (Bild rechts), die sowohl die Zimmer des Hotels als auch das Restaurant designtechnisch auf Vordermann brachte. Ein echtes Heimspiel für die Interior Designerin, die in Annecy aufwuchs und heute – nach einer Zwischenstation in Südfrankreich – in Paris lebt. 2005 gründete sie ihr eigenes Studio „be-attitude“. „Ich versuche die Barrieren zwischen Kunst, Architektur und Kreation zu durchbrechen. Heute definieren Szenografie, Design, dekorative und zeitgenössische Kunst, Innenarchitektur sowie meine Leidenschaft für Mode und Gastronomie meine professionelle DNA und die meines Studios“, erzählt die studierte Kunsthistorikerin. Diese DNA spiegelt sich auch in den Räumen der „Auberge de Père Bise“ wider: klassische und zeitgenössische Kunst, schlichtes Design, Vintage-Möbel und maßgefertigte Einzelstücke bilden ein natürliches Ambiente, das durch warme Nuancen akzentuiert wird. „Ich haben mich bei den Farben von der umliegenden Landschaft inspirieren lassen. Jedes Zimmer bekam seinen eigenen, unvergleichlichen Stempel aufgedrückt.“ Dieses Einfühlungsvermögen verankert die Auberge du Père Bise wieder in ihrer Geschichte, in der Altes und Modernes ohne den Einfluss von Trends koexistieren.

Einen Hauch Belle Époque mit zeitgenössischen Details zauberte die Französin im neu angebauten Restaurant „Le 1903“. „Ich wollte unter allen Umständen Klischees vermeiden und habe die Farbpalette möglichst sanft gehalten: Limone, Salbei und Kobalt, ergänzt durch Karminrot, in Verbindung mit der Landschaft und subtiler Beleuchtung sowie mit antiken und zeitgenössischen Gegenständen.“ Zwischen den vier Säulen des historischen Gebäudes stehen eigens von Bonaventure entworfene Tische mit einem einzigartigen Format, die zum Stil des jahrhundertealten Hauses passen. „Rohe Naturmaterialien wie Terrakotta, warmes Nussbaumholz, Bast, Kalk und Steingut verfeinern die Ästhetik und setzten dekorative Akzente.“ Das von der Porzellanmanufaktur Bernardaud in Limoges hergestellte Geschirr wurde speziell für dieses Projekt angefertigt.

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Prestigeträchtiger Höhenflug

Anlässlich der Biennale Arte 2022 in Venedig kuratierte Nina Yashar (unten rechts) eine Ausstellung, die eine Auswahl historischer Designstücke im Dialog mit zeitgenössischen Werken von Avantgarde-Künstlern zeigte. Die Gründerin der Galerie Nilufar in Mailand ist in Kennerkreisen für ihren ausgefallenen Geschmack und ihr treffsicheres Händchen für den artistischen Nachwuchs bekannt. Wer es in die Nilufar Galerie geschafft hat, darf sich zu einem erlesenen Kreis der Design-Elite zählen. So erlesen die gewählten Stücke waren, so ungewöhnlich auch der Ort, an dem sie präsentiert wurden: der Privatflughafen Giovanni Nicelli auf dem Lido, der für seine Strandpromenade, die Villen im Jugendstil und die jährlichen Filmfestspiele in Venedig bekannt ist. Geschichtsträchtige Persönlichkeiten aus allen kulturellen Sparten haben hier ihren Fingerabdruck hinterlassen und den Lido zu einem Symbol unvergänglicher Eleganz gemacht. Diese Eleganz zieht sich ebenso durch die Eingangshalle des Flughafens, die Yashar anlässlich der Ausstellung auch neu gestaltete. Werke großer Meister wie Gio Ponti, Franco Albini, Ignazio Moncada, BBPR, Pietro Consagra, Angelo Lelii und Joaquim Tenreiro werden mit zeitgenössischen Artefakten von Avantgarde-Künstlern wie Martino Gamper, Bethan Laura Wood und Analogia Project kombiniert. Parallel dazu stellte Sin Ying Cassandra Ho im „Spazio Esso“, dem ehemaligen Treibstoffdepot des Flughafens, ihre erste Einzelausstellung „Constructed Realities: Life Beyond Borders“ in Europa vor – von Nina Yashar und ArtHub ko-kuratiert. „Ich wollte schon immer eine Wanderausstellung in Venedig machen, und gerade in der Umgebung des Lido ist das ein einmaliges Geschenk. Ich habe eine starke Verbindung zu dieser zauberhaften Stadt und ich bin überglücklich über die interkulturelle Auswahl“, erklärt Yashar.

Mode schreibt Geschichte

Sieben modebewusste Frauen aus den letzten beiden Jahrhunderten und ihre Garderobe stehen noch bis 28. August 2022 im Fokus des Museum für Kunst & Gewerbe in Hamburg. „Ob Haute Couture, Alltags-, Protest- oder Avantgardemode: So unterschiedlich wie die Lebensläufe sind auch ihre Kleider“, erzählt Angelika Riley, die „Dressed. 7 Frauen – 200 Jahre Mode“ federführend zusammenstellte. „Wir haben die Protagonistinnen nicht nach Status ausgesucht, sondern wollten eine möglichst große Bandbreite verschiedenster Lebensentwürfe und deren modischen Ausdruck abbilden.“ Heißt im Klartext: 150 Kleidungsstücke und Accessoires sieben unterschiedlicher Lebenslinien folgen einer 200-jährigen Mode-, Emanzipations- und Zeitgeschichte, darunter namhafte Designer wie Yves Saint Laurent, Martin Margiela sowie anonyme Schneiderinnen und Hausnäherinnen. „Das früheste Konvolut von Elise Fränckel (1807-1898) besteht vor allem aus Accessoires (unten links) und zeigt, wie modisch up to date sich die Senatorengattin aus dem holsteinischen Oldenburg 1820 kleidete“, so die Kuratorin. Die Exponate von Diplomatengattin Edith von Maltzan Freifrau zu Wartenberg und Penzlin (1886-1967, links) umfassen exquisite Abend- und Gesellschaftsgarderobe (Bild unten rechts) ebenso wie elegante Tageskleidung. Auch die ehemalige Chefredakteurin der Vogue, Angelika Blechschmidt (1942-2018), die für ihre schwarzen Cocktailkleider mit ausgefallenem Schmuck bekannt war, darf in dieser Ausstellung nicht fehlen. „Kleidung ist so viel mehr als lediglich Gebrauchsgegenstand. Sie ist Ausdruck sozialer Kommunikation und erzählt die Geschichte politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen.“

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Das Ende des Blümchen-Mythos

„Ansehen! Kunst und Design von Frauen 1880-1940“ titelt die aktuelle Ausstellung im Berliner Bröhan-Museum und beleuchtet ein gesellschaftliches Ungleichgewicht: Von rund 20.000 Objekten der Sammlung stammen nur 1.500 von Frauen. Zirka 1.000 männlichen Künstlern stehen in dieser Ära nur 90 Künstlerinnen gegenüber.

Woran lag das? „Es gibt damals wie heute keine männliche oder weibliche Kunst und auch kein männliches oder weibliches Design.

Die Werke von Männern und Frauen unterscheiden sich ja nicht inhaltlich oder visuell“, erklärt Anna Grosskopf (im Foto oben rechts), eine der beiden Kuratorinnnen der Ausstellung, und ihre Kollegin Julia Meyer-Brehm (links) ergänzt: „Der Unterschied liegt meist in der Rezeption. Von Frauen wurde häufig anderes erwartet. In der Malerei etwa besonders Kinderbildnisse und Blumenstillleben – sie haben diese Erwartungen aber glücklicherweise oft unterlaufen. Frauen wurden oft unterschätzt und ihre Leistungen nicht als gleichwertig anerkannt – obwohl sie es natürlich waren. Diese Fehleinschätzung zu korrigieren ist Aufgabe der Kunstgeschichte und damit auch der Museen.“ Den Frauen von damals nützt das nicht wirklich etwas, aber denen von heute umso mehr. Am Status quo der Kreativszene von 2022 sollte und muss weiter gearbeitet werden: „In der Tat gibt es noch zu viele Bereiche, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, beispielsweise in der Architektur. Auch im Design haben wir noch längst kein ausgeglichenes Verhältnis, in der Bildenden Kunst schon eher“, sagt Grosskopf.

Sehr bedauerlich, betrachtet man das unglaubliche Feuerwerk an Kreativität, das Frauen in den untersuchten sechs Jahrzehnten gezündet haben: Das reicht von den bildhauerischen Arbeiten einer Chana Orloff (oben) bis zu Designerinnen wie Gertrud Kleinhempel (linke Seite unten) oder Margarete Junge, die den formidablen Schreibtisch gestaltete (linke Seite). Oder Künstlerinnen der Wiener Werkstätte wie Vally Wieselthier und Bauhaus-Frauen wie die Keramikerin Margarete Heymann-Loebenstein (später Heymann-Marks). „Sie war wohl die avantgardistischste unter den deutschen Keramik-Designerinnen der 1920er-Jahre. Sie war unglaublich mutig und zielstrebig. Obwohl sie am Bauhaus, wo sie kurze Zeit studierte, als Frau bewusst ausgegrenzt wurde, ging sie ihren Weg und gründete kurzerhand ihre eigene Manufaktur.

Heute werden die Haël-Werkstätten als Erfolgsstory des Bauhauses gefeiert“, erzählt Meyer-Brehm (historische Aufnahmen hinter dem QR-Code auf dieser Seite). Es war auch eine ihrer Kolleginnen, die 1926 der Küche der Moderne (rechts) Form und Ausdruck verlieh: Margarete Schütte-Lithotzky. „In einem Kunstbetrieb, der Kreativität und Schaffenskraft als vorrangig männliche Eigenschaften definierte, und Frauen bestenfalls dekorative Talente zubilligte, ist diese Leistung umso beachtlicher – zumal viele von ihnen als Frauen und Jüdinnen sogar intersektionale Benachteiligung erfuhren.“

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Wenn Mutter und Tochter ...

... eine Reise planen, darf‘s genüsslich und kreativ zur Sache gehen. Hier bietet das Hotel „Saltus“ in San Genesio in Südtirol genau den richtigen Mix. „Unser vielseitiges Konzept beinhaltet Aktivitäten, die auch meine Kinder und mich interessieren“, erzählt Hedwig Gamper, die das Eco-Hotel nahe Bozen gemeinsam mit ihren Töchtern Nadja und Claudia führt. Das Hotelwesen liegt den Besitzerinnen im Blut. Bereits vier Generationen der Familie sind im Hotelbetrieb tätig. Mutter Hedwig wuchs bereits im Gasthaus von Großmutter Traudl auf, seit 2019 ist sie selbst Hoteldirektorin. Mit einem „Wein-Malkurs“ bietet das Trio ein ganz besonderes Mutter-Tochter-Erlebnis: „Unter Nadjas Anleitung kann man mit Blick auf die Berge den Pinsel schwingen. Als Sommelière stimme ich das Getränk passend auf Motive, Stilrichtung und Stimmung ab.“ Staffeleien, Pinsel und Farben werden kostenlos gestellt. Lediglich die Leinwände müssen erworben werden. Wer den Tag nach Yoga, Wellness, Waldbaden, Kunst und Öl-Ritualen genussvoll ausklingen lassen möchte, der gönnt sich eines der abwechslungsreichen Menüs, die das Saltus in seinem Bistro und im zugehörigen Restaurant Tschögglbergerhof anbietet.

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